Weltanschauungen im Allgemeinen, Systemkritik, Diskussionen rund um den Kapitalismus

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Hallo

Discovery_1 schrieb:
CDU/CSU, SPD, FDP, GrĂŒne raus aus dem Bundestag. Diese Parteien, die seit Jahrzehnten konsequent Politik gegen die Mehrheit der BĂŒrger machen.
Warum hat diese angebliche Mehrheit dann vor kurzem nicht Die Linke gewÀhlt ? Keine Lust zu wÀhlen oder doch keine Mehrheit ?
Wieso wurde Die Linke mit nur 4,9% faktisch aus dem Bundestag raus gewÀhlt und darf nur noch wegen 3 Direktmandaten mitspielen ?
Ihr hattet im September die Chance etwas zu Ă€ndern, ihr habt diese Chance nicht genutzt weil ihr zu wenige seid und/oder andere von eurer Mission nicht ĂŒberzeugen könnt, Pech gehabt.

Discovery_1 schrieb:
Diese Einheitspartei, die nur Politik fĂŒr die Reichen macht.
Genau und ab 3000€ Netto ist man reich.

Discovery_1 schrieb:
Die Politiker von CDU/CSU, SPD, FDP, GrĂŒne und die AfD vertreten nur die Interessen von den Besitzern der großen Unternehmen.
Ich als Angestellter fĂŒhle mich von der CDU hervorragend vertreten.

GrĂŒĂŸe Tomi
 
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Hallo

Discovery_1 schrieb:
Die Linke ist die einzige Partei in Deutschland, die wirklich die (finanziellen) Interessen von der Mehrheit der BĂŒrger vertritt. Nur leider begreifen das immer noch nur sehr, sehr wenige Menschen.
Es macht nichts das ich das nicht begreife, ich begreife zumindest das ich ganz alleine fĂŒr meine finanziellen Interessen zustĂ€ndig bin und das mir das niemand abnimmt (auch nicht Politik/er).
Ganz einfach selber durch Arbeit die Brieftasche fĂŒllen und nicht darauf warten das Almosen von der Politik kommen.
Man kann sich nur auf sich selber verlassen, wenn man sich auf andere verlÀsst (auch auf Politik/er) ist man verlassen.

GrĂŒĂŸe Tomi
 
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Tomislav,

ich verstehe dich sogar. Du findest dich damit ab und versuchst fĂŒr dich das Beste daraus zu machen, ist legitim. WĂŒrde aber jeder so handeln und nichts hinterfragen oder Ă€ndern wollen, wĂŒrden wir Menschen immer noch auf BĂ€umen sitzen bzw. in Höhlen leben.
Dass so wenige die Linke wĂ€hlen liegt an der Gegenpropaganda und an sonst nichts. Was sollte sich denn erstmal groß Ă€ndern, außer ein paar kosmetische Dinge am System. ZurĂŒck zu einer sozialen Marktwirtschaft 2.0. Mehr wĂŒrde es nicht geben, wenn ĂŒberhaupt.
Wenn es nicht von der Wurzel her wĂ€chst, kannst du es nicht einfach ĂŒberstĂŒlpen, das funktioniert nicht. Revolution wird es nicht geben.
Es wird auch keinen Green New Deal im Kapitalismus geben, zumindest nicht so, dass sich die Klimaziele einhalten lassen und das Artensterben, die soziale Frage gelöst werden. Wer das glaubt, glaubt an den Weihnachtsmann, das wĂŒrde ich jedem der in einer öffentlichen Debatte sitzt so sagen.
Leute die sich fĂŒr schlau und gebildet halten, lassen so einen Bullshit ab. Da muss man doch ehrlich sein und sagen, Profitinteressen gehen immer vor. Alles andere ist gelogen.
Es wird eklig werden, wie eklig, das liegt an uns.
Das sollte man den Menschen sagen.
Alleine schon dass solche Luschen wie Lindner jetzt die FÀden in der Hand halten, zeigt mir doch wie wenig ernst ich meinen Mitmenschen in politischen Fragen nehmen kann. Das ist lÀcherlich.
Solche Kasper nutzen die BĂŒhne um sich selbst darzustellen, sonst gar nichts. Und nur weil sich so einer gut ausdrĂŒcken kann und rhetorisch geschult ist, heißt das noch lange nicht, dass er die Wahrheit sagt oder kennt, seine vielleicht.
Aber Menschen lassen sich gerne von Äußerlichkeiten beeindrucken, zumindest politisch ungebildete.
 
