USB Typ C: Stecker und sein Verhältnis zu USB & Thunderbolt erklärt

Jan-Frederik Timm 467 Kommentare
USB Typ C: Stecker und sein Verhältnis zu USB & Thunderbolt erklärt
Update 17.01.2020 15:31 Uhr

Der Artikel wurde nach längerer Pause erneut auf den aktuellen Stand gebracht. Zu diesem Zweck wurden die Neuankündigungen USB 4.0 sowie Thunderbolt 4 sowie detaillierte Ausführungen zu mittlerweile nicht mehr so omnipräsenten Problemen mit nicht standardkonformen USB-Typ-C-Kabeln und -Adaptern entfernt.

Ziel dieses Artikels

Was kann der im Jahr 2014 angekündigte, verdrehsicher einsetzbare Stecker nach USB Typ C? Oberflächliche Antwort: Das kommt ganz darauf an.

Denn USB Typ C kann eine ganze Menge, doch der Hersteller, der ihn nutzt, entscheidet, was davon umgesetzt wird. Die Übersicht zu behalten fällt deshalb auch sechs Jahre nach der Ankündigung oft noch schwer.

Dieser Artikel bietet das notwendige Hintergrundwissen und beantwortet Fragen zum Format USB Typ C, zum oft als synonym angesehenen Protokoll USB 3.1 sowie den alternativ übertragbaren Protokollen wie DisplayPort und Thunderbolt 3. Er stellt unter anderem klar:

  1. Dass USB Typ C nicht gleich USB 4.0, USB 3.2, USB 3.1 oder USB 3.0 ist.
  2. USB Typ C mehr übertragen kann als nur ein USB-Daten-Signal, beispielsweise auch DisplayPort, HDMI und elektrische Leistung bis 100 Watt.
  3. Thunderbolt 3 aktuell immer ebenfalls auf USB Typ C setzt und dessen beste Umsetzung ist.
  4. Stecker, Kabel oder Adapter oft falsch oder nicht ausreichend gekennzeichnet sind.
Eine USB-Typ-C-Buchse, wie sie mittlerweile an vielen Handys und Computern zu finden ist.
Eine USB-Typ-C-Buchse, wie sie mittlerweile an vielen Handys und Computern zu finden ist. (Bild: USB IF)
Der USB-C-Stecker hat ungefähr die Größe eines Micro-USB-B-Anschlusses, den man beispielsweise von Handyladekabeln kennt.
Der USB-C-Stecker hat ungefähr die Größe eines Micro-USB-B-Anschlusses, den man beispielsweise von Handyladekabeln kennt. (Bild: USB IF)

Darüber hinaus werden die Unterschiede zwischen den verschiedenen Generationen des USB-Protokolls und Details zum Laden über USB erklärt. Wichtig für das weitere Verständnis ist die Kenntnis über die USB-Versionen, die sich hinter welcher Bezeichnung verstecken, denn einige der verwendeten Bezeichnungen sind Synonyme. Hintergrund ist, dass die USB-IF alte Generationen seit USB 3.0 immer wieder in das neue Namensschema überführt, um langsamere Schnittstellen nicht auch älter und damit veraltet wirken zu lassen.

hieß zu Anfang hieß dann mal heißt heute Marketing
USB 4.0 USB 4.0 USB4 20Gbps oder USB4 40Gbps
USB 3.2 USB 3.2 (Gen 2x2) SuperSpeed USB 20Gbps
USB 3.1 USB 3.1 Gen 2 USB 3.2 Gen 2 SuperSpeed USB 10Gbps
USB 3.0 USB 3.1 Gen 1 USB 3.2 Gen 1 SuperSpeed USB

USB Typ C ist ein Stecker, kein Protokoll

USB Typ C ist ein Steckerformat, so wie es zum Beispiel auch USB Typ A und Typ B sind. Und wie bei Typ A und Typ B kann das USB-Protokoll zum Übertragen von Daten in verschiedenen Generationen zum Einsatz kommen. Wie USB Typ A kann also auch USB Typ C mit USB 2.0, USB 3.0 (umbenannt in USB 3.1 Gen 1), USB 3.1 Gen 2 Daten senden, in Zukunft sogar mit USB 3.2 oder gar USB 4.0. „USB Typ C = USB 3.1“ ist deshalb ein Trugschluss.

  • USB Typ C ist ein Format für Stecker, Kabel und Buchsen.
  • USB 2.0, 3.0, 3.1, 3.2 und 4.0 sind Datenübertragungsprotokolle.

