Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Übrigens ist die Steuerfinanzierung der Rente versicherungsfremder Leistungen Bullshit. Nur mal so nebenbei. Das hat nichts damit zu tun, dass das Umlagesystem nicht funkiontieren würde. Nur BWLer schreiben so einen Müll. Und ich habs selbst zu viel BWL genoßen.
Das Mantra der Privatisierung ist hier sowas von falsch. Wer hat denn schon mal von euch Hellköpfen darüber nachgedacht, die Produktivität mit einzurechnen, sollte ja irgendwie gehen oder? Man müsste die Wirtschaft komplett umkrempeln, das Denken von Grund auf verändern, um nachhaltig in Zukunft zu leben. Ob das die Rente ist, Klimagerechtigkeit, soziale Frage, Mieten, scheiss egal, so lange sich nicht grundlegend was ändert diskutieren wir in 20 Jahren immer noch darüber warum Afrika nicht nach oben kommt oder warum mein Nachbar so ne dicke Karre fährt oder der daneben ne dicke hässliche Nase hat und warum wir immer länger arbeiten müssen, für immer wengier Geld und andere immer reicher werden.
Glaubt mir, es könnte mir auch egal sein, nach mir die Sintflut. Ich verdiene gutes Geld als Informatiker. Aber diese ganzen Ungerechtigkeiten die gehen mir gehörig auf den Senkel.
 
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Godde schrieb:
so lange sich nicht grundlegend was ändert diskutieren wir in 20 Jahren immer noch darüber warum Afrika nicht nach oben kommt oder warum mein Nachbar so ne dicke Karre fährt oder der daneben ne dicke hässliche Nase hat.
Oder darüber, warum der Osten auch 50 Jahre nach der Wiedervereinigung noch strukturschwach ist.
 
DerOlf schrieb:
Oder darüber, warum der Osten auch 50 Jahre nach der Wiedervereinigung noch strukturschwach ist.

Strukturschwach im Vergleich zu damaligen Osten oder im Vergleich zum heutigen Westen? Man muss die Dinge immer in Relation setzen.

Vielleicht liegt es mit unter auch einfach daran, dass die "Einstellung" (gerade bei älteren) nicht immer denen des heutigen Westens entspricht. Die DDR steckt womöglich vielen noch in den Knochen.

Es ist ja kein Geheimnis, dass die AFD und andere rechte Parteien im Osten stärker vertreten sind als im Westen. Sozialistische Experimente finden in Städten wie Berlin eher ein offenes Ohr als beispielsweise in Frankfurt. Sozialistisch, konservativ/rechts, der Welt verschlossen. So zumindest mein Eindruck vieler älterer Ossis und womöglich mit einer der Gründe, weshalb der Osten dem Westen immer zwei Schritte zurück ist. Meine Verwandtschaft aus Thüringen & Dresden entspricht diesem Klischee zumindest... ^^
 
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@CCIBS:
@Godde schrieb "in 20 Jahren" ... und dann sind es 50.

@BridaX:
Natürlich im Bezug zum Westen heute. Das kann man nicht nur mit einer Sozialistenm,endtalität bei den Alten im osten erklären ... aus den "neuen Bundesländern" sind ab 1990 auch eine ganze Menge echte Turbokapitalisten in den Westen gekommen. Und die sind gekommen (und kommen noch immer) weil es im Westen einfach auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung weit bessere Chancen gibt, wenn man die passende Qualifikation und ein bisschen Leistungswillen mitbringt.

