News : Nokia verteidigt Windows Phone gegenüber Aktionären

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Trotz stetig steigender Lumia-Absatzzahlen zeigen sich die Nokia-Anteilseigner unzufrieden. Auf der Jahreshauptversammlung des finnischen Herstellers fanden einige Aktionäre deutliche Worte, große Anleger verringerten zudem im Vorfeld ihr Engagement.

Denn wie im Rahmen der Versammlung bekannt wurde, trennte sich die finnische Pensionskasse Ilmarinen von 27 Prozent der Aktien, bleibt aber weiterhin zweitgrößter Anteilseigner. Ein Grund für den Verkauf der Aktien wurde nicht genannt, die Kritik anderer Anwesender dürfte jedoch eine Erklärung sein. Denn vor allem die Konzentration auf Windows Phone wurde mehrfach bemängelt, man habe sein Schicksal ganz und gar in die Hände Microsofts und dessen Plattform gelegt. Zwar hätten die Verkäufe der entsprechenden Smartphones zuletzt ein Rekordhoch erreicht, dies würde nach Ansicht der Kritiker aber nicht für das Überleben des Unternehmens ausreichen.

Das Unternehmen in Form von Vorstandschef Stephen Elop verteidigte den eingeschlagenen Kurs. Man habe diesen Weg gewählt und werde ihn fortsetzen, auch wenn er mit Risiken verbunden sei. Man werde auch weiterhin mit den Lumia-Modellen gegen Konkurrenten wie Samsung und Android antreten, so der Kanadier. Gleichzeitig räumte er Fehler ein und kündigte auch für die Zukunft kleinere Kurskorrekturen an, an der grundsätzlichen Entscheidung zugunsten Microsofts gebe es aber keine Zweifel.

Genau diese Beharrlichkeit aber wird vor allem von Analysten und Branchenkennern kritisiert. Aus diesen Kreisen heißt es, dass Elop zwar die Kosten klar gesenkt und somit das Überleben Nokias vorerst gesichert habe, eine Steigerung des Marktanteils sei ihm aber nicht gelungen. Deshalb sei es eine Überlegung wert, doch noch zusätzlich auf Google und Android zu setzen. Bis dahin wird eine Konzentration auf preiswertere Smartphones als der beste Ausweg betrachtet. Damit könne man gerade in den wichtigen Schwellenländern Anteile hinzugewinnen. Den Kampf um die Oberklasse gegen Apple und Samsung habe man verloren, so ein Analyst. Von unten drängen jedoch gleichzeitig die chinesischen Hersteller auf den Markt.