Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Hallo

DerOlf schrieb:
Die Steuern und Produktionskosten kannst du da rauskürzen, denn die sind schon im Verkaufspreis drin.
Ich bin kein Mathematiker, aber für mich sieht es so aus als ob er genau das...

Andy8891 schrieb:
Denn genau das ist doch der Gewinn .... Verkaufspreis - Produktionskosten - Steuern
...hier gemacht hat: Verkaufspreis Minus Produktionskosten Minus Steuern

Grüße Tomi
 
Discovery_1 schrieb:
Ich habe von Volker Pispers ein kurzes Video gefunden, wo er das Umlage-System für die Rente sehr schön, kurz aber gut erklärt. Für die Mehrheit der Menschen in Deutschland wäre es auch das vernünftigste System, meiner Meinung nach. Das würde auch für alle anderen Bereiche der Öffentlichen Daseinsvorsorge gut funktionieren.

Das Volker Pispers hier das Umlagesystem der Schweiz so lobt da gerne mal ein paar Worte dazu. Unsere Altersvorosorge besteht aus 3 Säulen. Zwei davon sind obligatorisch, die eine ist das angesprochene Umlagesystem (AHV), die anderen beiden sind Kapitalbasiert, also du sparst eigenes Kapital, das wird verzinst, etc.

Die AHV funktioniert aber nicht so beispiellos gut wie es Herr Pispers hier sagt. Sie hat massive Probleme, einerseits ist sie durch die Lohnprozete nicht mal ansatzweise finanzierbar. Da fliesst jedes Jahr auch noch sehr viel Steuergeld rein (z.b. Tabaksteuer, und ein Teil der Bundessteuern, etc).

Und ebenfalls hat sie ein Demografie Problem, als das eingeführt wurde haben die Menschen nach der Pensionierung in der Regel noch ca 10 Jahre gelebt. Inzwischen sind es eher 20-25 die Finanzierungs ist herausfordernd und ein höheres Rentenalter wird auch hier definitiv kommen.

Es ist also nicht die "perfekte" Lösung sondern eben nur eine Lösung mir positiven und negativen Seiten.

Discovery_1 schrieb:
Bei den Super-reichen könnte man so viel Geld abholen.
Hier zitiere ich auch mal Volker Pispers (du scheinst ihn ja zu mögen). "Kapital ist ein scheues Reh" und sehr schnell weg ;)
 
Idon schrieb:
Nun, bei allem Gemecker über unsere Politiklandschaft, immerhin gibt es hier echte Wahlen:
Bei denen du aber eigentlich nur entscheiden darfst, welche Farbe die Scheiße haben wird, die du die nächsten 4 Jahre fressen wirst (der ist nicht von mir, sondern von Brösel).

@Tomislav2007:
Du hast Recht ... und ich habe weiterhin meine Ruhe.
Ergänzung ()

kim88 schrieb:
"Kapital ist ein scheues Reh" und sehr schnell weg
Das hat das Kapital tatsächlich ziemlich gefickt eingeschädelt.

Das Demografie-Problem, wie du es nennst, gibt im Deutschen System genauso ... das war auch nicht dafür gedacht, dass die Menschen 20 Jahre Lang Rente kassieren. Im Grunde hat das sogar damit gerechnet, dass nicht ganz wenige das Rentenalter garnicht erreichen.

Im Grunde war von Beginn an klar, dass das mit steigender Lebenserwartung, besserer Arbeitssicherheit und besseren Arbeitsbedingungen an seine Leistungsgrenzen stoßen wird.
Um dieses System unverändert gut nutzen zu können (mit Quoten wie in den 1980ern), müssten wir alle bis in unsere 80er hinein arbeiten. Der Renteneintritt mit 67 (statt 65) ist da wirklich nichts als ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Damit kuriert man allenfalls sein Ergebnis bei der nächsten Wahl ... den Kollaps des Rentensystems verschiebt das nur etwas nach hinten.
 