Erstmals überschneidungsfrei wird es mit dem USB 3.2: Dieser abermals um 100 Prozent beschleunigte Standard mit maximal 20 Gbit/s wird nur noch mit USB Typ C möglich sein, Typ A und Typ B sind außen vor. Und auch die nächste große Evolutionsstufe USB 4.0 gibt es nur über den USB-Typ-C-Port. Dasselbe gilt schon heute für Thunderbolt 3 und in Zukunft dann auch Thunderbolt 4

Die Vorteile des neuen USB-Typ-C-Steckers

Da auch mit USB-A-Steckern die Geschwindigkeiten von USB 3.1 erreichbar sind, liegt die Frage nahe, wieso es überhaupt ein neuer Anschluss sein muss, zumal USB Typ A weltweit vom Auto über das Flugzeug bis hin zum Notebook überall zum Einsatz kommt. Es gibt abseits von zukünftig USB 3.2 oder 4.0 aber zahlreiche Vorteile, die USB C mit sich bringt.

  • USB C ist verdrehsicher: Wie rum der Stecker in die Buchse gesteckt wird, spielt im Gegensatz zur USB Typ A keine Rolle.
  • USB-C-Kabel sind verdrehsicher: Es ist auch egal, welchen USB-C-Stecker eines Kabels man in eines von zwei Geräten steckt, die man verbinden möchte.
  • Mit USB C lässt sich damit auch die Rolle zweier Geräte von Host in Client vertauschen – solange die Geräte dies unterstützen. So könnte ein an den PC angeschlossenes Smartphone nicht nur als Massenspeicher für den PC dienen, sondern seinerseits wiederum auf Daten auf dem PC zugreifen.
  • Dasselbe gilt für den Ladevorgang: Ladequelle und zu ladendes Gerät können im laufenden Betrieb gewechselt werden. Das Smartphone könnte also über das Notebook geladen werden, im Notfall aber auch die zwingend erforderlichen fünf Minuten mehr Laufzeit für das Notebook bereitstellen.
  • Da Strom- und Datenmodus unabhängig voneinander agieren können, kann man auch ein Gerät mit einem zweiten laden, während das erste immer noch als Datenhost fungiert. Beispiel: Mit einem Laptop speist man über den Alternate Mode von USB C einen Monitor. Gleichzeitig lädt man den Laptop über den Monitor auf – mit ein und demselben Kabel.
  • Der Stecker von USB Typ C ist sehr klein und trotzdem stabil, kompakte Geräte wie dünnere Smartphones lassen sich umsetzen.
  • USB Typ C bietet mehr Kapazitäten in Stecker und Kabel, als die USB selber nutzt. Damit sind sogenannte Alternate Modes möglich. Mit denen lässt sich beispielsweise DisplayPort oder HDMI über das USB-C-Kabel realisieren – parallel zur USB-Daten-Übertragung.
USB	Typ-C an HDMI-Kabel
USB Typ-C an HDMI-Kabel (Bild: HDMI Licensing, LLC)

Alternate Modes, Kabel, Adapter und Kennzeichnung

Hinter einer Buchse nach USB Typ C kann sich also ein Controller-Chip für USB 2.0, 3.0, 3.1 oder in Zukunft sogar USB 3.2 respektive USB 4.0 verbergen. Erstmals ist aber noch mehr möglich, weil einzelnen Adern auf Wunsch auch andere Funktionen zugewiesen werden können – die so genannten Alternate Modes.

In den Spezifikationen von USB Typ C sind nicht nur wesentlich mehr Leitungen vorgesehen, diese sind zum Teil auch rekonfigurierbar, so lassen sich beispielsweise auch DisplayPort, HDMI oder Thunderbolt 3 oder gar Thunderbolt 4 über den neuen Anschluss realisieren:

Mit USB-C-Kabeln lassen sich auch DisplayPort- oder HDMI-Signale übertragen.
Mit USB-C-Kabeln lassen sich auch DisplayPort- oder HDMI-Signale übertragen. (Bild: Vesa)

DisplayPort, HDMI, MHL, Thunderbolt 3 Sofern vom Hersteller durch zusätzliche Chips vorgesehen, können über einen USB-Typ-C-Stecker mit USB 2.0, USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1) und USB 3.1 Gen 2 auch DisplayPort 1.3 für bis zu 5.120 × 2.880 Pixel bei 60 Hz, MHL und HDMI wiedergegeben werden. Herstellern wird geraten, diese Möglichkeiten mit kleinen Piktogrammen direkt am Anschluss kenntlich zu machen, die Regel ist das aber nicht.

