News Studie der EU-Kommission: Leistungsschutzrecht ist nicht wirksam

Andy

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#1
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#2
„Laut den wie üblich konsultierten Diensten der Kommission muss die Studie noch überarbeitet werden, bevor eine Entscheidung über die Veröffentlichung getroffen wird“

Und wie lange braucht man um so eine Studie zu überarbeiten? Dieser vorgeschobene Grund macht das ganze eigentlich nur noch peinlicher.
Es ist doch genau das passiert, was alle schon seit beginn der Debatte wussten. Die Verlage profitieren und wollen mit scheinheiligen Methoden noch mehr Geld machen.
 

Ozmog

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#3
Ich erinnere mich noch ziemlich genau, dass viele, einschließlich mir, genau das vorhergesagt haben, was diese Studie aussagt. Und überraschend ist das nicht, nur wieder für diverse Politiker, die scheinbar den Bezug zur Realität verloren haben. Da wird erst einmal beschlossen und danach für sicherlich nicht wenig Geld eine Studie beauftragt, die genau das Gegenteil beweist, was hier in diesem Fall die Verlage behauptet haben.
Einfach traurig, dass in der Politik so viele Leute tätig sind, die scheinbar einfach nicht in der Lage sind, mal etwas mehr nachzudenken, beziehungsweise nicht wollen, weil sie wieder aus diversen Lobbys Gelder beziehen.
 

estros

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#4
Sind denn die ökonomischen Argumente die Gründe für die Verlage, Geld zu erhalten?
Ich denke, der Gegner sieht das etwas falsch. Aus meiner Sicht will man als Verlag nicht nachhaltig abhängig sein von Google.
 
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#5
Zur Erinnerung - Es ist noch gar nicht lange her, da brachte Julia Reda eine andere von der EU-Komission beauftragte Studie ans Tageslicht. Auch diese hielt man seit 2015 unter Verschluss, weil sie die Position der EU zur Verschärfung des Urheberrechts nicht stützte:

EU-Kommission versteckte unbequeme Piraterie-Studie zwei Jahre vor der Öffentlichkeit
https://netzpolitik.org/2017/eu-kom...ie-studie-zwei-jahre-vor-der-oeffentlichkeit/
 
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#6
Einfach traurig, dass in der Politik so viele Leute tätig sind, die scheinbar einfach nicht in der Lage sind, mal etwas mehr nachzudenken, beziehungsweise nicht wollen, weil sie wieder aus diversen Lobbys Gelder beziehen.
Ich denke, eigentlich wolltest Du "anscheinend" schreiben, aber nicht "scheinbar" !? Einfach traurig, dass so viele, die hier schwerwiegende Behauptungen aufstellen, anscheinend nicht in der Lage sind, mal etwas mehr nachzudenken, was sie behaupten, denn "scheinbar" bedeutet semantisch hier vorliegend genau dass Gegeteil dessen, was Du vermutlich sagen wolltest !
 
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#7
Das ist so einfach.
Warum muß eine Zeitung die auf Papier druckt Online verfügbar sein?
Wenn ich mir die Zeitung nicht kaufe, kann ich sie nicht lesen. Ich kann sie aber lesen wenn es die Zeitung online gibt. Dafür muß ich nichts bezahlen. Und Werbung ist für mich kein Argument, es gibt genug Wege diese nicht zu sehen.
Dann muß der Verlag seine Onlineseite eben schliessen oder verschliessen und nur jemand der bezahlt bekommt auch das Angebot.
Dann wird nix mehr auf Suchmaschinen angezeigt.
Problem erledigt.
Dann kommt es nur noch rein auf den Kunden und das Angebot an, ob es bezahlt wird oder nicht.
Online ist doch eigentlich nur ein zusätzlicher Dienst für eine Zeitung, da sie in Printform vermarktet.
Aber die wollen ja Geld verdienen, warum bieten sie dann die Onlinezeitung kostenlos an?
Ihre Printzeitung ist doch auch nicht kostenlos.
 

Crystexs

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#8
Und wie lange braucht man um so eine Studie zu überarbeiten? Dieser vorgeschobene Grund macht das ganze eigentlich nur noch peinlicher.
Das ist recht einfach zu beantworten... so lange wie es politisch gewollt ist.
Es gibt etliche Studien die auf ewig weggeschlossen sind. Das passiert praktisch immer dann wenn nicht das gewünschte Ergebnis erzielt wird.
 
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#9
Leistungsschutzrecht bringt den Verlagen nichts
Bisschen Mitleid spenden an Heiligabend für Blöd und Co. ?

Was die Verlage nicht verstehen ist das das kostenlose Werbung ist was Google da macht.
Und dafür sollen sie auch noch Geld bekommen ?
Was würde wohl passieren wenn Google die ganzen Verlag gar nicht mehr findet...
 
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#10
Das Problem ist, das die Verlage unsere Welt nicht verstehen.
Niemand liest mehr eine Tageszeitung um die Fußballergebnisse zu bekommen oder das Wetter von morgen zu erfahren. Auch brauche ich den dpa Politikartikel nicht, indem ich nichts neues erfahre (dpa Inhalte druckt/ sendet jeder).