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Hallo

DerOlf schrieb:
Bei denen du aber eigentlich nur entscheiden darfst, welche Farbe die Scheiße haben wird, die du die nächsten 4 Jahre fressen wirst (der ist nicht von mir, sondern von Brösel).
So kann man nur denken wenn man so negativ eingestellt ist das man alles Scheiße findet oder einfach nicht verkraftet das die eigene Meinung nur von einer Minderheit geteilt wird.
Wieso schafft es z.B. Die Linke oder die MLPD nicht bundesweit deutlich über 20% zu kommen, uninteressant für die Mehrheit oder verkaufen die sich schlecht ?

Grüße Tomi
 
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DerOlf schrieb:
Bei denen du aber eigentlich nur entscheiden darfst, welche Farbe die Scheiße haben wird, die du die nächsten 4 Jahre fressen wirst (der ist nicht von mir, sondern von Brösel).[...]

Ist halt totaler Unsinn. Es gibt dutzende Parteien und man kann selbst eine Partei gründen, wenn die eigene Meinung nicht bereits ausreichend vertreten wird.
 
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Jo, und bis auf die üblichen Verdächtigen werden alle Parteien von den Medien konsequent ignoriert und totgeschwiegen. Die Medien machen die Politik!

Selbst von den sechs großen, im BT vertretenen Parteien dürfen nur drei Kandidaten zum "Triell". Das ist gezielte Auslese, man könnte auch gelenkte Demokratie dazu sagen.

Es gibt dutzende Fernsehsender, Nachrichtenmagazine und Zeitungen. Anstatt dass man drei Monate vor der Bundestagswahl jeden Tag eine andere Partei samt Programm und Personal vorstellt wird nur im selben Brei herumgerührt. Anstatt dass man Sachthemen in den Fokus stellt werden nur Personaldebatten geführt.

Und dann wundern sich manche über den Filz und die zementierten Strukturen in der Politik, und dass wir nicht aus dem Quark kommen. Hör mir auf, echt...

Ganz davon abgesehen, dass man ohne Geld und Vitamin B nicht weit kommt, wenn man eine Partei gründet.

In einem Wort: Erzählmirnix.
 
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@PeterPlan

Veranstalte doch eine eigene Diskussionsrunde und übertrage diese via YouTube und Twitch. Wenn du Recht
hast, dann kannst du darüber ja abertausende Zuschauer generieren?

Warum solltest du ohne Geld und Kontakte nicht weit kommen? Und warum hast du weder das eine, noch das andere?
 
1. Das ist nicht der Punkt. Und wieso soll ich den Job der ARD machen, bloß weil die Journaille ihrem Informations- und Bildungsauftrag nicht nachkommt?

2. Muss man dir das ernsthaft erklären?
 
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PeterPlan schrieb:
Anstatt dass man drei Monate vor der Bundestagswahl jeden Tag eine andere Partei samt Programm und Personal vorstellt wird
Du solltest deinen Horizont erweitern und andere Quellen in Betracht ziehen.

Funk (gehört auch zu den ÖR) lädt aktuell auf Instagram Interviews in Form eines Kreuzverhöres hoch, bei dem auch kleinere Parteien des Bundestages befragt werden, da waren neben Vertretern der großen Parteien Dorothee Bär (CSU) und Olaf Scholz (SPD) dann auch die bekannten kleineren Parteien wie die FDP mit Christian Lindner oder Janine Wissler von Die Linke.
Auch die AfD steht noch auf dem Plan, dort soll Jörg Meuthen Rede und Antwort stehen.

Ich persönlich informiere mich bevorzugt abseits der alten Medien TV und Zeitung, schon allein weil ich im Internet viel schneller die Aussagen überprüfen und quervergleichen kann.

Ansonsten spricht @Idon da aber durchaus realistische Punkte an, auch der damals relativ unbekannte YouTuber Rezo hat bei den letzten Wahlen mit seinen Videos für viel Bewegung gesorgt.
In Zeiten, wo nahezu jeder Zugriff auf Massenmedien wie YouTube, Instagram, TikTok und dergleichen hat, kann man auch schnell Reichweite aufbauen, so abwegig ist das also nicht.

Abseits davon möchte ich dich dazu aufrufen, auf abwertende Begriffe wie "Journallie" zu verzichten.
 
