Smart Home : Tado steuert Heizkörper mit Zentralheizung und Fernwärme

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Smart Home: Tado steuert Heizkörper mit Zentralheizung und Fernwärme

Das deutsche Smart-Home-Startup Tado mit Sitz in München hat zur IFA 2015 sein Sortiment erweitert. Insbesondere für den deutschsprachigen Markt ist das neue Heizkörper-Thermostat relevant. Es ermöglicht die smarte Steuerung von Heizkörpern jetzt auch in Kombination mit einer Zentralheizung oder einem Fernwärmeanschluss.

Bisher konnte die Heizkörper-Steuerung von Tado ausschließlich in Einfamilienhäusern mit Öl, Gas oder Wärmepumpe sowie in Wohnungen mit Gasetagenheizung verwendet werden. Die in Deutschland besonders häufig anzutreffende Zentralheizung in Mietwohnungen, aber auch Fernwärmeanschlüsse konnten somit bisher nicht auf ein smartes System des Unternehmens umgestellt werden.

Bei dem heute vorgestellten Heizkörper-Thermostat handelt es sich um eine Lösung, die im Bereich des mechanischen Aufbaus teilweise an Produkte anderer Hersteller erinnert. Denn auch Tado nutzt für das Innenleben des Thermostats Batterien und einen Stellmotor, um über das Heizungsventil die Temperatur im Raum zu steuern.

Die manuelle Regulierung geht durch die Umstellung auf ein Smart-Home-System allerdings nicht verloren. Weiterhin kann frei an dem Regler gedreht werden, die gewünschte Zieltemperatur wird in einem Ring rund um das Ventil angezeigt.

Die smarte Steuerung findet allerdings über eine App statt, die Tado für Android, iOS und Windows Phone anbietet. In dieser können Zieltemperaturen für einzelne Räume festgelegt werden und es lässt sich die jeweils aktuelle Temperatur von Räumen einsehen. Hierfür nimmt Tado eine Infrarotmessung im Raum vor, sodass nicht die Temperatur in direkter Umgebung zum Heizkörper für die Steuerung genutzt wird. Außerdem lässt sich die Heizung nach Uhrzeit oder Wettervorhersage steuern.

Die Kommunikation mit dem Thermostat findet allerdings nicht direkt über das Smartphone, sondern über eine zentrale Steuereinheit statt, die an das Netzwerk der Wohnung per Ethernet angeschlossen wird. Diese Box wiederum kommuniziert über 6LoWPAN energiesparend mit den Thermostaten. Ist die Steuereinheit mit einem Netzwerk verbunden, das nach Außen über das Internet kommunizieren kann, besteht auch die Möglichkeit der Fernsteuerung.

Noch hat Tado die Serienreife des Produkts nicht erreicht, das auf der IFA ausgestellte Modul ist lediglich ein Prototyp. Die Auslieferung des Thermostats soll in circa einem Jahr im Laufe des dritten Quartals 2016 erfolgen. Das Thermostat soll als Set mit Steuerbox und zwei Ventilen auf den Markt kommen, allerdings konnte Tado hierfür noch keinen Preis kommunizieren. Ein einzelnes Thermostat wird aber voraussichtlich im Preisrahmen von 50 bis 100 Euro mit einer Tendenz Richtung 79 Euro liegen.

Experimentierfreudigen Nutzern bietet Tado allerdings die Möglichkeit, über die Website des Herstellers an einem Betatest teilzunehmen, um die Heizkörper-Steuerung bereits zu Beginn des nächsten Jahres auszuprobieren. Aus allen für das Betaprogramm angemeldeten Nutzern plant Tado per Losverfahren einige Hundert Tester auszuwählen.