Radeon Pro : Professionelle WX 4100, 5100 und 7100 ab Mitte November

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Radeon Pro: Professionelle WX 4100, 5100 und 7100 ab Mitte November
Bild: AMD

Bereits vor Monaten hatte AMD die professionellen Grafikkarten Radeon Pro WX 4100, WX 5100 und der WX 7100 angekündigt, doch erst diesen Monat kommen sie auf den Markt. Davon abgesehen hat AMD nun genau verraten, was sich hinter den neuen Modellen versteckt.

Die Radeon Pro WX 4100 basiert auf der Polaris-11-GPU und kommt im Vollausbau mit 1.024 Shadereinheiten daher. Die Performance ist mit maximal 2,4 TFLOPS angegeben, sodass die GPU mit bis zu 1.175 MHz arbeitet. Der Speicherausbau beträgt 4.096 MB, während der Speichertakt nicht angegeben ist. Die Typical Board Power liegt bei unter 50 Watt. Es handelt sich um eine Low-Profile-Karte. Die Radeon Pro WX 4100 wird ab dem 10. November für 399 US-Dollar (ohne Steuern) erhältlich sein.

Die zwei anderen Modelle basieren hingegen auf der größeren Polaris-10-GPU. Die Radeon Pro WX 5100 setzt auf 1.792 Shadereinheiten und taktet mit maximal 1.100 MHz, was 3,9 TFLOPS ergibt. Der Speicherausbau beträgt acht Gigabyte und die Typical Board Power ist mit unter 75 Watt angegeben. Die professionelle Grafikkarte kommt mit einem Single-Slot-Kühler daher. Ab dem 18 November wird sie für 499 US-Dollar im Handel aufschlagen.

Die große Radeon Pro WX 7100 setzt auf den Vollausbau der GPU und verfügt damit über 2.304 ALUs. Der Takt liegt bei bis zu 1.240 MHz und die Rechenleistung bei maximal 5,7 TFLOPS. Die Acht-Gigabyte-Karte soll weniger als 130 Watt benötigen. Auch das Modell basiert auf einem Single-Slot-Kühler. 799 US-Dollar sind für das professionelle Polaris-Flaggschiff angesetzt. Die Verfügbarkeit soll ab dem 10. November gegeben sein.

WX 4100 WX 5100 WX 7100
GPU Polaris 11 Polaris 10 Polaris 10
Shader-Einheiten 1.024 1.792 2.304
GPU-Takt (maximal) ~1.175 MHz ~1.100 MHz ~1.240 MHz
Rechenleistung (FP32, maximal) 2,4 TFLOPS 3,9 TFLOPS 5,7 TFLOPS
Speicherinterface 128 Bit 256 Bit 256 Bit
Speicherausbau 4 GB GDDR5 8 GB GDDR5 8 GB GDDR5
Display-Ausgänge 4 × Mini-DisplayPort 1.4 4 × DisplayPort 1.4 4 × DisplayPort 1.4
Board Power < 50 Watt < 75 Watt < 130 Watt
Preis (US-Dollar vor Steuern) 399 $ 499 $ 799 $

Double Precision kann Polaris nicht (schnell)

Die Polaris-GPUs sind auf eine hohe Single-Precision-Leistung optimiert, sodass die Double-Precision-Performance (FP64) nur bei einem Sechzehntel der SP-Performance liegt. Der Kundenkreis, der an der doppelten Genauigkeit interessiert ist, muss also auf ältere AMD-Produkte mit der Hawaii-GPU zurückgreifen. AMD stellt zudem einige Benchmarks der drei Karten bereit, die der Hardware durchweg eine höhere Leistung als den Konkurrenzmodellen von Nvidia attestieren. Da es sich um Herstellertests handelt, sollte man den Werten jedoch nicht viel Aufmerksamkeit schenken.

AMD gibt auf alle drei Radeon-Pro-Grafikkarten eine zehnjährige Garantie. Drei Jahre Garantie erhält jeder Käufer, während die restlichen sieben Jahre nur beim Kauf bei einem zertifizierten Retail-Händler gelten. Zudem muss die Karte 45 Tage nach dem Erwerb bei AMD registriert werden. Zusätzliche Kosten entstehen nicht.

Die Pro-Modelle sind energieeffizienter als die Desktop-Modelle

Vergleicht man die Radeon-Pro- mit den Radeon-Modellen aus dem klassischen Desktop-Markt, fällt wie bei den Embedded-Varianten auf, dass die heute vorgestellten Grafikkarten zumindest laut den Spezifikationen energieeffizienter als die Desktop-Modelle arbeiten. Während die Radeon Pro WX 4100 für 2,4 TFLOPs eine TBP von unter 50 Watt aufweist, benötigt die ähnliche – wenn auch leicht anderes konfigurierte – Radeon RX 460 für 2,15 TFLOPs 75 Watt.

Die Radeon Pro WX 5100 kommt für 3,9 TFLOPs auf 75 Watt und die Radeon RX 470 für 4,3 TFLOPs auf deutlich höhere 120 Watt. Auch die Radeon pro WX 7100 mit 5,7 TFLOPs bei 130 Watt ist etwas effizienter als die Radeon RX 480 mit 5,8 TFLOPs bei 150 Watt – wobei letzteres bereits eine sehr optimistische Angabe von AMD ist. Ob AMD Änderungen an der Hardware vorgenommen hat oder bei den professionellen Karten schlicht ein deutlich aggressiveres Power Target nutzt, ist weiterhin unklar.

AMD hat zudem bekanntgegeben, dass der neue, professionelle Enterprise-Treiber namens Radeon Pro ab sofort in jedem Quartal ein Mal aktualisiert wird, und zwar am vierten Donnerstag im ersten Monat eines Quartals. Damit möchte AMD den Unternehmen einen klaren Zeitplan geben. Zudem will man die Stabilität durch längere interne Tests verbessert haben.