Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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@PeterPlan
Es ist wahrscheinlich nie falsch, sich nicht auf andere zu verlassen.

Man kann sich die Infos zu den Parteien auch selbst zusammensuchen (die haben alle Webseiten) und bekommt dabei eigentlich immer ein besseres Bild, als wenn jemand das "vorkaut".

Die Zeit ist natürlich dabei begrenzt ... aber in Vier Jahren (!) sollte doch jeder es irgendwie hinbekommen, Parteien einzuschätzen, die nicht schon von ihren Grundzügen her garnicht passen.

Zumindest bei mir bleiben da von den 39 Parteien im Wahl-o-maten nur eine Hand voll übrig. Lass es zehn sein, dann kann ich jeder locker 4 Monate widmen ... und bei nicht ganz wenigen, werde ich nach wenigen Minuten bereits wissen, dass das nix für mich ist.

So eine Wahl kommt nicht wirklich überraschend ... und als Bürger hast du eben nicht nur das Recht, informiert zu werden, sondern auch die Pflicht, dich zu informieren.

@Idon stellt sich das im Ganzen eventuell etwas ZU einfach vor, aber im Grunde hat er schon recht. Wenn du eine informierte Wahl treffen willst, dann ist es an dir, dich darauf vorzubereiten.

Wirklich kritikwürdig finde ich eigentlich nur, dass die öffentlichen Auftritte der Parteien kein wirklich ehrliches Bild der Partei zeichnen ... aber auch damit kann man rechnen, denn das ist bei nahezu jedem öffentlichen Auftritt das gleiche. Da spielt immer Marketing mit hinein, und das ist halt nicht immer ganz ehrlich (vorsichtig ausgedrückt). Und die, die das absegnen, haben oft auch ein etwas romantisch verklärtes Bild ihrer eigenen Partei ... oft entspricht das also eher dem, wie die Partei gerne wäre oder wie sie gerne gesehen werden möchte.

Das kann man aber alles in der Wahlentscheidung berücksichtigen, und sich für eine Partei entscheiden, die trotzdem vielversprechend erscheint.

Die Zeit dafür muss man sich aber leider nehmen.
 
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Idon schrieb:
Wer zahlt das? Berlin ja nicht. Denn bei all deinen Zitaten hast du vergessen, dass Berlin nach wie vor Gelder aus dem Länderfinanzausgleich erhält. Zusätzlich zu der Hauptstadtzulage.
Was hat das mit der Regierungsbeteiligung der Linken zu tun?
Unter den 12 Nehmerländern des Finanzausgleichs waren auch CDU oder SPD regierte. Auf Platz zwei knapp hinter Berlin lag z.B. Sachsen.
Bis zur Wiedervereinigung war übrigens Bayern Nehmerland des LFA...

Den LFA als Haushaltsposten gibt es übrigens seit 2020 nicht mehr in den Landeshaushalten.
 
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@PeterPlan
Die Medien konzentrieren sich natürlich gerne auf die großen Parteien und die bekannten Gesichter ... das zieht Quote.
Du wärest eventuell erfreut, wenn auch Vertreter kleinerer Parteien öfter zu sehen wären ... aber könntest du mit denen wirklich was anfangen? Würdest du ein Interview mit Andreas Häse, Mathias Krack oder Rüdiger Fuhrmann bei YT anklicken?
Falls du dich wunderst, das sind ältere Beispiele. die Partei hieß damals DBU - Deutsche Biertrinker Union.

Der Medienmarkt ist eben ein Markt ... und Nischenparteien sind Nischenparteien, weil sich wenige für sie Interessieren ... daher tauchen sie auch seltener in den (großen) Medien auf - und wenn, dann sind sie eher eine Randnotiz als eine Schlagzeile wert.

Es geht auf dem Medienmarkt nicht wirklich um Information, sondern darum, viele Menschen dazu zu bringen, ein Medium zu konsumieren. Das Geld kommt über Werbung oder die Kopfsteuer auf die Möglichkeit, Medien des ÖRR zu konsumieren (ehemals GEZ). Information ist dazu im Grunde nichtmal notwendig.

Die öffentlich rechtlichen Sender konkurieren auf diesem Medienmarkt, und müssen sich dem, was "funktioniert" auch ein Stück weit anpassen. Ist die Quote zu niedrig, fällt auch die Legitimation eines öffentlich rechtlichen Rundfunks schwerer.
Der Markt bekommt oft genug nur das, was er seit Jahrzehnten nachfragt ... und Informationen stehen irgendwie nicht so hoch im Kurs, wenn man sich die Programme so anschaut.

