Quartalszahlen: Samsungs Speichersparte sorgt für Geldregen

Nicolas La Rocco 12 Kommentare
Quartalszahlen: Samsungs Speichersparte sorgt für Geldregen
Bild: Samsung

Samsung ist auf Höhenflug: Im abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal 2017 sowie auf das gesamte Fiskaljahr bezogen sind Umsatz und Gewinn deutlich gestiegen. Geld in die Kassen spülte insbesondere die Speichersparte. Gut läuft es für Samsung aber in fast allen Sparten. Das Galaxy S9 soll bei den Smartphones für Aufwind sorgen.

Im vierten Quartal 2017 ist Samsungs Umsatz um 24 Prozent auf 49,86 Milliarden Euro gestiegen, auf das gesamte Jahr bezogen liegt der Umsatz bei 181,04 Milliarden Euro, was einem Plus von 19 Prozent entspricht. Samsungs Nettogewinn ist im letzten Quartal von 5,36 auf 9,26 Milliarden Euro geklettert (+ 73 Prozent), für das gesamte Fiskaljahr verzeichnet der Konzern ein Plus von 86 Prozent von 17,18 auf 31,88 Milliarden Euro.

Nachfrage nach DRAM und NAND ungebrochen

Die Sparte mit dem am Abstand größten Umsatzsprung und höchsten Umsatz ist Device Solutions, zu der wiederum die Untersparten Semiconductor und Display Panel zählen. In die Semiconductor-Sparte von Samsung fällt wiederum die Sparte Memory rein. Device Solutions kommt im vierten Quartal auf einen Umsatz von 24,22 Milliarden Euro (+ 44 Prozent), Semiconductor auf 15,95 Milliarden Euro (+ 42 Prozent), Memory auf 13,56 Milliarden Euro (+ 54 Prozent) und Display Panels auf 8,45 Milliarden Euro (+ 51 Prozent). Die Nachfrage nach DRAM und NAND sei ungebrochen, erklärt Samsung.

Im ersten Quartal 2018 stehe eine hohe Nachfrage von Speicherlösungen für Datacenter an, außerdem erwartet der Konzern hohe Stückzahlen an Application Processors (AP, System-on-a-Chip) und Kamerasensoren für Flaggschiff-Smartphones wie das Galaxy S9. DRAM-Auslieferungen könnten geringer ausfallen, weil Samsung eine Fertigungslinie für die Produktion von Kamerasensoren umrüstet. Im Foundry-Bereich soll die 10-nm-Fertigung der zweiten Generation (10LPP) ausgebaut werden.

Samsungs Sparten mit Umsatz und operativem Gewinn
Samsungs Sparten mit Umsatz und operativem Gewinn (Bild: Samsung)

OLED-Displays für Apple sorgen für Zuwachs

Die Sparte Display Panel profitierte enorm von einer gestiegenen Nachfrage nach OLED-Panels für Premium-Smartphones. Neben den eigenen Produkten wie der Galaxy-Note- und Galaxy-S-Serie ist damit vor allem das iPhone X von Apple gemeint. Samsung ist exklusiver Zulieferer des Displays. Saisonbedingt sei es im LCD-Bereich zu einem leichten Rückgang gekommen, erklärt Samsung. Im ersten Quartal 2018 könnte laut Samsung eine geringere OLED-Nachfrage den Umsatz negative beeinflussen.

Smartphone-Sparte setzt alles auf das Galaxy S9

Samsungs IM-Sparte, zu der mit Mobile auch das Smartphone-Geschäft zählt, kommt auf einen Umsatz von 19,25 Milliarden Euro (+ 8 Prozent) im vierten Quartal 2017 sowie 80,61 Milliarden Euro (+ 6 Prozent) auf das gesamte Jahr gesehen. Auf Mobile entfallen dabei 18,91 Milliarden Euro (+ 10 Prozent) respektive 78,30 Milliarden Euro (+ 6 Prozent). Der deutlich kleinere Anteil des Umsatzes der IM-Sparte ist zum Beispiel Geräten wie Notebooks zuzuordnen, die Samsung hierzulande nicht verkauft. Der operative Gewinn der Sparte ist zwar nicht auf das gesamte Jahr bezogen, aber im letzten Quartal leicht rückläufig, was Samsung mit gestiegenen Marketing-Ausgaben begründet. Für das erste Quartal 2018 liege der Fokus nun voll auf dem Galaxy S9, dessen Vorstellung für den 25. Februar im Rahmen des MWC 2018 geplant ist.

Samsungs Haushaltsgeräte liegen im Trend

Die einzige Sparte mit leichtem Rückgang ist Consumer Electronics, die im letzten Quartal auf einen Umsatz von 9,61 Milliarden Euro (- 4 Prozent) kommt. Auf das gesamte Jahr bezogen blieb der Umsatz mit 34,09 zu 34,08 Milliarden Euro (+ 0,01 Prozent) beinahe gleich. Zu den Consumer Electronics zählen bei Samsung unter anderem die Fernseher, aber auch Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke oder Kochgeräte. Gerade bei den Haushaltsgeräten habe Samsung ein solides Plus verzeichnen können. Bei den Fernsehern habe Samsung im Vergleich zum dritten Quartal 2017 mit Produkten wie sehr großen TVs und der QLED-Serie leicht zulegen können, von Jahr zu Jahr betrachtet habe sich eine Umgestaltung des Portfolios und das Fehlen von Produkten für die Mittel- und Einsteigerklasse aber negativ ausgewirkt. Für das erste Quartal 2018 liege der Fokus bei Fernsehern und Haushaltsgeräten erneut auf dem Premium-Segment.

Die seit dem zweiten Quartal 2017 geführte Harman-Sparte kommt im vierten Quartal auf 1,75 Milliarden Euro Umsatz, was einem Plus von 11 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal entspricht. Geschäftszahlen zum Vorjahr liegen aufgrund der Übernahme noch nicht vor. Der operative Gewinn lag im letzten Jahr bei 45,34 Millionen Euro.

Im Zuge der Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen hat Samsung einen Aktiensplit im Verhältnis 50:1 angekündigt, um den Kurs der Aktie zu reduzieren und diese leichter handelbar zu machen. Dies sei auf vielfachen Wunsch der Aktionäre geschehen.