Cambridge Analytica: Twitter gab Datensätze an beteiligten Wissenschaftler

Britta Niemann 10 Kommentare
Cambridge Analytica: Twitter gab Datensätze an beteiligten Wissenschaftler
Bild: Twitter

Laut Berichterstattung von Bloomberg hat auch Twitter dem Wissenschaftler Aleksandr Kogan, der mit dem Facebook-Skandal um Cambridge Analytica in Verbindung steht, Datenzugriff für sein selbst gegründetes Unternehmen – Global Science Research – gewährt.

In 2015 hatte GSR einmalig für einen Tag lang Zugriff auf zufällig gewählte, öffentliche Tweets aus einem fünfmonatigen Zeitraum zwischen Dezember 2014 bis April 2015.

Stellungnahme von Twitter

Das 2014 von Kogan gegründete Unternehmen Global Science Research, das ebenfalls seinen Hauptsitz in Cambridge hat, hatte also nur kurzen, aber mehrere Monate abdeckenden Zugriff, der per Application Programming Interfaces (APIs) realisiert wurde. Twitter habe anhand der vor kurzem bekannt gewordenen Meldungen um Cambridge Analytica und Facebook eine eigene, interne Überprüfung betrieben und schließt demnach den Zugriff auf private Daten von Nutzern aus. Man habe außerdem Cambridge Analytica und alle zugehörigen Entitäten als Werbetreibende entfernt.

Für Zugriff bezahlt

Twitter ermöglicht bestimmten Unternehmen, Entwicklern und Nutzern den Zugriff auf öffentliche Daten über deren API oder über Software, die Informationen anfragt und übermittelt. Darüber hinaus verkauft Twitter die Daten an Organisationen, welche diese oft dafür nutzen, um entweder Veranstaltungen, Meinungen oder Kundenservice allgemein zu analysieren. Den größt möglichen Zugriff erhalten dabei Unternehmen, etwa den Inhalt der letzten 30 Tage an Tweets oder sogar rückwirkend Zugriff auf Posts ab 2006. Vor dem Zugriff sei jedoch eine Erklärung gegenüber Twitter notwendig, wie geplant werde, die Daten zu nutzen und wer die Endnutzer sein werden.

Private Nachrichten werden jedoch nicht weitergegeben, und Informationen zum Aufenthaltsort müssen erst vom Nutzer selbst freigegeben werden. Twitters Gewinn über solche Daten-Lizenzierungen und anderen Einnahmen sind im ersten Quartal dabei um 20 Prozent gewachsen – auf knapp 90 Millionen US-Dollar.