5G-Auktion: Telefónica fordert staatliches Mobilfunk-Förderprogramm

Nicolas La Rocco 48 Kommentare
5G-Auktion: Telefónica fordert staatliches Mobilfunk-Förderprogramm
Bild: Telefónica

Auf das Ende der Versteigerung der 5G-Lizenzen lässt nach Vodafone auch Telefónica ein Fazit sowie mehrere Forderungen zum weiteren Vorgehen folgen. Der Konzern schlägt einen 3-Punkte-Plan für einen beschleunigten Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland vor. Dazu zählt ein staatliches Mobilfunkausbau-Förderprogramm.

Telefónica Deutschland stört sich ebenso wie Vodafone Deutschland an den für die Industrie reservierten 100 MHz, was zu einer künstlichen Verknappung der Ressourcen geführt habe. Diese Maßnahme habe den Aktionsverlauf und die damit verbundenen Kosten bestimmt. Telefónica erachtet die Reservierung als überproportioniert im Verhältnis zu den gesamten 400 MHz im 3,6-GHz-Band, das würden das sich aktuell abzeichnende Interesse aus der Wirtschaft und die frequenztechnischen Notwendigkeiten untermauern.

Der Mobilfunkanbieter sieht Handlungsbedarf bei allen Beteiligten aus Wirtschaft und Politik. Für einen schnellen und umfassenden Netzausbau sei ein „schnelles und entschlossenes Handeln im Schulterschluss zwischen Politik und investierenden Netzbetreibern“ gefragt.

3-Punkte-Plan für Mobilfunkausbau

Mit Abschluss der 5G-Auktion müssen Politik und Bundesnetzagentur nun umgehend weitere Weichen für einen effizienten 4G- und 5G-Ausbau stellen und bestehende Investitionshemmnisse aus dem Weg räumen“, sagte Markus Haas, CEO von Telefónica Deutschland. Der Konzern legt dafür einen sogenannten 3-Punkte-Plan für das Gesamtkonzept Mobilfunk vor, der aus Sicht von Telefónica erforderliche Investitionsanreize schaffen soll.

Planungssicherheit für Versorgungsspektrum

Zunächst einmal fordert Telefónica Planungssicherheit beim Versorgungsspektrum mit 700 MHz, 800 MHz und 900 MHz, das nach aktueller Planung 2025 respektive 2030 auslaufen wird. Für bundesweit investierende und mit entsprechenden Versorgungsauflagen in der Fläche beauftragte Netzbetreiber, zu denen neben Telefónica auch die Deutsche Telekom und Vodafone zählen, sollten die Frequenzen bis 2040 verlängert werden. Auf Basis dieser Verfügbarkeit soll die zum Mobilfunkgipfel von Bundesminister Scheuer beschlossene Versorgung von mindestens 99 Prozent der Bevölkerung und aller wesentlichen Verkehrswege mit LTE bis 2021 und mit 5G bis 2025 erreicht werden.

Gemeinsame Nutzung von Infrastruktur ohne 1&1 Drillisch

Telefónica spricht sich zudem für erweiterte kommerzielle Kooperationen aus. Hierzu zählt das Unternehmen insbesondere die gemeinsame Nutzung von passiver Infrastruktur wie Mobilfunkmasten, den technischen Betrieb dieser Anlagen sowie die Anbindung der Standorte mit Glasfaserleitungen. Explizit werden wieder nur die bundesweit ausbauenden und mit entsprechenden Versorgungsauflagen in der Fläche beauftragten Netzbetreiber genannt, ein Neueinsteiger wie 1&1 Drillisch soll davon nicht profitieren. Telefónica fordert jedoch marktwirtschaftliche Vereinbarungen unter den Mobilfunkanbietern, anstatt wie aktuell angeordnete Pflichten der Bundesnetzagentur.

Staatliches Mobilfunkausbau-Förderprogramm

Der dritte Punkt ähnelt stark einer Forderung von Vodafone. Auch Telefónica schlägt ein staatliches Mobilfunkausbau-Förderprogramm vor, um die letzten Versorgungslücken in der Haushalts- und Flächenversorgung zu schließen. Für diese gebe es nachweislich keine marktwirtschaftlichen Erschließungsmöglichkeiten durch die Netzbetreiber. Das Geld dafür soll aus den Erlösen der beendeten 5G-Auktion und nicht abgerufenen Mitteln aus bestehenden Infrastrukturförderprogrammen stammen.

Jetzt müssen alle Beteiligten zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes die Chance nutzen, umgehend die Grundlagen für einen effizienten und schnellen Netzausbau in Deutschland zu schaffen. Dies kann nicht gegen, sondern nur im Schulterschluss mit den bundesweit investierenden Netzbetreibern erfolgen, die die kommerzielle Last des Ausbaus tragen werden.

Markus Haas, CEO Telefónica Deutschland