In einigen Regionen des Ostens kannst du deinen Leistungswillen bis zu den Wolken stapeln und trotzdem arbeitslos sein ... da nimmt dir diese Leistung einfach niemand ab, weil es da nichts gibt.
Genau deswegen hat der Osten ja auch ein stärkeres Problem mit der Überalterung der Gemeinden ... die alten bleiben halt da, und die jungen gehen nach Möglichkeit dorthin, wo sie bessere Chancen auf Arbeit sehen (und das ist ganz sicher nicht die Uckermark).
Auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht.
Über einen "Braindrain" in Drittweltstaaten oder ärmeren EU-Ländern, von dem wir profitieren wollen, müssen wir uns Gedanken machen ... aber eigentlich sollten wir das erstmal innerhalb Deutschlands in den Griff bekommen ... sonst brauchen wir uns eben auch nicht wundern, wenn es im Osten langsamer aufwärts geht, als im Westen oder darüber, dass Bayern brummt, während NRW am Stock geht.

Dass die AfD im Osten so stark ist, liegt auch daran, dass die DDR ihr Problem mit Rechtsradikalen (welches ausgeprägter war, als im Westen) Jahrzehntelang nur vertuscht hat.
Im Osten waren die Nazis wahrlweise eine hippe Jugendbewegung, oder ein allgegenwärtiger aggressiver Mob, dem man sich lieber anschloss, als gegen ihn zu sein. Obendrein war das doch die offensichtlichste Form der Rebellion gegen ein angeblich linkes System.
Die AfD fischt seit langer Zeit bereits mit der Angst, dass die Bundespolitik nach links rutscht ... natürlich kommt das im Osten gut an. 40 Jahre "linke" Staatsdoktrin und Diktatur hinterlassen überall spuren.
 
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BridaX schrieb:
Es ist ja kein Geheimnis, dass die AFD und andere rechte Parteien im Osten stärker vertreten sind als im Westen.
Es ist schon bemerkenswert, dass gerade die abgehängten Ossis die AfD wählen und sich dadurch eine Verbesserung ihrer prekären Lebensumstände erhoffen.
Wobei diese Annahme, natürlich völliger Bullshit ist!
Eine Partei wie die AfD, die mit Humanismus, Gleichstellung der Geschlechter und sozialer Gerechtigkeit so rein gar nichts am Hut hat, dazu in Teilen rechtsextrem und rassistisch ist und die FDP, was Steuersenkungsphantasien angeht, scharf rechts überholt.
Alice Weidel, die jahrelang wohl aus Steuervermeidungsgründen in der Schweiz lebte und jetzt wieder lebt und gleichzeitig ihren rechtsnationalen Wählern mit Patriotismus, Rechtsstaatlichkeit und EU- und Euroabschaffung daher kommt.
Ich meine, unglaubwürdiger geht´s ja wohl nicht mehr.
Sind viele Ossis wirklich so doof oder was ist mit denen los?
Warum wählen die den Metzger, der sie dann zur Schlachtbank führt?
Haben die nach 30 Jahren Mauerfall noch immer nichts begriffen und dazugelernt?
Ergänzung ()

Ich denke das Grundübel von allem, ist der Mensch selbst.
Solange er seine unstillbare Hab- und Geldgier nicht in den Griff bekommt, werden wir niemals in einer gerechten, ökologisch intakten und vor allem friedlichen Welt leben können.
Es geht immer nur um Geld, Macht, Ruhm und Ansehen und die Befriedigung des eigenen Egos.
Um hier mal Bohlen zu zitieren: „Haste Kohle, haste Autos, haste Frauen!“
So könnte man es wohl Gossensprachemäßig ausdrücken.
Jede Ideologie, egal ob Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus sind zum Scheitern verurteilt, weil sie immer nur bestimmten Interessensgruppen dient und diese immer ihren eigenen Vorteil suchen.
Unser kapitalistisches System ist auf den Mangel und die Konkurrenz aufgebaut.
Weil nur im Mangel von Geld, der Geldwert erhalten bleibt.
Deshalb wünschen sich gerade die Wohlhabenden und Reichen oft ein deflationäres, goldgedecktes Geldsystem.
Bitcoin steht jetzt hoch im Kurs, da als mögliche, dezentrale, digitale Zukunftswährung deflationär und natürlich ideal geeignet zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche.
Konkurrenz sorgt dafür, dass man gegeneinander und nicht miteinander agiert.
Ziel ist es, den Konkurrenten aus dem Markt zu drängen, um selbst mehr vom Konsumenten-Kuchen abzubekommen.
Man strebt Übernahmen, Monopole und Alleinstellungsmerkmale an, um dann den Markt zu dominieren und die Marktbedingungen zu diktieren.
Selbst auf politische Entscheidungen lässt sich dann mit starkem Lobbyismus und Kapital Einfluss nehmen.
Ich denke da z. Bsp. an Parteispenden.
AWD-Drücker Maschmeyer hat ja gerade der FDP 200.000 Euro gespendet.
Kein Problem für ihn, denn immerhin verfügt er über ein Privatvermögen in Höhe von ca. 1,1 Milliarden Euro.
Dadurch werden dann direkt politische Entscheidungen demokratisch gewählter Volksvertreter zu eigenen Gunsten beeinflusst.
Stichwort: Mövenpick / FDP oder die Schwarzgeldaffäre der CDU um Waffenhändler Schreiber, wo auch W. Schäuble und Ex-Bundeskanzler H. Kohl tief im Parteispendensumpf mit verstrickt waren.
 
