Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Hallo

Vektorfeld schrieb:
Woher der Sinneswandel?
Welcher Sinneswandel ?

Vektorfeld schrieb:
Oder ist damit nur die Arbeitslosenversicherung gemeint?
Nein, ich meine die Arbeitslosen- und Krankenversicherung.
Ich kann mich z.B. nicht mehr daran erinnern wann ich das letzte mal krank war und einen Arbeitstag ausgefallen bin, arbeitslos war ich Jahrzehnte nicht mehr und trotzdem zahle ich beides zu 100%.

OdinHades schrieb:
Weil es einfach nicht möglich ist.
Erzähl das mal den Ex- Multimillionären die alles verballert und bis auf Hartz 4 abgestürzt sind.

OdinHades schrieb:
Da hilft dir irgendwann nur noch Glücksspiel weiter.
Das ist genau so wie Champus, Koks und Nutten auch ausgeben, man kann auch 25.000€+ pro Nacht für eine Hotelsuite oder 5.000€ für einen Hamburger ausgeben.
Es ist problemlos möglich 50.000€ - 100.000€ täglich auszugeben ohne den geringsten materiellen Gegenwert zu erhalten, eine Million ist schnell weg wenn man will.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Welcher Sinneswandel ?

Als es damals ums BGE und generell um Arbeitslose ging, hast du kranke Menschen immer explizit ausgeschlossen und fandest es legitim wenn die Solidargemeinschaft diesen bedürftigen Menschen hilft.

Tomislav2007 schrieb:
Kranke/Alte/Behinderte sind bedürftig, wer nicht arbeiten will ist nicht bedürftig.

Tomislav2007 schrieb:
Wieso kommst du schon wieder mit Alten/Kranken/Behinderten ?
Habe/n ich/wir Alte/Kranke/Behinderte nicht schon oft genug ausgeschlossen/ausgeklammert ?
Alte/Kranke/Behinderte gehören nicht zur Gruppe die nicht arbeiten wollen obwohl sie könnten.

Was soll mit diesen passieren wenn alle gesunden 20-40 Jährigen kaum etwas einzahlen, da Sie nie krank wurden? Beiträge für chronisch Kranke soweit erhöhen dass der Verlust der Einzahlungen durch die gesunden ausgeglichen wird?
 
Hallo

Vektorfeld schrieb:
Als es damals ums BGE und generell um Arbeitslose ging, hast du kranke Menschen immer explizit ausgeschlossen und fandest es legitim wenn die Solidargemeinschaft diesen bedürftigen Menschen hilft.
Ich bin immer noch dafür Kranken/Pflegebedürftigen/Alten zu helfen, da gibt es keinen Sinneswandel.
Trotzdem finde ich es ungerecht das Menschen die gar nicht bis kaum krank werden den gleichen Krankenkassenbeitrag bezahlen wie Menschen die oft bis ständig krank werden.
Vor allem ist es ungerecht wenn diejenigen die gar nicht bis kaum krank werden gesund leben und diejenigen die oft bis ständig krank werden bewußt/vorsätzlich ungesund leben.

Vektorfeld schrieb:
Beiträge für chronisch Kranke soweit erhöhen dass der Verlust der Einzahlungen durch die gesunden ausgeglichen wird?
Nicht nur die Beiträge der chronisch kranken, die Beiträge aller die oft krank werden, egal ob chronisch oder nicht.
Vor allem sollte man diejenigen stärker zur Kasse bitten die ihre Gesundheit bewußt/vorsätzlich ruinieren (z.B. Raucher/Alkoholiker/Drogensüchtige/BMI über 35 nur wegen Freßsucht).
Es geht mir weniger darum die zu bestrafen die unschuldig öfter krank werden, es geht mir mehr darum die zu bestrafen die ihre Gesundheit bewußt/vorsätzlich ruinieren.
Ich als Raucher fände es absolut angemessen wenn ich einen höheren Krankenkassenbeitrag bezahlen müßte.

Auf den Punkt gebracht, eine gesunde Lebensweise sollte finanziell belohnt und eine ungesunde Lebensweise solllte finanziell bestraft werden.