A USB Type-C device that supports USB Power Delivery and Alternate Modes is not required to support SuperSpeed USB (USB 3.1 Gen 1) or SuperSpeed USB 10Gbps (USB 3.1 Gen 2)

USB-IF zu Alternate Modes

Auch der oftmals hilfreiche Preisvergleich hilft hier nicht weiter, denn welches der Smartphones mit USB Typ C in Kombination auch MHL unterstützt, diese Tiefe bietet die Plattform bisher nicht an. Nur der Hersteller kann hier weiterhelfen.

Die Theorie ist klarer, auch hier fehlt aber MHL
Die Theorie ist klarer, auch hier fehlt aber MHL (Bild: Intel)
  • Links oben: USB-2.0-Port („High Speed USB“), gekennzeichnet durch das charakteristische Baumsymbol.
  • Rechts daneben: USB-3.0-Port (USB 3.1 Gen1, „SuperSpeed USB“), durch die beiden kleinen S gekennzeichnet.
  • Rechts daneben: USB-3.1-Port (USB 3.1 Gen2, „SuperSpeed USB 10 Gibt/s“), zusätzlich mit einer kleinen 10 für 10 Gbit/s gekennzeichnet.
  • Rechts daneben: USB-3.1-Port mit integriertem Alternate Mode DisplayPort zum Anschluss eines Displays (über Adapter auch HDMI).
  • Links unten: Unterstützt die C-Buchse auch noch Power Delivery, ist das USB-Zeichen mit einer Batterie hinterlegt.
  • Nicht im Bild: Ein Anschluss mit Thunderbolt 3 ist mit einem kleinen Blitz versehen. Er unterstützt immer USB 3.1 (Gen2), DisplayPort, 25 Watt Ladeleistung und unter Umständen auch Power Delivery mit bis zu 100 Watt.

Mit Verabschiedung der Spezifikationen USB Audio Device Class 3 hat das USB Implementers Forum (USB-IF) Ende 2016 darüber hinaus den Weg frei gemacht, dass USB Typ C auch Audiosignale ausgeben kann. Neben Apple haben unter anderem auch AMD, Dolby, Google, Intel, Logitech, MediaTek, Microsoft und Qualcomm mitgearbeitet.

Die nachfolgende Tabelle führt die möglichen Konfigurationen eines Steckers vom Typ C exemplarisch auf. Alles kann, nichts muss. Enthalten ist auch Thunderbolt 3 – der kleinste gemeinsame Nenner am neuen Stecker. Auch was die elektrische Leistung anbelangt.

Stecker USB-Geschwindigkeit DisplayPort MHL HDMI Thunderbolt 3 Thunderbolt 4
USB Typ A USB 2.0, USB 3.0 oder USB 3.1 nein nein nein nein nein
USB Typ C USB 2.0, USB 3.0, USB 3.1, USB 3.2 oder USB 4.0 optional optional optional optional* optional*
* Wenn Thunderbolt 3 oder 4, dann auch DisplayPort

Wer das verstanden hat, für den stellen allerdings Kabel und Adapter im Handel die nächste Hürde dar. Denn welcher jetzt wirklich DisplayPort aus USB Typ C mit Alternate Mode DisplayPort holen kann, stellt sich oft erst nach dem Kauf heraus. Fehlerhafte oder fehlerhaft gekennzeichnete Kabel und Adapter für USB Typ C bleiben im Handel ein Problem.

Auch wenn USB Typ C auf diese Weise sehr mächtig wird, auch diese Verbindungsart kommt irgendwann an ihre Grenzen. Die volle mit Thunderbolt 3 mögliche Übertragungsgeschwindigkeit von 40 Gbit/s ist beispielsweise nur über passive Kabel bis 50 Zentimetern Länge oder aktive Varianten möglich. Optische Kabel zur Datenübertragung sind hier bereits angedacht.

Neben den alternativen Modi unterstützt USB C auch noch das sogenannte Power Delivery. Dies ist zwar auch mit USB A und B möglich, wird hier jedoch praktisch nicht angewendet, während es für USB C mittlerweile viele Ladestationen oder Powerbanks gibt. Mit Power Delivery ist es möglich, Energie von einem Gerät zum nächsten zu übertragen. Gleichzeitig ist auch noch die Datenübertragung über dasselbe Kabel möglich.

