5G-SoC: Unisoc Tiger T7520 integriert Modem in 6-nm-Chip

Nicolas La Rocco
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5G-SoC: Unisoc Tiger T7520 integriert Modem in 6-nm-Chip
Bild: Unisoc

Die chinesischen Chip-Entwickler von Unisoc, früher besser bekannt als Spreadtrum Communications, haben mit dem Tiger T7520 ihre zweite Generation eines 5G-System-on-a-Chips mit integriertem Multi-Mode-Modem vorgestellt. Der Chip nutzt neuere Cortex-Kerne von ARM und soll im 6-nm-Prozess bei TSMC gefertigt werden.

Der Tiger T7520 ist der Nachfolger des letztjährigen Tiger T7510, der im vor wenigen Tagen vorgestellten Hisense F50 5G verbaut wird. SoCs von Unisoc respektive Spreadtrum sind in Geräten des europäischen Marktes selten anzutreffen, sie werden primär in günstigen Smartphones des chinesischen und indischen Marktes verbaut.

Während der Tiger T7510 in 12 nm FinFET von TSMC produziert wird, setzt Unisoc beim Tiger T7520 auf die modernere 6-nm-Fertigung samt EUV-Lithografie. Vermutlich wird dabei ebenfalls auf einen Prozess von TSMC zurückgegriffen, bestätigt ist dies aber nicht. Die Transistordichte werde mit dem 6-nm-Prozess um 18 Prozent gesteigert, der Energieverbrauch um 8 Prozent reduziert, erklärt Unisoc – jeweils im Vergleich zum 7-nm-Prozess, den die Chinesen jedoch für keinen einzigen ihrer Chips verwenden.

GPU wechselt von ImgTec zu ARM

Im Bereich der CPU setzt Unisoc auf eine Kombination aus vier ARM Cortex-A76, die die vier Cortex-A75 des Tiger T7510 ablösen, sowie vier Cortex-A55. Angaben zum Takt macht Unisoc bisher nicht. Bei der Grafikeinheit verabschiedet sich Unisoc von Imagination Technologies und greift stattdessen ebenfalls in das Regal von ARM: Eine Mali G57 mit unbekannter Anzahl an Recheneinheiten ersetzt die PowerVR GM9446. Eine neue Generation KI-Beschleuniger (NPU) ist ebenfalls in das SoC integriert, hier gibt Unisoc eine Verbesserung der Effizienz (TOPS/W) um 50 Prozent an.

Neues 5G-Modem der Makalu-Plattform

Interessant macht den Chip das integrierte Multi-Mode-Modem, das für die Nutzung aller aktuellen Mobilfunktechnologien von 2G bis 5G ausgelegt ist, wobei der neueste Standard lediglich im Sub-6-GHz-Bereich ohne mmWave unterstützt wird. Mit Blick auf den primären Einsatz in China kann darauf jedoch verzichtet werden. Das Modem basiert auf Unisocs Makalu-Plattform, die vor einem Jahr im Februar eingeführt wurde und mit dem Ivy510 bisher ein Modem zum Vorschein gebracht hat, das in 12 nm bei TSMC gefertigt wird. Aus der Ankündigung geht nicht hervor, ob es sich im Tiger T7520 um eine neue Generation oder um dieselbe mit neuem Fertigungsprozess handelt.

Das Modem unterstützt das Zusammenlegen von FDD- und TDD-Frequenzblöcken des im ersten Schritt mit 5G eingeführten 5G New Radio (5G NR) sowie die Entkoppelung von Uplink und Downlink. Es soll den Empfang um mehr als 100 Prozent steigern, wobei nicht klar ist, wie und im Vergleich zu welchen anderen Lösungen Unisoc diese Messungen durchgeführt hat. Unisoc nennt seine eigene „Super-Transmitter-Technologie“ verantwortlich für einen 60 Prozent schnelleren Uplink, der bei 5G Standalone bis zu 3,25 Gbit/s betragen soll. Das Modem unterstützt Dual-SIM/Dual-5G und das Telefonieren über 5G NR (VoNR) mit einem Fallback auf ältere Technologien.

Unter der Bezeichnung Vivimagic vereint Unisoc neben der NPU Bausteine wie den ISP, der multiple Kameras mit bis zu 100 Megapixeln unterstützt, sowie die Bildausgabe mit bis zu 120 Hz samt HDR10+. Ein integriertes Secure Element bietet der Chip ebenfalls.

Angaben zum Sampling und zur Verfügbarkeit des SoCs hat Unisoc nicht gemacht.

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