Grüße Tomi
 
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Tomislav2007 schrieb:
Eine Erhöhung der Beitragsbemesssungsgrenze würde diese Ungerechtigkeit
Die Beitragsbemessungsgrenzen gehören ganz abgeschafft. Und dann müsste man die Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme komplett neu gestalten. Nur über die Sozialversicherungsbeiträge wird man die normalen Arbeitnehmer und die Geringverdiener spürbar entlasten können, da die Beiträge zur Sozialversicherung bei diesen Menschen die höchste Belastung beim Lohn darstellt.
 
Tomislav2007 schrieb:
Vor allem sollte man diejenigen stärker zur Kasse bitten die ihre Gesundheit bewußt/vorsätzlich ruinieren (z.B. Raucher/Alkoholiker/Drogensüchtige/BMI über 35 nur wegen Freßsucht).
Bei diesem Personenkreis gibt es aber meist nicht viel zu holen. Daher wird das nicht viel bringen.
 
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Discovery_1 schrieb:
Die Beitragsbemessungsgrenzen gehören ganz abgeschafft. Und dann müsste man die Finanzierung unserer sozialen Sicherungssysteme komplett neu gestalten. Nur über die Sozialversicherungsbeiträge wird man die normalen Arbeitnehmer und die Geringverdiener spürbar entlasten können, da die Beiträge zur Sozialversicherung bei diesen Menschen die höchste Belastung beim Lohn darstellt.

Der größte Block ist aber der Beitrag zur Rentenversicherung. Du kannst diesen aber schlecht kürzen für Niedriglöhner, da sie dann ebenfalls wieder weniger Rente bekommen würden. Beißt sich irgendwie die Katze in den Schwanz, oder?

Und wie schafft man Gerechtigkeit für eine Gruppe, in dem man eine anderen Gruppe mehr wegnimmt? Wäre es nicht besser, wenn der Staat selbst, erst mal die unnützen Ausgaben reduziert? Es müssten keine Steuern erhöht werden und dennoch hat der Staat dann mehr Geld für soziale Ausgaben zur Verfügung.

Der Staat verprasst jährlich Milliarden für unnütze Sachen. Wo ist deine Kritik daran? Dass sind Steuergelder sowohl von "Reichen" als auch Niedriglohnempfänger.

Das Schwarzbuch der Steuerzahler bekommst du gratis ...
 
DerHechtangler schrieb:
Bei diesem Personenkreis gibt es aber meist nicht viel zu holen. Daher wird das nicht viel bringen.
Schönes Klischee, mehr aber auch nicht.

https://www.t-online.de/gesundheit/...sum-haengt-mit-dem-sozialstatus-zusammen.html

Bei Fettleibigkeit ist es eigentlich nur bei Frauen zutreffend, dass diese in der niedrigeren Schicht häufiger auftritt.
https://www.lzg.nrw.de/00indi/0data/04/html/0400800052019.html

Tomislav2007 schrieb:
Auf den Punkt gebracht, eine gesunde Lebensweise sollte finanziell belohnt und eine ungesunde Lebensweise solllte finanziell bestraft werden.
Das kann ich gut nachvollziehen, die Frage ist halt nur wie will man diese Differenzierung erreichen, welche Daten sollen erfasst werden? Bei jeglichen Sportarten ist es schon ziemlich schwierig, sollen die Vereine dann an die Krankenkassen melden, wer regelmäßig teilnimmt? Wie ist es bei gefährlichen Sportarten die man privat macht (Joggen mit ungeeigneten Schuhen, Mountainbiken, Skifahren, Freestyle Parkour usw. usw.) Soll die KK dann einfach die Behandlung nicht bezahlen / nachträglich eine höhere Eigenbeteiligung fordern? Oder soll jede sportliche Betätigung meldepflichtig werden? Eine derartige Anpassung der Beiträge dürfte unmöglich sein.

