Wehrdienst/Zivildienst Pflicht zurück?

Rote Rose schrieb:
Drei Faktoren wirken dann bei der Wehrpflicht zusammen. Jugendliche, die schlicht keine Lust haben lehnen die Wehrpflicht ab. ...
Ich bezweifle sehr stark, dass die Ablehnung durch Jugendliche als überwiegende Ursache "keine Lust" hat.
 
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Die Bereitschaft zur Wehrpflicht hat sich glaube ich in den letzten 30 Jahren nicht gross geändert. Zumindest kann ich mich noch gut an die "Begeisterung" erinnern, als die Buben mit leuchtenden Augen Schlange vor dem Rekrutierungsbüo gestanden haben.
Die Meisten, die ich kenne haben nach kurzer Zeit noch nachträglich verweigert...
 
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Ich kann auch in der Entwicklung von "Kadavergehorsam und hurra zum großen Krieg für das Vaterland mit den 5 anderen Dullis aus meinem Dorf", hin zu "wieso sollte ich gegen Leute kämpfen mit denen ich sonst im Discord chille oder mit denen ich im Ausland studiert habe" überhaupt garnichts schlechtes erkennen.

Eine professionelle, gut ausgestattete Armee um die Länder abzuwehren in denen noch dieses archaische Nationalbewusstsein vorherrscht - mehr soll es heute einfach nicht mehr sein. Europa hat in den letzten 120 Jahren sehr gut gezeigt wieso.
 
Buttkiss schrieb:
Die Meisten, die ich kenne haben nach kurzer Zeit noch nachträglich verweigert...
Was Du heute ja immer noch kannst, selbst wenn man den Brief erhält. Art. 4 Abs. 3 GG gilt weiterhin
 
Ich hatte damals die Zeit der Wehrpflichtigen und auch danach noch mit erlebt.

Meiner Meinung nach waren die besten Zeitsoldaten und freiwillig länger Dienende meistens Grundwehrdienstleistende welche ohne Verpflichtung nie zum Bund gekommen wären.

Danach kamen eher Männer und Frauen welche die Bundeswehr eher aus dem Fernseher oder dann den sozialen Medien kannten, mit utopischen Bildern im Kopf welche mit der Realität nichts gemein hatte.

Für Ausbilder in der Aga war das eine recht frustrierende Zeit.

Andersherum sehe ich heute viele junge Männer deren 9 Monate Bund, mit all der Schikane, Unterordnung, Drill, aber auch gelebter Kameradschaft definitiv nicht geschadet hätte.

Als Beispiel: Mein Schwager ist nicht dumm, brach aber ständig seine Lehren ab und hing mit den falschen Leuten rum. Durch die Bundeswehr lernte er erst Struktur, Disziplin und mehr Selbstvertrauen, seit dem lebt er sein geordnetes Leben und bettelt nicht mehr ständig um Geld.

Sicher ist das jetzt ein sehr romantisches Bild der Bundeswehr.
Dem Gegenüber stehen unzählige gebrochene Männer, Scheidungen mit Trennungskindern, 12 Ender die nach der Dienstzeit keinen Beruf fanden, Einsatzgeschädigte und Alkoholabhängige.

Und dabei kam es nicht einmal zum großen V-Fall.

Dennoch wäre ich für eine Wehrpflicht auch wenn ich bezweifle, dass man die Uhr wieder soweit zurückdrehen kann.
 
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Maui2015 schrieb:
Andersherum sehe ich heute viele junge Männer deren 9 Monate Bund, mit all der Schikane, Unterordnung, Drill, aber auch gelebter Kameradschaft definitiv nicht geschadet hätte.
Das machst du fest an einer Anekdote aus deinem familiären Umfeld mit einer Person mit psychischen Problemen, die eigentlich eine professionelle Betreuung bräuchte?

Maui2015 schrieb:
Meiner Meinung nach waren die besten Zeitsoldaten und freiwillig länger Dienende meistens Grundwehrdienstleistende welche ohne Verpflichtung nie zum Bund gekommen wären
und die heute
Maui2015 schrieb:
unzählige gebrochene Männer [...] mit Trennungskindern, 12 Ender die nach der Dienstzeit keinen Beruf fanden, Einsatzgeschädigte und Alkoholabhängige
sind.

Klasse.