Ich sehe die Zeitungen in Zukunft so:

Tageszeitungen: Ausschließlich lokales, aber gut und ausreichend recherchiert. (Im Moment wird das oft outgesourct, wobei der Journalist auch noch ein Foto machen soll für ~20€ Pauschale. So sind dann meist auch die Artikel). Man nennt es eine Nische finden.. Nebeneffekt: Weniger Seiten = gleicher/niedriger Preis.

Wochenzeitungen: Knackige Artikel mit Standpunkt, die sich auch, aufgrund der Länge, nicht mehr bequem auf einem Display lesen lassen (in etwa wie die FAS). Dafür muss aber das Mainstreamdenken abgeschafft werden. Zum Beispiel vermisse ich mal einen Artikel, der Fluchtursachen in Zusammenhang mit Waffenlieferungen und internationale Einmischung bringt. Sicher, dann kann man nicht mehr Mitglied der Atlantikbrücke sein, aber Rückgrat kann auch befriedigen:evillol:

Wird aber beides nicht passieren.
 
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#11
Wenn sich jemand beschwert, dass doch nur die Verlierer, vermute ich.
​"Damals" habe ich die selben drei Zeitungen gelesen. Seit dem man Zeitungen auch im Internet lesen konnte, entdeckte ich viele Andere.
​Zur Folge hatte dies, dass ich zwei der drei Zeitungen gar nicht mehr lese, dafür mehrere Andere. Zwei haben bei mir also verloren, Andere gewonnen.

​Außerdem bemerkt man im Internet viel besser mit der Zeit die qualitativen Unterschiede bestimmter Zeitungen und wendet sich entsprechend der Einen mehr zu als der Anderen.
​Die Verlierer heulen, weil weniger Geld.
Die Gewinner freuen sich, weil mehr Geld. (oder gieren nach mehr...)
 

Herdware

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#12
Aus meiner Sicht will man als Verlag nicht nachhaltig abhängig sein von Google.
Das ist nicht der Ansatz oder das Ziel des Leistungsschutzrechtes, das es in Deutschland gibt und für die ganze EU angestrebt wird. Es geht nicht um die Dominanz von Google. Axel Springer und Co. sind völlig zufrieden damit, wenn Google den Suchmaschinenmarkt allein dominiert. Sie wollen nur, dass sie etwas von dem Geld abbekommen, das Google mit seinen erfolgreichen Onlinediensten verdient.

Durch das Leistungsschutzgesetz Alternativen zu Google zu fördern ist also nicht vorgesehen. Es soll nur Geld direkt von Google in die Kassen der großen Verlage fließen lassen. Tatsächlich würde es für die Verlage die Durchsetzung des Leistungsschutzgesetzes nur viel komplizierter machen, wenn es wirklich viele verschiedene, große News-Suchmaschinen gäbe. Deshalb wird das Gesetz auch "Lex Google" genannt, da es faktisch nur auf Google gerichtet ist.

Allerdings wäre es in Deutschland verfassungswidrig, wenn ein Gesetz nur auf einzelne Personen oder Unternehmen abzielt. Also wurde der Gesetzestext so schwammig formuliert, dass theoretisch alle möglichen Internetdienstleister davon betroffen sein könnten. Das ist ein wunderbares Betätigungsfeld für Abmahnanwälte. Der Abmahnmissbrauch würde letztlich sogar dazu beitragen, heranwachsende, mögliche Konkurrenten/Alternativen zu Google schon in der Gründungsphase abzuwürgen. Google kann sich teure, jahrelange Rechtsstreitigkeiten locker leisten. Ein Betreiber einer innovativen, kleinen Website nicht und ist den Abmahnern wehrlos ausgeliefert.
 
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#13
Sind denn die ökonomischen Argumente die Gründe für die Verlage, Geld zu erhalten?
Ich denke, der Gegner sieht das etwas falsch. Aus meiner Sicht will man als Verlag nicht nachhaltig abhängig sein von Google.
Natürlich geht es nur um die Kohle und die politisch korrekte Berichterstattung eben dieser Medien. Dafür gab es doch von der Politik das Gesetz! An der Abhängigkeit ändert sich überhaupt nichts. Dafür hätte man eine Offenlegung der Algorithmen verlangen müssen.
Hier wollen einfach unnötig gewordene Unternehmen vor der Zukunft geschützt werden. Keiner interessiert sich mehr für Allgemeines und Propaganda auf totem Baum wenn er auf Klick ein gigantisches Angebot, jenseits von fünf Milliardären, hat. Diese Realität haben selbst die Berufslügner vom ÖR erkannt. Eh Radio und TV wegsterben schnell noch die Propagandasteuer auf Internetgeräte einführen. Wo soll denn sonst Nato-neutrale Berichterstattung über die Ukraine oder Syrien herkommen.
 

xsice

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#14
Es ist im Grunde möglich die eigenen Webseiten den Google-Bots unzugänglich zu machen, womit deren Angebot nicht mehr bei Google gelistet werden würde. Anstatt aber einen Code einzupflegen, möchte man abkassieren. Jemand der schon länger mit Google Werbung arbeitet, der kann bei der ganzen Debatte ohnehin nur den Kopf schütteln. In Spanien ist nach Umsetzung diverser Gesetze der Traffic von Verlagen deutlich gesunken, weil Google den Dienst eingestellt hat. Das konnte man natürlich nicht vorhersehen.