Laden mit bis zu 25 Watt ohne Power Delivery

Bereits ohne Implementierung von USB Power Delivery kann USB Typ C mehr elektrische Leistung übertragen als USB Typ A. Der Stecker vom Typ A liefert mit USB offiziell maximal 2,5 Watt, mit USB 3.0 und USB 3.1 sind es 4,5 Watt. Alles, was darüber hinaus geht, verletzt die Spezifikationen. USB Typ C bietet ab sofort bis zu 25 Watt – vorausgesetzt, die Kabel sind die richtigen und die Gegenstelle ebenfalls dazu fähig.

Maximale elektrische Leistung ohne USB Power Delivery
Stecker USB-Standard Kabel Elektrische Leistung (max.)
Typ A auf Typ A USB 2.0 Standard 5,0 Volt, 500 mA, 2,5 Watt
Typ A auf Typ A USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1) Standard 5,0 Volt, 900 mA, 4,5 Watt
Typ A auf Typ A USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2) Standard 5,0 Volt, 900 mA, 4,5 Watt
Typ C auf Typ C USB 2.0 Standard 5,0 Volt, 3.000 mA, 15,0 Watt
Typ C auf Typ C USB 2.0 Aktiv Typ C mit USB PD 5,0 Volt, 5.000 mA, 25,0 Watt
Typ C auf Typ C USB 3.0 (USB 3.1 Gen 1) Aktiv Typ C mit USB PD 5,0 Volt, 5.000 mA, 25,0 Watt
Typ C auf Typ C USB 3.1 (USB 3.1 Gen 2) Aktiv Typ C mit USB PD 5,0 Volt, 5.000 mA, 25,0 Watt

Die alten 2,5 und 4,5 Watt sowie 7,5 Watt (5,0 Volt bei 1,5 Ampere, USB Battery Charging 1.2) bietet USB Typ C mit jedem USB-Standard und jedem Kabel. Auch 15 Watt (5,0 Volt bei 3 Ampere) sind über USB Typ C möglich, Voraussetzung ist lediglich, dass die Kabel sich als USB-Typ-C-Kabel zu erkennen geben. Eine Ausnahme bildet USB Typ C an USB Typ C mit USB 2.0 – hier bedarf es keiner Identifikation des Kabels („aktives Kabel“).

Kommen Kabel, wie sie für USB Power Delivery (USB PD) benötigt werden, zum Einsatz, sind mit USB Typ C sogar bis zu 25 Watt (5,0 Volt bei 5 Ampere) möglich, ohne dass die Stecker selbst über die für USB Power Delivery benötigten Zusatzeinrichtungen verfügen.

Wird von USB Typ C auf USB Typ A oder Typ B übersetzt, sind unter Verwendung eines nach USB Power Delivery spezifizierten Gegenstücks weiterhin bis zu 25 Watt möglich. Bei Mini- und Micro-USB beschränkt die Gegenseite hingegen auf 500 mA respektive 3 Ampere.

Auch in diesem Aspekt stellen fehlerhafte Kabel oder Adapter im Handel ein Problem dar: Im schlimmsten Fall können sie Endgeräte zerstören. Amazon hat den Vertrieb mittlerweile untersagt - eine Maßnahme mit zweifelhaftem Praxisnutzen.

Thunderbolt 3 gibt USB Typ C Ordnung

Verschiedene USB-Protokolle, Alternate Modes, USB Power Delivery ja oder nein: Als gemeinsamer Nenner in all der Vielfalt erweist sich ausgerechnet der in der Vergangenheit nie zum Durchbruch gereifte Standard Thunderbolt in der 3. Generation.

Der Grund: „TB 3“ setzt ebenfalls auf den neuen USB-Stecker vom Typ C und bietet neben den 40 Gbit/s über das Thunderbolt-Protokoll immer USB 3.1 Gen 2 mit 10 Gbit/s und zwei Mal DisplayPort 1.2. Die Basis, 4 Leitungen vom Typ PCI Express 3.0, lassen sich auch ohne aufgesetztes Protokoll nutzen – externe Gehäuse für Grafikkarten machen als erste davon Gebrauch.

