ATi blockiert freien Linux-Treiber

Christoph Becker
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ATi und die Linux-Treiber war immer schon eine eher schwierige Beziehung. Im Gegensatz zu den Treibern der Konkurrenz von nVidia, die durchaus Lob von vielen Seiten erhalten, waren die der Kanadier nie so wirklich das sprichwörtliche Gelbe vom Ei – und proprietär waren sie sowieso schon immer.

Der X.org-Entwickler Dave Airlie nahm sich dieser Situation vor einiger Zeit nun an und schrieb einen freien Linux-Treiber für alle Karten vom Typ „Radeon X1300“. Auf diese Eigenentwicklung machte der Programmierer nun in seinem Blog aufmerksam und berichtete gleichzeitig, dass der Quellcode des Treibers 600 Zeilen umfassen würde. Der selbst geschriebene Treiber bietet dabei Unterstützung für den 2D-Modus und zusätzlich ein Werkzeug zum Modesetting.

Freier Linux-Treiber schön und gut. Denn die ganze Geschichte besitzt leider einen nicht zu verachtenden Haken. So nutzte Airlie bei der Programmierung des Treibers Informationen, die er unter einem Non-Disclosure-Agreement (NDA) teilweise von seinem Arbeitgeber und teilweise von ATi selbst erhalten hatte. Das Ende vom Lied: Airlie reichte den Treiber bei ATi, mit der Bitte, diesen freigeben zu können, ein und erhielt seit dem keine Antwort der Kanadier – in über vier Monaten.

Als Konsequenz daraus möchte der Programmierer in Zukunft seinen Treiber nicht mehr weiterentwickeln, es sei denn er dürfe ihn doch endlich veröffentlichen. Große Geheimnisse enthalte dieser aber sowieso nicht, so Airlie.