Genauso beim Thema Völlerei, soll man jetzt regelmäßig sein Gewicht an die KK melden? Der BMI ist ja afaik sowieso viel zu vereinfachend, sodass auch sehr muskulöse Menschen als Übergewichtig eingeordnet werden.

Ich sehe das Problem auch so mit der Fettleibigkeit und dass dies eine starke Belastung der KK darstellt, aber ich fände es da sinnvoller an die wahrten Verursacher zu treten, die Lebensmittel-Konzerne und Tabakkonzerne. Auch die Schulen müssen in diesen Bereichen mehr Aufgaben der Eltern übernehmen. Schließlich wachsen immer weniger Kinder in einem klassischen Haushalt auf, in welchem die Mutter regelmäßig gutes Essen kocht.

In Großbritannien hat die Zuckersteuer z.B zuverlässig dazu geführt dass der Zuckeranteil in Getränken reduziert wurde. Da der Deutsche sein ganzes Geld fürs Auto braucht und deshalb beim Essen sparen muss, wäre der Effekt hier bestimmt 10x so groß. Tabaksteuer könnte man auch so erhöhen dass sie die Krankenkassen-Kosten deckt, oder nicht?
 
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_killy_ schrieb:
Und wie schafft man Gerechtigkeit für eine Gruppe, in dem man eine anderen Gruppe mehr wegnimmt?
Die Gutverdiener und Höchstverdiener haben in den letzten Jahrzehnten von der Politik immer nur Steuergeschenke erhalten. Gleichzeitig wurden die Belastungen für die normalen Arbeitnehmer immer höher. Wie war das z. B. noch mit der Senkung des Spitzensteuersatzes um über 10 %? Um das zu finanzieren, hatten sie damals Hartz IV eingeführt und die Bedingungen bei der Leiharbeit extrem gelockert, natürlich immer zugunsten der Arbeitgeber. So wurde der größte Niedriglohnsektor Europas geschaffen. Die Politik hat quasi immer unten das abkassiert, was sie oben hinterher geschmissen hatte. Dann die Beitragsbemessungsgrenzen, die dafür gesorgt haben, das man sich ab einen bestimmten Gehalt komplett aus dem Solidarsystem ausklinken kann. Wir brauchen keine 100 gesetzlichen und zig private Krankenversicherungen, die sich gegenseitig die Mitglieder abjagen und das Privatversicherte sich für weniger Geld besser versichern können als gesetzlich Versicherte.
Wir brauchen nur eine Krankenversicherung und eine Rentenkasse, wo alle einzahlen und wo jede Art von Einkommen zur Finanzierung herangezogen wird. Die öffentliche, allgemeine Daseinsvorsorge gehört komplett in staatliche Hand. Das ist kein Ort für Profit. Da gehört auch das Bildungssystem, die Energie, die Infrastruktur und das Grundbedürfnis "Wohnen" mit dazu. Die immer weitere Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge sorgt gleichzeitig auch dafür, das alles immer teurer wird und man gleichzeitig immer weniger Leistungen erhält. Denn da gibt es ja auch noch die wenigen, die daran maximal verdienen wollen und es auch tun. Wir sind mittlerweile meilenweit von einer "Schicksals- und Solidargemeinschaft" entfernt, wie sie z. B. Dr. Wolfgang Schäuble immer beschworen hatte.
 
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Discovery_1 schrieb:
Die Gutverdiener und Höchstverdiener haben in den letzten Jahrzehnten von der Politik immer nur Steuergeschenke erhalten. Gleichzeitig wurden die Belastungen für die normalen Arbeitnehmer immer höher. Wie war das z. B. noch mit der Senkung des Spitzensteuersatzes um über 10 %?

Super Beispiel. Danke dafür. Man hat im gleichen Zug die Beitragsbemessungsgrenze ebenfalls nach unten korrigiert. Somit hat man am Ende mehr bezahlt, da schon viel früher der Spitzensteuersatz gegriffen hat.

Aber ja, zuerst klingt es danach, als würden die Besserverdienenden bevorzugt behandelt werden.
 
