Apple: iOS 13 ist schneller, dunkler und privater

Nicolas La Rocco 152 Kommentare
Apple: iOS 13 ist schneller, dunkler und privater
Bild: Apple

Apple hat auf der WWDC 2019 das neue iOS 13 vorgestellt, das sich primär an das iPhone richtet, während das iPad mit iPadOS künftig ein neues Betriebssystem erhält. iOS 13 ist von Apple hinsichtlich der Geschwindigkeit optimiert worden und erhält erstmals einen Dark Mode. Auch das Thema Datenschutz steht wieder im Fokus.

Apple hat iOS 13 im ersten Schritt vor der Einführung neuer Funktionen hinsichtlich der Geschwindigkeit optimiert. Face ID soll fortan 30 Prozent schneller arbeiten, Apps sollen dank Optimierungen beim Packen 50 Prozent, Updates 60 Prozent kleiner und App-Starts bis zu doppelt so schnell ausfallen.

Unter dem Motto „iOS now lives in the dark“ hat Apple den erwarteten Dark Mode für iOS 13 angekündigt, der das gesamte Betriebssystem in dunklere Farben hüllt. Apps wie News, der Kalender, Notes oder Nachrichten erscheinen im Dark Mode mit schwarzem Hintergrund. Auch die Tastatur ist mit dunklen Tasten ausgestattet, außerdem lässt sich auf ihr jetzt mit Swipe-Gesten buchstabieren. Auch die Apps für Fotos und Musik hat Apple für den Dark Mode angepasst. Die mit tvOS 13 vorgestellten Liedtexte, die in der Geschwindigkeit des Liedes über den Bildschirm scrollen, gibt es jetzt auch für iOS 13.

Neues Apple Maps kommt mit Street-View-Klon

In Safari lässt sich nun einfach die Textgröße anpassen, in Notes gibt es mehr Optionen für Schriften und das Teilen mit anderen Anwendern, zum Beispiel über Apples Nachrichten-Apps. Auch bei Maps hat Apple deutlich nachgelegt. Das Unternehmen hat mit Autos laut eigener Aussage 6,4 Millionen Kilometer abgefahren und neu kartographiert. Dazu zählt auch ein neuer Look-around-Modus, der mit Googles Street View vergleichbar ist. Hier lässt sich aus Perspektive des Fahrers durch die Straßen navigieren. Bis Ende dieses Jahres soll das neue Maps für die gesamten Vereinigten Staaten angeboten werden, ausgewählte andere Länder sollen im Jahr 2020 folgen.

Positionsbestimmung besser überwachen

Das Thema Datenschutz geht Apple über eine eingeschränkte Positionsbestimmung des Nutzers an. Apps lässt sich fortan einmalig und dann jedes Mal neu auf Nachfrage die Erlaubnis der Positionsbestimmung geben. iOS 13 erstellt zudem Statusberichte zu Apps und deren Nutzung des Standorts, sodass Anwender eine Übersicht erhalten. Auch dem Nutzertracking über WLAN und Bluetooth schiebt Apple einen Riegel vor.

Sign in with Apple ohne Facebook- oder Google-Tracking

Informationen über den Anwender sollen außerdem mit „Sign in with Apple“ geschützt werden. Apple reiht sich damit auf den ersten Blick neben Unternehmen wie Facebook oder Google ein, über die sich bereits bei anderen Diensten angemeldet werden kann. Apple hingegen will den Anwender mit dem neuen Angebot vor dem Tracking schützen, indem sich die hinterlegte E-Mail-Adresse auf Wunsch verstecken lässt. Apple weist dann jeder Anwendung, die den neuen Anmeldedienst nutzt, eine zufällig generiert Adresse zu. Die wiederum sollen sich als Spam-Schutz schnell deaktivieren lassen.

Neue Fotos-App bekommt Videobearbeitung

Die Fotos-App erhält mit iOS 13 ein großes Update hinsichtlich Videos, denn erstmals muss für die Bearbeitung nicht mehr zu iMovie gewechselt werden, da wie bei Fotos direkt in der Galerie die Hand angelegt werden kann. Die von Fotos bekannten Optionen für Helligkeit, Kontrast oder Farben gibt es nun auch für Videos. Selbiges gilt für einfache Veränderungen wie das Drehen eines Videos um 90 Grad. In der Galerie gibt es eine neue Ansicht für alle Fotos, Tage, Monate oder Jahre. In der neuen Darstellung werden Fotos unterschiedlich groß angezeigt und Duplikate oder verwackelte Aufnahmen automatisch ausgeblendet. Dafür sind Apples KI-Berechnungen auf dem Gerät zuständig. Videos oder Zeitrafferaufnahmen werden bereits in der Galerie in einer Vorschau abgespielt. Für den Bokeh-Modus des iPhones stellt Apple in iOS 13 neue Filter zur Verfügung.

Siri klingt deutlich natürlicher

Zu den Neuerungen in iOS 13 zählen auch eine neue Hand-off-Funktion vom iPhone auf den HomePod, um Songs beinahe unterbrechungsfrei fortzusetzen, ein neues Dashboard für CarPlay, das die aktuelle Karte, Termine, Musik und Funktionen wie einen Garagentoröffner auf einem Bildschirm zusammenfasst. Ein großes Update gibt es für Siri: Die Assistentin klingt fortan deutlich natürlicher, da Apple nicht länger vorab aufgenommene Satzfragmente zusammenfügt, sondern via Neural Text to Speech (Neural TTS) und Deep Learning die Stimmausgabe vollständig in Software generiert.

iOS für das iPhone, iPadOS für Tablets

iOS 13 soll im Verlauf des dritten Quartals auf den Markt kommen und wird wie die letzten Jahre kostenlos von Apple angeboten. Alle mit iOS 13 eingeführten Neuerungen kommen neben dem iPhone auch auf das iPad. Apples Tablets werden mit iPadOS fortan aber ein eigenes Betriebssystem mit mehr Optionen für große Displays haben.

iPhone 5s und 6 nicht mehr unterstützt

Apple wird iOS 13 für alle iPhones ab dem iPhone 6s und damit alle Smartphones ab dem Apple-A9-Chip anbieten. Das bis iOS 12 unterstützte iPhone 5s und iPhone 6 sowie iPhone 6 Plus gehen nach vielen Jahren des Supports erstmals leer aus.