Es gab schon im Vorfeld etliche Studien, die aufzeigen wie viel Traffic über die Google Suchmaschine läuft. Google zur Kasse zu bitten, weil diese dafür sorgen, dass man im Netz gesehen wird - das ist gierig. Wie gesagt - wenn man das nicht wollen würde, dann könnte man das auch unterbinden.
 
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#15
Online ist doch eigentlich nur ein zusätzlicher Dienst für eine Zeitung, da sie in Printform vermarktet.
Aber die wollen ja Geld verdienen, warum bieten sie dann die Onlinezeitung kostenlos an?
Ihre Printzeitung ist doch auch nicht kostenlos.
MMn liegt das ganze Problem in den Anfängen der Massenverbreitung des Zugangs zum Internet, also in den frühen 2000er Jahren, als langsam das Internet schneller wurde, günstiger wurde, immer mehr Menschen Zugriff darauf hatten.
Zusätzlich dazu noch das Verkennen der eigentlichen Wertschaffung in den Verlagen aka journalistische Arbeit/Aufbereitung.

Anfänglich waren die Onlineangebote eben nur Zubrote, Werbeangebote etc., da der Hauptabsatz immer noch über das Printmedium erfolgte. Mit der immer stärkeren Verbreitung des Internets vor allem im mobilen Bereich, nahm der Absatz eben immer weiter ab, da man einfach mit einem Smartphone quasi schneller an die gewünschten Informationen kommen kann/konnte.
Gut sieht man das heute an den Absatzzahlen der deutschen Gaming-Medien. Früher hatte die CBS monatliche Absatzzahlen von mehreren Hundert Tausend, heute liegt sie bei knapp Dreißig Tausend, gleiches gilt für viele andere Gaming-Zeitschriften, die meisten sind wegen Auflagenschwäche in den letzten 7-8 Jahren nach und nach weggefallen.

Die Verlage haben das ganze jedoch selbst mit zu verantworten, da sie eben diese Marktentwicklung zum einen mit gefördert haben, in dem sie eben immer mehr ihrer Beiträge kostenlos ins Netz stellten und somit zum einen den eigentlichen Wert ihres Schaffens verkannten (nicht die gedruckte Zeitschrift ist mMn das Wertvolle sondern der Inhalt) und zum anderen eben diese Marktentwicklung auch verschlafen haben. Zum anderen haben sie durch diese Masche eben die Kundschaft dahin erzogen möglichst Informationen gratis und gegen Werbung zu erhalten.
Heute haben sich die Leser daran gewöhnt.

(Fast) jeder Verlag macht das. Aus diesem Problem herauszutreten ist fast unmöglich, da eben, wenn alles hinter einer Paywall verschwindet, die Leute einfach zu anderen abwandern, die es weiterhin gratis stellen. Da müssten schon alle darauf aufspringen. Da das aber eher unwahrscheinlich ist, sucht man sich andere Wege um an Geld ranzukommen. Das eigentliche Problem wird dabei aber weiterhin ignoriert, dass man einfach die journalistische Arbeit und Co. schlicht und einfach unter Wert verkauft bzw. inzwischen auch schon so stark verwässert hat und dem selbstgeschaffenen System angepasst, dass ein Teil dieser Arbeit nur noch wenig mit journalistischer Arbeit gemein hat.
 

rob-

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#16
Hauptsache Millionen an Steuergeldern raus geworfen bis man eine Entscheidung hatte.
Ich wünsche mir wirklich eine Justiz / Regierung die mit solchem Blödsinn kurzen Prozess macht, besonders wenn es um vermeintliche Verluste geht, die auf rein empirischen Prozessen und der folgenden Fehlinterpretation von Korrelationen basieren.

Analog hierzu: Weniger Raubkopien = mehr Einnahmen.
Dies ist auch so ein Kandidat wo sogar das Gegenteil der Fall sein könnte.
 
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#17
Guten Journalismus gibts doch eh nicht mehr, wer will da noch die großen Zeitungen lesen? Egal ob Online oder auf Papier. Sind doch eh alle von Springer und Bertelsmann, egal was man liest^^
 
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#18
Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Die Verlage haben offensichtlich verlernt das der Markt immer Recht hat. Dagegen helfen auch keine Anti-Google-Cashcow-Gesetze.

Man müsste mehr investieren um sich neu zu erfinden... ich beispielsweise wäre absolut bereit für guten Journalismus Geld zu bezahlen und Werbung zu akzeptieren.
Ich lebe in New York und habe mich sehr mit Apple News angefreundet. So eine App mit deutschen, lokalen und internationalen Content sowie einer automatischen Offline Funktion (für Flugzeuge und U-Bahnen)... dafür zahle ich auch gerne 10-15 Euro im Monat...

Aber das ist wohl Traum denken...
 
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