Natürlch gibt es den öffentlichen Auftrag zur Informationsversorgung durch den örR, aber wenn der ein hochinformatives Programm sendet, welches dann nur von wenigen geschaut wird, dann ist es fragwürdig, dass das alle bezahlen sollen. Wenn das alle bezahlen sollen, dann muss da auch für alle was dabei sein, was sie sehen wollen.

Es mag sein, dass das deinen Ansprüchen nicht genügt ... das ist zwar schade, aber leider schwer zu ändern.
Für meinen Geschmack müsste auch breiter informiert werden. Aber ich bin pragmatsch genug eingestellt, dass ich das lieber durch egene Recherche kompensiere, als darauf zu warten, dass andere etwas tun oder der Markt sich wie durch ein Wunder in die passende Richtung wandelt.
 
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Auch Medienmogule wären keine Medienmogule, wenn die von ihnen gesteuerten Programme keine Abnehmer fänden.

Den Schwarzen Peter allein den Verlagshäusern und ihren Eignern zuzuschieben, greift zu kurz.
"Assi-TV" gibt es nur, weil es genug Menschen gibt, die das sehen WOLLEN ... sonst wären die Quoten scheiße, und die Werbepartner würden Probleme machen.

BILD ist noch immer Deutschlands auflagentärkste Tageszeitung ... und das liegt eben nicht nur an der Redaktion, oder dem, der sie bezahlt (das ist auf Umwegen nämlich eigentlich soweiso der Kunde).
Von einem "Markt" (und gerade von einem Massenmarkt) darf man eben einfach nicht zu viel erwarten.

Wenn "qualitatv bessere" Programme erfolgreich wären, dann müssten sich auch die großen Medienhäuser überlegen, wie sie diese Nachfrage bedienen können.
Warum passiert das also seit Jahrzehnten nicht?
Ich tippe da auf zu geringe Nachfrage nach neutral aufgearbeiteter Information. Und diesen Tipp gebe ich auch deswegen ab, weil er ganz ohne Verschwörungsmythen erklären kann, warum die Medienlandschaft je nach Horizont (Blase) etwas einseitig erscheint.
 
Zum Thema "Wem gehören die Medien" gibt es vom Kabarettisten Volker Pispers ein kurzes, aber sehr aufschlussreiches Video, wie ich finde. Auch, wie die privaten Massenmedien ihre Macht nutzen.
 
Jo. Er ist Kabarettist und keine anerkannte Fachkoryphäe. Was soll das also?

Es gibt außerdem nicht "die Medien". Computerbase ist ein Medium und offensichtlich kann hier jeder jeden Unsinn posten.
 
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@Vitrex2030

Die Parteien haben aber auch Beteiligungen an Verlagen, die entsprechend die Parteimeinung mal mehr oder weniger stark in ihrem Journalismus wiederspiegeln.

Die Liste ist zwar schon älter, aber ich geh davon aus, dass die Parteien weiterhin die Beteiligungen halten: Bundestag.de.

PS ich finde die Links auf ein Youtube Kanal eher fragwürdig. Vor allem wird die ganze Zeit über kapitalistisch orientierte Unternehmen gewettert - dann selbst aber fordert der Kanal zur monatlichen Spende auf. Hat für mich schon ein Geschmäckle.

Ansonsten, man muss halt Informationen aus verschiedenen Medien auch entsprechend kritisch betrachten. Auch sieht man ja, was die Parteien entsprechend Lokal oder auf Bundesebene machen/nicht machen.
 
_killy_ schrieb:
Vor allem wird die ganze Zeit über kapitalistisch orientierte Unternehmen gewettert - dann selbst aber fordert der Kanal zur monatlichen Spende auf. Hat für mich schon ein Geschmäckle.
Wenigstens ist es nur ein Spendenaufruf.
Ausserdem ist das tatsächlich ein Scheinargument.

Wer in unserer Welt leben will, der braucht wohl oder übel auch Geld ... Hartz4 reicht für ein stationäres Leben mit Bewerbungen am Arbeitsmarkt (die damit verbundenen Kosten werden ja übernommen ... wenn man sie erstmal vorstreckt).
Es gibt einfach nicht die Wahl ... Geld MUSS da sein, sonst gehts dir kacke.

Woher soll dieses Geld kommen?