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BridaX schrieb:
Die DDR steckt womöglich vielen noch in den Knochen.
In der DDR musste halt vieles, was im Westen zu wirtschaftlichem Erfolg beigetragen hat, hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden.

Dadurch ist nicht nur der DDR-Führung nicht so recht aufgefallen, in welche Richtung sich die Zivilgesellschaft eigentlich entwickelt.
Dafür hatte man seine ideologisch eingefärbten Definitionen ... in der DDR gab es per Definition keine Arbeitslosen ... nur Arbeitsunwillige (wen erinnert das noch an Passagen in diesem Thread?), es gab per Definition keine Rechten, weil es (ebenfalls per Definition) das DDR-Bildungssystem unmöglich machen sollte (und damit per Definition Erfolg hatte), überhaupt eine rechte Gesinnung zu entwickeln.
Tatsächlich hat das aber alles nur dafür gesorgt, dass die Leute vorsichtiger mit ihrer Meinung wurden.
Wenn die AfD und ihre Anhänger heute von "Rede-" bzw. "Denkverboten" sprechen, dann triggert das tief verwurzelte Ängste vor einem Zustand, den man 1990 für immer für überwunden geglaubt hatte. Nur die Rechten hielt man in der DDR-Führung so dermaßen für unmöglich, dass die ihre Gesinnung ganz offen zur Schau stellen konnten, und die SED-Spitze trotzdem nichts sehen konnte.
Vom Westen aus hat man das ab 1990 dann überdeutlich gesehen ... national befreite Zonen, NoGo-Areas bei der WM, brennende Asylantenheime und ganze Landstriche, in denen man ohne Probleme Rechtsrock-Konzerte veranstalten konnte ... teilweise schauen die Bürgermeister da noch heute lieber in die andere Richtung und gehen gegen antifaschistische Gegendemos vor während auf dem Eventgelände der "deutsche Gruß", neben Hakenkreuzen (allerdings in der dreizackigen Variante) gezeigt wird und in jedem dritten Lied zu Gewalt gegen Andersdenkende und vor allem andere "Rassen" aufgerufen wird.

Das alles hat seinen Ursprung meiner Meinung nach vor allem in der DDR und ihrem Zwangs-Antifaschismus, aber auch im ziemlich brutalen Ausverkauf der Osterweiterung der BRD nach der Wende.


Im Denken der DDR-Führung konnte der Sozialismus nicht scheitern ... "den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf" ... dass ein paar Ochsen und Esel im ZK der SED das durchaus schaffen würden, das war bis zum Ende keinem dieser Ochsen und Esel klar.

Der Spruch "40 Jahre DDR - Erfolg verpflichtet" anlässlich des 40. Jubiläums der DDR-Gründung (1989) sagt doch im Grunde schon, wie weit die DDR-Führung von der Realität im eigenen Land entfernt war.
Aber eine träumende Monade ist eben einfach zufrieden damit, eine träumende Monade zu sein.
 
