Entwicklerplattform : Microsoft .NET wird Open-Source-Software

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Entwicklerplattform: Microsoft .NET wird Open-Source-Software
Bild: Microsoft

Der Microsoft .Net-Stack wird Open-Source-Software und so erweitert, dass er unter Linux und Mac OS verwendet werden kann. Im Rahmen der Neugestaltung der Geschäftsbereiche bei Microsoft ist dies ein logischer Schritt nachdem der Konzern kürzlich bekannt gab, 20 Prozent der Azure-VMs liefen mit Linux.

Die Neuigkeit wurde in New York auf der Entwicklerkonferenz „Connect();“ bekanntgegeben. Bereits im April hatte es eine Ankündigung gegeben, der Konzern wolle einige seiner Entwicklungstechnologien wie den gesamten .NET-Server-Stack inklusive ASP.NET, den .NET-Compiler, die .NET-Core-Runtime, das Framework und die Bibliotheken als Open Source und Cross-Plattform freigeben und in der zu diesem Zweck gegründeten .Net Foundation zusammenfassen.

Heute wurde dieses Paket, das unter der MIT-Lizenz steht, um weitere Software wie die .NET Common Language Runtime (CLR) erweitert. Zudem wird Microsoft die .NET-Runtime Server-seitig so anpassen, dass sie auch unter Linux und Mac OS läuft. Damit können Entwickler Applikationen für ASP.NET 5.0 erstellen, die unter drei Betriebssystemen laufen. Die Umbauarbeiten am .NET-Core laufen offen einsehbar auf GitHub.

.NET Foundation
.NET Foundation (Bild: Microsoft)

Jim Zemlin, Vorstand der Linux Foundation, begrüßt generell die Entwicklung und schreibt in einem Kommentar auf Linux.com, Microsoft habe erkannt, dass Entwickler die neuen Herren des neuen Software-Universums seien und huldige diesem Umstand entsprechend. Steve Ballmer habe das bereits 2006 realisiert. Microsoft reagiere auf ein in den letzten zehn Jahren zu Open Source und kollaborativer Entwicklung umgeschwenktes Software-Entwicklungsmodell. Der Konzern habe erkennen müssen dass der heutige IT-Markt nicht mehr von der Marktmacht eines Unternehmens bestimmt werden kann, wie das früher der Fall war. Open Source habe das Geschäft mit Software fundamental verändert und Entwickler in den Vordergrund gerückt.

Nicht überall wurde die Nachricht so positiv aufgenommen. Auf Google+ und in diversen IRC-Kanälen ist die Reaktion verhalten bis ablehnend und der Tenor häufig „zu wenig, zu spät“.