Sollen alle Medienschaffenden, die sich auch kapitalismuskritisch äussern, von Luft und Liebe leben können, nur weil sie mit guten Beispiel vorangehen sollten, weil es unglaubwürdig wirkt, in einer von Geld angetriebenen Welt nach Geld zu streben und der Welt genau dieses Streben vorzuwerfen?
Dieses Streben ist einfach eine Notwendigkeit in dieser Welt und genau DAS ist der Vorwurf.

Oder doch lieber von Hartz4 leben? Das Amt ist einschlechter Partner ... geht lieber halbtags an einer Tankstelle jobben.

Eventuell will da jemand auch einfach von seiner Tätigkeit leben können?
Das sollte doch nicht verboten sein.

Wenn es dich stört, dass man von Systemkritik mit etwas Glück sogar leben kann, dann versuche doch dabei zu helfen, die Gründe für diese Kritik abzustellen. Dann muss sich auch Volker Pispers (und neben ihm viele andere ... unser System ist eigentlich ziemlich witzig) was anderes überlegen.
Das wäre doch Win-Win.
 
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@DerOlf

Ich fand es sehr kurios, dass gerade ein Kanal der ein Video veröffentlicht mit sehr viel Kapitalismuskritik dann direkt noch aufruft, zahlende Mitglieder zu werben.
Andere Youtube Kanäle schaffen es ja zumindest über Werbung sich zu finanzieren. Egal. Wollte eigentlich ja auch primär darauf hinweisen, dass die Parteien selbst auch diverse Zeitungen besitzen und man somit auch immer "eingefärbte" Zeitungen liest.

Und auch im Sozialismus streben die Menschen nach ein besseren Leben. Klar, da ist das Geld weniger wichtig - weil man für Geld nicht alle Waren kaufen kann die man benötigt. Somit suchen die Menschen nach anderen Möglichkeiten, Waren und Dienstleistungen von ihren Interesse mit anderen Waren und Dienstleistungen einzutauschen.

Im Sozialismus gibt es nicht eine solch breite Verteilung von Einkommen, wie es in in der sozialen Marktwirtschaft der Fall ist. Viel mehr gibt es fast ausschließlich eine Arbeiterschicht am Lebensminimum und dann wenige elitäre Politfunktionäre, die halt Mehr haben als der Rest.
Ich weiß wirklich nicht, warum dies so erstrebenswert sein soll.

PS ich glaube schon, dass es auch weiterhin Herren wie Volker Piepers geben wird. Sie halten bezahlte Vorträge über irgendwas und sollte nicht soo viele offensichtliche Widersprüche darin einbauen. Ob sie jetzt Systemkritik üben oder über das Wetter philosophieren ist diesen Leuten doch fast schnuppe. Hauptsache am Ende finden sie ein paar Dumme, die ihnen dafür auch noch Geld zahlen.
 
_killy_ schrieb:
Viel mehr gibt es fast ausschließlich eine Arbeiterschicht am Lebensminimum
Sorry, das ist Blödsinn. Selbstverständlich sollen die Menschen im Demokratischen Sozialismus auch gut verdienen können. Je nach ihrer Ausbildung. Aber eben halt nicht mehr z. B. das 1000-Fache als ein normaler Arbeitnehmer. Der wichtigere Punkt ist für mich aber, das Dritte dann kein Geld mehr mit der Arbeit anderer Menschen verdienen könnten (kleiner Seitenhieb z. B. auf die heutigen Aktiengesellschaften). Das führt nämlich immer mehr dazu, das diese Firmen nur noch im Interesse der Aktionäre arbeiten und nicht im Interesse der Angestellten. Dieses "Schmarotzen" wäre dann vorbei. Unternehmen sollten nur den Menschen gehören dürfen, die dort arbeiten. Also, der Arbeitgeber und seine Angestellten. Punkt, fertig.
 
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Die Altersvorsorge würde im Demokratischen Sozialismus ganz anders organisiert werden, das habe ich hier auch schon geschrieben.
 
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_killy_ schrieb:
Ob sie jetzt Systemkritik üben oder über das Wetter philosophieren ist diesen Leuten doch fast schnuppe. Hauptsache am Ende finden sie ein paar Dumme, die ihnen dafür auch noch Geld zahlen.
Woher willst du das so genau wissen?

Vielleicht hat das ja mehr damit zu tun, dass DIR egal ist, was du machst, Hauptsache du findest einen dummen, der dich dafür bezahlt?

Natürlich nur Spekulation, so gut kennen wir uns ja nicht.
Aber du wirst mich anhand meiner oft recht umfangreichen Posts wahrscheinlich tatsächlich noch besser einschätzen können, als einen Comedian anhand seiner Programme.

