Display Week 2018: AUO macht Fortschritte bei Micro-LED-Displays

Michael Günsch 12 Kommentare
Display Week 2018: AUO macht Fortschritte bei Micro-LED-Displays
Bild: AUO

Während Mini-LEDs ein kleiner Schritt zur Verbesserung von LC-Displays sind, stellen Micro-LEDs eine komplette Alternative zu LCDs dar und sind eher mit der OLED-Technik vergleichbar. Auf der Display Week 2018 hat der Panel-Hersteller AUO ein neues Micro-LED-Display für Mobilgeräte vorgeführt.

8-Zoll-Micro-LED-Display mit 169 ppi

Mit großen Worten hat AUO auf der Display Week 2018 die „World’s Highest Resolution and Full Color TFT Driven Micro LED Display Technology“ vorgeführt und unter anderem dafür den SID Best in Show Award eingeheimst.

Dabei wirkt der Prototyp gar nicht so besonders: Das 8-Zoll-Display besitzt eine Pixeldichte von 169 ppi, das ist nur etwas mehr als ein Apple iPad mini mit 7,9 Zoll bietet. Für die noch junge Micro-LED-Technik sei dies jedoch ein Meilenstein: AUO betont, dass es sich um die bisher höchste Auflösung für ein Vollfarb-Display dieser Art handelt. Die in nicht genannter Anzahl verbauten Micro-LEDs sollen dabei weniger als 30 Mikrometer „groß“ sein, vermutlich ist der Durchmesser gemeint.

Micro-LED-Display mit 169 ppi auf 8 Zoll
Micro-LED-Display mit 169 ppi auf 8 Zoll (Bild: AUO)

Das Micro-LED-Display sei mit einer „LTPS-TFT-Backplane“ gefertigt, wodurch jeder Pixel unabhängig beleuchtet werden könne. Diese Idealform des Local Dimming würde einen hohen Dynamikumfang der Bilder ermöglichen und sich somit für HDR-Inhalte anbieten. Auch in puncto Leistungsaufnahme soll die Technik Vorteile bieten. AUO sieht sich selbst in der Führungsposition, was die Entwicklung von Micro-LED-Displays angeht.

Die Display-Technik Micro-LED kurz erklärt

Wie Wikipedia treffend beschreibt, bestehen Micro-LED-Anzeigen aus Feldern (Arrays) „mikroskopisch kleiner LEDs, die die einzelnen Pixelelemente bilden“. Millionen von Leuchtdioden stellen im Verbund also selbst das Bild dar, während bei LC-Displays die LEDs oder Mini-LEDs lediglich als Hintergrundbeleuchtung dienen und die vorgeschalteten Flüssigkristalle bescheinen.

Damit funktioniert die Micro-LED-Technik vom Prinzip her wie ein OLED-Display mit organischen Leuchtdioden. Micro-LEDs werden aber aus Galliumnitrid gefertigt, was sie haltbarer, heller und effizienter als OLEDs machen soll. Die bereits für OLED-Displays genannten Vorteile gegenüber LCD, zum Beispiel den hohen Kontrast und die deutlich geringeren Reaktionszeiten, sollen Micro-LEDs ebenso bieten. Die neue Technik wird bereits als OLED-Nachfolger gehandelt, ist aber von der Marktreife noch ein gutes Stück entfernt.

Erste Micro-LED-Displays von Samsung und Sony

Auf der CES 2018 hatte Samsung unter dem Namen The Wall ein 146-Zoll-Display mit Micro-LED-Technik gezeigt. Dies war nun auch auf der Display Week 2018 ein Thema, wie Golem berichtet. Bei Samsung sollen die Micro-LEDs, von denen jeweils drei einen Pixel (RGB) bilden, in einem Abstand von 0,84 mm (Pixelpitch) angeordnet sein. Sonys als Crystal-LED-Display beworbenes Gegenstück erreiche hingegen nur 1,25 mm Pixelpitch und löse entsprechend deutlich gröber auf. Laut Ioannis Kymissis von der Columbia-Universität bilde ein Pixelabstand von höchstens 1 mm die vertretbare Grenze.