Warum sind die Deutschen so stolz auf "Girocard"?

WH95 schrieb:
Wenn man kleinen Läden Grundgebühr und 7% für KK-Zahlungen abnimmt (wie einer oben von seinem KFZ'ler erfahren hat), dann lobe ich doch die Girocard mit deutlich unter 1%...
Da das Argument im Thread schon häufiger kam (mit immer wechselnden Prozentsätzen), meine ernstgemeinte Frage dazu: Wie handhabt das das europäische Ausland? Gibt es die Gebühren dort nicht, oder nehmen die Händler/Kunden das auf ihre Kappe?
 
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Wenn man sich das mal im Netz ansieht, dann sind die 7% entweder ein uralter Wert, das Autohaus hat einen extrem teuren Dienstleister oder hat seine fixen Kosten auf die paar Kunden hochgerechnet, die bisher mit dem Wunsch nach KK-Zahlung ankamen
https://www.ccv.eu/de/kosten-kartenzahlung-haendler/

Hiernach liegt man 2022 bei ca. 1,19-2,70% zusätzlich, wenn der Kunde per KK und nicht per Girocard zahlt:
https://www.handelsblatt.com/vergleich/kreditkartenzahlung-anbieten/

Ob sich sowas dann für die Döner-Bude abseits vom Münchner HBF lohnt, der nicht nur die KK-Gebühren einrechnen muss, sondern auch die 7-11 Ct je Transaktion unabhängig vom Kartentyp (gemäß dem ersten Link) und die Fixkosten für Gerät+Servicevertrag (ja, sind "nur" 10-45€/Monat, die er halt damit zusätzlich verdienen muss), muss jeder Betreiber selber wissen.

Skaiy schrieb:
Nachdem wir uns für eines entschieden haben, sahen wir direkt am Eingang auf einem DIN-A4-Zettel "Wir akzeptieren keine Kartenzahlung". Keine Kreditkarte, ok, aber noch nicht einmal die girocard?
Mir hat gesten mein deutsches Hotel (fürs kommende Wochenende) auch mitgeteilt, dass "derzeit" keine Kartenzahlung möglich ist (im März ging das im selben Hotel noch). Da ist es mit dem Servicevertrag für das KK/Girocard-Terminal nicht allzuweit har, wenn sie schon 3 Tage vorher wissen, dass das Terminal immer noch defekt sein wird.
 
Defekt vielleicht nicht, aber die Probleme mit dem Verifone H5000 sind wohl immer noch nicht gelöst.
 
D.h. in halb Deutschland ist immer noch nicht per Karte zahlbar? Wenn man sich die Meldungen dazu von anderen Zahlungsdienstleistern ansieht, dann war es für die problemlos möglich, schon eine Woche nach dem Ausfall ein 5-stellige Anzahl an Geräten zu tauschen.

Warum es dann hier Payone nicht schafft, innerhalb eines Monats für einen Hotelbetrieb, der auch noch mitten in einer Touristenregion liegt, eine Lösung zu finden, ist mir ein Rätsel. Aber u.U. hat das Hotel auch ein paar Euro sparen wollen, das Gerät irgendwann mal gekauft und ist jetzt selber verantwortlich.
 
Und wie so oft wälzen Unternehmen ihr unternehmerisches Risiko und ihre Probleme auf den Kunden ab.
 
Incanus schrieb:
Defekt vielleicht nicht, aber die Probleme mit dem Verifone H5000 sind wohl immer noch nicht gelöst.
gymfan schrieb:
D.h. in halb Deutschland ist immer noch nicht per Karte zahlbar?

Es gibt auch andere Terminals als das H5000. Viele Händler haben die H5000 bereits ausgemustert, weil sie wissen dass es im Alltag problematisch ist.
Wenn man sich halt nicht um ein anderes bemüht, dann gehts immer noch nicht.
Und zwischenzeitlich wird durch den sprungartigen Anstieg beim Bedarf von anderen Kartenterminals sicher auch eine Knappheit am Markt eingetreten sein.
 
Ein lokaler Supermarkt hat noch die alten Verifone Terminals. Es haengen ueberall Zettel das Kartenzahlung wieder geht, aber nur einstecken, nicht kontaktlos.
 
Wer bis heute noch Probleme mit den Geräten hat, hat wie es scheint keine Lust auf Kunden. Da man es innerhalb weniger Wochen nicht schafft ein anderes Gerät zu implementieren.
 
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Skaiy schrieb:
Ich verstehe solche Läden nicht.
Sobald du Kartenzahlung akzeptierst, hat das Finanzamt einen groben Anhaltspunkt wieviel Bargeldumsatz zu erwarten wäre. Denn über 10 Restaurants im Umkreis und tausende Restaurants deutschlandweit ist das Verhältnis von Barzahlungen zu Kartenzahlungen vermutlich in einem ähnlichen Rahmen.

Weicht das zu weit voneinander ab, wird man hier mal genauer drauf schauen, das will man aber nicht unbedingt.

