Mobilfunk : 59 Prozent höheres Datenaufkommen als 2014 erwartet

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Mobilfunk: 59 Prozent höheres Datenaufkommen als 2014 erwartet

Die IT-Marktforscher von Gartner rechnen für das Jahr 2015 mit einem weltweiten Datenaufkommen von 52 Millionen TByte über den Mobilfunk, was einer Steigerung von 59 Prozent gegenüber 2014 entspricht. Der rasante Anstieg soll sich schätzungswiese noch bis 2018 fortsetzen, wenn bereits 173 Millionen TByte erreicht werden sollen.

Als Ursache für die mehr als Verdreifachung des Datenaufkommens soll die voranschreitende Nutzung schneller 3G- und 4G-Verbindungen sein, während 2G-Netze in den Hintergrund rücken: Erstere sollen von 3,8 Milliarden Verbindungen in diesem Jahr auf 5,1 Milliarden im Jahr 2018 ansteigen, so die Forschungsdirektorin Jessica Ekholm. Dadurch sollen allgemein mehr Daten mobil abgerufen werden, wozu vor allem das Anschauen von Videos zählt, das bereits jetzt 50 Prozent des Gesamtvolumens ausmache und bis 2018 auf 60 Prozent steigen soll.

Angesichts des wachsenden Datenaufkommens müssten laut Gartner die Mobilfunkanbieter ihre Obergrenzen für Datenvolumen überdenken, um auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und Marktanteile zu gewinnen. Durch höher angesetzte oder nicht vorhandene Deckelungen mit entsprechender Preisgestaltung sollen Provider langfristig profitieren können. Auch „Technologien zur Video-Optimierung sowie das Caching von Inhalten“ näher beim Kunden seien mögliche Maßnahmen.

Deutsche sind eingeschränkter als US-Amerikaner

Im Rahmen einer im dritten Quartal 2014 von Gartner durchgeführten Umfrage habe sich gezeigt, dass deutsche Mobilfunknutzer wesentlich eingeschränkter beim Datenverbrauch sind als in den USA: Unter jeweils 1.000 Personen wurde ermittelt, dass 54 Prozent der Deutschen lieber auf die Verfügbarkeit einer WLAN-Verbindung für das Herunterladen einer App oder das Anschauen eines Videos warten, während es bei den US-Amerikanern nur 36 Prozent waren.

Lediglich 20 Prozent der Befragten in Deutschland empfanden ihr verfügbares Datenvolumen als „zwanglos“, während dies in den USA 43 Prozent der Teilnehmer angaben. Die durchschnittliche Nutzung eines Video-Streams via Mobilfunk liegt bei den Deutschen bei 10,6 Minuten, während die Dauer in den USA 17,4 Minuten beträgt. 38 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer gaben zudem an, monatlich 500 MByte an Datenvolumen zur Verfügung zu haben. US-Zahlen wurden an dieser Stelle nicht genannt.