PeterPlan schrieb:
Die Medien machen die Politik!
So sieht es aus. Die super-reichen Familien kaufen (vor allem) immer mehr Tageszeitungen auf und nehmen so in "ihren" Zeitungen immer mehr Einfluss auf die Themenauswahl und die Art der Berichterstattung. Somit breiten die Reichen ihre Meinungshoheit immer weiter aus. Das gilt auch fürs (Privat)Fernsehen. Die Strategie ist dabei immer die gleiche. Das Volk mit irgendwelchen, meist völlig belanglosen Themen beschäftigen, um von den wirklichen Problemen unserer Gesellschaft abzulenken. Und diese Strategie geht auch immer super auf. Wie man z. B. beim Thema "Gendern" sehr gut sehen kann. :D
 
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Idon schrieb:
Es gibt dutzende Parteien und man kann selbst eine Partei gründen, wenn die eigene Meinung nicht bereits ausreichend vertreten wird.
Natürlich kann ich jahrzehntelang immer nur "Sonstige" wählen ... damit verzichte ich allerdings aktiv auf politische Teilhabe (und schenke meine Stimme nebenbei den ohnehin stärksten Parteien).

In der Tat gibt es in der politischen Landschaft nahezu jede politische Richtung, die mir irgendwie zusagen könnte ... von den meisten dieser Parteien weiß ich aber ziemlich sicher, dass die die 5% nicht knacken werden.
Wenn ich noch trinken würde, dann wäre es rgendwie "gewinnbringender", die Wahlbenachrichtigung in einem alternativen Jugendzentrum gegen ein Bier einzutauschen, als diese Parteien zu wählen (da hat man mehr davon).
Auch eine Neugründung nach meinen Vorstelungen läge zunächst in diesem Bereich.

Für mich ist klar, dass ich Opposiion wähle ... einfach weil ich dieses Gegengewicht in den letzten Jahren echt vermisst habe. Eine Demokratie braucht nichts dringender, als eine starke Opposition. Nicht, damit schnelle entscheidungen getroffen werden, sondern damit die Entscheidungen ausgiebig debattiert werden MÜSSEN.
Die Kriterien, die ich an eine Partei anlege, sind also "erreicht wahrscheinlich mehr als 5%" und "ist wahrscheinlich nicht an der neuen Regierung beteiligt".
Jede Stimme, die nicht zu einem Parlamentssitz beiträgt, ist eine Stimme für die Parteien, die es ohnehin wieder "rein" schaffen.
Wenn bei einer Wahl 25% der Wähler für Parteien gestimmt haben, die bei Hochrechnungen unter "Sonstige" auftauchen (weil keine von ihnen 5% erreicht hat), dann bleiben nicht 25% der Sitze unbesetzt, sondern werden eben unter den Parteien verteilt, die mehr als 5% bekommen haben ... entsprechend ihres Wahlergebnisses.
Häten "Sonstige" 100 Sitze bekommen können, dann haben die Wähler einfach nur den größeren Parteien ein paar mehr Sitze verschafft ... obwohl sie sie NICHT gewählt haben.

Eine regierungsfähige Partei habe ich in meinem Leben einmal gewählt ... und das war mMn ein schlimmer Fehler. Auch wenn diese Wahl damals half, die "Ära Kohl" zu beenden, was danach kam, war eben nicht besser.

Ich wähle Links ... und wenn die wider Erwarten an der neuen Regierung beteiligt sind, dann war's auch das letzte mal. Denn ich glaube nicht, dass eine linke Beteiligung wirklich zu veränderungen führen kann ... diese Partei hat mMn in der Opposition weitaus bessere Chancen, etwas positives zu bewirken.
Eigentlich möchte ich die Linke auch nicht als Steigbügelhalter erleben, es sei denn, sie macht es wie die FDP und fordert konsequent für jedes Prozent, welches sie zum Regierungsmandat beigertragen haben, einen Ministerposten. Einen Linken als Wirtschaftsminister fänd' ich schon aufgrund der Panik in Unternehmerkreisen einfach witzig ... aber ich glaube nicht, dass der mehr im Sinne der Linken bewegen würde, als die bisherigen Besetzungen. Ich fänds nur lustig zu sehen, wie den Reichen die Muffe geht, bis sie merken, dass sie den genauso einfach handzahm kriegen.

