Google Project Treble: Modulare Basis für schnellere Android-Updates

Mahir Kulalic 66 Kommentare
Google Project Treble: Modulare Basis für schnellere Android-Updates
Bild: Google

Android-Updates sind oft ein leidiges Thema für viele Nutzer, aufgrund der Wartezeiten und für Hersteller, aufgrund des Arbeits- und Zeitaufwandes. Mit einem neuen Schritt, den Google Project Treble nennt, sollen Updates für Android schneller kommen.

Den bisherigen Verlauf eines Update-Prozesses beschreibt Google in mehreren Schritten. Nachdem Google den Code bereitstellt, passen Chiphersteller wie Qualcomm oder MediaTek diesen auf ihre Hardware an und liefern den neuen Code anschließend an Gerätehersteller aus. Diese passen den Code wiederum an die eigenen Geräte wie Smartphones und Tablets an. Unter Umständen arbeiten die Anbieter danach mit Netzbetreibern für weitere Anpassungen. Erst nach diesen Schritten wird ein Update zum Endnutzer ausgerollt.

Ablauf eines Android-Updates
Ablauf eines Android-Updates (Bild: Google)

Neues Interface mit festem Code für Chips

Dies soll für mit Android O ausgelieferter Hardware für jede kommende Betriebssystemversion schneller gehen, wofür Google mit Anbietern von Chips und Geräten zusammengearbeitet habe. Der dafür notwendige Schritt ist laut Google die Trennung der sogenannten „vendor implementation“ – in weiten Teilen angepasster Code der Chiphersteller – von dem Android-Framework. Zwischen vendor implementation und Framework wird ein neues „vendor interface“ integriert, das Google als modulare Basis bezeichnet. Dieses Interface wird durch die Vendor Test Suite (VTS) validiert und somit die Kompatibilität der Hardware und der neuen Version überprüft und laut Google sichergestellt. Ähnlich verfährt Google bereits bei Apps, die über das Compatibility Test Suite (CTS) überprüft werden, um die Kompatibilität mit Android-Geräten sicherzustellen.

Kein Warten auf Chiphersteller mehr

Den Vorteil durch das neue vendor interface sieht Google in einem geringeren Arbeitsaufwand: Bisher müsse viel Code erneuert werden, wenn beispielsweise ein Smartphone auf eine neue Android-Version aktualisiert wird. Durch das fest integrierte Interface, das zu der neuen Version einfach übernommen werden kann, müssen Gerätehersteller nicht mehr auf angepassten Code der Chiphersteller warten. Im Umkehrschluss kann das Betriebssystem unabhängig davon aktualisiert werden.

Project Treble
Project Treble (Bild: Google)

Praxisumsetzung muss sich zeigen

Genauere Details hat Google in dem entsprechenden Blog-Post noch nicht angekündigt, daher ist noch unklar, für welchen Zeitraum mit einer fortlaufenden Kompatibilität bei einem Gerät gerechnet werden kann. Des Öfteren sind fehlende Treiber für alte Prozessoren für neue Android-Versionen Gründe für ausbleibende Updates. Ob dies durch Project Treble mittel- oder langfristig verbessert werden kann, bleibt abzuwarten.

Da die Hersteller und Netzbetreiber ihre eigene Software trotzdem für eine neue Android-Version anpassen oder neue Features testen, kann sich ein kommendes Update auch mit Project Treble verzögern, je nachdem wie schnell der Hersteller oder Provider arbeitet.

Darüber hinaus hat Google angekündigt, Netzbetreiber, Chipproduzenten und Hardware-Anbieter dazu anzuhalten, ihre Änderungen am Android-Code in das Android Open Source Project zu integrieren, sodass Fixes und Anpassungen nicht für jede Android-Version neu eingearbeitet werden müssen.

Project Treble bereits in der Vorschau

Project Treble läuft bereits in der Entwicklervorschau von Android O. Näheres zum Betriebssystem kann für die Google I/O 2017 erwartet werden, die am 17. Mai beginnt. Im weiteren Verlauf des Sommers soll Android O erscheinen, dann will Google auch die gesamte Dokumentation zu Project Treble veröffentlichen.