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_killy_ schrieb:
Man hat im gleichen Zug die Beitragsbemessungsgrenze ebenfalls nach unten korrigiert.
1962 wärest du bei einem Jahresbrutto oberhalb €56.263,- in die oberste Steueklasse gerutscht (damals 53%)
Heute rutscht du ab €58.597,- Jahresbrutto in die Spitzensteuerklasse (42%) ... und das ist noch nicht die Höchste. 45% zahlst du erst ab einem Jahresbrutto von über €277.826,-.
https://de.wikipedia.org/wiki/Einko...twicklung_des_Einkommensteuertarifs_seit_1958
Die Last durch Einkommensteuer auf ein ähnliches Einkommen (zwischen 60k und 260k) IST heute 11% niedriger als Anfang der 1960er.
In den 1960ern hat zudem kaum jemand über 50.000 im jahr verdient ... die 53% waren eine echte "Reichensteuer".
Heute sind die 42% eher sowas wie ein Breitensteuersatz ... und das ist tatsächlich ziemlicher Murks.
 
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Das Grundproblem ist doch, dass alle von einer Solidargemeinschaft sprechen, aber die Meisten eigentlich gar keine haben wollen.

Warum? Weil es für sie dann Nachteile zum Status quo gibt.

Beispiele? Pensionen vs Rente, eigene Rententöpfe für Ärzte, für Anwälte, ...
Mehr Beispiele? Unterschiedliche Krankenkassenbeiträge, je nachdem, wie krank, alt oder sonstwas man ist.

Normalerweise sollte es für alle einen Beitrag geben. Reicht der nicht, sollte es für alle teurer werden.

Das gilt für die Renten und für die Krankenkassenbeiträge, aber ebenso sind die Beitragsbemessungsgrenzen abzuschaffen, da sie die Besserverdiene bevorzugen und daher nicht in eine Solidargemeinschaft passen.
 
Da ihr Euch ja weiterhin um die Ausgestaltung der Beitragsbemessungsgrenze "kabbelt", dachte ich mir, vielleicht interessiert ja den ein oder anderen etwas Lesestoff zum Thema.

Verfassungsrechtliche Grenzen einer An- oder Aufhebung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung im Rahmen der Einführung einer Bürgerversicherung (Wissenschaftlicher Dienst des Bundestags)
https://www.bundestag.de/resource/b...d2a65042d6aa70f9dc86/WD-3-429-10-pdf-data.pdf

und

Verfassungs- und sozialrechtliche Probleme einer Änderung der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV (Hans Böckler Stiftung)
https://www.boeckler.de/pdf/p_edition_hbs_280.pdf
 
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henpara schrieb:
Das Grundproblem ist doch, dass alle von einer Solidargemeinschaft sprechen, aber die Meisten eigentlich gar keine haben wollen.

Das ist falsch. Wir wollen eine Solidargemeinschaft. Diese besteht heute schon und ruht auf vernünftigen Prinzipien.
Die Linken hingegen wollen mit dieser Solidargemeinschaft brechen - sie wollen ein System der maximalen Umverteilung einführen. DAS hat nichts mit einer Solidargemeinschaft zu tun.

henpara schrieb:
Warum? Weil es für sie dann Nachteile zum Status quo gibt.

Beispiele? Pensionen vs Rente, eigene Rententöpfe für Ärzte, für Anwälte, ...

Es gibt ein Rententopf für die Arbeitnehmer (wobei es faktisch kein Topf ist - man spart ja nichts an, sondern die Einnahmen gehen direkt an die aktuellen Rentner). Für die Pensionäre wird das Geld - wie auch deren Gehälter - aus laufenden Steuereinnahmen bezahlt. Für Steuerberater gibt es ebenfalls wieder ein eigenen Topf ... ja, da könnte man man ansetzen, mehr Transparenz zu schaffen. Aber am Ende wird aus mehr Transparenz nicht zwingend mehr Geld für alle.

henpara schrieb:
Mehr Beispiele? Unterschiedliche Krankenkassenbeiträge, je nachdem, wie krank, alt oder sonstwas man ist.

