Wehrdienst/Zivildienst Pflicht zurück?

Weedlord schrieb:
aber viel traue ich unserem Militär zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu, wenn es morgen alleine dastehen würde.
Aber das steht doch gar nicht zur Debatte. Wir sind umgeben von Freunden in dem stabilsten Europa aller Zeiten.
Weedlord schrieb:
stark unterlegen gegenüber z. B. China.
China denkt viel zu langfristig und strategische, als mit seinen größten Handelspartnern Krieg zu führen. Die denken in 30 Jahren Plänen und sind sehr berechenbar.
Weedlord schrieb:
Und selbst Russland würde uns wehtun
Russland hat fertig. Der Zinssatz liegt irgendwo bei 14-15%. Man hat sich einer ganzen Menge Arbeiter, Steuerzahler und Babymacher entledigt.
 
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Weedlord schrieb:
Wie gesagt, vom Gefühl her.
Kann ich nachvollziehen, über eigene militärische Fähigkeiten (etc.) wird/wurde hier in D zu wenig von zu wenig Menschen öffentlich gesprochen aus meiner Sicht aus verschiedenen Gründen. Das sich diese Situation verändert finde ich gut.

Was der russische Machtapparat und Anhänger wirklich gut können ist Propaganda und Manipulation. Die sich leider immer wieder in verschiedenen reichweitenstarken Medien findet und eben auch zu gewünschten Effekten führt.
Damit will ich nicht sagen, dass du irgendwie konkret manipuliert wirst, sondern dass solche Strategien mitgedacht werden sollten, wenn es um eine Bewertung der Situation geht.
Es ist in deren Interesse wenn „hier“ angenommen wird Russland wäre ein übermächtiger Gegner dem man sich lieber beugen sollte.
 
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Ich habe heute Morgen zu dem Thema einen interessanten Radiobericht gehoert. Sicherlich nicht die beste Werbung fuer den freiwilligen Wehrdienst.
Aber, wichtig in diesem Kontext, ausser diesem einen Radiobericht weiss ich kaum etwas darueber wie Reservistenuebungen funktionieren.

Und zwar ist anscheinend ein Gesetz auf dem Weg, das den Reservistendienst, insbesondere die Teilnahme an Uebungen, verpflichtend werden. Sowohl fuer den Reservisten, der hin muss, als auch fuer den Arbeitgeber, der das hinnehmen muss, dass der Reservist relativ kurzfristig (Im Radiobericht wurde gesagt, dass es auch mal mit Zweiwochenfrist zu einer Uebung kommen kann), fuer einige Tage ausfaellt.
Es wurde auch explizit gesagt, dass das auch insbesondere fuer neu verpflichtete Wehrdienstleistende gelten soll.

Irgendwie ist das keine gute Werbung fuer den freiwilligen Wehrdienst. Aber, wie gesagt, ich weiss kaum etwas ueber den Reservedienst.

Ist man als reiner Wehrdienstleistender, also wenn man nur das minimum des moeglichen Dienstes ableistet, automatisch anschliessend Reservist? Wielange ist man Reservist und kann, bzw. dann spaeter muss, man an Uebungen teilnehmen?

Ich stelle mir das uebel vor... Da leiste ich meinen freiwilligen Dienst, habe dann aber in meinem spaeteren Leben die ganze Zeit (vermutlich gibt es eine Altersgrenze) das "Damoklesschwert" der Reservistenuebungen ueber mir haengen.
Mag ein neuer Arbeitgeber bei dem ich in Probezeit bin bestimmt super gerne.
Schoen auch fuer Studenten, die womoeglich in der Pruefungszeit zur Uebung muessen.
 
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Ranayna schrieb:
automatisch anschliessend Reservist?
Meines Wissens nach nein. Bisher ist es so, hast du deinen Wehrdienst, oder deine Zeit als SaZ gedient, wirst Du gefragt ob Du Mitglied in der Reserve werden möchtest. Das steht Dir frei Dich dafür zu entscheiden.

Ich halte es wiederum für sinnvoll, das als Reservist 2 Übungseinheiten pro Jahr (!) verpflichtend werden sollen. Diese Zeit bekommt dein AG/Du nach dem USG (Unterhaltssicherungsgesetz) bezahlt, je nach dem bis zum Maximum von 301€/Tag. Steuerfrei versteht sich.
 