Ich habe Vetrauen zu einigen Parteien ... aber Vertrauen zur Regierung fällt mir aufgrund bisheriger Erfahrung etwas schwer. Eigentlich fehlt mir generell das Vertrauen zu Menschen mit "Drang zur Macht".
 
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DerOlf schrieb:
und wenn die wider Erwarten an der neuen Regierung beteiligt sind, dann war's auch das letzte mal.
Ich auch. Ich habe meine Partei mehrmals davor gewarnt, ein Bündnis mit diesen neoliberalen Parteien SPD und Grünen einzugehen. Sollten sie es doch machen, war's das für mich mit der Linkspartei. SPD und Grüne müssen mir erst einmal beweisen, das sie wirklich einen echten Kurswechsel in der Politik eingehen wollen. Oder ob ihre Wahlversprechen weiterhin nur wohlkalkulierte Lügen sind. Bei Olaf Scholz bin ich mir sicher, das es garantiert keinen Kurswechsel in der Politik der SPD geben wird.
 
DerOlf schrieb:
Für mich ist klar, dass ich Opposiion wähle ... einfach weil ich dieses Gegengewicht in den letzten Jahren echt vermisst habe. Eine Demokratie braucht nichts dringender, als eine starke Opposition. Nicht, damit schnelle entscheidungen getroffen werden, sondern damit die Entscheidungen ausgiebig debattiert werden MÜSSEN.
Die Kriterien, die ich an eine Partei anlege, sind also "erreicht wahrscheinlich mehr als 5%" und "ist wahrscheinlich nicht an der neuen Regierung beteiligt".
Dieses Mal könnte das etwas Schwer werden, denn stand heute könnte jede Partei an der Regierung beteiligt sein, sogar die Linke. Einzige Partei, welche mit 100 % nicht an der Regierung beteiligt sein wird, aber es ins Parlament schafft ist die AfD und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass du die Wählen würdest.
 
Idon schrieb:
Ebenso wichtig ist aber, wie die Wahlen von der Bevölkerung wahrgenommen werden. Wenn die Bevölkerung das Vertrauen in den Wahlprozess verliert ist's auch schnell vorbei mit der Demokratie, vermute ich. Wir werden bald sehen, wie groß wirklich der Schaden war, den Trump mit seinen Lügen auch hier angerichtet hat.
 
CCIBS schrieb:
Einzige Partei, welche mit 100 % nicht an der Regierung beteiligt sein wird, aber es ins Parlament schafft ist die AfD und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass du die Wählen würdest.
Nee ... die waren die letzten Jahre die stärkste Kraft in der Opposition und haben eindrucksvoll bewiesen, dass sie es nicht drauf haben.
Von den "Unmöglichkeiten" in ihrem Programm, und ihrem Umgang mit unhaltbaren Personalien ganz abgesehen.

Mir ist klar, dass es dieses Jahr etwas schwieriger wird, Opposition zu wählen. AfD wird es auf keinen Fall werden.
Ich hoffe allerdings, dass es viele Wähler der Linkspartei ähnlich halten, wie du oder ich ... keine Koalition mit CDU, SPD, FDP oder Grünen (die AfD ist kategorisch auszuschließen).
Und wenn das echt so ist, dann landen die zwar im BT ... aber als Oppositionskraft.

Leider kann man seine Stimme ja nicht widerrufen ... da bleibt ohnehin nur das Prinzip Hoffnung.
Die letzten Jahre habe ich auch eher Linkspartei gewählt, damit die die 5% schaffen (was leider auf Bundesebene nicht immer geklappt hat).

Die einzige Altpartei, die gerne verschwinden darf, ist mMn die FDP.
Diese Partei braucht mit so vielen Wirtschaftsfreunden in CDU, SPD und Grünen nun wirklich niemand mehr ... daher waren die ja auch seit gut 20 Jahren mit nichts anderem mehr beschäftigt, als sich neu zu erfinden (immer und immer wieder).
Ergänzung ()

