Nintendo : Patentantrag auf GameBoy-Emulator für Flugzeuge

, 39 Kommentare
Nintendo: Patentantrag auf GameBoy-Emulator für Flugzeuge
Bild: Wen Zeng (CC BY 2.0)

Wie eine Veröffentlichung des Patent- und Markenamtes der USA (USPTO) zeigt, hat Nintendo einen Patentantrag für einen Emulator verschiedener Generationen des GameBoy gestellt. Bisher lassen sich Titel wie Pokémon, Super Mario oder Mario Kart offiziell nur exklusiv auf den Handhelds spielen.

Den Antrag selbst hatte Nintendo schon 2012 gestellt, nun jedoch noch einmal deutlich erweitert und spezifiziert. Der Emulator soll gemäß Patentantrag beispielsweise auf Smartphones oder auf den in den Sitzen verbauten Computern in Flugzeugen laufen. Auch der Einsatz auf dem heimischen Rechner soll möglich sein. Nintendo spricht davon, dass die Software in der Lage ist „hochqualitative Grafiken und Sound“ wiederzugeben. Zu den unterstützten Modellen zählen der klassische GameBoy, sowie die Nachfolger „Color“ und „Advanced“. Neue Modelle der Konsole, wie Nintendo DS oder 3DS, sind vom Patentantrag nicht eingeschlossen.

Nintendo GameBoy-Emulator

Auf mobilen Betriebssystemen sind bereits unzählige Emulatoren von Handhelds wie dem GameBoy erhältlich, die sich einer hohen Beliebtheit erfreuen. Die benötigten Abbilder der Spiele (ROMs) lassen sich aber nicht offiziell käuflich erwerben. Mit einem eigenen Emulator könnte Nintendo die ROMs legal zum Kauf anbieten. Ob dies allerdings das Ziel des Patentantrages ist, oder Nintendo nur gegen bereits verfügbare Emulatoren rechtlich vorgehen möchte, ist bislang nicht bekannt. Bereits jetzt nutzt Nintendo selbst Emulation, um auf neueren Konsolen das Spielen von Titeln älterer Generationen zu ermöglichen. Mit der „Virtual Console“ ist es beispielsweise möglich, Spiele des (S)NES auf der Wii U zu emulieren.

Investoren hatten von Nintendo in der Vergangenheit mehrfach gefordert, die eigenen Marken auf Plattformen von Drittanbietern zu bringen, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen und sich weniger abhängig von den Verkäufen der eigenen Plattformen zu machen.