Regulierung von Videospielen: China beschränkt Spielzeit von Kindern

Max Doll 141 Kommentare
Regulierung von Videospielen: China beschränkt Spielzeit von Kindern
Bild: Epic Games

Die World Health Organization hat im vergangenen Jahr die Sucht nach dem Konsum von Videospielen erstmals als psychische Krankheit aufgeführt. In China soll dem mit Spielzeitbeschränkungen für Kinder entgegengewirkt werden, die nun als verbindliche Vorschrift von Anbietern umgesetzt werden muss.

Kinder und Jungendliche unter 18 Jahren sollen künftig zwischen 22 und 8 Uhr keine Videospiele mehr spielen dürfen. Darüber hinaus wird die tägliche Spielzeit an Werktagen auf 90 Minuten, an Wochenenden und in den Ferien auf 180 Minuten begrenzt, berichtet das BBC. Behörden begründeten die Einschränkungen mit der Gefahr für die Gesundheit Minderjähriger. Proaktive Selbstregulierung unter anderem von Tencent, einem der größten Spieleanbieter in Asien, konnten die neuen Vorgaben nicht verhindern.

Im selben Zuge wurden weitere Konsumbegrenzungen eingeführt. Kinder im Alter zwischen 8 und 16 Jahren dürfen gemäß den neuen Richtlinien maximal 200 Yuan (~26 Euro), Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren maximal 400 Yuan (~52 Euro) pro Monat mit einem Online-Konto ausgeben. Teil der Bemühungen ist der Aufbau eines ID-Systems, mit dem Anbieter die Identität und das Alter ihrer Spieler prüfen können. Eine solche Prüfung wird künftig verpflichtend nötig sein.

Regelung reagiert auf Gamedesign

Damit wird Spielen entgegengewirkt, deren Ziel „Engagement“ ist. Aus Perspektive der Publisher meint der Begriff eine maximierte Spielzeit, die allerdings keineswegs mit reinem Spielspaß identisch sein muss. Bereits Spielzeit alleine bietet Verkaufsfläche für lukrative Mikrotransaktionen, deren Verkauf im Spieldesign immer stärker Berücksichtigung findet.

Den Entwicklungen in China kommt eine gewisse Signalwirkung zu, denn das Land besitzt trotz Bemühungen offizieller Stellen immer noch den zweitgrößten Markt für die Spielebranche. Dieser Markt wird von den lokalen Behörden fast schon traditionell kritisch betrachtet. Zuvor wurde dort bereits ein Gesetz zur Regulierung von Beuteboxen erlassen, neue Spiele benötigen zudem eine Zulassung, die schon einmal für mehrere Monate pauschal nicht gewährt wurde, um den Markt einzudämmen.