Ja, man kann eine Wehrpflicht natürlich diskutieren. Keine Frage. Aber bitte nicht auf der Grundlage, die mit persönlichen Erfahrungen, Emotionen, Anekdoten oder gar mit romantisierenden Stories ein abwegiges Framing betreibt.
 
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Nee der Kerl hatte nur die falschen Freunde.
Die eben keine Lehrstellen bekamen und in ihrer Langenweile und Degeneration vergammelten.

Wer beim Bund PTBS kriegt oder zum Alki wird, dem hilft auch der Bund, vorausgesetzt man gesteht sich das Problem ein und lässt sich helfen.
Und Ehen gehen nunmal überall kaputt, meine hält heute noch zum Glück.

Die Bundeswehr hat einen guten Berufsförderdienst, man kriegt halt die Zukunft nicht auf dem Silbertablett serviert. Von den SaZ 12 kenne ich persönlich keine ich eigentlich auch nur Grenis und Fallis die den Absprung nicht schafften teilweise auf SAZ 25 verlängerten oder heute für irgendein Wachschutz arbeiten.

Wie es heute um die Truppe steht weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich war nur erbost als ich lass, dass ich noch bis 65 Jahre für Reservisten Übungen eingeplant werden kann.

Zum Glück hat der Marder ne Heckklappe, ich wüsste gar nicht ob ich sonst noch auf dem Panzer käme.
 
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Maui2015 schrieb:
Nee der Kerl hatte nur die falschen Freunde.
Wenn jemand mehrere Ausbildungen abbricht und nicht allein schafft, das eigene Leben zu meistern, der sollte oder muss eingefahrene Verhaltensmuster aufarbeiten. Er hätte beim Bund auch die nächsten falschen Leute finden können.

Maui2015 schrieb:
Wer beim Bund PTBS kriegt oder zum Alki wird, dem hilft auch der Bund, vorausgesetzt man gesteht sich das Problem ein und lässt sich helfen.
Nein, dann hilft nicht die Bundeswehr, sondern eine professionelle psychische Betreuung.

Maui2015 schrieb:
Und Ehen gehen nunmal überall kaputt
Warum hast du es dann als Kehrseite aufgeführt?
 
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Wenn man die Lehre schwänzt fliegt man raus, wenn man dem Bund fern blieb kam nach drei Tagen der persönliche Abholservice der Feldjäger.

Und im Zug fällt jedes clownhafte Fehlverhalten zu Lasten aller Rekruten.

Das war unfair aber äußerst effektiv.

Und die Bundeswehr hat Sanbereiche und in Berlin wie München eigene Krankenhäuser und was die nicht können machen zivile Krankenhäuser oder Einrichtungen.

Alles bei vollem Sold und freier Heilfürsorge.

Tja das mit der Ehe ist ein Punkt.
Ehen gehen oft und überall zu Bruch doch der Bund mit all den Trennungen usw. für mich definitiv ein Nachteil der gegen eine mehrjährige Dienstzeit spricht allerdings nicht 9 Monate bei dem man fast jedes Wochenende daheim ist.
 
Maui2015 schrieb:
dass ich noch bis 65 Jahre für Reservisten Übungen eingeplant werden kann.
Ach so. Wenns einen selber betrifft, dann ists natürlich nicht in Ordnung. Nur wenns andere betrifft, verstehe.
 
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xexex schrieb:
Sollte es zu einem Weltkrieg kommen, werden die Menschen auf diesem Planeten schneller ausgelöscht sein, als jemand bemustert werden kann.


Ist mir bekannt und deshalb habe ich es auch angemerkt, wir haben erst vor 5 Jahren geschafft den Soldaten kostenlose Bahntickets zu spendieren. Wenn man mehr Menschen haben möchte die den Beruf ausüben, sollte man entsprechende Benefits verteilen.

Kostenloser Führerschein für alle die möchten - würde den Bund praktisch nichts kosten, den Soldaten aber schlappe 3000-4000€ in jungen Jahren ersparen.

Wohnungsberechtigungsschein für alle Soldaten - würde ebenfalls kaum Kosten verursachen und allen einen einfacheren Einstieg ins selbständige Leben ermöglichen.

Medizinische Versorgung - zumindest zu meiner Dienstzeit waren dort Zahnarztbesuche immer kostenlos und es wurden sämtliche Kosten gedeckt und nicht nur ein geringer Prozentsatz.

