AR-Brille : Augmented Reality soll bei schweren Sehschwächen helfen

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AR-Brille: Augmented Reality soll bei schweren Sehschwächen helfen
Bild: Nicolas Alejandro (CC BY 2.0)

Da viele als blind geltende Menschen noch über ein gewisses Restsehvermögen verfügen, soll dieses dazu genutzt werden, um die Umgebung über eine spezielle Form der Augmented-Reality-Brille darzustellen. Entwickelt haben die Smart Specs genannte Brille Forscher an der Universität Oxford.

Das Projekt läuft unter der Leitung des Neurowissenschaftlers Stephen Hicks und soll in naher Zukunft Menschen mit sehr geringem Sehvermögen helfen, ihre Umgebung besser wahrnehmen zu können. Das Ziel ist eine kommerzielle Version der Brille unter dem Universitätsableger VA-ST im kommenden Jahr anbieten zu können, die unter 1.000 US-Dollar kostet.

Das System hinter den Smart Specs basiert auf einem Plastikgehäuse, das mit zwei Augmented-Reality-Gläsern von Epson bestückt ist. Zudem wird eine Tiefenkamera und eine Farbkamera von Asus eingesetzt. Die Brille ist mit einer Box verbunden, die den Computer sowie die Bedienelemente beinhaltet und die stets mitgeführt werden muss. Als Betriebssystem kommt Android zum Einsatz. Die Brille soll eine Akkulaufzeit von rund acht Stunden bieten.

Die Smart Specs nehmen über die normale Kamera das Umfeld wahr und ermitteln gleichzeitig mit der Tiefenkamera die Entfernung der einzelnen Objekte und Personen. Die Tiefenmessung dient dem Computer als Grundlage dafür, was bei der Darstellung hervorgehoben werden soll und was ignoriert werden kann. Die Darstellung erfolgt mit unterschiedlich deutlichen Details in Grau, Schwarz und Weiß. Im Farbmodus können Objekte herangezoomt oder als Standbild angezeigt werden. Dabei kann der Nutzer durch das Bedienelement die einzelnen Modi auswählen.

Smart Glasses helfen nahezu blinden Menschen wieder sehen

Aktuell läuft eine Studie mit 300 Menschen, die unterschiedliche Sehschwächen haben. Die Teilnehmer weisen beispielsweise Krankheiten wie Glaukomen, Makuladegeneration oder Retinitis Pigmentosa auf und sind vier Wochen mit einem Prototypen unterwegs. Dabei wird unter anderem auch ermittelt, welche Darstellungsform die Probanden wann benutzen. Dadurch soll das System künftig automatisch den richtigen Modus in der passenden Situation wählen.

Auch auf der Hardwareseite läuft die Entwicklung noch. Neben eher klassischen Problemen wie der Akkulaufzeit ist es vor allem die Tiefenkamera, die im Blickpunkt steht. Diese muss nicht nur gut mit dem gesamten System zusammenarbeiten, sondern sollte auch noch eine Reichweite von rund fünf Metern aufweisen.