Stecker USB Alternative Standards
USB Typ C USB 2.0 – USB 3.1 Gen 2 optional 1 × DisplayPort 1.3 und/oder MHL
USB Typ C (Thunderbolt 3) USB 3.1 Gen 2 Immer 2 × DisplayPort 1.2
Hinter diesem USB Typ C (links) steckt Thunderbolt 3 mit USB 3.1 und DisplayPort
Hinter diesem USB Typ C (links) steckt Thunderbolt 3 mit USB 3.1 und DisplayPort

Damit unterstützt Thunderbolt 3 zwar kein HDMI 2.0 mit HDCP 2.2 über Adapter, diese Funktionalitäten sind DisplayPort 1.3 vorbehalten. Weil die Schnittstelle mit 40 Gbit/s aber genug Datendurchsatz bietet, kann Intel gleich zwei Mal DisplayPort 1.2 über Thunderbolt 3 realisieren und damit wie bei DisplayPort 1.3 zwei Ultra-HD-Signale in 24 Bit bei 60 Hz oder einmal „5K“ in 24 Bit bei 60 Hz anbieten. Dabei bleibt genügend Bandbreite übrig, um gleichzeitig zu den beiden UHD-Signalen auch noch USB 3.1 Gen 2 mit 10 Gbit/s und Gigabit-LAN per Thunderbolt 3 zu übertragen.

USB Typ C mit
optionalem DisplayPort 1.3
Thunderbolt 3 mit
2 × DisplayPort 1.2(a)
5.120 × 2.880 @ 60 Hz @ 24 Bit
3.840 × 2.160 @ 60 Hz @ 24 Bit (1 Display)
3.840 × 2.160 @ 120 Hz @ 24 Bit (1 Display)
3.840 × 2.160 @ 60 Hz @ 24 Bit (2 Displays)
HDMI 2.0 mit HDCP 2.2 über Adapter

Bei der elektrischen Leistung bleibt Thunderbolt 3 hingegen schwammig: Die 15 Watt (5,0 Volt bei 3 Ampere) von USB Typ C werden zwar geboten, bis zu 100 Watt durch USB Power Delivery sind hingegen wieder nur optional und nicht separat gekennzeichnet.

Die Eckdaten von Thunderbolt 3
Die Eckdaten von Thunderbolt 3 (Bild: Intel)

Anwender können sich bei Thunderbolt 3 also sicher sein, die maximale Geschwindigkeit von USB 3.1 nutzen oder per Adapter bis zu zwei Monitore mit Ultra HD bei 60 Hz über DisplayPort-Anschluss anbinden zu können. Gekennzeichnet sind USB-Typ-C-Stecker, die an Thunderbolt 3 angeschlossen sind, mit einem Blitz. Theoretisch, denn auch hier ist das nicht immer der Fall.

Thunderbolt 4 und USB 4.0 sind eng verwandt

Bereits vor zwei Jahren hatte Intel angekündigt, Thunderbolt (3) durch die lizenzfreie Herausgabe des Protokolls zum Durchbruch zu verhelfen. Dieser Schritt wird mit USB 4.0 vollzogen, denn USB 4.0 setzt auf Thunderbolt auf.

Mit einem USB-Typ-C-Port mit USB 4.0 wird in Zukunft dennoch nicht immer derselbe Funktionsumfang geboten, denn USB 4.0 wird es sowohl mit maximal 20 Gibt/s als auch maximal 40 Gbit/s und auch ohne Thunderbolt-Funktionalität geben. Thunderbolt 4 ist quasi der Vollausbau von USB 4.0.

USB 4.0 Thunderbolt 3 USB 3.x
Stecker Immer Typ C Immer Typ C Typ A oder C
USB max. bis zu 40 Gbit/s (USB 4.0) 10 Gbit/s (USB 3.1)  20 Gbit/s (USB 3.2 via Typ C)
Thunderbolt max. 40 Gbit/s (wenn umgesetzt) 40 Gbit/s (TB3)
DisplayPort Ja (DP 1.4?) Ja (DP 1.2/1.4) Eventuell (DP 1.4, Typ C)
HDMI ? Nein Eventuell (Typ C)
MHL ? Nein Eventuell (Typ C)

Die Antwort auf die Frage, inwiefern sich „Thunderbolt 3 2.0“ alias USB 4.0 von Thunderbolt 3 unterscheidet, bleibt die USB Promoter Group heute noch schuldig. Ohne Neuerungen bei den Alternate Modes wäre USB 4.0 quasi Thunderbolt 3 Version 2.0 mit schnellerem USB.