Karrieremöglichkeiten nach dem Dienst - zumindest bei den öffentlichen Stellen sollte man Soldaten bevorzugt behandeln oder gar Quoten für späteren Dienst bei der Polizei, BND oder ähnlichen Stellen einführen.

Rentenzuschläge wären genauso ein Thema, wie die Streichung der Pflegeversicherung für Soldaten die dem Land gedient haben. Da könnte sich da jeder überlegen ob er lieber ein paar Jahre zur Bundeswehr geht und dort dem Staat dient oder das ganze Berufsleben hinweg für eine Pflegeversicherung zahlt.

Das alles hatten wir ja schon mal.. Als der Wehrdienst noch reguär 18 Monate dauerte gab es auch für fast jeden einen LKW Führerschein..

Wohnberechtigung gab es auch ebenso wie extra Wohnungen in Kasernenähe für Soldaten. Hat die SPD unter Schröder damals alle verkauft (zu super Preisen weil super Lage)
Heute bekommt man zumindest (als Zeitsoldat) Trennungsgeld bezahlt wenn man zu Hause eine Wohnung hat.

Die UTV durch den Truppenarzt gibt es immer noch.

Und auch einen Z Schein für Polizei, Zoll usw. Man bekommt dort zwar keine garantierte Stelle aber man muss ich nur mit anderen ehemaligen Soldaten "messen", was dann schon einfacher ist.

Das ganze gibt es natürlich nur für Zeitsoldaten.

xexex schrieb:
Im Detail ist mir das nicht bekannt, zu meiner Wehrdienstzeit musste ich mit dem Auto pendeln. Google sagt, als SAZ bekam man vor der Reform zumindest eine Bahncard 25 geschenkt, juhuuuu. Ist aber letztlich Geschichte, diesen Benefit hat man als Soldat jetzt, auch wenn es "nur" für Fahrten in Uniform gilt.

Kommt drauf an wann deine Zeit war. Es gab damals einen Berechtigungsausweis für die Fahrt vom Dienst nach Hause mit der Bahn. Für das Auto hätte man die Kosten der entsprechenden Bahnfahrkarte auf Antrag erstattet bekommen (beim ReFü)

Das man als SaZ die BC25 geschenkt bekam wußte ich nicht, vllt wurde ein Teil gezahlt. Damals wie heute war halt der Wunsch das man an den Standort und dafür bekam man eben den Umzug bezahlt oder eben Trennungsgeld wenn die Vorrasuetzungen vorlagen. (und darin inkludiert sind/waren 2 Heimfahrten im Monat)
Maui2015 schrieb:
Alles bei vollem Sold und freier Heilfürsorge.

Wie gut das Soldaten Dienstbezüge erhalten bzw. Wehrsold und es keine freie Heilfürsorge gibt sondern UTV, was ein himmelweiter Unterschied ist. Freie Heilfürsorge haben z.b. Polizeibeamten.
Nein, dann hilft nicht die Bundeswehr, sondern eine professionelle psychische Betreuung.

Die natürlich die Bundeswehr bietet. Mittlerweile wird sogar die Dienstzeit (auf Wunsch) verlängert damit man länger behandlen kann.

Und die Bundeswehr hat Sanbereiche und in Berlin wie München eigene Krankenhäuser

Zeige doch bitte das BwK in München. Solltest du die SanAK meinen, das ist kein Krankenhaus.

ich lass, dass ich noch bis 65 Jahre für Reservisten Übungen eingeplant werden kann.

Vielleicht mal in eine Brille investieren. Bisher beruht das auf Freiwlligkeit und ist nach Laufbahnen gedeckelt.
(V-Fall hat damit erst mal nix zu tun)
Weiterhin gelten die neuen Reglungen mit der Pflicht Freistellung durch dne AG nur für Soldaten die nach dem 30.06.2011 gedient haben.

Für ungediente/Msch endet die Wehrpflicht ansonsten mit 45.

12 Ender die nach der Dienstzeit keinen Beruf fanden,

Die gab es aber immer. Man muss ich halt einen Plan machen und das nicht erst eine Woche vorher.
 
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Maui2015 schrieb:
Wer beim Bund PTBS kriegt oder zum Alki wird, dem hilft auch der Bund, vorausgesetzt man gesteht sich das Problem ein und lässt sich helfen.
In Gedenken an die Soldaten die beim Karfreitagsgefecht Kameraden verloren haben und schwerst verwundete Evakuiert haben unter schwerem Beschuss und ohne CAS oder EVAC.