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DerOlf schrieb:
In der DDR musste halt vieles, was im Westen zu wirtschaftlichem Erfolg beigetragen hat, hinter vorgehaltener Hand diskutiert werden.
Olf, meiner Meinung nach, wurde auch vieles aus der UdSSR diktiert, was in der DDR politisch umgesetzt wurde.
Den Mauerfall gab es letztlich auch nur deshalb, weil Michail Gorbatschow Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umgestaltung) als Zielrichtung für Reformen in der maroden Sowjetunion vorgab.
Diese Entwicklungen der Öffnung zum kapitalistischen Erzfeind hin, kamen auch der Protestbewegung in der DDR zugute, die mit ihren Montagsdemonstrationen immer größeren gesellschaftlichen Druck auf Honeckers SED Regime ausübte.
Ich glaube, dass die Entscheidung zur historischen Grenzöffnung am 09.11.1989 nur durch Gorbatschow, dessen Reformpolitik und Wohlwollen möglich war.

Ich denke, viele Ossis und auch Wessis, die heute im Turbokapitalismus unglücklich sind, sollten sich diese Worte anhören und dann Bilanz ziehen, was aus ihren Wunschvorstellungen und Hoffnungen tatsächlich nach 32 vergangenen Jahren übrig geblieben ist.
Ich meine, der Sozialismus wurde ausverkauft und westliche Glücksritter haben dabei prächtige Geschäfte beim Ausverkauf der DDR gemacht!
Sicher auch ein Grund, warum viele Ossis extrem frustriert sind, man hat sie schlicht und ergreifend über den Tisch gezogen!
Da helfen dann auch 100 Mark Begrüßungsgeld und Soli nichts mehr.
Das schreibe ich als Wessi, der sich nicht am Ausverkauf der DDR bereichert hat.
 
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Natürlich hatte Gorbatschow damit viel zu tun ... daher ist er ja auch für die Hardliner noch immer "der Verräter des Sozialismus". Tatsächlich hat er aber wohl eher versucht, den Sozialismus bzw. die UdSSR zu retten.
So wie ich das damals mitbekommen habe, ging die Maueröffnung primär auf ein SED-internes Kommunikationsproblem zurück.
Ich sage nur "Ähhh ... soweit ich weiß ... ääh ... ab sofort".
Danach konnte man im Grunde nur noch die Grenztruppen instruieren, die Massen durchzulassen, denn alles andere hätte wohl ein Blutbad auch unter den Grenztruppen gegeben. Dass Gorbatschow der roten Armee befiehlt, einzuschreiten, war mehr als nur unwahrscheinlich.
In der Rede aus der obiger Satz stammt, ging es nicht um eine allgemeine Grenzöffnung (den Mauerfall), sondern lediglich um eine Reiseerlaubnis für DDR-Bürger. Wahrscheinlich hat man angenommen, die würden freiwillig zurückkommen ... und DAS hätte man aus Erfahrung echt besser wissen können.
Aus meiner Perspektive ist das für die DDR-Führung einfach dumm gelaufen ... ich glaube tatsächlich, dass die nicht die geringste Ahnung vom Ernst der Lage hatten.

Immerhin wirkte unser Kandesbunzler damals echt glücklich ... das meine ich ehrlich ... so freudestrahlend habe ich den selten gesehen ... der wirkte ja fast wie der Laschet vor den fallenden Umfragewerten.
 
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DerOlf schrieb:
Immerhin wirkte unser Kandesbunzler damals echt glücklich ... das meine ich ehrlich ... so freudestrahlend habe ich den selten gesehen ... der wirkte ja fast wie der Laschet vor den fallenden Umfragewerten.
Ich habe schon per Briefwahl gewählt, aber ganz gestimmt nicht Laschet und CDU.
 
