3/3 Apple iPad mini im Test : Das Tablet mit iOS schrumpft

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Kamera & Kommunikation

Auch wenn viele Komponenten in gleicher oder ähnlicher Form vom iPad 2 stammen: Bei der Kamera hat Apple sich am iPad 3 und 4 orientiert. Denn der rückwärtige Sensor des kleinen iOS-Tablets löst mit fünf Megapixeln auf und bietet einen automatischen Fokus – auf einen LED-Blitz muss man allerdings verzichten. Bei ausreichender Helligkeit produziert die Kamera ausreichend gute Bilder, in anderen Situationen kommt es schnell zu einem leichten Bildrauschen. Der 1,2-Megapixel-Sensor auf der Front ist vor allem bei Video-Telefonaten hilfreich, auch hier gilt aber: Gutes Licht ist gleichbedeutend mit ausreichender Qualität, schlechte Verhältnisse sorgen schnell für unbefriedigende Ergebnisse.

Testaufnahme
Testaufnahme
Testaufnahme
Testaufnahme

Wie bei allen bisherigen iPad-Generation hat der Interessent auch beim iPad mini die Qual der Wahl: Neben der Größe des internen Speichers und der Farbe muss auch bezüglich der Kommunikationsfähigkeiten entschieden werden. Angeboten werden neben WLAN-only- auch Mobilfunkvarianten, die – wie auch beim aktuellen iPad 4 LTE-tauglich sind. Wie bei diesem – und auch beim iPhone 5 – kann allerdings hierzulande lediglich das 1,800-Megahertz-Netz der Deutschen Telekom genutzt werden, das überwiegend in Großstädten zum Einsatz kommt. Steht dieses nicht zur Verfügung, ist man auf HSPA+ und DC-HSPA begrenzt.

Fazit

Lange wurde darüber spekuliert, welche Bereicherung ein kleineres iPad für Apples Portfolio sein könnte, gerade in Hinblick auf die Konkurrenz aus dem Hause Google und Amazon – von neuen Käuferschichten und anderem war die Rede. Spätestens nach der Präsentation Ende Oktober wuchsen jedoch die Zweifel, dass das iPad mini diese, zugegeben große Rolle erfüllen kann. Denn: Apple kann oder will kein günstig.

iPad mini und Nexus 7
iPad mini und Nexus 7
iPad mini und Nexus 7
iPad mini und Nexus 7
iPad mini und Nexus 7
iPad mini und Nexus 7

Während es beim SoC meist nicht stört, dass der Neuling diesen vom großen und alten Bruder iPad 2 übernommen hat, fällt die identische Display-Auflösung von lediglich 1024 × 768 Pixeln sehr schnell negativ auf. Davon, dass Apple die Anzeige in den letzten Monaten in allen Geräteklassen als äußerst wichtig einstuft, ist beim iPad mini absolut nichts mehr zu spüren. Durch die pixelige Darstellung kommt beim Betrachten von Videos nur wenig Freude auf, auch beim Lesen von Texten stört die qualitativ schlechte Darstellung. Da hilft es nur wenig, dass man gegenüber der Konkurrenz deutlich mehr Fläche bei nur wenig größerem Gehäuse bietet. Denn sowohl das Nexus 7 als auch das Kindle Fire HD profitieren in dieser Hinsicht von den fehlenden 0,9 Zoll und der leicht höheren Auflösung.

Immerhin bewegt sich die Verarbeitung auf einem sehr guten und die Leistung sowie Laufzeit auf einem insgesamt guten Niveau, auch wenn letztere in hellen Umgebungen durch eine stärkere Belastung durch die Hintergrundbeleuchtung deutlich absackt.

Ist am Ende also doch alles gut? Nein! Denn in gewisser Weise hatte Steve Jobs durchaus Recht, das iPad mini ist salopp und überspitzt gesagt nutzlos. Denn die deutlich preiswerteren Konkurrenten machen von unten Druck, nur leicht über dem kleinen iOS-Tablet wartet das größere und technisch weitgehend identische iPad 2 auf Käufer. Anspruchsvolle potentielle Nutzer werden hingegen eher zum Nexus 10 oder zur vierten iPad-Generation greifen – Stichwort Display.

Apple iPad mini im Test

Bleibt am Ende also das vielbeschworene Ökosystem. Aber auch hier dominiert Apple nicht mehr so, wie es noch vor einem Jahr der Fall war. Android holt (sehr) langsam bei den angepassten Apps auf und will dies weiter beschleunigen. Mit Android 4.2 hat man zudem Funktionen wie beispielsweise die Mehrbenutzerverwaltung vorgestellt, mit denen man gegenüber iOS deutlich im Vorteil ist. Auf der anderen Seite bietet Amazon ein ähnlich geschlossenes, wenn auch weniger umfangreiches System mit zahlreichen Videos, Büchern und Musik.

Somit ist das iPad mini am Ende ein gerade noch gutes Tablet, das aber im Vergleich zu den Mitbewerbern schlicht zu teuer ist.

Apple iPad mini (WLAN 16 GB)
Produktgruppe Tablets, 16.11.2012
  • DisplayO
  • Leistung Produktiv+
  • Leistung Unterhaltung+
  • Laufzeit+
  • Verarbeitung++
  • sehr gute Verarbeitung
  • geringes Gewicht
  • gute Laufzeit bei mittlerer Display-Helligkeit
  • vergleichsweise kontrastarmes Display
  • geringe Auflösung
  • Speicher nicht erweiterbar

Erhältlich ist das iPad mini seit dem 2. November mit 16, 32 und 64 Gigabyte Speicher in den Farben Weiß und Schwarz. Ende November sollen die Mobilfunk-tauglichen Modelle folgen, die unter anderem LTE unterstützen. Die WLAN-Varianten sind zu Preisen ab etwa 330 Euro (16 Gigabyte), 425 Euro (32 Gigabyte) und 530 Euro (64 Gigabyte) erhältlich. Inklusive Mobilfunkmodem beginnt der Einstieg bei 460 Euro (16 Gigabyte), 560 Euro (32 Gigabyte) und 660 Euro (64 Gigabyte).

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