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Wenn das so kommt, wird das wohl laufen wie in der Schweiz, Skandinavien und anderen Ländern mit "stehendem" Reservistenheer. Ist ja nicht so ungewöhnlich und auch nicht neu.

Zum Thema mit Deutsches Heer allein dastehen: Ja natürlich ist das heute nicht mehr so, dass eine Armee eines EU Landes sonderlich gut dasteht, wenn sie plötzlich wieder komplett alles allein machen müsste. Das ist Sinn und Zweck von der EU/Nato gewesen, dass nicht mehr jedes Land alles abdecken muss im Bereich Militär! Und darin sehe ich keinerlei Problem. Das DE "demnächst" Frankreich mal wieder zum Staatsfeind erklärt und angreift, dürfte so unwahrscheinlich sein, dass man getrost sagen kann, passiert nicht. Änderungen, die das wieder wahrscheinlich machen würden, würden dann ohnehin eine nationale Aufrüstung mit sich bringen.

Das genaue Gegenteil wäre viel sinniger. Es müsste endlich weg mit den nationalen Armeen hin zu einem EU Heer. Von mir aus mit Nationalgarden darunter bzw. eben Reservisten Heeren. Würde die EU weiter stabilisieren und Kriege innerhalb der EU noch unwahrscheinlicher machen und ist ohnehin die einzige Möglichkeit, von der Wehrfähigkeit auf einem Niveau zu bleiben um sich gegen die größeren Mächte wie den USA, Russland, China oder irgendwann ggf. auch Ländern wie Pakistan und Indien zur Wehr setzen zu können.
 
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knoxxi schrieb:
Ich halte es wiederum für sinnvoll, das als Reservist 2 Übungseinheiten pro Jahr (!)
fände ich auch sinnvoll. Letztlich will man für den Kriegsfall zumindest ein bisschen vorbereitet sein, ansonsten rennen am Ende alle Planlos im Kreis.
 
Weedlord schrieb:
ansonsten rennen am Ende alle Planlos im Kreis.
Entgegen der üblichen polemischen Hetze, Gehören die Soldaten mit zu den am besten Ausgebildeten Soldaten der Welt, besonders wenn einer zumindest SaZ war.
Die BW ist im steten Wandel (Kommando- vs Auftragstaktik) und hier muss sich stets weitergebildet werden.
 
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knoxxi schrieb:
Die BW ist im steten Wandel
Das ist sie seit Jahrzehnten.
Die Frage ist, ob sich dadurch wirklich was verbessert hat.
 
Ranayna schrieb:
Ich habe heute Morgen zu dem Thema einen interessanten Radiobericht gehoert. Sicherlich nicht die beste Werbung fuer den freiwilligen Wehrdienst.
Aber, wichtig in diesem Kontext, ausser diesem einen Radiobericht weiss ich kaum etwas darueber wie Reservistenuebungen funktionieren.

Und zwar ist anscheinend ein Gesetz auf dem Weg, das den Reservistendienst, insbesondere die Teilnahme an Uebungen, verpflichtend werden. Sowohl fuer den Reservisten, der hin muss, als auch fuer den Arbeitgeber, der das hinnehmen muss, dass der Reservist relativ kurzfristig (Im Radiobericht wurde gesagt, dass es auch mal mit Zweiwochenfrist zu einer Uebung kommen kann), fuer einige Tage ausfaellt.
Es wurde auch explizit gesagt, dass das auch insbesondere fuer neu verpflichtete Wehrdienstleistende gelten soll.

Das war schlecht aufbereitet vom Radio . Die Freistellung vom AG steht formell schon immer so im entsprechenden Gesetz (bis zu 6 Wochen im Jahr ohne Zustimmung des AG) zur Zeit setzt die Bw das nicht um sondern holt immer die Zustimmung ein, auch für 1 Tag.

Ansonsten muss ein AG auch folgendes hinnehmen:

- Freistellung für Schöffen
-Freistellung Katastrophenschutzfälle
-Freistellung für Feuerwehreinsätze (in meiner Wehr mit sehr wenig Einsätzen, ca. 10 Einsätze pro woche)

Prangerst du das auch an?

knoxxi schrieb:
Meines Wissens nach nein. Bisher ist es so, hast du deinen Wehrdienst, oder deine Zeit als SaZ gedient, wirst Du gefragt ob Du Mitglied in der Reserve werden möchtest. Das steht Dir frei Dich dafür zu entscheiden.