Vitrex2030 schrieb:
Das schreibe ich als Wessi, der sich nicht am Ausverkauf der DDR bereichert hat.
ich habe 1990 auch noch gehofft, dass die DDR sich nicht gleich annektieren lässt. So wie der erste Redner in deinem Tagesschau-Ausschnitt es ja auch gesagt hat ... allerdings stand damals nicht der Sozialismus zwischen Untergang und Chance, sondern die Bevölkerung der DDR ... die SED hätte man für ein demokratisches System nichtmal gebraucht ... dafür hätten die "Blockflöten" wohl ausgereicht.

Es ist aber müßig, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, was anders hätte laufen können ... denn es ist nunmal so gelaufen, wie es gelaufen ist. Inklusive Treuhand und Ausverkauf.
Ergänzung ()

Vitrex2030 schrieb:
Ich habe schon per Briefwahl gewählt, aber ganz gestimmt nicht Laschet und CDU.
Darauf bezog sich das auch nicht ... ich freue mich einfach auch für CDUler, wenn ich denke, dass die gerade glücklich aussehen.

Wählen würde ich auch ein Honigkuchenpferd nicht, solange es für die CDU antritt.
Ich freue mich auf das soziale Event Wahl ... natürlich gehe ich ins Wahllokal ... aber ich halte Abstand, trage Maske und benutze einen mitgebrachten Kuli.
Allerdings wird das auf meine Wahlentscheidung alles keinen Einfluss nehmen.
Mich davor und danach mit Kumpels zu besaufen, habe ich allerdings nicht mehr nötig.
 
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Godde schrieb:
Nur BWLer schreiben so einen Müll. Und ich habs selbst zu viel BWL genoßen.

Die BWLer und VWLer sind Mehrheitlich keine Marktradikalen und betonen die Probleme immer wieder, es ist das Problem der Politiker und Wähler.
 
Vektorfeld schrieb:
Die BWLer und VWLer sind Mehrheitlich keine Marktradikalen und betonen die Probleme immer wieder
Bei den VWLern kann ich das unterschreiben ... aber bei BWLern?
Das ist wahrscheinlich einfach perspektivabhängig. Ich sehe mich selbst ja auch nicht als Antikapitalisten ... aber nicht ganz weniger hier werden das wohl anders erleben.

Auf die Probleme immer wieder hingewiesen zu haben, bietet auch den Luxus, hinterher jede Schuld von sich weisen zu können. "ICH hab's euch ja gesagt, aber IHR wolltet ja nicht hören".
Das ist ne nette Versicherung, die das Risiko minimiert. Man kann ja trotzdem in Waffenschiebereien und Giftmüllverklappung investieren, die Gewinne zwecks Straf- und Steuervermeidung verschleiern und davon wunderbar leben.

Wie sagte angeblich unser Herzjesulein?
"An ihren Taten ...".

Worte sind erstmal nur Schall und manchmal ein bisschen Rauch.
 
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DerOlf schrieb:

Die BWLer nutzen nur 100% den gesetzlichen und steuerlichen Spielraum aus der Ihnen von der Politik gewährt wird. Kein Unternehmen kann es sich langfristig erlauben dies nicht zu tun, solange die Konkurrenten es eben tun. Das ist einfache Spieltheorie.
 
Vektorfeld schrieb:
Das ist einfache Spieltheorie.
Stimmt ... die begründet sogar die ständigen Versuche, die Spielräume zum eigenen Vorteil zu erweitern oder sie auch einfach zu umgehen.

Das kann man an kleinen Kindern wunderbar beobachten, wenn wiedermal jemand die Änderung der Regeln vorschlägt, weil er glaubt, dann noch gewinnen zu können oder sogar nach offensichtlichen Schummelversuchen alles abstreitet.

WIe erklärt die Spieltheorie eigentlich den Lobbyismus und seine Folgen für die Spielregeln?

Zum Thema Spieltheorie mal ein kleines Video von maiLab.
 
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DerOlf schrieb:
WIe erklärt die Spieltheorie eigentlich den Lobbyismus und seine Folgen für die Spielregeln?