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Godde schrieb:
[...] versuchst fĂŒr dich das Beste daraus zu machen, ist legitim. WĂŒrde aber jeder so handeln und nichts hinterfragen oder Ă€ndern wollen, wĂŒrden wir Menschen immer noch auf BĂ€umen sitzen bzw. in Höhlen leben.

Dem wĂŒrde ich widersprechen. Jeder Mensch strebt danach das Beste fĂŒr sich und sein direktes Umfeld rauszuholen. Nur deswegen gibt es ĂŒberhaupt einen Fortschritt. Egoismen sind im gewissen Maß völlig gesund und angebracht. Erst wenn es mir gut geht kann ich anderen helfen.

Godde schrieb:
Dass so wenige die Linke wÀhlen liegt an der Gegenpropaganda und an sonst nichts.

NatĂŒrlich. Das behaupten auch Parteien des anderen Spektrums.

Godde schrieb:
Es wird eklig werden, wie eklig, das liegt an uns. Das sollte man den Menschen sagen.

Politik hat zur Aufgabe das Gemeinwesen zu fĂŒhren - in einer vollkommen globalisierten Welt. Sicherlich aber nicht jedem einzelnen gerecht zu werden und immer die gegenwĂ€rtige (vermeintliche) Wahrheit auszusprechen. Mit Pessimismus, Schuldzuweisungen und Angstmacherei geht es sicherlich nicht vorwĂ€rts.
 
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BridaX schrieb:
Erst wenn es mir gut geht kann ich anderen helfen.
Es gibt aber genĂŒgend Menschen, denen es finanziell sehr gut geht und gar nicht helfen wollen. Diese Personen sind freiwillig nicht bereit, sich ĂŒberhaupt an der Finanzierung eines Staates zu beteiligen. Das sind z. B. vor allem die Besitzer von den großen Dax-Konzernen. Je reicher, desto weniger ist die Bereitschaft vorhanden, sich fĂŒr die Gesellschaft finanziell einzubringen. So sehe ich das zumindest. :D Und wenn das so ist, dann mĂŒssen diese Personen halt zu ihrem GlĂŒck politisch gezwungen werden. Und das tut die Politik eben nicht. Sie verteilt die Kosten unserer Gesellschaft immer mehr auf die normal arbeitenden Menschen, wĂ€hrend sie die Reichen gleichzeitig immer mehr aus der finanziellen Verantwortung entlassen. Das sorgt seit Jahrzehnten dafĂŒr, das der "Wohlstand" der normalen Bevölkerung immer weiter abnimmt.
 
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Discovery_1 schrieb:
Es gibt aber genĂŒgend Menschen, denen es finanziell sehr gut geht und gar nicht helfen wollen. Diese Personen sind freiwillig nicht bereit, sich ĂŒberhaupt an der Finanzierung eines Staates zu beteiligen.

Abseits normaler Steuerabgaben ist es auch deren gutes Recht. Denen kann egal sein was du davon hÀltst, es ist deren Geld, nicht deins.

Discovery_1 schrieb:
Das sind z. B. vor allem die Besitzer von den großen Dax-Konzernen. Je reicher, desto weniger ist die Bereitschaft vorhanden, sich fĂŒr die Gesellschaft finanziell einzubringen. So sehe ich das zumindest. :D

Das sehe ich auch anders. Zig tausende ArbeitsplĂ€tze fallen nicht einfach so vom Himmel. Sich gesellschaftlich mehr einbringen geht fast gar nicht. Zumal ich die Verantwortung fĂŒr ein solches Unternehmen fĂŒr kein Geld der Welt ĂŒbernehmen wĂŒrde.

Discovery_1 schrieb:
Und wenn das so ist, dann mĂŒssen diese Personen halt zu ihrem GlĂŒck politisch gezwungen werden. Und das tut die Politik eben nicht.

Zum GlĂŒck.