Das ist falsch. Per Defintion ist jeder der einen Tag gedient hat Reservist, es sei denn man verweigert.
Und "Mitglied" der Reserve kann man nicht werden. Was du meinst ist Beorderung das ist was anderes.

Im Prinzip gibt es 3 Säulen

  • Reservisten die in aktiven Truppenteilen üben (Spiegeldienstposten)
  • Reservisten die im Ersatztruppenteil oder im Heimatschutz sind
  • Reservisten die weder zu 1 oder 2 gehören

Wobei man aktuell nach der Dienstzeit eine Grundbeorderung erhält für ich meine 3 Jahre. Aber bisher basiert das ganze auf Freiwilligkeit ob man dann auch übt.

Wielange ist man Reservist und kann, bzw. dann spaeter muss, man an Uebungen teilnehmen?

Reservist ist man solange es das Gesetz vorgibt. Gehört man zur allgemeinen Reserve muss man gar nicht.
Und aktuell gar nicht.

Wie gesagt es steht seit 50 Jahren im Gesetz das man bis zu 6 Wochen ohne Zustimmung freizustellen ist.

Die Masse wird in den Heimatschutz gehen da sind Übungen von Donnerstag bis Sonntag und 1 oder 2x im Jahre 2 oder 3 Wochen.

Es ist bei weiten nicht so das man monatelang weg ist. Das gibt es auch sind die sog. "Berufsreservisten" aber das sind meist Beamte oder Selbständige oder langzeitarbeitslose die das machen.

Ich musste in der Reserve aufgeben weil mein AG mich keinen Tag freistellen wollte. (Auch weil der Plan der Bw sich mehrmals geändert hat).
Daher hätte mir das neue Gesetz in die Hände gspielt, aber es gilt nur für Soldaten die DZE nach dem 30.6.2011 hatten.
 
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Solange bei "Sicherheit" und "Schutz" nicht auch Frauen in die Pflicht genommen werden, macht das alles keinen Sinn.

Man merkt in allen Diskussionen die Intelligenz der skandinavischen Länder, die natürlich Wehrpflicht für Alle haben.
 
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Robert. das ist ein interessanter Punkt.
Ich persönlich hatte zwar zu 70% eher negative Erfahrungen mit weiblichen Rekruten, doch am Ende lag es weniger an den Frauen sondern an der Infrastruktur und unseren eigenen verkrusteten Weltbild.

Um es kurz zu fassen Menschen unterschiedlichen Geschlechts in ihren besten Jahren zusammen durch die AGA zu peitschen funktionierte in den 2000er so semi gut.

Auch danach lief das kasernierte Leben in der BW, welches zum Glück meistens fast jedes Wochenende unterbrochen wurde mit Frauen im Militärischen Sicherheitsbereich bunter ab. Von 6 Monaten Einsatz will ich gar nicht erst anfangen.

Doch unterm Strich 30% der Frauen der ich beim Bund begegnet bin, waren nach meiner subjektiven Meinung eine wirkliche Bereicherung. Es wären sicher auch mehr gewesen, wenn die BW und wir als Männer nicht in einer alten überholten Welt gefangen wären.

Im Vergleich zu anderen europäischen Armeen empfand ich wiederum unseren Umgang mit den Kameradinnen übrigens wieder sehr fair und fortschrittlich.
 
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Wenn eine Frau aus freien Stücken sich entscheidet zum Bund zu gehen ist das natürlich zu begrüßen und zu fördern (insofern die körperlichen Voraussetzungen erfüllt sind)
 
Maui2015 schrieb:
Robert. das ist ein interessanter Punkt.
Ich persönlich hatte zwar zu 70% eher negative Erfahrungen mit weiblichen Rekruten, doch am Ende lag es weniger an den Frauen sondern an der Infrastruktur und unseren eigenen verkrusteten Weltbild.
Unsere westliche Gesellschaft erkennt den Wert der Frauen, bzw. traut ihnen erst in Krisenzeiten etwas zu.
Im 2.Wk standen in den USA und GB die Frauen in den Farbiken an den Maschinen. Haben Fahrzeuge, Flugzeuge, Panzer und Schiffe und Munition hergestellt. Die Infrastruktur z.B. als Busfahrerinnen oder Lokpersonal am Laufen gehalten. Haben in den Nachrichtendiensten gearbeitet. Grundlagenforschung in den Naturwissenschaften geleistet. Während die Männer an die Front geschickt wurden.
Als der Krieg vorbei war, wurde der Großteil wieder Hausfrauen. Wobei ich mich immer frage, wie freiwillig diese Rückkehr war oder wieviel gesellschaftlicher Druck dahinter war.
 