Es hat teilweise 15 Jahre gedauert, bis die BW die PTBS und Ähnliches als Wehrschädigung anerkannt hat. Hierzu gibt es ein aktuelles Interview im LOYAL.Magazin.
 
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Erkekjetter schrieb:
Ach so. Wenns einen selber betrifft, dann ists natürlich nicht in Ordnung. Nur wenns andere betrifft, verstehe.
Ja weil ich der Meinung war und bin dass, ich mein Land schon genug Zeit und Blut geopfert habe.

@knoxxi , ich bin mir ziemlich sicher das war in ein Zeitungsartikel dem mir ein Kollege in der Mittagspause, zwinkert zuschob und da ging es wirklich um die Absicht von Politikern aus der Freiwilligkeit Zwang zu machen.

Ich war auch nur im ersten Moment etwas sauer.
Dann fand ich es nur noch lustig.
 
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Capet schrieb:
Ich bezweifle sehr stark, dass die Ablehnung durch Jugendliche als überwiegende Ursache "keine Lust" hat.
bin zwar kein Jugendlicher, aber ich würde den Militärdienst verweigern wegen dem schlechten Zustand unseres Militärs und unserer extrem geringen Siegeschancen in einem Potentielen 1 vs 1 Konflikt gegen einen Unserer Nachbarn.

Ich bin nicht bereit in den Freitod zu gehen, gefühlt haben wir 4 Panzer, zwei fahren und bei einem der fährt sind die Sitze kaputt, aber naja.... zumindest haben die Sitzheizung und Sonnencreme ist auch am start....
 
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Dann schick einfach ein kurzes Schreiben an:

Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr
- Wehrersatzbehörde -
Militärringstraße 1000
50737 Köln

Berufe dich auf Artikels 4 Absatz 3 Satz 1 Grundgesetz und Begründe, das Du es mit deinem Gewissen nicht vereinbaren kannst.

Der Rest zum Zustand ist recht viel uninformierter Käse.
 
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knoxxi schrieb:
Der Rest zum Zustand ist recht viel uninformierter Käse.
Also sind wir perfekt auf Drohnen Krieg vorbereitet? Also ist unsere Infrastruktur in Takt und die Versorgung und Logistik wird keinerlei große probleme haben? Das ist nämlich auch ein teil dessen. Und Munition für Flugabwehr etc. haben wir natürlich auch mehr als Genug?

Ich habe leider den Eindruck das wir garnix haben und einfach überannt werden würden, sollten wir alleine kämpfen müssen.
 
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Weedlord schrieb:
Also sind wir perfekt auf Drohnen Krieg vorbereitet?
Das ist das gleiche wie 4 Panzer haben, von denen 2 fahren?

Keine Nation abgesehen der Ukraine beherrscht diese neue Art der Kriegsführung. (Edit: zumindest nicht in diesem Ausmaß) Deshalb versuchen alle momentan diese Expertise einzukaufen.

Manche mit Öl, andere mit Waffen und Geld.

Selbst die USA haben keine Chance mit ihrem veralteten Militär gegen den Iran gesehen.....
 
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Weedlord schrieb:
Ich habe leider den Eindruck das wir garnix haben und einfach überannt werden würden, sollten wir alleine kämpfen müssen.
Da Ukrainer zum Teil sehr großzügig Informationen teilen sind „wir“ in Europe nicht ganz allein.
 
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Alphanerd schrieb:
Das ist das gleiche wie 4 Panzer haben, von denen 2 fahren?
Wie gesagt, vom Gefühl her. War etwas überspitzt ausgedrückt, aber viel traue ich unserem Militär zum aktuellen Zeitpunkt nicht zu, wenn es morgen alleine dastehen würde. Die Abrüstung in Friedenszeiten war ein Fehler, auch wenn es erstmal sinnvoll klingt, aber langzeit bringt man sich damit eher ins Schussfeld.

Für die Zukunft habe ich durchaus noch Hoffnung, aber der aktuelle Zustand ist zumindest meiner EInschätzung nach nicht gut bis hin zu stark unterlegen gegenüber z. B. China. Und selbst Russland würde uns wehtun, obwohl deren Staat und Wirtschaft und sogar die Rüstungsproduktion + Logistik ziemlich große Probleme momentan haben.
 
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