Windows 10: Fall Creators Update für mehr Produktivität und Kreativität

Nicolas La Rocco 94 Kommentare
Windows 10: Fall Creators Update für mehr Produktivität und Kreativität
Bild: Microsoft

Microsoft hat im Rahmen der Entwicklerkonferenz Build 2017 das nächste große Update für Windows 10 vorgestellt. Das Fall Creators Update soll im Herbst kostenfrei zum Download angeboten werden und bringt viele Veränderungen bei Produktivität und Kreativität mit. Das Microsoft Fluent Design System führt zu optischen Anpassungen.

Das nächste große Update für das Betriebssystem Windows 10 heißt erneut Creators Updates, diesmal handelt es sich allerdings um die Herbst-Ausgabe, nachdem das erste Creators Update jetzt als Frühjahrs-Version bezeichnet werden kann. Der Name ist bewusst erneut gewählt worden, denn Microsoft knüpft mit dem Fall Creators Update an die Veränderungen aus der letzten Aktualisierung an und führt gleichzeitig zahlreiche Neuerungen ein.

Story Remix erstellt mit AI und Deep Learning Geschichten

Story Remix ist eine vollständig neue Anwendung für die Organisation und Bearbeitung von Fotos und Videos. Die App nutzt künstliche Intelligenz und Deep Learning, um automatisiert aus Fotos und Videos Geschichten zu erstellen. Über den Microsoft Graph sollen über mehrere Geräte verteilte Daten mit einem Soundtrack und filmischen Übergangen zu einer Geschichte vereint werden können. Story Remix ermöglicht außerdem das Hinzufügen von 3D-Objekten, um ein Mixed-Reality-Erlebnis zu kreieren. Über das mit dem letzten Creators Update eingeführte Windows Ink können per Stylus eigene weitere Veränderungen am Ausgangsmaterial vorgenommen werden.

Vier neue Features für Cloud-basierte Produktivität

Das Thema Produktivität geht Microsoft mit vier großen Neuerungen an: Timeline, Pick Up Where You Left Off, Clipboard und OneDrive Files On-Demand.

Microsoft will eine bessere Übersicht der auf den verschiedenen Geräten des Nutzers gestarteten Arbeitsabläufe erreichen. Die neue Timeline für Windows 10 soll genau das möglich machen, indem auf einem visuellen Zeitstrahl die zuletzt verwendeten Anwendungen und Dateien übersichtlich dargestellt werden. Das soll unabhängig vom verwendeten Gerät unter Windows 10, Android und iOS funktionieren.

Dort weiter zu machen, wo man zuletzt aufgehört hat, wird über Cortana für Windows 10, Android und iOS abgewickelt. Microsoft verspricht, sich vom PC abzumelden und das zuletzt geöffnete Dokument daraufhin auf dem Smartphone angezeigt zu bekommen. Cortana soll den Nutzer im richtigen Moment fragen, ob die Arbeit in der App, im Dokument oder Browser fortgesetzt werden soll. PC und Smartphone sollen sich gegenseitig ergänzen, so das Ziel von Microsoft. Das Feature erinnert stark an Apples Continuity aus macOS und iOS, das mit Handoff eine ähnliche Funktion bietet.

Zwischenablage und Explorer wandern in die Cloud

Das Clipboard oder altdeutsch die Zwischenablage verschiebt Microsoft mit dem Fall Creators Update in die Cloud. Das hat die gleichen Gründe wie bei „Pick Up Where You Left Off“, weil die Zwischenablage dadurch nicht mehr auf ein einzelnes Gerät beschränkt ist. Was dort abgelegt wird, soll auf allen Geräten des Nutzers auch wieder fortgesetzt werden können, sei es ein Foto, Link, Textbaustein oder sonstiges Element.

Pick Up Where You Left Off
Pick Up Where You Left Off (Bild: Microsoft)
OneDrive Files On-Demand
OneDrive Files On-Demand (Bild: Microsoft)

OneDrive Files On-Demand setzt den „Alles-überall-Weg“ von Microsoft fort, indem OneDrive-Dateien vollständig in den Explorer eingebunden werden und sich wie lokal gespeicherte Dateien verhalten. Dateien müssen nicht länger runtergeladen werden, um sie zu bearbeiten, alles findet jetzt in der Cloud statt. Ob der Anwender in der OneDrive-Cloud arbeitet oder lokal gespeicherte Dateien bearbeitet, soll auf UI-Ebene betrachtet nicht mehr feststellbar sein. Der Explorer wandert ein Stück weit in die Cloud.

Eine neue Designsprache

All die neuen Funktionen will Microsoft mit dem neuen Fluent Design System unter ein Dach bringen. Die neue Designsprache wird Entwicklern die Möglichkeit bieten, ihre Apps für jegliche Geräteklasse programmieren zu können. Microsoft nutzt in diesem Zusammenhang gern verwendete Begriffe wie intuitiv, harmonisch, responsiv und inklusiv, um das Fluent Design System zu beschreiben – Metro soll endgültig begraben werden und aus den Köpfen der Entwickler und Anwender verschwinden.

Mehr Apps im Windows Store

Zu guter Letzt widmet sich Microsoft mit dem Fall Creators Update erneut dem Windows Store, der bisher stark vernachlässigt worden war und nie die Größe eines App Stores von Apple oder des Play Stores von Google erreicht hat. Das will Microsoft zum einen ändern, indem mit dem neuen Betriebssystem Windows 10 S ausschließlich Anwendungen aus dem Windows Store geladen und installiert werden können, und zum anderen, indem im Zuge der Ankündigung des Fall Creators Updates auch eine Reihe beliebter Anwendungen für den Windows Store vorgestellt wurde.

Die größte Überraschung dabei ist klar iTunes von Apple. iTunes steht zwar schon jetzt kostenlos für die Windows-Plattform zum Download bereit, unter Windows 10 S könnte die Anwendung aber nicht verwendet werden. Gegen Ende des Jahres soll iTunes inklusive Apple Music und dem iTunes Store über den Windows Store zum Download angeboten werden.

Von Autodesk soll im Laufe des Jahres die 3D-Engine sowie Rendering-Software Stingray angeboten werden. Autodesk ergänzt damit das bisherige Angebot aus SketchBook, einer App zum Zeichnen die seit dem letzten Sommer als Universal Windows App im Windows Store angeboten wird.

Softwarehersteller SAP will für den Windows Store das nach eigener Beschreibung für Ad-hoc-Analysen geeignete Entscheiderportal Digital Boardroom anbieten.