Ein System wie in den USA strebt hier hoffentlich Niemand an. Da verlieren Alle - egal ob häufig oder nie krank.

henpara schrieb:
Normalerweise sollte es für alle einen Beitrag geben. Reicht der nicht, sollte es für alle teurer werden.

Das wäre ein Bruch der der Solidargemeinschaft. Es ist schon richtig, gestaffelt nach der Leistung gewisse Steuern und Abgaben zu erheben bis zu einer gewissen Grenze.

henpara schrieb:
Das gilt für die Renten und für die Krankenkassenbeiträge, aber ebenso sind die Beitragsbemessungsgrenzen abzuschaffen, da sie die Besserverdiene bevorzugen und daher nicht in eine Solidargemeinschaft passen.

Da verstehst du die Solidargemeinschaft falsch. Lies dir hier mal die Quellen von Noxiel durch. Dort ist es schön erklärt!
 
Killy, wo ist denn die Solidarität der Ärzte gegenüber der restlichen Gesellschaft, wenn ihre Rentenansprüche abgekoppelt von dem der restlichen Bevölkerung ist? Gleiches mit den Pensionen, wobei hier wie bei den Diäten mehr das Problem vorhanden ist, dass sich die Leute ihre Pensionen und Diäten selbst geben und deshalb niemals nimmer von selbst kürzer treten würden. HIer ist einfach ein Grundproblem im System, das innerhalb des Systems niemals gelöst wird, daußer vielleicht über einen Bürgerkrieg.

Übrigens entspricht eine Splittung in Gruppen gerade nicht mehr dem Solidaritätsprinzip, dieses gilt dann nur noch innerhalb der Gruppen und spaltet die Gesellschaft als Ganzes. Sieht man ganz gut, wenn man sich Wartezeiten von Priavt vs Kassenpatienten anschaut, sei es auf Termine oder in der Praxis (Terminpraxen ausgenommen).
 
@henpara

Also angestellte Ärzte zahlen wie alle anderen Arbeitnehmer in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erwerben aus diesem auch ein Rentenanspruch.
Niedergelassene Ärzte werden entsprechend wie Selbstständige behandelt und können sich von der gesetzlichen Rentenversicherung freistellen lassen - müssen dafür dann aber selber eine Altersvorsorge betreiben.

Ob am Ende aber alle in den gleichen Topf einzahlen oder in unterschiedlichen Töpfen ist doch aber auch egal. Es wird doch dadurch nicht mehr für alle. Die Anspruche der einzelnen Einzahler bleibt ja gleich hoch. Diejenigen die viel einzahlen, erwerben ja mehr Rentenanspruchspunkte, als diejenigen die wenig einzahlen. Da ist der Split der Töpfe egal.

Diäten sind keine Renten. Über die Absurdität dieser Entlohnen müssen wir nicht streiten. Da bedienen sich die Politiker sehr großzügig.

Privat- vs Kassenpatient hat nichts mit der Rentenversicherung zu tun. Am Ende verdienen die Ärzte ja mehr bei den Privatpatienten, weil sie höhere Kostensätze ansetzen dürfen. Je nach Arzt gibt es eine Privatsprechstunde. Steht ja den Ärzten frei eine solche Sprechstunde anzubieten oder nicht.

Und nein, nichts von allem dem hat mit dem Bruch in dem Solidaritätsprinzip zu tun. Lies dich doch mal in die Quellen von Noxiel ein.
 
_killy_ schrieb:
Am Ende verdienen die Ärzte ja mehr bei den Privatpatienten, weil sie höhere Kostensätze ansetzen dürfen.
Genau an diesem Punkt sollte man ansetzen, und endlich die Kostensätze vereinheitlichen.
Wenn es nur daran liegt, an wem die Praxen mehr verdienen, dann sollten sie eben an allen gleich verdienen.

Ich verstehe eh nicht, was dieser Blödsinn mit den unterschiedlichen Kostensätzen soll.
Natürlich würden auch Ärzte ihre Leistung am liebsten "teurer" verkaufen.
Das eine zweigeteilte Gebührenordnung zu einer Zweiklassenmedizin führt, sollte eigentlich klar sein, sobald man den Unterschied zwischen "1-stellig" und "2-stellig" kapiert hat.