Die Frage kann man aber auch herumdrehen. Wie viele Frauen mussten gezwungenermaßen in diesen Positionen arbeiten, obwohl sie sich eventuell viel lieber um Haus und Familie gekümmert hätten, wenn schon der Mann an der Front ist und eine ungewisse Zukunft vor sich hat?
 
Eine allgemeine Wehrpflicht für Frauen ist doch sowieso völlig illusorisch, da Frauen im durchschnitt ganz andere physiologische Fähigkeiten haben als Männer. Allein daraus erübrigt sich die Diskussion. Die Frauen, die körperlich in der Lage sind können sich natürlich gerne freiwillig melden.
 
Incanus schrieb:
Die Frage kann man aber auch herumdrehen. Wie viele Frauen mussten gezwungenermaßen in diesen Positionen arbeiten, obwohl sie sich eventuell viel lieber um Haus und Familie gekümmert hätten, wenn schon der Mann an der Front ist und eine ungewisse Zukunft vor sich hat?
Staatlich gezwungen in USA und GB nicht. Das war eher in der Sowjetunion zu verorten.
In USA und GB gab es staatliche Werbekampagnien, für Frauen in der Produktion. Die berühmten Plakate und Werbefilmchen sollten bekannt sein.
Was es hier gab, war eher ein gesellschaftlicher Druck, wenn Frauen dieses nicht wollten. Man wurde dann von seinem privaten Umfeld gecancelt.
 
Von staatlich gezwungen schreib ich ja auch nicht. Auch nach dem Krieg hätte sich die Trümmerfrauen hier in Deutschland sicher auch ein anderes Leben vorstellen können.

Ich bezweifle daher eher die Annahme an, dass die Frauen nach dem Krieg gezwungen worden seien ihre angeblich so begehrten Anstellungen in der Rüstungsindustrie oder als Fahrerin wieder aufzugeben.
 
Rote Rose schrieb:
Eine allgemeine Wehrpflicht für Frauen ist doch sowieso völlig illusorisch, da Frauen im durchschnitt ganz andere physiologische Fähigkeiten haben als Männer. Allein daraus erübrigt sich die Diskussion. Die Frauen, die körperlich in der Lage sind können sich natürlich gerne freiwillig melden.
Ich würde das nicht an der Physis festmachen.
Wenn man Dinge oder Prozesse vornehmlich für Männer entwickelt, dann muss man sich nicht wundern, wenn Frauen damit nicht so gut zurecht kommen.
 
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Rote Rose schrieb:
da Frauen im durchschnitt ganz andere physiologische Fähigkeiten haben als Männer.
Das, was in der BW gefragt ist, schafft prinzipiell jede Frau. Da wo Frauen Probleme haben aufgrund Körpergröße oder Fitness, haben es Männer auch. Durchschnittlich sind die Männer in DE nämlich absolut nicht fitter als Frauen. Eher das Gegenteil ist der Fall. Was du hier darstellst, ist ein völlig veraltetes patriarchalisches Bild der Frau, welches weder biologisch wissenschaftlich noch evolutionsbiologisch sich belegen lässt. Das Männer in der Physis in der absoluten Spitze dann Frauen abhängen können, ist für die BW völlig irrelevant. Derartige Soldaten sind dort weder gefragt noch werden sie dahingehend trainiert.

Das ist wieder nichts anderes als vorurteilsbehafteter stumpfer Stammtisch ohne jede Faktenbasis.
 
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Jep, die Anforderungen an Soldaten und Soldatinnen sind zunächst mal gleich. Entweder jemand wird dem gerecht oder nicht. Ganz unabhängig vom Geschlecht. Die Verlagerung der Diskussion auf das Geschlecht hinsichtlich grundsätzlicher Eignung mutet da wie ein Blick in den Rückspiegel der Geschichte an.
 
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