Im Prinzip könnte man damit argumentieren dass hier auch ein Freerider Problem aufkommt wie es bei Mai beschrieben wird, da ja z.B ein einzelnes Automobil-/Lebensmittelunternehmen usw. bei einer Beeinflussung der Gesetzgebung gleichzeitig die Regeln für alle anderen Automobil-/Lebensmittelunternehmen verbessert. Wieso dann überhaupt lobbyieren wenn die Konkurrnez mit profitiert?

Praktisch ist es aber ja so dass sich die Unternehmen in Verbänden sammeln und diese dann für alle Lobbyieren.

Wird interessant wie sich die Games-Branche in Zukunft in der Politik etablieren kann, jetzt wo der Wirtschaftszweig immer relevanter wird und auch die Sportvereine ziemlich tief im E-Sport stecken
 
Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass das so zu verstehen ist, dass einzelne Interessengruppen die Spielregeln zu ihrem Vorteil umzugestalten versuchen und das auch noch positive Wirkung füralle hat.

Denn im Grunde ist doch die Änderung der Spielregeln zu gunsten einzelner Mitspieler genau das, was das Dilemma erst verursacht. Das sieht man doch auch daran, dass das Gemeinohl-Spiel sofort endet, wenn alle nur zum eigenen Vorteil agieren (und ihren Euro behalten).
Der Profit aller wird durch die Gier einzelner geschmälert ... und daran, dass da keiner wirklich Bock drauf hat, scheitert das Spiel dann.

Ich habe eben auch nur begrenzt Lust, meinen Mitbewohnern hinterher zu putzen, nur weil ich es in der gemeinsamen Küche gerne sauber haben will, wenn ich was kochen möchte.
Irgendwann lasse ich es, und putze eben bedarfsgerecht (also nur, wenn ich gerade was sauberes brauche). Natürlich bin ich damit teil des Dilemmas, denn ich steige ja in gewisser Weise aus, und nutze das Gemeingut nur noch zum eigenen Vorteil.
Der Rest scheint ja kein Problem damit zu haben, vorm Kochen erstmal abwaschen zu müssen ... ich mache das nach dem Essen ... da finde ich das nämlich einfach etwas weniger eklig, als drei Tage später.
 
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DerOlf schrieb:
noch positive Wirkung füralle hat
Für alle im entsprechenden Lobbyverband

DerOlf schrieb:
zu gunsten einzelner Mitspieler
Wenn der Lobbyismus z.B. die öffentliche Aufträge für ein Unternehmen bringen soll, dann ist es komplett egoistisch, wenn es aber darum geht gesetzliche Regulierungen zu Verhindern/aufzuweichen, dann ist es schon "Gemeinwohl"- orientiert. Nur geht es eben um das "Gemeinwohl" der Shareholder des Industriezweiges und nicht um das Gemeinwohl der gesamten Volkswirtschaft.
DerOlf schrieb:
durch die Gier einzelner geschmälert ... und daran, dass da keiner wirklich Bock drauf hat, scheitert das Spiel dann.
Nein, es scheitert weil alle Spieler rational handeln und ihren Nutzen maximieren wollen. Wie heißt es so schön? "Blame the game, not the player". Verhält man sich nicht rational verliert man doppelt, einmal in der eigenen Bilanz und den relativen Abstand zu den Konkurrenten, die sich rational verhalten.
 
@Vektorfeld
Ein solches Handeln gegen das Gemeinwohl können wohl nur Egoisten für rational halten.

Ich stelle also fest, dass du das Dilemma des Allgemeinguts nicht so recht verstehst, oder eben (wie für Egoisten typisch), einen kurzfristigen Vorteil dem langfristigen Funktionieren eines für ihn nicht ganz so profitablen Systems vorzieht.
Zumindest scheinst du dieses Handeln für rational zu halten.
Ich halte es für ziemlich dumm.

