Kingdom Come Deliverance: Entwickler hätten sich mehr Zeit gewünscht

Max Doll 80 Kommentare
Kingdom Come Deliverance: Entwickler hätten sich mehr Zeit gewünscht

Warhorse Studios hätte das Mittelalter-RPG Kingdom Come Deliverance gerne noch länger entwickelt und später auf den Markt gebracht. Die Aussage fällt, nachdem kleinere technische Schwächen auf dem PC und Designentscheidungen wie die sperrige Speicher-Mechanik nicht auf Begeisterung stießen.

Executive Producer Martin Klíma wünschte sich in einem Blogeintrag auf der Homepages des Studios „mehr Zeit, um das Spiel vor der Veröffentlichung zu wienern“. Dies sei das, „was AAA-Spiele verdienen“. Allerdings räumt Klíma auch eigene Fehler während der Entwicklung ein, die Zeit gekostet und im letzten Jahr zu einer Menge Crunch Time, d.h. einer massiven Anzahl Überstunden der Entwickler geführt hätten. Am Ende zähle aber, dass der Titel veröffentlicht worden sei. Viele der Fehler sollen mit dem nächsten Patch behoben werden; auch das Knacken von Schlössern und die Speichermechanik, wollen sich die Entwickler in den kommenden Wochen noch einmal ansehen.

Kingdome Come ist Indie-Triple-A

Als typisches AAA-Spiel sieht Klíma in Kingdom Come aber nicht. Das Rollenspiel konkurriert laut dem Entwickler nicht mit „Spielen wie Assassin’s Creed oder [Mittelerde] Shadow of War“. Dafür fehle es an Mitteln. Auch das Konzept wird als Kriterium bemüht: „Echte AAA-Spiele“ würden immer mehr Fehler verzeihen, sie seien besser für Gelegenheitsspieler und zerstreute Nutzer geeignet und sich mit all ihren Hinweisen, Aufforderungen und Markierungen „praktisch von selbst spielen“. Eine solche Strategie habe, wie die Nachfrage zeige, einen guten Grund.

Im Indie-Bereich macht Klíma einen anderen Trend aus, der sich durch einen Zuwachs an originellen Ideen und einer Abnahme der Nachsichtigkeit gegenüber dem Spieler auszeichnet. Ein begrenztes Budget zwinge jedoch häufig einfach zu entwickelnde Formate wie 2D-Sidescroller auf. Kingdom Come Deliverance versucht sich, so Klíma, beide Ansätze zu überbrücken: Es sei „im Kern ein Indie-Spiel – hardcore, fordernder, wilder – aber mit der Grafikqualität und den Produktionsstandards eines AAA-Spiels“.

Ansatz nicht neu

Kingdom Come Deliverance steht mit dieser Ausrichtung nicht alleine dar. Im vergangenen Jahr hat Ninja Theory mit Hellblade: Seunas Sacrifice ein Spiel mit ähnlicher Konzeption auf den Markt gebracht. Auch die zahlreiche, mit Millionensummen über Kickstarter finanzierten Spieleprojekte zeugen davon, dass gut aussehende, aufwändiger produzierte Spiele mit real existierendem Gameplay einen Platz am Markt haben und sich mit Erfolg behaupten können.