Ich höre jedenfalls lieber systemkritischen Comedians zu, als Politikern ... erstere formulieren wenigstens vollständige Sätze mit Sinn und Aussage und bringen diese (mit wenigen Ausnahmen) meist auch zuende. Bei einigen Politikern ist das schon fast Luxus.

Ich muss aber auch sagen, dass mir Lisa Eckhard meist besser gefällt, als Volker Pispers.
Aber das ist eben Geschmackssache.
Wenn ich richtig lachen (oder weinen) will, dann sehe ich mir eine Debatte im Bundestag an ... das kann eh kein Comedian toppen.
 
Discovery_1 schrieb:
Die Altersvorsorge würde im Demokratischen Sozialismus ganz anders organisiert werden, das habe ich hier auch schon geschrieben.

Gäbe es auch ein Konzept frühzeitig nicht mehr arbeiten zu müssen? Also vielleicht ein nettes BGE?

Da hat @Andy8891 nicht unrecht. Da triffst du einen wunden Punkt bei mir. Ich habe lustigerweise gerade meine "Altersvorsorge" im Aktien-Thread dargelegt: Klick :D

Das Aktionäre Schmarotzer seien, ist lediglich nur deine verquere Meinung, spiegelt aber in keinster Weise die Realität wieder. Aber lass uns nicht wieder darüber diskutieren.

Mir geben solche offenen Investitionsmöglichkeiten zumindest die Freiheit in der Zukunft unabhängig(er) zu werden. Ist doch eine feine Sache? Daran sollte man so viele Menschen wir nur möglich beteiligen.
 
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BridaX schrieb:
Gäbe es auch ein Konzept frühzeitig nicht mehr arbeiten zu müssen?
Eventuell mit Arbeitsbedingungen, bei denen man sich nicht denkt "boah ... bis 65 halte ich das aber nicht durch" und dementsprechend garnicht das Bedürfnis entwickelt, früher nicht mehr arbeiten zu müssen.

Bei einigen meiner möglichen Geldquellen habe ich richtig Lust drauf, das auch mit 75 noch zu tun ... ich hoffe meine Gesundheit macht das dann noch mit.
Kasse an einer Tanke gehört definitiv nicht dazu (das mache ich garantiert nicht bis zum Ende ... aber ich würde auch nicht gleich kündigen, wenn ich jetzt irgendwoher eine Million bekommen würde).

Im Musikalienhandel könnte ich mir das schon eher vorstellen (Arbeiten bis zum Tod oder bis es eben nicht mehr geht) ... aber da ist die Kundschaft auch etwas anders ... um nicht zu sagen, da hat man weniger mit "blöden Wichsern" zu tun (es fahren halt mehr Menschen Auto, als sich für Musik interessieren ... also auf einem level, wo man ab und zu mal in die Musikalienhandlung muss).
Bei mir hat das sehr viel damit zu tun, mit was für Menschen ich durch meine Arbeit konfrontiert bin ... die an der Tanke sind nicht so geil. Dem Berater in einem Fachgeschät begegnen die meisten auch einfach mit mehr Respekt, als einem Kassensklaven an der Tanke.

Mit soziologischen Themen und Sozialforschung werde ich mich ohnehin beschäftigen, bis ich sterbe oder nicht mehr gut genug denken kann.
Hier fällt sogar das "Menschen-Problem" weg, weil es z.B. keine verwertbare Studie gibt, wenn man nicht auch Arschlöcher befragt hat (die gehören zur Gesellschaft nunmal dazu).

Auch als Millionär würde ich nicht einfach mein Geld für mich arbeiten lassen wollen ... ich würde selbstverständlich arbeiten ... vielleicht sogar ehrenamtlich weil ich das Geld ja nicht brauche.
 
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@BridaX woher kommen denn die Dividende zB? Und wie oft werden diese auf dem Rücken der Mitarbeiter an die Aktionäre ausgeschüttet. Natürlich ist das zweifelhaft. Junge, Junge. Nach mir die Sintflut.
 
Godde schrieb:
@BridaX woher kommen denn die Dividende zB? Und wie oft werden diese auf dem Rücken der Mitarbeiter an die Aktionäre ausgeschüttet. Natürlich ist das zweifelhaft. Junge, Junge. Nach mir die Sintflut.

Unternehmen die ihre Gewinne an die Öffentlichkeit ausschütten - ein Unding wirklich... Und die ganzen Mitarbeiteraktien, unverschämt sowas!
 
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