Gibt es beim Politbarometer eigentlich auch sowas, wie die Frage, ob die Menschen heute wieder genauso wählen würden, wie im letzten Ernstfall?
Das wäre doch eine tolle Messlatte, an der eine Regierung sehen könnte, wie unbeliebt ihre Regierungsarbeit ist.
Ich denke, dass viele SPD-Wähler hart enttäuscht waren, als es dann doch wieder eine Groko gab und man die AfD damit zum "Oppositionsführer" gemacht hat. Gäbe es das im Wahlrecht, dann hätten wahrscheinlich fast 50% der SPD-Wähler ihre Stimme nach dieser Entscheidung zurückgefordert.
Traurig aber wahr, die AfD war dank dieser Entscheidung Jahre lang die stärkste, nicht an der Regierung beteiligte Fraktion im Bundestag.
Zum Glück konnte man gegen die Groko ja eh nicht anstinken ... vor allem, wenn man inhaltlich-argumentatv so schwach aufgestellt ist, wie die AfD.
 
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mykoma schrieb:
Du solltest deinen Horizont erweitern und andere Quellen in Betracht ziehen.

Um mich geht's dabei nicht, ich informiere mich grundsätzlich sehr diversifiziert, lese täglich mehrere Tageszeitungen und bin auf vielen Blogs, Foren und YT-Channels unterwegs. Natürlich habe ich auch meine Lücken, die hat jeder, aber ich bin immer aufgeschlossen für Neues.

mykoma schrieb:
Funk (gehört auch zu den ÖR) lädt aktuell auf Instagram Interviews in Form eines Kreuzverhöres hoch, bei dem auch kleinere Parteien des Bundestages befragt werden, da waren neben Vertretern der großen Parteien Dorothee Bär (CSU) und Olaf Scholz (SPD) dann auch die bekannten kleineren Parteien wie die FDP mit Christian Lindner oder Janine Wissler von Die Linke.
Auch die AfD steht noch auf dem Plan, dort soll Jörg Meuthen Rede und Antwort stehen.

Funk kenne ich, und was die machen finde ich gar nicht so schlecht, aber deren Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene. Es ist grundsätzlich löblich, dass es dieses Format gibt, notwendig ist es nicht unbedingt, da sich junge Menschen sowieso bereits in sozialen Netzwerken herumtreiben. Meine Kritik bezieht sich gerade auf die Stammwähler der etablierten Parteien, die ihre Informationen größtenteils aus Zeitung und TV beziehen. Und dort herrscht ein, ich nenne es mal "Informationsstau". :D

Ich finde es in höchstem Maße alarmierend, wie dieses Jahr die Bundestagswahl medial aufbereitet wird: Im Prinzip hat man jeden Kandidaten inzwischen mehrfach in Grund und Boden geschrieben. Die Wahlumfragen tanzen förmlich hin und her, da lese ich eine massive Unsicherheit der Wähler heraus. Man gewinnt den Eindruck, dass keine Partei wirklich wählbar ist. Das ist kein guter Zustand in einer Demokratie, sondern kommt einer Demontage gleich! Aber die Medien versteifen sich auf Personaldebatten und präsentieren uns auch keine Alternativen. Warum, frage ich? Wieso verschließt man uns den Weg, wirkliche Änderungen herbeizuführen?

Denn wozu führt das? Zu Politikverdrossenheit, Ratlosigkeit, Desinteresse und schlussendlich Wut auf die Politik bzw. Demokratie.

Die Vielfalt der Medienlandschaft ist de facto gegeben, was ich sehr befürworte, ABER: Was die Medienkompetenz angeht, hapert es grundsätzlich, besonders ältere Menschen sind weit hinterher. Da werden selten Quellen geprüft, zumindest erlebe ich es häufig, dass man mir aus diesen Kreisen Links schickt, die dann zu KenFM, Kopp-Verlag oder Rubikon führen. Die Leute stecken in einer "confirmation bias" fest.

mykoma schrieb:
Ansonsten spricht @Idon da aber durchaus realistische Punkte an, auch der damals relativ unbekannte YouTuber Rezo hat bei den letzten Wahlen mit seinen Videos für viel Bewegung gesorgt.
In Zeiten, wo nahezu jeder Zugriff auf Massenmedien wie YouTube, Instagram, TikTok und dergleichen hat, kann man auch schnell Reichweite aufbauen, so abwegig ist das also nicht.

