Tomislav2007 schrieb:
Mein Opa hat noch ca. 60% Rente bekommen, aktuell sind wir bei ca. 50% Rente und bis 2030 soll die Rente auf unter 45% sinken, bei der Entwicklung sind Aktien eine Überlegung wert.
Ist ja auch völlig logisch, dass das so kommt. Es kann ja erstmal nur das Umverteilt werden, was überhaupt rein kommt.
Wenn dann die Ausgabenseite durch A.) Mehr Anspruchnehmer und B.) längere Anspruchszeiten (durch höhere Lebenserwartung) steigt, muss der Rentensatz für die Nehmer entweder verringert werden oder die Bezugszeit muss verkürzt werden (=Länger arbeiten).
Letztendlich ist die statistische Lebenserwartung in den letzten Jahren auch um nochmal ca. 5-6 Jahre gestiegen.
Das ist im Endeffekt für das gesamte Rentensystem eine verdammt große Summe, mit der vor 30 Jahren womöglich nicht gerechnet wurde.
Insofern ist das womöglich ein erheblicher Teil der Summe, die jetzt aus den Steuereinnahmen ausgeglichen werden muss.
Dazu kommt dann noch eine deutlich gesunkene Geburtenrate nach den 60er Boomer-Jahren.
Das Rentenloch wird in den kommenden 10-15 Jahren vermutlich noch weitaus größer werden. Die Boomer-Generation steht jetzt kurz vor ihrem Eintritt in die Rente (z.B. sind in unserem Betrieb 40% aller Mitarbeiter 50+ Jahre, Rentenbeginn spätestens mit 63). Gepaart mit der hohen Lebenserwartung haben manche 15 oder gar 20 Jahre Rentenbezugserwartung vor sich.
Das ganze Rentensystem hat auf unaufhörliches Beschäftigungswachstum bzw. Wirtschaftswachstum gebaut. Entweder muss die Zahl der Beschäftigten steigen oder die Löhne der Beschäftigten. Bei letzterem greift dann aber wiederum die Bemessungsgrenze für die Einzahlung in die Rentenkassen. Also fällt Option B schon systembedingt weg. Hilft halt nichts, wenn statt 10. Mio Leuten mit 60.000€ jetzt 5 Mio. mit 120.000€ Einkommen einzahlen. Durch die Grenze halbieren sich damit im Grunde die Renteneinzahlungen obwohl das Gesamtprodukt gleich geblieben ist.
Und Option A? Naja – die Industrie rationalisiert wo sie nur kann um menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen. Gepaart mit sinkenden Geburtenraten und insgesamt eher stagnierender, arbeitsfähiger Bevölkerung ist das Rentensystem, so wie es ist, doch zum scheitern verurteilt.
Klar, die, die das System ändern könnten, sind davon ja überhaupt nicht betroffen. Sie sind ja Beamte und haben ihren eigenen Schweizer Rententopf. Des Rest muss dann eben sehen wo er bleibt.
Resultieren wird das im Endeffekt in eine winzige, staatliche Rente gepaart mit einer Arbeitszeit bis 70+.
Um das Rentensystem übehaupt noch irgendwie erhalten zu können, müssten die Bemessungsgrenzen weg sowie die diversen Einzeltöpfe aufgelöst werden. Solange das nicht passiert, ist die staatliche Rente dazu verurteilt immer weiter zu sinken und die Menschen müssen, um im Alter überhaupt was zu haben, vermehrt in die privater Vorsorge investieren. Wer das nicht kann wird zwangsläufig in die Altersarmut rutschen. Glücklich kann dann der sein, der zumindest Eigentum besitzt und wenigstens nicht Gefahr läuft Obdachlos wird.