Man mag Ärzte für Heilige halten (man kann auch glauben, dass Schweine fliegen können), aber auch eine Arztpraxis ist eine Wirtschaftsunternehmung, die vor allem Geld generieren muss.
Der Rest ergibt sich bei einer nach "privat vs. gesetzl." differenzierenden Gebührenordnung quasi von selbst.
 
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_killy_ schrieb:
Die Linken hingegen wollen mit dieser Solidargemeinschaft brechen - sie wollen ein System der maximalen Umverteilung einführen. DAS hat nichts mit einer Solidargemeinschaft zu tun.
Die Linke will eine gerechtere Verteilung. Ja, und? Es heißt doch eigentlich "Die starken Schultern müssen mehr tragen". In den letzten Jahrzehnten lief das aber eher immer so: "Die starken Schultern müssen mehr tragen - Ja, Kaviar in den Taschen nach Hause." (Zitat Volker Pispers, Kabarettist). :D
 
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Ich als Freiberufler würde gerne in die RV einzahlen, kann mir das aber schlicht nicht erlauben. Da die Künstlersozialkasse mich aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen nicht nehmen wollte, zahle ich fröhlich Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil an die KV, plus Zusatzbeitrag. Wenn ich da jetzt noch RV drauflege, Steuern abführe und meine Miete bezahle, bleibt mir am Ende echt nicht mehr viel, wenn ich nicht eh schon im Minus wäre. =P

Also wenn die KV für die weniger elitären Freiberufler, die nicht in die KSK dürfen, mal bezahlbarer werden würde, dann wäre ich bei der gesetzlichen RV auch dabei. Aktuell ist es schlicht keine Option.
 
Ich frage mich, ob die Leute, die die Gesetze zu der damaligen Zeit geschrieben haben, die EInkommens-/Vermögensentwicklung von Heute und in der Zukunft mit berücksichtigt hatten.

Oder ob sich sich gedacht haben .... die Bevölkerung/Politiker werden sicherlich so intelligent sein, die Gesetze anzupassen, wenn es die Situation erfordert.

Denn wie schon geschrieben wurde, greift der Spitzensteuersatz bereits bei für die heutige Zeit mittleren Einkommen.

Eine Frage zum Thema Unternehmensgewinne.

Wäre es nicht möglich, die Gewinne entsprechend anteilig am Umsatz zu versteuern?
Also wenn Apple z.B. 10% des Umsatzes in Deutschland erwirtschaftet, werden 10% des Gewinns in Deutschland versteuert? (Schein und Tochterunternehmen außen vorgelassen)

Oder wird dies bereits so gehandhabt?
 
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@Andy8891

Aktuell fallen Konzerne wie Apple, Google, Amazon & Co. zum Großteil aus der europäischen Besteuerung raus. Sprich, sie generieren hier zwar Umsätze in Milliarden Höhe, aber im gleichen Zuge setzen sie sehr hohe Verrechnungspreise und Intercompany Darlehen an, so dass in Europa kaum Gewinn entsteht.

Genau hier gibt es Ansätze der EU, solche Konzerne dann pauschal ebenfalls nach erbrachten Umsatz zu besteuern.

Es ist m.E. ebenfalls ein Unding, diese Konzerne so lange gewähren zu lassen. Es fehlen bspw. aber in Deutschland bei den Finanzämter auch entsprechende Prüfer, die die Verrechnungspreise sowie die Konzernstrukturen vernünftigen "aufdröseln" können.

Hab mal für Apple dies entsprechend rausgesucht. Apple Abschluss Dort siehst du, dass 33,8 Milliarden USD "Gewinn" erwirtschaftet wurde. Jedoch gibt es keine Steuerzahlungen. Nur Steuer-Rückstellungen die gebildet wurden, da es ein Rechtsstreit mit der EU gibt bzgl. der extrem niedrigen Steuern in Irland, wo Apple alle Erträge sammelt. (dann im Anhang 6 zu lesen)
 
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