Wenn man sich damit beschäftigt, was egoistische Rationalität so alles rechtfertigt, dann muss man sich über den Zustand der Welt (vor allem der Umwelt) eigentlich nicht mehr wundern.
Das muss so, weil es kurzfristig bzw. -sichtig einfach "vernünftiger" ercheint, die Umwelt zum eigenen Vorteil zu zerstören, als sich an Gemeingut in gutem Zustand zu erfreuen. Davon könnten dann ja alle profitieren, und das ist genau das, was der Egoist eben NICHT will ... der will eine Welt in der ER am meisten profitiert.

Leider sehen das alle (oder zumindest sehr viele) so ... also führt das auch regelmäßig mal zu streit in dem es im Grunde nur darum geht, wer auf Kosten aller anderen das größte Stück vom Kuchen abbekommt.
Vektorfeld schrieb:
Blame the game, not the player
Wenn es Spieler gibt, die sich zum Beispiel gegen jede eventuell positive Veränderung der Regeln stellen (weil das in der Gier-Denke halt rational erscheint), dann kann man irgendwann nicht mehr das Spiel für sein fortwährendes Scheitern verantwortlich machen.
Denn dann liegt das an Spielern, die ihre Möglichkeiten auf Kosten anderer zu gewinnen, um jeden Preis verteidigen wollen.
Genau das machen z.B. die Lobbyvereine der Autobranche, der Land- und Forstwirtschaft oder so ziemlich jedes etwas bedeutenderen Wirtschaftszweiges, wenn sie sich gegen Lobbyregister stellen, Parteispenden auf unter €50.000,- beschränken (Anonymität hilft beim Abzocken ... und Parteispenden bis 50.000 sind seit 2002 nicht mehr meldeflichtig) oder sich dafür stark machen, dass beim Finanzamt NICHT mehr Wirtschaftsprüfer eingestellt werden können.

Allein das Spiel könnte man dafür nur verantwortlich machen, wenn es nicht auf diese Weise manipulierbar wäre.
Leider sind die Regeln eben nicht auf "Unmanipulierbar" gebürstet und für die Manipulatoren ist es eben "rational", dafür zu sorgen, dass das auch so bleibt.

Ich spiele jetzt mal ein bisschen ...
Das Gemeingut-Spiel im Video ist stark vereinfacht ... erweitern wir es um eine Regel, dass man "alles oder nichts" Einsetzen muss.
Und jetzt stell dir mal vor, die anderen würden nicht aussteigen und nur einer oder 2 behalten konsequent jede Runde ihren Einsatz.
Bei diesen Beiden ist der Gewinn gleich Null und ihr Vermögen steigt jede Runde garantiert um den Betrag X (das, was du in jeder Runde als Grundeinsatz erhältst) an. Der Rest setzt Alles und die Summe der gemachten Einsätze wird verdoppelt und wieder durch N (Anzahl Teilnehmer) geteilt.
Was passiert?
Genau ... die Gewinne ALLER bleiben unterm Optimum ... und irgendwann wird der Effekt sogar stark genug, dass auch die Verweigerer einen Gewinn unterhalb des Optimums erzielen (kurzfristig liegen sie natürlich drüber).
Hätten sie sich nicht dazu entschieden, nichts zu setzen, dann hätten auch sie bis in die Ewigkeit hinein das Optimum aus dem Spiel herausholen können. Und dieses Optimum tendiert durch die Zusatzregel gegen unendlich, denn das was da passiert ist exponentielles Wachstum.
Wie die individuellen Gewinne dabei jede Runde aussehen, wenn du X=1 setzt, kannst du dir an den Zweierpotenzen ansehen. Den Verlust aller durch ein, zwei, drei oder M Aussteiger zu berechnen, ist etwas komplizierter aber auch kein Hexenwerk.
daran ändert sich nebenbei auch nichts, wenn die Leute nicht komplett aussteigen ... auch das mindert langfrristig den möglichen Gewinn aller ... auch den der Geizkragen.
Durch Ausstieg oder sparen wird dieses Spiel insgesamt einfach weniger profitabel.
Oder in Reallife ... der allgemeine Wohlstand steigert sich langsamer, als er könnte.

