14-nm-Kapazitätsprobleme: Intel soll Fremdvergabe der Chipsatz-Fertigung planen

Jan-Frederik Timm 63 Kommentare
14-nm-Kapazitätsprobleme: Intel soll Fremdvergabe der Chipsatz-Fertigung planen

Die Verzögerung der 10-nm-Fertigung stellt Intels 14-nm-Fertigung vor immer größere Probleme: Weil derzeit mehrere CPU-Generationen und neuerdings sogar Chipsätze denselben Prozess nutzen, reichen die Kapazitäten nicht aus. Für Abhilfe soll deshalb jetzt auch die Fremdvergabe von Fertigungsaufträgen sorgen.

Das berichtet Digitimes unter Berufung auf Industriekreise. Demnach plane Intel die Vergabe der Fertigung des H310- „und weiterer 300er-Chipsätze“ an den Auftragsfertiger TSMC, um Kapazitäten in den eigenen Werken freizugeben. Bereits im Mai hatte es Gerüchte gegeben, dass Intel die Produktion des H310 vorerst heruntergefahren hat.

ComputerBase hatte in der vergangenen Woche wiederum davon erfahren, dass Intel eine Rückkehr auf 22 nm beim H310 planen könnte, diese Information bisher aber nicht unabhängig bestätigen können. Dasselbe gilt für einen Hinweis auf das bereits erfolgte Ende der Produktion des Z370-Chipsatzes (22 nm), der in Kürze durch den Z390 (vermutlich 14 nm) abgelöst werden wird.

Auswirkungen auf die Preise bereits sichtbar

Dass die Nachfrage nach Intels Produkten aus der 14-nm-Fertigung das Angebot zuletzt überstiegen hat, darauf gibt es im deutschen Handel bereits klare Anzeichen. So sind aktuelle 14-nm-Prozessoren wie Core i7-8700K und Core i5-8400 zuletzt deutlich im Preis gestiegen. Der Core i7 kostet derzeit gut 360 Euro und damit 50 Euro mehr als vor einem halben Jahr, beim Core i5-8400 werden mit 180 Euro gut 30 Euro mehr veranschlagt als noch im Frühjahr. Ein deutscher Systemintegrator gab gegenüber ComputerBase zu verstehen, dass er die kommenden Monate nicht mit einer Entspannung der Lage rechnet, sich das Problem vielmehr noch verschärfen wird.

Ob das für Intels erste 8-Kern-CPUs für den Mainstream-Sockel, den Core i9-9900K, bedeutet, dass er wie der Core i7-8700K im vergangenen Jahr über Monate nur zum hohen Aufpreis verfügbar sein wird, bleibt zwar noch abzuwarten. Aktuell deuten aber alle Anzeichen darauf hin.