Wileyfox : Das Swift 2 mit Cyanogen OS kann alles etwas besser

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Wileyfox: Das Swift 2 mit Cyanogen OS kann alles etwas besser
Bild: Wileyfox

Wileyfox rüstet sein erst im Frühjahr nach Deutschland gebrachtes Cyanogen-OS-Smartphone Swift auf und packt die neue Technik in ein Gehäuse aus Aluminium statt Kunststoff. Die Gerätegröße bleibt mit 5 Zoll annähernd gleich, dafür gibt es ein neues SoC, mehr Speicher, schnelleres LTE und eine bessere Kamera für rund 200 Euro.

ComputerBase hatte dieses Jahr im Februar das erste Mal die Chance, Wileyfox in Berlin zu treffen. Das Smartphone-Startup aus dem Vereinigten Königreich wird von ehemaligen Motorola- und Microsoft-Mitarbeitern geführt. Das erste Swift überzeugte im Test mit Leistung und Preis, und kam im Forum auch gut bei der Leserschaft an.

Wileyfox Swift 2 Plus
Wileyfox Swift 2 Plus
Wileyfox Swift 2 Plus
Wileyfox Swift 2 Plus (Bild: Wileyfox)

Kein Schleifpapier mehr

Mit dem Swift 2 (Plus) schickt Wileyfox nur ein halbes Jahr nach dem Marktstart des ersten Swift den Nachfolger ins Rennen. Die größte optische Veränderung ist der Wechsel vom ikonischen Schleifpapier-Gehäuse zum massentauglicheren Aluminium, das branchentypisch oben und unten Kappen aus Kunststoff für die Antennen trägt. An Farben stehen ein dunkles Blau, Champagnergold und Pink zur Auswahl.

Fingerabdrucksensor für Android Pay

Auf der Rückseite zieht mit dem Fingerabdrucksensor die zweite größere Neuerung ein. Darüber lässt sich das Smartphone zum einen entsperren, zum anderen lassen sich je nach Verfügbarkeit im Land auch Zahlungen per Android Pay tätigen. Für das kontaktlose Zahlen hat Wileyfox der zweiten Generation Swift zudem NFC spendiert.

Kamerasensor des Samsung Galaxy S6

Die – auf dem Papier – bessere Kamera ist der Plus-Variante des Swift 2 vorbehalten. Im Swift 2 Plus verbaut Wileyfox einen sogenannten Isocell-Sensor von Samsung mit 16 Megapixel, der eine Pixelgröße von nur 1,0 Mikrometer bietet. Der Sensor kam unter anderem auch im Galaxy S6 zum Einsatz. Isocell-Sensoren von Samsung verfügen über besser voneinander abgeschottete Pixel, was den Crosstalk der kleinen Pixel um rund 30 Prozent reduzieren soll. Der Autofokus findet per Phasenvergleich statt und soll laut Wileyfox sehr schnell agieren. Die Blende wird mit f/2.0 gleich belassen.

Samsung Iscocell-Sensor
Samsung Iscocell-Sensor (Bild: Samsung)

Snapdragon 430 mit X6-Modem und Quick Charge 3.0 über USB Typ C

Das System-on-a-Chip wertet Wileyfox leicht gegenüber dem Vorgänger auf. Statt des Snapdragon 410 steckt jetzt der in 28 Nanometer gefertigte Snapdragon 430 in dem Smartphone. Zwar gibt es jetzt acht statt vier Kerne, es handelt sich aber nach wie vor um die in der unteren Leistungsklasse angesiedelten Cortex-A53-CPU von ARM. Das Taktplus von 200 MHz könnte im Alltag für mehr Schub sorgen als die zusätzlichen Kerne, immer in Abhängigkeit zur aktuellen Aufgabe. Ein bisschen mehr Leistung gibt es auch bei der GPU, wo nun eine Adreno 505 zu Werke geht.

Durch das neue SoC ergeben sich aber auch Vorteile beim LTE, da das neue Snapdragon-X6-Modem im Upstream bis zu 75 statt 50 Mbit/s liefern kann. Dual-SIM beherrscht das Swift weiterhin, nur das SIM-Kartenformat hat sich von Micro auf Nano verkleinert. Eine microSD-Karte, um den 16 oder 32 GByte großen Speicher zu erweitern, passt auch in das Swift 2.

Der Akku ist jetzt fest integriert

Beim Akku gibt es mit 2.700 mAh jetzt eine etwas höhere Nennladung als zuvor (2.500 mAh), aber nicht mehr die Option, den Akkumulator durch einfaches Abziehen der Rückseite zu tauschen. Dafür gibt es im Gegenzug das mit dem Snapdragon 430 und Snapdragon 617 eingeführte Quick Charge 3.0, das bis zu 80 Prozent Ladekapazität innerhalb von 35 Minuten verspricht. Geladen werden beide Varianten des Swift 2 über verdrehsicheres USB 2.0 im Typ-C-Steckerformat.

Wie eh und je geht Wileyfox beim Betriebssystem den etwas exotischen Weg und setzt auf Cyanogen OS, den kommerziellen Ableger von CyanogenMod. Diesmal ist mit Version 13.1 auch gleich ab Werk die aktuellste verfügbare Version vorinstalliert, sodass Android 6.0.1 Marshmallow die Basis bildet und auch die sogenannten Cyanogen Mods installiert werden können. Über die Mods können App-Anbieter Funktionen ihrer Anwendungen direkt in das Betriebssystem integrieren, sodass ohne App-Installation dennoch die Funktionalität der App innerhalb des Betriebssystem genutzt werden kann.

Schon morgen ab 189 Euro

Wileyfox will das Swift 2 und das Swift 2 Plus ab morgen über seine eigene Website und über Anbieter wie Amazon verkaufen. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Swift 2 liegt bei 189 Euro, das Swift 2 Plus kostet 219 Euro. Zum Vergleich: Das erste Swift wurde damals für 179 Euro auf den Markt gebracht und nur in einer Variante angeboten. Im Preisvergleich kostet es mittlerweile rund 135 Euro. Den direkten Vergleich der gebotenen Ausstattung ermöglicht die folgende Tabelle.

Wileyfox Swift 2 Wileyfox Swift 2 Plus Wileyfox Swift
Software:
(bei Erscheinen)
Android 6.0 Android 5.1
Display: 5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
Touch
Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 430
8 × Cortex-A53, 1,40 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 410
4 × Cortex-A53, 1,20 GHz
28 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 505 Adreno 306
400 MHz
RAM: 2.048 MB
LPDDR3
3.072 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
Speicher: 16 GB (+microSD) 32 GB (+microSD) 16 GB (+microSD)
Kamera: 13,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF
16,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 8,0 MP, 1080p 4,9 MP, 1080p
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Ja
↓150 ↑75 Mbit/s
Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.1 4.0 Low Energy
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: USB 2.0 Typ C, NFC Micro-USB 2.0
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM Micro-SIM, Dual-SIM
Akku: 2.700 mAh
fest verbaut
2.500 mAh (9,50 Wh)
austauschbar
Größe (B×H×T): 71,9 × 143,7 × 8,60 mm 71,0 × 141,2 × 9,37 mm
Schutzart:
Gewicht: 155 g 135 g
Preis: 189 € 219 € ab 148 €