ChiliSchaf schrieb:
we do not want to run any electronic products that are wet with water.
Das ist der springende Punkt. Oder würdest du deine Hochspannungselektrik betreiben, solange das PCB und die Komponenten darauf noch feucht sind? Was Feuchtigkeit in Verbindung mit Spannung bei Metallen anrichten kann muss ich dir wohl nicht mehr erklären.
Auch ich reinige Platinen aus alter Elektronik mit destilliertem Wasser. Sogar ganze Hallen voller verschalteter Bleisäure/Gelbatterien habe ich schon mit Destillat reinigen lassen. Ich gebe sogar Schulungen zu diesem Thema. Wenn ich mich Wasser an Elektronik herumspiele, kann ich einschätzen wann man solche Bauteile wieder unter Spannung setzen kann. Ich renne trotzdem nicht durch die Foren und empfehle jedem Laien, er soll einen PC mit unter die Dusche nehmen.
Was die meisten aus dem Video vom Bauer mitnehmen ist: "Man kann sein Elektronikzeug in die Spülmaschine werfen".
ChiliSchaf schrieb:
"In the really high-end world, such as the semiconductor industry, 20 megaohms is the norm. 20 megaohm water is so hungry for ions it will cut through steel. "
Lustig, denn ich arbeite unter anderem mit Brennstoffzellen. PEMs, die werden mit deionisiertem Wasser unter 0.1µS/cm gekühlt. Das muss derart rein sein, damit man durch den Kühlkreislauf die ganzen Kühlplatten nicht kurzschließt. Durch die fließen nämlich die Elektronen von der H2 zur 02 Zelle. Die Kühlplatten bestehen aus vergoldetem Edelstahl, aber nicht wegen dem Deionisierten Wasser, sondern wegen Spannungsverschiebungen innerhalb der Zelle, die die Zelle sonst innerhalb kürzester Zeit zerstören könnten. Die rühren aber von den Prozessen in der Zelle her, hauptsächlich von verunreinigten Gasen.
Deionisiertes Wasser schneidet sich nicht durch Stahl sondern will sich wieder mit Ionen anreichern. Und die nimmt es von allen Materialien, die diese Ionen leicht hergeben. Meine Kühlkreisläufe aus Edelstahl haben dennoch keinen Lochfraß. Vice President übertreibt da leicht.
Was er vllt eigentlich sagen will: Deionisiertes Wasser bleibt nicht lange Deionisiert. Wenn es also zwischen unter Spannung stehenden Komponenten steht, wird es sich ziemlich schnell (durch Flussmittelreste, sonstige Verunreinigungen oder Kunststoffe) wieder ionisieren, womit es stetig leitfähiger wird. Wenn dann Metalle aufgrund von elektrochemischer Zersetzung in Lösung gehen ist es vorbei.
Das Problem beim Reinigen in der Spülmaschine sind die Zusätze. Schon gewöhnliches Leitungswasser ist voller hydrophiler Salze. Wenn die auf dem Board zurückbleiben, werden sich diese Salze aus der Luftfeuchtigkeit bedienen, ganz egal welchen Aufwand man nach der Reinigung betreibt und die Boards trocken zu bekommen. Die Salze werden die Stellen feucht halten und auch hier ist das Ergebnis letztlich dasselbe: Ein defektes Board.
Wenn Boards in Flammen aufgehen, ohne das man spezifische Komponenten dafür verantwortlich machen kann war es eines von zwei Dingen: Fertigungsfehler und/oder Feuchtigkeit.
Da war eine Via zur Masse wohl doch nicht so sauber gelackt.
Kabelbrand auf einem Schiff:
Die Leitung war aufgrund von vorhergegangenen Arbeiten durch einen Span punktiert. Geknallt hat es, als man die Bilge mit Leitungswasser gereinigt hat.
Neben meiner Arbeitsstätte ist ein Umspannwerk bis auf die Grundmauern abgebrannt. Die Feuerwehr war zwei Tage beschäftigt, weil sich das Feuer durch die Kabelbahnen der Verteilerschächte voran gefressen hat.
Ursache war eine defekte Kühlwasserleitung.
Was ich damit sagen will ist: Der b8uer kann gerne zeigen, wie er SEINE Boards in der Spülmaschine reinigt. Es jedoch anderen zu empfehlen ist grob fahrlässig.
Viele halten hier wohl den b8uer für einen unfehlbaren Gott. Das ist er aber bei weitem nicht. Er ist Mechatroniker und erzählt auch manchmal Stuss.