So unbekannt war Rezo 2019 nicht mehr. Ich habe zwar keine konkreten Zahlen gefunden, aber offensichtlich hatte Rezo bereits 2018 eine Million Abonnenten, und das ist sehr viel, von "relativ unbekannt" kann man da keineswegs sprechen. Eine solche Resonanz wie er erreichst du jedenfalls nicht mit einem kleinen YT-Kanal, da musst du extrem viel Glück haben.

Interessant sind auch die Reaktionen auf die neuesten Videos von Rezo. Da wird die geballte Argumentationsgewalt aufgefahren: "Der hat ja blaue Haare", "Der ist ja nur Influencer", "Der hat noch nie was für die Gesellschaft getan", "Der soll erstmal einen vernünftigen Job lernen", "OMG, wie redet denn der?" usw. Auf diesem Niveau bewegt sich das. Auch hier: Personaldebatten statt Sachthemen, Fakten werden mit Meinungen verwechselt. (Quellen: Kommentarbereich von zB. SPON und Welt Online)

Vergleichbar waren die Reaktionen auf Greta Thunberg und die FFF-Bewegung.

Und da schadronieren Leute von der "postfaktischen Gesellschaft". Ich bin der Meinung, wir leben nach wie vor in einer präfaktischen. :D

Auch interessant: Ein Interview von Richard David Precht mit Rezo. Der Typ ist alles andere als blöde, der macht sich durchaus Gedanken über unsere Gesellschaft, und ich habe das Gefühl, Precht war nicht unbeeindruckt von diesem Gespräch.

mykoma schrieb:
Abseits davon möchte ich dich dazu aufrufen, auf abwertende Begriffe wie "Journallie" zu verzichten.

Wird gemacht. :)
 
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Eigentlich gibt es bei der Bundestagswahl nur Spitzenkandidaten der einzelnen Partien. Daher finde ich dieses Triell (zuvor waren es meist Duelle) auch unsäglich.
Denn nach der Wahl schlägt der Bundespräsident einen Kandidaten vor. Wenn er dafür vorschlägt ist zunächst seine freie Entscheidung. Er kann auch gänzlich andere Personen vorschlagen.
Daher finde ich den Begriff "Kanzlerkandidat*in" auch ziemlich anmaßend. Ein spitzenkandidat sollte doch etwas mehr Demut zeigen.
 
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PeterPlan schrieb:
1. Das ist nicht der Punkt. Und wieso soll ich den Job der ARD machen, bloß weil die Journaille ihrem Informations- und Bildungsauftrag nicht nachkommt?

Weil dir offenbar nicht gefällt was andere machen. Es steht dir also frei ein besseres Konzept umzusetzen. Insbesondere dann, wenn du wirklich davon überzeugt bist.

PeterPlan schrieb:
2. Muss man dir das ernsthaft erklären?

Ja, klar. Deine Andeutungen bringen mich ja offensichtlich nicht weiter.


Feuerbiber schrieb:
[...]
Ein Ende des Kaputtsparens und massive Investitionen in den öffentlichen Sektor, würden unserem Land auch auf Bundesebene gut tun. Dazu braucht es aber RGR.

Wer zahlt das? Berlin ja nicht. Denn bei all deinen Zitaten hast du vergessen, dass Berlin nach wie vor Gelder aus dem Länderfinanzausgleich erhält. Zusätzlich zu der Hauptstadtzulage.
 
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@Idon:

Ich sags nochmal: Es nicht mein Job, die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen zu machen. Ich weiß, was du damit sagen willst, und Eigeninitiative ist nie verkehrt, aber als Bürger und Mitglied einer Demokratie habe ich zunächst das Recht auf Informationen, um meine Funktion als Wähler wahrnehmen zu können. An der Stelle sehe ich seit Jahrzehnten einen Bedarf, der (aus welchen Gründen auch immer) nicht ausreichend erfüllt wird.

Eine Partei finanziert sich nicht von selbst. Wahlkämpfe sind extrem teuer: Veranstaltungen, Werbespots, Plakate, Personal, Verwaltungskosten. Die Parteienfinanzierung greift erst, wenn du bereits größere Erfolge erzielen kannst. Bis dahin bist du auf Eigenkapital oder Spenden angewiesen. Daher dürfte für die meisten Menschen dieser Weg schlichtweg nicht offen stehen, vom Zeitaufwand mal ganz abgesehen.
 
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