Sind ja einige interessante Ansichten hier vertreten, hab mal ein paar Seiten mitgelesen
Ich gehör(t)e selbst auch nicht zu den gutverdienenden, laut manchen hier nicht mal zur Mittelschicht, aber juckt mich das? Nö.
Juckt es mich, dass manche 70k+ Brutto verdienen, obwohl ich weniger verdient hab? Nein, warum auch.
Wenn man mit seinen Lebensbedingungen unzufrieden ist, dann ändert man was dran. Wenn man nicht versucht was zu ändern, sondern nur meckert, kann es so schlimm nicht sein...
Ich hab jetzt mit Mitte 20 noch keine Nennenswerte Lebenserfahrung, will aber trotzdem mal meinen bisherigen "Werdegang" beschreiben. Ich hab nach 2 abgebrochenen Studiengängen eine Anstellung im Einzelhandel gefunden und eine Zeit lang 6-Tage-Wochen, 200+h im Monat gearbeitet. So hab ich mich zum stellv. Filialleiter hochgearbeitet (ohne abgeschlossene Berufsausbildung) und habe trotzdem nur ~22k Brutto im Jahr verdient. Da bekommt man eine andere Sicht auf die Dinge, zumindest ging es mir so

Nämlich, dass man mit Anstrengung etwas erreichen kann, aber egal wie man sich anstrengt, irgendwann ist Schluss ohne Ausbildung.
Hatte dann ohne Ausbildung eben keine weitern Aufstiegschancen, habe mich dazu entschlossen, eine Ausbildung nachzuholen und gekündigt. Klar, jetzt verdiene ich natürlich (zeitlich begrenzt) deutlich weniger, aber habe danach mehr Chancen, weiterzukommen.
Der Betrieb, wo ich die Ausbildung mache, hat mir z.B. schon mehr oder weniger zugesichert, mich zu übernehmen, da ich mich gut einbringe und engagiere. Mit Einstiegsgehalt von ~30k+Dienstwagen. Ist für manche immernoch nicht viel, aber für mich schon, und ich habe wieder Aufstiegschancen.
Und wieder bestätigt mich das in meiner Meinung, solange man wirklich engagiert und motiviert arbeitet, kommt man weiter.
Mein Leben lang wollte ich nicht so weitermachen wie bisher, also habe ich was geändert. Man muss es nur wollen. Vom Jammern kommt einfach nix (glaubt mir, das hab ich auch zu genüge gemacht).
Zu den Politischen Ansichten mal meine Meinung zu den aktuell hier diskutierten Themen:
Das System was wir haben ist in keiner Weise perfekt, es gibt z.B. viele die arbeiten wollen, können, aber keine Anstellung finden. Das ist ein Problem, was bekämpft werden muss.
Ebenso sollten meiner Ansicht nach Leute mit einem hohen Einkommen höher besteuert werden. Allerdings sollte das Geld nicht per BGE an alle Verteilt werden, sondern es sollten mehr Angebote geschaffen werden, um z.B. Langzeitarbeitslose wieder einzugliedern, es sollte an Arbeitsunfähige Leute ausgezahlt werden, es sollte die staatliche Altersvorsorge neu gestaltet werden. Solche Sachen, also Sachen, die auf lange Sicht die Bevölkerung "stärken".
Was ich persönlich nicht einsehe ist, Geld von den Reichen zu nehmen und es an die "faulen" zu verteilen. An die Armen ja, diejenigen die Arbeiten und trotzdem nicht ausreichend Geld haben, die sollten unterstützt werden. Auch die, die sich um einen Job bemühen aber nirgends genommen werden.
Aber ich kenne persönlich Leute, die nichts arbeiten (wollen), HartzIV bekommen, Wohngeld bekommen, und sich beim zweiten Päckchen Kippen den Tag aufregen wie wenig Geld sie haben. Die rufen, zumindest in meinem Umfeld, am lautesten nach BGE.
Ich kenn auch jemanden, der aus einer reichen Familie kommt, dem "das System" gegen den Strich ging und der es ändern will. Arbeiten will er nicht, geht ihm gegen den Strich. Er wäre Erbe eines gesunden mittelständischen Unternehmens gewesen, aber er hat abgelehnt, unterstützt ja den Kapitalismus.
Er hat sein gesamtes Hab und Gut verkauft, den Erlös an gemeinnützige Organisationen gespendet und lebt jetzt seit einigen Jahren im Wald in einer Kommune, wo jeder alles teilt und alles allen gehört. Er reist von Anti-Kapitalismus-Demo zu Pro-Sozialismus-Demo und organisiert (kostenlose) Kurse, wo er über den Ausstieg aus dem System redet, wie er es gemacht hat etc.
Es ist zwar absolut nichts für mich, aber ich respektiere seine Entscheidung und auch den Mut, er ist seitdem total ausgeglichen und glücklich. Er hat eben auch einfach was geändert, statt nichts zu tun
