Raspberry Pi 2 : Dreimal Ubuntu für den Einplatinencomputer

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Raspberry Pi 2: Dreimal Ubuntu für den Einplatinencomputer
Bild: Andrew Mason (CC BY 2.0)

Drei verschiedene Ausgaben von Ubuntu sind für den Raspberry Pi 2 verfügbar: Ubuntu Snappy Core, Ubuntu 14.04 Trusty Tahr und Ubuntu MATE 15.04 Beta. Diese laufen allerdings nur auf der zweiten Ausgabe des Pi, da hier die ARMv7-Architektur des ARM-Cortex-A-Zweigs, auf die Ubuntu aufbaut, zum Einsatz kommt.

Ubuntu Snappy Core ist ein Ubuntu-Ableger für die Cloud und das Internet der Dinge, das in Konkurrenz zu CoreOS und Red Hats RHEL 7 Atomic Host steht. Als einziger der drei Kontrahenten steht Snappy Core in einer Version für den Raspberry Pi 2 bereit. Das liegt daran, das Snappy Core seine Bestimmung auch im Internet der Dinge sieht, also auf Geräten der Heimautomation ebenso wie auf Routern und Switches.

Snappy Core per SSH
Snappy Core per SSH
Snappy Core aktualisieren
Snappy Core aktualisieren

Mit Snappy Core, einem minimalen Image, das auf Ubuntu Core basiert, lässt sich auf dem Pi mit einfachen Mitteln Cloud-Computing erforschen. Das Betriebssystem wird über ein Terminal mit einer Handvoll einfacher Befehle gesteuert. Im Unterschied zu Debian oder sonstigen Ubuntu-Varianten wird Snappy nicht über den Paketmanager Apt gesteuert, vielmehr ist Snappy ein eigenes Paketformat mit abweichender Befehlsstruktur, das das Paketieren von Web-Apps vereinfachen soll. Da der Paketbestand übersichtlich ist, gibt es einen einfachen Weg, aus herkömmlichen Ubuntu-Paketen Snappy-Pakete zu erstellen.

Fast jedes Gerät im Internet der Dinge hat seine proprietäre Firmware, die das Betriebssystem mit den Treibern zusammenbringt und fast nie aktualisert wird. Lasst uns das bereinigen!

Mark Shuttleworth

Snappy Ubuntu läuft angenehm schnell auf dem Raspberry Pi 2 und die Zahl der bereitgestellten Snappy-Apps wächst zusehends. Einsteiger in das Internet der Dinge finden hier eine gute, leicht aufzusetzende Plattform. Snappy Core kann neben dem Raspberry Pi auch auf dem Beaglebone Black betrieben werden. Es läuft zudem virtualisiert auf KVM, Vagrant, Virtualbox, Xitrix und Xen sowie unter Microsofts Azure, Amazons EC2 und Googles Compute Engine. Einzelheiten zu Canonicals Einstieg in das Internet der Dinge, zu atomaren Upgrades und einem doppelten Dateisystem bietet Canonicals Webseite.

Ubuntu 14.04 Trusty Tahr

Die Portierung von Ubuntu 14.04 Trusty Tahr auf den Pi ist keine offizielle Version, sondern wurde von einem Canonical-Mitarbeiter in seiner Freizeit erstellt. Auch diese Version baut auf Ubuntu Core auf und kommt daher ohne X-Server und grafische Benutzerschnittstelle. Damit verbleibt dem Anwender die Wahl, ob er das Image zu einem Server nach Wunsch ausbaut oder eine Desktopumgebung installiert. Dafür bieten sich Xfce oder LXDE an, die entweder als Metapaket Xubuntu/Lubuntu oder als reiner Desktop installiert werden können. Xubuntu fühlt sich etwas zäh an, LXDE ist so performant, wie es mit einem Gigabyte Hauptspeicher sein kann.

Xfce auf dem Raspberry Pi 2
Xfce auf dem Raspberry Pi 2

Ubuntu MATE 15.04 Beta

Die dritte Ubuntu-Variante für den kleinen Rechner ist, wie Trusty Tahr, ebenfalls zu diesem Zeitpunkt inoffiziell. Es handelt sich um die Portierung der Beta-Version von Ubuntu MATE 15.05, die am 23. April erstmals als volles Mitglied der Ubuntu-Familie für den Desktop veröffentlicht wird. Das Image, dass laut Entwickler noch einige Ecken und Kanten hat, basiert auf der Vollversion von Ubuntu und unterstützt Apt für das Paketmanagement. Das Image soll bis zum Veröffentlichungstermin von Ubuntu 15.04 Vivid Vervet weiter optimiert werden. Für alle drei hier vorgestellten Varianten gilt als Nutzername und Passwort jeweils ubuntu.