Verdreckten AM4 Sockel reinigen

ghecko schrieb:
Das Video hab ich gesehen. Mehrmals.
Und ich hab auch schon viele Multilayer-PCBs gesehen, bei denen durch irgendeine Ritze Feuchtigkeit zwischen die Layer gelangt ist.
Da muss nur bei einem einzigen Via nicht richtig gelackt sein oder durch vorige Beanspruchung (Befestigungsschrauben) ein kleiner Haarriss irgendwo an Rand des Boards existieren, dann wars das.
Zeig mal bitte. Bitte bitte. Und dann sag den Herstellern und Repairshops, sie mögen doch endlich aufhören die PCBs in die Ultraschallreinigung zu geben, weil da Feuchtigkeit durch gelackte (!) Vias (viel Spaß throughole Komponenten in gelackte vias zu löten) ins PCB eindringen kann.

Sorry aber selten sowas dämliches gelesen.

PS: nur mal so als Gedankenexperiment... es dringt auf magische Weise Feuchtigkeit in die Layer ein... so fucking what? Ein PCB ist nur eine mechanische Halterung der elektrischenLeiter. Ob die jetzt delaminieren (tun sie wegen ein bissl Wasser garantiert nicht), solange kein Kurzschluss entsteht (und genau deswegen spült man anschließend mit drying agents vie IPA oder auch nur mit destilliertem Wasser) ist das genau so ein Problem wie Regen auf ner Überlandleitung.
 
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ChiliSchaf schrieb:
Sorry aber selten sowas dämliches gelesen.
Steckt der TE sein Board danach auch für ein paar Stunden bei 60°C in den Ofen, um sämtliche Restfeuchte aus dem Board zu bekommen? Wer A empfiehlt muss auch auf B hinweisen. Wer sehen will was passiert, wenn irgendwo noch Feuchtigkeit auf dem Board war und das ganze unter Spannung gesetzt wurde, kann gerne Louis Rossmann auf YouTube suchen.
Vias hat man bei Multilayer-Boards übrigens überall, nur so kommt man durch das PCB von einer auf die andere Schicht. Und nicht in jedem steckt ein Draht von einem TH-Bauteil. Solche sind natürlich nicht gelackt.
 
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War das zufällig ein Amazon Warehouse Deal? Was Amazon teilweise bei Mainboards als B-Ware verkauft ist jenseits von Gut und Böse. Intel Mainboards mit verbogenen Pins, Intel Boards wo die Schutzabdeckung vom Sockel fehlte, Boards mit sichtbaren Softdrink Flecken oder Boards deren Sockel mit Wärmeleitpaste geflutet waren. Teilweise bekam ich auch bei Neuwarenbestellung die oben genannten Retouren oder eine schlampig eingepackte Retoure geliefert, die zwar optisch schön war aber wahrscheinlich vom Vorbesitzer beim Einbau geschrottet wurde.
Wenn das Personal das Retouren prüft keine Ahnung von Technik hat, gehts halt nicht anders.
Wenn es der Käufer nicht beim zurückschicken als defekt deklariert, kommt das Ding wahrscheinlich ungeprüft wieder in den Verkauf. Der nächste Käufer solls testen und gegebenfalls wieder zurückschicken.
 
ghecko schrieb:
Steckt der TE sein Board danach auch für ein paar Stunden bei 60°C in den Ofen, um sämtliche Restfeuchte aus dem Board zu bekommen? Wer A empfiehlt muss auch auf B hinweisen.
Nicht wenn B sinnfrei ist.
 
Ich dusche seit Jahren Boards, darunter auch Hochspannungsgeschichten wie Flybacks von CRTs. Oder auch ganze Bildröhren. IPA drüber, das verdrängt Wasser, trocknen lassen, fertig.
 
