Sony G Series: Ausdauernde SSDs für Profi-Videorekorder

Michael Günsch 7 Kommentare
Sony G Series: Ausdauernde SSDs für Profi-Videorekorder
Bild: Sony

Für die Aufzeichnung von Videos mit hoher Bitrate wie 4K-Content hat Sony eine neue SSD-Serie für professionelle Anwender vorgestellt. Das wesentliche Merkmal der G Series Professional SSD ist die hohe Haltbarkeit: Sony garantiert ein Mindestschreibvolumen von bis zu 2,4 Petabyte und bietet alternativ zehn Jahre Garantie.

Im herkömmlichen 2,5-Zoll-Gehäuse mit SATA-Anschluss, das mit 9,5 mm Höhe etwas dicker als die meisten Client-SSDs ausfällt, soll die G Series in externen Videorekordern der Profiklasse Verwendung finden. Die zunehmende Verbreitung von 4K-Videomaterial bringt hohe Bitraten und Datenmengen mit sich. Der NAND-Flash-Speicher einer SSD ist allerdings nicht unendlich beschreibbar. Hersteller geben mit der TBW (Total Bytes Written oder Terabytes Written) einen Richtwert für die Haltbarkeit. Bei der G Series Professional SSD von Sony liegt dieser bei 2.400 Terabytes Written (2,4 PetaByte) für das Modell mit 960 GByte Speicherplatz (SV-GS96). Die Variante SV-GS48 mit 480 GByte soll mindestens die halbe Schreibmenge von 1.200 Terabyte überstehen. Helfen sollen dabei Techniken zur Fehlerkorrektur und Speicherbereinigung, nähere Details fehlen.

Die Werte sind im Vergleich zu herkömmlichen Consumer-SSDs hoch, die bei gleicher Kapazität oft wenige hundert Terabyte TBW oder weniger im Datenblatt stehen haben. Dennoch gibt es auf hohes Schreibaufkommen ausgelegte Enterprise-SSDs mit viel Reservespeicher, die auch 10 Petabyte TBW oder mehr bieten. SSDs mit dem Speichertyp 3D XPoint statt NAND-Flash versprechen langfristig eine noch höhere Haltbarkeit, obgleich die ersten Produkte diesbezüglich unter den Erwartungen bleiben. Auch SSDs mit MRAM sind bei Leistung und Haltbarkeit Lösungen mit NAND-Flash überlegen, bieten aber wenig Speicherplatz.

Konstant hohe Schreibrate gegen Framedrops

Die im Videobereich anfallenden großen Datenmengen stellen auch Anforderungen an die Leistung des Datenträgers. Hier bietet Sony mit sequenzieller Leistung von bis zu 550 MB/s lesend und 500 MB/s schreibend das übliche Maximum für SATA-SSDs. Damit es bei der Aufzeichnung nicht zu Bildverlusten (Framedrops) durch schwankende Schreibleistung kommt, wird die G-Serie im Herstellervideo mit stabiler Schreibrate beworben.

Als Beispiel wird die Aufnahme mit dem Rekorder ATOMOS Shogun Inferno angeführt, wobei die G-Series-SSD 4K60p-Videos (ProRes 422 HQ) stabil aufzeichnen soll.

Datensicherheit bei Stromausfall und viele Steckzyklen

Weitere Maßnahmen sollen die Daten beim unsachgemäßen Abklemmen der SSD oder im Falle eines Stromausfalls schützen. Der SATA-Anschluss sei zudem auf bis zu 3.000 Steckvorgänge (Mating Cycles) ausgelegt, während im Normalfall nur bis zu 500 Steckzyklen (PDF) spezifiziert sind. Externe Steckerstandards sind aber meist noch weitaus robuster ausgeführt.

Preis und Verfügbarkeit

Die Ausrichtung auf den Profimarkt schlägt sich auch im Preis nieder: Mit Preisempfehlungen von 287 US-Dollar für 480 GB und 539 US-Dollar für 960 GByte beträgt der Preis pro Gigabyte 60 respektive 56 Cent – günstige SATA-SSDs für Privatnutzer kosten etwa die Hälfte. Ab Mai soll die G-Serie erhältlich sein.