Onlinewerbung : Axel Springer will T-Online von der Telekom kaufen

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Onlinewerbung: Axel Springer will T-Online von der Telekom kaufen
Bild: Axel Springer

Die deutsche Telekom will das Webportal T-Online verkaufen, wie die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Demnach ist der Axel-Springer-Verlag an der Übernahme interessiert, doch die Gespräche von Spitzenmanagern aus beiden Unternehmen sollen sich noch in einem Anfangsstadium befinden.

So ist derzeit etwa noch offen, ob T-Online vollständig verkauft wird und wie es mit der Marke weitergeht. Möglich ist, dass die Telekom nur das Nachrichtenportal abgibt, Dienste wie das E-Mail-Angebot von T-Online aber weiterhin unter eigener Regie betreibt. Weder die Telekom, noch der Axel-Springer-Verlag wollten den Bericht gegenüber der WirtschaftsWoche offiziell kommentieren.

T-Online ist aktuell eines der Nachrichten- und Unterhaltungsportale mit der höchsten Reichweite in Deutschland. Laut der Rangliste von AGOF liegt das Webportal auf Rang 1 mit 27,5 Millionen Besuchern pro Monate und eine Netto-Reichweite von 49,4 Prozent – das bedeutet, dass praktisch jeder zweite deutsche Internetnutzer T-Online zumindest einmal im Monat aufruft. Auf dem zweiten Platz folgt eBay.de (24,80 Millionen Besucher pro Monat) und Bild.de (16,73 Millionen Besucher pro Monat). ComputerBase erreicht 2,73 Millionen Menschen monatlich. Einen vollständigen Überblick bieten die AGOF-Rankings allerdings nicht, da Internetriesen wie Google und Facebook nicht aufgelistet werden.

Dennoch verdeutlichen die Zahlen, warum Axel Springer an T-Online interessiert ist. Das Webportal würde ohnehin in die Digitalstrategie des Konzerns passen, der sich künftig auf wenige Medienmarken wie „Bild“ und „Die Welt“ konzentrieren will. Ansonsten setzt Axel Springer auf das Geschäft als digitaler Vermarkter von Online-Werbung und betreibt eine wachsende Anzahl von Anzeigen-Portalen.

Laut Informationen von Spiegel Online habe die Telekom allerdings keinen Druck, das Webportal zu verkaufen. Derzeit erwirtschafte es rund 100 Millionen Euro und einen ein- bis zweistelligen Gewinn. Selbst wenn Telekom-Chef Timotheus Höttges entschieden haben soll, dass T-Online verkauft wird – zum Schnäppchenpreis ist das Webportal nicht zu haben.

Zumal Axel Springer nicht das einzige Unternehmen ist, das an einer Übernahme interessiert ist. Nach Informationen von Spiegel Online soll der Internet-Medienkonzern Tomorrow Focus ebenfalls die Fühler ausgestreckt haben. Obwohl es bereits zu ersten Gesprächen gekommen sei, soll der Verlag derzeit aber nicht mehr im Rennen sein.