Bisschen was zum Lesen für den Einstieg. Studiert haben wollen aber einfach Elektronik in ne Spülmaschine mit Salz und potentiellen anderen Verunreinigungen und hoffen dass es funktioniert :daumen:

Es ist ein Unterschied ob das ganze in einer kontrollierten Umgebung passiert (mit mind. täglichen Kontrollen der Medien) oder man Zuhause herumfummelt mit Leitungswasser, von dem man nicht mal den Härtegrad kennt.
 
Geil den Link selber gelesen, offenbar nicht, sonst wäre dir das aufgefallen:

"...Cleaning electronic products with water has been around for at least 35 years and yes the boards were cleaner than cleaning with any solvent we ever used, and we used some beauties. ... The issue with cleaning with water was the conversion of the mental concept that electronics and water do not mix. To some degree that is correct, we do not want to run any electronic products that are wet with water. That being said, if the product is dry, then there is zero problems as cleaning with water has been done, is being done and will continue to be done due to all the environmental requirements being imposed on the industry on solvent discharge and recycling etc. ..." (Leo Lambert, Vice President, Technical Director, EPTAC Corporation)

oder

"In the really high-end world, such as the semiconductor industry, 20 megaohms is the norm. 20 megaohm water is so hungry for ions it will cut through steel. " (Mike Jones, Vice President, Micro Care).

genau, Zeug was sich "durch Stahl schneidet" auf einem assemblierten PCB. Mein Gott was hier fröhlich durcheinandergewürfelt wird.
 
ChiliSchaf schrieb:
Geil den Link selber gelesen, offenbar nicht, sonst wäre dir das aufgefallen:

Den hab ich gelesen. Aber du anscheinend nicht?

Auszug: "So if you want to use water, you must jump to DI-water. Tap water, especially tap water mixed with detergents, should never be used for cleaning circuit boards."

"If the water is not 'ultra-pure' in the final washing stages, any dissolved solids will remain on the newly cleaned product as the water is dried off. "

"Because of its polar nature, water forms very strong bonds with polar surfaces, such as found in silicon products."

"However, cleaning with soap and water and rising is the issue to address. The soap residues must be removed and this should be tested to make sure the residues are removed as they could be susceptible to the absorption of moisture which could impact the functionality of the product. You need to make sure the soap is designed to remove the flux residues and is not designed to clean laundry, there are differences."



~20 MOhm ist Reinstwasser. Kein Leitungswasser. Der Faktor zw. Reinstwasser zu Trinkwasser ist immerhin etwas höher (0,055 uS/cm zu 5 mS/cm oder auch 5,5*10^-8 zu 0,005 Ohm).

Das ist nur der Wasser-Faktor. Dazu kommt das Spülmaschinensalz zum Wasserenthärten. Industrielle PCB-Reinigungsanlagen auf Wasserbasis sind Entsalzen und gereinigt und unterliegen einer Überwachung.

Das hier gezeigte ist "wir schauen mal was passiert". Bei einem Gamingboard ist es auch egal ob es kaputt geht, aber ohne mehr Hintergrundinformationen zur Interaktion der tatsächlichen Wasserzusammensetzung mit den Komponenten und dem PCB ist das unprofessionell.
 
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ChiliSchaf schrieb:
we do not want to run any electronic products that are wet with water.
Das ist der springende Punkt. Oder würdest du deine Hochspannungselektrik betreiben, solange das PCB und die Komponenten darauf noch feucht sind? Was Feuchtigkeit in Verbindung mit Spannung bei Metallen anrichten kann muss ich dir wohl nicht mehr erklären.
Auch ich reinige Platinen aus alter Elektronik mit destilliertem Wasser. Sogar ganze Hallen voller verschalteter Bleisäure/Gelbatterien habe ich schon mit Destillat reinigen lassen. Ich gebe sogar Schulungen zu diesem Thema. Wenn ich mich Wasser an Elektronik herumspiele, kann ich einschätzen wann man solche Bauteile wieder unter Spannung setzen kann. Ich renne trotzdem nicht durch die Foren und empfehle jedem Laien, er soll einen PC mit unter die Dusche nehmen.
Was die meisten aus dem Video vom Bauer mitnehmen ist: "Man kann sein Elektronikzeug in die Spülmaschine werfen".