Discovery_1 schrieb:
Sie verteilt die Kosten unserer Gesellschaft immer mehr auf die normal arbeitenden Menschen, wĂ€hrend sie die Reichen gleichzeitig immer mehr aus der finanziellen Verantwortung entlassen. Das sorgt seit Jahrzehnten dafĂŒr, das der "Wohlstand" der normalen Bevölkerung immer weiter abnimmt.

Das ist lediglich deine Wahrnehmung.
*Wohnimmobilien können durchaus eine starke Belastung darstellen, bilden aber nicht die gesamten Ausgaben eines Haushalts ab (siehe Inflationsrate). Dem könnte man zudem noch den beanspruchten Wohnraum pro Kopf entgegen fĂŒhren der seit 1996 jĂ€hrlich um ~1,05% angestiegen ist. Also ein weiterer Anstieg des Lebensstandards der mit den steigenden Preisen von Wohnimmobilien korreliert.
 
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Bennomatico schrieb:
Mit Durchschnitten zu argumentieren, ist in dem Zusammenhang wohl kaum zielfĂŒhrend.

Man kann sich auch dem Median bedienen, die Zahlen werden sich vermutlich nicht wesentlich Àndern.

Mit Pauschalisierungen und Minderheiten zu argumentieren, und dadurch RĂŒckschlĂŒsse auf die gesamte Gesellschaft zu schließen, finde ich genauso wenig zielfĂŒhrend.

Wie wĂŒrdest du in dem Zusammenhang argumentieren?
 
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Fakt ist, dass knapp die halbe Gesellschaft defacto kein oder negatives Vermögen hat. Minderheit sieht fĂŒr mich anders aus.
 
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Du musst dir Reallöhne anschauen, die bereinigt sind. Da wirst du sehen dass viele weniger in der Tasche haben wie vor 20 Jahren.
WĂŒrde ich in gleichem Maß Lohnsteigerungen haben, wie zB der Strompreis gestiegen ist, könnte ich mich fĂŒr mich selbst erstmal gar nicht beschweren. Hahaha.
Aber ich denke nicht nur an mich, ich habe das GlĂŒck nicht gerade an finanzieller Not zu leiden.
 
Bennomatico schrieb:
In der ĂŒblichen Weise. Betrachtung der einzelnen Perzentile der Vermögensverteilung.

Hast du diesbezĂŒglich auch eine Quelle die diese Perzentile aufzeigt?

Zudem wĂŒrde ich zwischen Schulden und Überschuldung strikt differenzieren. Wenn ich mich heute fĂŒr z.B. eine eigene Immobilie bewusst verschulde, dann wird mein Vermögen lediglich in die Zukunft projiziert. Darauf basiert nun mal unsere Wirtschaft - schulden machen. Ich kann wie der König leben, aber kein Vermögen haben.

Godde schrieb:
Du musst dir Reallöhne anschauen, die bereinigt sind.

Reallöhne sind doch lediglich Löhne abzĂŒglich Inflation? Wenn die Nettoeinkommen seit 1996 jĂ€hrlich um 1,9% gestiegen sind und sich die durchschnittliche Inflation seit dem auf 1,4% belĂ€uft, dann sind die Reallöhne jĂ€hrlich um 0,5% angestiegen.

EDIT:

1637242855567.png

Quelle

1996 - bei 97,9 Punkten
2019 - bei 105,3 Punkten

Also lag ich mit 0,5% inflationsbereinigtem Lohnanstieg nicht weit entfernt.
 
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BridaX schrieb:
Hast du diesbezĂŒglich auch eine Quelle die diese Perzentile aufzeigt?
Link

BridaX schrieb:
Zudem wĂŒrde ich zwischen Schulden und Überschuldung strikt differenzieren. Wenn ich mich heute fĂŒr z.B. eine eigene Immobilie bewusst verschulde, dann wird mein Vermögen lediglich in die Zukunft projiziert. Darauf basiert nun mal unsere Wirtschaft - schulden machen. Ich kann wie der König leben, aber kein Vermögen haben
Abgesehen von GebĂŒhren und Zinsen Ă€ndert sich das Nettovermögen zum Zeitpunkt des Kaufes nicht. Der Summe des Kredits steht ja der Wert der Immobilie gegenĂŒber. Quasi Nullsummenspiel.
 
