Infineon: Saphirglas mit Bezahlchip verbindet analog und digital

Frank Hüber
24 Kommentare
Infineon: Saphirglas mit Bezahlchip verbindet analog und digital
Bild: Infineon

Infineon hat kleine Sicherheitschips entwickelt, die in das Uhrenglas integriert werden können, um auch mit analogen Uhren sicher kontaktlos per Funk bezahlen zu können. Das Schweizer Unternehmen Winwatch integriert diese Technik nun erstmals in ihr patentiertes Saphirglas STISS.

[Anzeige: Opera ist dein persönlicher Browser mit kostenlosem VPN, Messenger und Crypto-Wallet – für Smartphone und PC. Jetzt Opera herunterladen!]

Durch die Chips von Infineon soll die Funktion des kontaktlosen Bezahlens nicht mehr nur reinen Smartwatches vorbehalten bleiben, sondern auch traditionellen Armbanduhren oder luxuriöse Modellen aus Metall zugänglich gemacht werden. Die Akzeptanz und die Verbreitung der Technologie hat sich zuletzt deutlich beschleunigt, auch durch die Corona-Pandemie, da immer mehr Menschen kleinere Beträge kontaktlos, schnell und hygienisch begleichen möchten. Zahlungstransaktionen mit Smartphones und Wearables haben sich binnen eines Jahres von sieben auf 14 Prozent verdoppelt.

Integration in Saphirglas erfordert keine Batterie

Alex Kalbermatten, CEO von Winwatch, sieht in einer schnellen und sicheren Verbindung zwischen Uhr und Lesegerät an der Kasse den ausschlaggebenden Faktor für die Kundenakzeptanz. Die Wahl sei auf die Sicherheitschips von Infineon gefallen, da die Funktionalität andere Lösungen übertreffe. Mit der Integration der Chips in das Saphirglas könne aus jeder Uhr auch nachträglich ein kontaktloses Zahlungsmittel gemacht werden, so Winwatch. Selbst das mechanische Erbstück der Großeltern sei davon nicht ausgenommen, da die Technik keine Batterie benötige. Für die Nutzung muss über eine spezielle App die Uhr als Zahlungsmethode freigegeben werden, wobei der Uhr ein individueller Freischaltcode beiliegt.

Infineon liefert auch Chips für Karten

Aktuell funktionieren rund zwei Drittel der im Umlauf befindlichen Kredit- und Debit-Karte kontaktlos, bis 2025 soll der Anteil auf über 80 Prozent steigen. Mehr als 75 Prozent aller Mastercard-Transaktionen in Europa sind einer Studie zufolge mittlerweile kontaktlos. Infineon hat einen weltweiten Marktanteil von mehr als 47 Prozent bei Bezahlchips für Karten. Im österreichischen Graz betreibt der Münchner Halbleiterhersteller ein eigenes Kompetenzzentrum für Kontaktlostechnologien.

Verschlüsselte Kommunikation über NFC

Bei kontaktlosen Zahlungslösungen ist ein Dreiklang von digitaler Chiptechnologie, Verschlüsselung sowie analoger Funktechnik erforderlich. Der Chip initiiert über eine kleine Antenne die gesamte Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Finanzinstitut. Innerhalb von rund 200 Millisekunden weist der Chip die Echtheit des Zahlungsmittels über seine individuelle Signatur aus und erstellt ein Kryptogramm aus Kartendaten, Zahlungsbetrag und Ort der Zahlung. Nach erfolgreicher Prüfung bestätigt die Bank die Zahlung an das Lesegerät.

Die Kommunikation zwischen Karte oder Wearable und dem Lesegerät erfolgt über NFC-Technologie. Bei einem Abstand von zwei bis zehn Zentimetern nutzt der Chip ausschließlich das Energiefeld des Lesegerätes um die Daten zu berechnen, zu verschlüsseln und zu funken.