ChiliSchaf schrieb:
"In the really high-end world, such as the semiconductor industry, 20 megaohms is the norm. 20 megaohm water is so hungry for ions it will cut through steel. "
Lustig, denn ich arbeite unter anderem mit Brennstoffzellen. PEMs, die werden mit deionisiertem Wasser unter 0.1µS/cm gekühlt. Das muss derart rein sein, damit man durch den Kühlkreislauf die ganzen Kühlplatten nicht kurzschließt. Durch die fließen nämlich die Elektronen von der H2 zur 02 Zelle. Die Kühlplatten bestehen aus vergoldetem Edelstahl, aber nicht wegen dem Deionisierten Wasser, sondern wegen Spannungsverschiebungen innerhalb der Zelle, die die Zelle sonst innerhalb kürzester Zeit zerstören könnten. Die rühren aber von den Prozessen in der Zelle her, hauptsächlich von verunreinigten Gasen.

Deionisiertes Wasser schneidet sich nicht durch Stahl sondern will sich wieder mit Ionen anreichern. Und die nimmt es von allen Materialien, die diese Ionen leicht hergeben. Meine Kühlkreisläufe aus Edelstahl haben dennoch keinen Lochfraß. Vice President übertreibt da leicht.
Was er vllt eigentlich sagen will: Deionisiertes Wasser bleibt nicht lange Deionisiert. Wenn es also zwischen unter Spannung stehenden Komponenten steht, wird es sich ziemlich schnell (durch Flussmittelreste, sonstige Verunreinigungen oder Kunststoffe) wieder ionisieren, womit es stetig leitfähiger wird. Wenn dann Metalle aufgrund von elektrochemischer Zersetzung in Lösung gehen ist es vorbei.
Das Problem beim Reinigen in der Spülmaschine sind die Zusätze. Schon gewöhnliches Leitungswasser ist voller hydrophiler Salze. Wenn die auf dem Board zurückbleiben, werden sich diese Salze aus der Luftfeuchtigkeit bedienen, ganz egal welchen Aufwand man nach der Reinigung betreibt und die Boards trocken zu bekommen. Die Salze werden die Stellen feucht halten und auch hier ist das Ergebnis letztlich dasselbe: Ein defektes Board.

Wenn Boards in Flammen aufgehen, ohne das man spezifische Komponenten dafür verantwortlich machen kann war es eines von zwei Dingen: Fertigungsfehler und/oder Feuchtigkeit.
bKwUY.png

Da war eine Via zur Masse wohl doch nicht so sauber gelackt.

Kabelbrand auf einem Schiff:
DSCN1555.JPG

Die Leitung war aufgrund von vorhergegangenen Arbeiten durch einen Span punktiert. Geknallt hat es, als man die Bilge mit Leitungswasser gereinigt hat.

Neben meiner Arbeitsstätte ist ein Umspannwerk bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Feuerwehr war zwei Tage beschäftigt, weil sich das Feuer durch die Kabelbahnen der Verteilerschächte voran gefressen hat.
Ursache war eine defekte Kühlwasserleitung.

Was ich damit sagen will ist: Der b8uer kann gerne zeigen, wie er SEINE Boards in der Spülmaschine reinigt. Es jedoch anderen zu empfehlen ist grob fahrlässig.
Viele halten hier wohl den b8uer für einen unfehlbaren Gott. Das ist er aber bei weitem nicht. Er ist Mechatroniker und erzählt auch manchmal Stuss.
 
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Reaktionen: Xero261286 und e-Funktion
Danke für die vielen Kommentare! In die Spülmaschine wird das Board jedenfalls nicht wandern.

Es handelt sich um ein MSI X570 Godlike zum halben Preis. Ich werde jetzt zuerst die Tauglichkeit für den Wakü Umbau prüfen. Wenn das passt und mir keine weiteren Probleme auffallen, werde ich den Sockel vorsichtig reinigen. Ansonsten geht es halt zurück.
 
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