Langfristig ist das also alles andere als rational. Mal vom mathematischen Standpunkt aus.
Der echte Gierhals bleibt dabei und scheißt halt drauf, dass es bei allen anderen ganz genau so gut funktioniert. Denn dadurch läuft das Spiel, von dem er profitiert endlos und er muss sich nie ärgern, dass es vorbei ist und er nicht NOCH mehr hat rausholen können.
Wenn niemand aussteigt, gibt es eigentlich keinen rationalen Grund auszusteigen. Der kurzfristige Gewinn durch Ausstieg ist langfristig irrational, wie ich oben gezeigt habe.

Das Spiel könnte auch ewig weiterlaufen, wenn alle abwechselnd immer nur für eine Runde aussteigen ... aber daduch steht am Ende eben auch keiner besser da. Und auch das mindert insgesamt den möglichen Gewinn aller.
Eigentlich ist in diesem Spiel das Streben danach, besser als die anderen zu profitieren, langfristig irrational.

Leider hat die Realität nicht ganz so einfache Regeln, wie das Gemeingut-Spiel oder das Gefangenendilemma und die meisten der hier "neu eingeführten" Regeln sind einfach nicht überprüfbar.
In der Realität wird es nie allen unendlich gut gehen, nur weil alle fein das Gemeingut pflegen.
Das ganze ist eher theoretischer Natur, aber dieFolgen egoistischen Handelns kann man nunmal überall beobachten ... dafür muss man nichtma das WG-Leben kennen.
Wie viele Masken seht ihr auf einem Spaziergang einfach so rumliegen?
Ich sehe fast immer nur Leute, die die Dinger brav in eine Mülltonne schmeißen ... aber die Masken laufen da halt auch nicht von selber hIn, wo man sie liegen sieht ... naja ... wahrscheinlich hebt der Wind sie aus der Mülltonne hinaus :lol: ... alle Drölfzigtausend.
 
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Hallo

Vitrex2030 schrieb:
Eine Partei wie die AfD, die mit Humanismus, Gleichstellung der Geschlechter und sozialer Gerechtigkeit so rein gar nichts am Hut hat,
Wie hat es dann eine lesbische Frau an die Parteispitze geschafft ?

Vitrex2030 schrieb:
Ich denke das Grundübel von allem, ist der Mensch selbst.
Solange er seine unstillbare Hab- und Geldgier nicht in den Griff bekommt, werden wir niemals in einer gerechten, ökologisch intakten und vor allem friedlichen Welt leben können.
Was soll uns dann ein anderes politisches System bringen, solange die Menschen das Problem sind ?

Vitrex2030 schrieb:
Es geht immer nur um Geld, Macht, Ruhm und Ansehen und die Befriedigung des eigenen Egos.
Und das ist auch gut so, nur mit philosophieren in Foren kann man seine Lebenshaltungskosten nicht decken.

Vitrex2030 schrieb:
Um hier mal Bohlen zu zitieren: „Haste Kohle, haste Autos, haste Frauen!“
So könnte man es wohl Gossensprachemäßig ausdrücken.
Lieber Gossensprache und Geld haben als kluge Reden schwingen und pleite sein.

DerOlf schrieb:
Bei den VWLern kann ich das unterschreiben ... aber bei BWLern?
BWLer machen in der Regel auch nicht was sie wollen, BWLer sind meistens auch nur Ausführende die das machen was ihnen der Chef vorgibt.

DerOlf schrieb:
Ich halte es für ziemlich dumm.
Ach so, alle die nicht so denken wie du sind dumm, lieber dumm und Geld haben als klug und pleite sein.
So findet jeder etwas anderes dumm, ich finde es dumm sich weit unter seinem Bildungsniveau und daraus resultierenden Marktwert zu verkaufen.

Grüße Tomi
 
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