Trotz der neuen Basis wird USB 4.0 in jedem Fall abwärtskompatibel zu USB 3.x, USB 2.0 und Thunderbolt 3 sein, erklären Intel und die USB-IF. Ein aktueller USB-Typ-C-Monitor, der auf DisplayPort angewiesen ist, sollte sich also auch an einem USB-Typ-C-Stecker mit USB 4.0 betreiben lassen.

USB 2.0, 3.0, 3.1, 3.2 und 4.0 im Vergleich

Der Anschluss USB Typ C sagt, wie oben beschrieben, noch nichts über die tatsächlich mögliche Übertragungsgeschwindigkeit aus. Diese wird vom verwendeten Protokoll festgelegt. USB 4.0, 3.2 oder USB 3.1 ist dabei auch abwärtskompatibel zu USB 3.0 und USB 2.0. Aber worin liegt überhaupt der Unterschied? Er bezieht sich zu einem großen Teil auf die Geschwindigkeit, die beim Datenaustausch zwischen Host und Device erreicht werden kann. Neben der Buchse spielt dabei auch das Kabel eine entscheidende Rolle.

Markenname Protokoll Maximale Datenübertragungsrate Maximale Nutz-Datenrate
Low Speed USB 1.0 1,5 Mbit/s < 1 MB/s
Full Speed USB 1.1 12 Mbit/s ~1 MB/s
Hi-Speed USB 2.0 480 Mbit/s ~35 MB/s
SuperSpeed USB 3.0 (3.1 Gen1/3.2 Gen1) 5 Gbit/s ~450 MB/s
SuperSpeed+ 10 Gbit/s USB 3.1 (3.1 Gen2/3.2 Gen2) 10 Gbit/s ~1100 MB/s
SuperSpeed+ 20 Gbit/s USB 3.2 (USB 3.2 2x2) 20 Gbit/s offen
USB4 20 Gbit/s USB 4.0 20 Gbit/s offen
USB4 40 Gbit/s USB 4.0 40 Gbit/s offen
Thunderbolt 3 Thunderbolt 3 40 Gbit/s ~5 GB/s
Thunderbolt 4 Thunderbolt 4 40 Gbit/s ~5 GB/s
  • Die maximale Nutz-Datenrate ist abhängig von Bitcodierung und Overhead.
  • Die durchschnittliche Nutz-Datenrate ist häufig deutlich niedriger.

Fazit

USB Typ C bietet mehr Möglichkeiten als USB Typ A im kompakteren Design, das Anwender beim Einstecken in die Buchse zudem nicht mehr an der Ausrichtung verzweifeln lässt. Und in Zukunft wird der Stecker mit neuen Alternate Modes und neuen exklusiven USB-Protokollen wie USB 3.2 oder USB 4.0 noch mächtiger.

Auch knapp sechs Jahre nach der Ankündigung und nach zwei Jahren am Markt krankt der Standard aber weiterhin unter genau dieser Vielseitigkeit, weil Hersteller von Endgeräten mit USB-Typ-C-Buchse oder Anbieter von Kabeln Produkte nicht oder sogar falsch kennzeichnen. Was welcher USB-Typ-C-Anschluss kann, ist einem Notebook damit oft nicht direkt anzusehen. Ausgerechnet Thunderbolt 3 als dritte Generation des bisher von Privatanwendern wenig beachteten Protokolls bietet (sofern korrekt mit Blitz gekennzeichnet) Orientierung. Thunderbolt 4 wird daran ansetzen, weil es quasi die maximale Ausbaustufe von USB 4.0 darstellt, während USB 4.0 ohne Thunderbolt 4 hingegen nicht immer alle Funktionen und das höchste Tempo bieten wird.

Die zum Teil selbst verschuldeten Hürden hindern USB Typ C daran, vom Anwender als willkommene Wachablösung für USB Typ A angesehen zu werden. Um den globalen Defacto-Standard mittelfristig abzulösen, bedarf es allerdings genau dieses Vertrauens.

Die beschriebenen vielfältigen Möglichkeiten von USB Typ C, deren unterschiedliche Umsetzung und teils fehlerhafte Kennzeichnung führen letztendlich weiterhin dazu, dass Kunden genau hin sehen müssen, was der Stecker an welchem Gerät kann. USB Typ C ist nicht gleich USB Typ C. Die notwendigen Hilfsmittel zur Unterscheidung hat dieser Artikel allerdings geliefert.

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