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Bennomatico schrieb:

Und wo siehst du deinen "Fakt" bestÀtigt?

"Fakt ist, dass knapp die halbe Gesellschaft defacto kein oder negatives Vermögen hat. Minderheit sieht fĂŒr mich anders aus."

"[...] Anders formuliert verfĂŒgte die eine HĂ€lfte der Erwachsenen ĂŒber ein Vermögen von weniger und die andere HĂ€lfte ĂŒber ein Vermögen von mehr als 26.260 Euro.

Im Jahr 2017 verfĂŒgten 14,5 Prozent aller Erwachsenen ĂŒber kein persönliches Vermögen."
-
https://m.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61781/vermoegensverteilung

14,5% sind meiner Auffasung nach durchaus eine Minderheit.

Bennomatico schrieb:
Quasi Nullsummenspiel.

Quasi. Die Verschuldung liegt zu Anfang (Tilgung, Instandhaltung, Steuern & Abgaben) dennoch ein wesentliches höher als der aktuelle (schwankende) Wert der Immobilie.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lohn als VerhĂ€ltnis von Arbeitslohn zum Preis der GĂŒter, das ist Reallohn. Wenn du da noch die letzen Preissteigerungen mit reinrechnest, stimmt das was ich sagte.
Das GefĂŒhl SelbststĂ€ndiger, die eigentlich immer am Jammern sind weil sie so viel zahlen, aber diejenigen sind, die am meisten Geldmittel zur VerfĂŒgung haben, ist dementsprechend oft falsch.

Es können also 14,5% keine RĂŒcklagen bilden. Schlimm genug. Die einen wissen nicht wohin mit der Kohle, die anderen schuften sich kaputt und mĂŒssen im Winter die Heizung runterdrehen. Schöne Welt.
 
Godde schrieb:
Wenn du da noch die letzen Preissteigerungen mit reinrechnest, stimmt das was ich sagte.

Einen Reallohnindex alla Godde gibt es aber nicht. Was wÀre die Steigerung, ein Realreallohn?

Godde schrieb:
Es können also 14,5% keine RĂŒcklagen bilden. Schlimm genug. Die einen wissen nicht wohin mit der Kohle, die anderen schuften sich kaputt und mĂŒssen im Winter die Heizung runterdrehen. Schöne Welt.

Das ist deine Interpretation. Es gibt andererseits bestimmt genug Menschen die sich zum Teil bewusst verschulden, nicht mit Geld umgehen können oder einfach aus Lebenslust hartzen. Die fallen auch in die 14,5%.

Damit will ich ja nur sagen, dass alles relativ ist und nicht so schwarz ist wie von @Discovery_1 behauptet:

Das sorgt seit Jahrzehnten dafĂŒr, das der "Wohlstand" der normalen Bevölkerung immer weiter abnimmt.

Dem ist nicht so! Der Wohlstand der breiten Masse ("normale Bevölkerung") nimmt nicht ab, im Gegenteil.

Anders ausgedrĂŒckt, "die Reichen" werden einfach nur schneller reicher als der Rest. An sich muss das nicht negativ sein, sofern alle anderen zugleich mitwachsen (wenn auch deutlich langsamer) - was die Trends der letzten Jahrzehnte zumindest bestĂ€tigen.
 
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Scheinbar habe ich zu flapsig formuliert:
Bennomatico schrieb:
Fakt ist, dass knapp die halbe Gesellschaft defacto kein oder negatives Vermögen hat. Minderheit sieht fĂŒr mich anders aus.

50% der Bevölkerung hat 2,4% (defacto Null) Anteil am Vermögen. 20,9% , du hast die verschuldeten vergessen, leben von der Hand in den Mund oder sind verschuldet.
Der Wert des Medians betrÀgt 20% des arithmetischen Mittels.

Die Àrmere HÀlfte der Bevölkerung tangiert die Vermögensentwicklung einfach nicht. Es ist keine Besserung in Sicht. Im Hinblick darauf ist es ja wohl legitim zu sagen, dass die Politik scheinbar andere PrioritÀten setzt.
 
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