Wenn man mal in einem Bargeld-only Restaurant landet und das nicht so toll findet, einfach einen Bewirtungsbeleg fürs Geschäftsessen verlangen.
 
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h00bi schrieb:
Weicht das zu weit voneinander ab, wird man hier mal genauer drauf schauen, das will man aber nicht unbedingt.
Das sind dann auch gerne die, die einem dann eine "Zwischenrechnung" zum bezahlen präsentieren.
 
Idon schrieb:
Ein Hutladen in Mannheim akzeptiert keine EC-Zahlung. Ja, sorry, ich laufe halt nicht mit 400 Euro durch Mannheim und lass mich ausrauben. Oo
Einfach nicht ausrauben lassen. Wo ist das Problem? :D
Skaiy schrieb:
Ich verstehe solche Läden nicht.
Ich ganz gut. Hier in der Umgebung würde man eher schief angeschaut, wenn man mit Karte zahlen will. Und der nächste Geldautomat ist 10-15 Minuten mit dem Auto entfernt.

Natürlich ist Kartenzahlung bequem, aber ich muss ja nun wirklich nicht unnötig mit meinen Daten um mich werfen.
 
@rezzler

Ich bin schmächtig und unbewaffnet. :D


Bargeld hat für mich auch den Nachteil, dass ich nicht weiß, wann ich wie viel brauche. Also müsste ich immer eine mittlere dreistellige Summe dabei haben. Finde ich nicht gut.
 
Ranayna schrieb:
Es haengen ueberall Zettel das Kartenzahlung wieder geht, aber nur einstecken, nicht kontaktlos.
Eine sehr schöne Erfahrung, wenn man nur seine Watch mit hat… seitdem gehe ich nurnoch mit backup Portemonnaie einkaufen.
 
rezzler schrieb:
Natürlich ist Kartenzahlung bequem, aber ich muss ja nun wirklich nicht unnötig mit meinen Daten um mich werfen.
Aber bei jedem Gewinnspiel mitmachen, Handy stets dabei und den Browserverlauf nie löschen...

Speziell du vll nicht, die allermeisten Bargeldverfechter tun aber genau das. Ergo ist das mit den Daten ein Pseudoargument.
 
Ich kann nicht nachvollziehen, wie man auf so haltlose Behauptungen kommt. Oder hast Du passende Untersuchungen mit repräsentativem Hintergrund parat?
 
halt sie für haltlos, ich sehe es im Beruf, im Alltag und die Tatsache, dass Handys zum Standard gehören, spricht zumindest mal für einen der 3 Punkte, die so auch beispielhaft sind und nur darlegen sollen, dass die Datensammelei die deutliche Mehrheit einen Dreck interessiert. Aber beim Thema Karten immer wieder gern als Argument angeführt. Handys sind ohnehin die größten Datenschleudern.

Aber gern helfe ich auch weiter was Statistiken angeht.

Zur Verbreitung Handys: https://de.statista.com/statistik/d.../anteil-der-smartphone-nutzer-in-deutschland/
Rechnet man da Rentner 85 Plus und Kinder unter 10 raus, dürfte der Gebrauch bei Handys bei deutlich über 90% liegen.
 
Schredderr schrieb:
In Belgien wird das in Zukunft nicht mehr (so oft) passieren.
Das wäre wirklich ein Segen für Deutschland.

h00bi schrieb:
Wenn man mal in einem Bargeld-only Restaurant landet und das nicht so toll findet, einfach einen Bewirtungsbeleg fürs Geschäftsessen verlangen.
Kann man nicht sogar unter bestimmten Umständen als Privatperson eine Bezahlung per Rechnung fordern?

rezzler schrieb:
Ich ganz gut. Hier in der Umgebung würde man eher schief angeschaut, wenn man mit Karte zahlen will. Und der nächste Geldautomat ist 10-15 Minuten mit dem Auto entfernt.

Natürlich ist Kartenzahlung bequem, aber ich muss ja nun wirklich nicht unnötig mit meinen Daten um mich werfen.
Dann ist hier aber wohl von einem Dorf ohne Tourismus die Rede, oder? Das ist glaube ich nichts positives, da wird wohl auch der ÖPNV schlecht ausgebaut sein. Das ist halt ein Problem der Infrastruktur. Lohnt sich wohl einfach nicht.

Aber mit dem Thema Daten zu kommen finde ich sehr schwach. Groß im Internet unterwegs aber bei Bezahlung mit einer girocard nach Datenschutz rufen? Hm.

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Daten der girocard besser geschützt sind als die Daten hier auf ComputerBase.

Und ob die Volksbank weiß, dass ich am 23.04.2021 um 20:23 Uhr ein Schnitzel im Restaurant Schnitzelhaus an der Weidenstraße 7 38264 Schnitzelhausen gegessen habe, ist mir egal und, wahrscheinlich, der Bank auch (außer vielleicht für Statistiken).
 
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