Level 3: Honda bietet Staupiloten 2021 im neuen Legend an

Nicolas La Rocco
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Level 3: Honda bietet Staupiloten 2021 im neuen Legend an
Bild: Honda

Honda hat vom japanischen Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (MLIT) die Freigabe erhalten, ab dem kommenden Jahr mit dem neuen Legend erstmals automatisiertes Fahren gemäß Level 3 anzubieten. Ein Staupilot soll bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h vollständig das Fahren übernehmen können.

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Traffic Jam Pilot hat Honda das neue System getauft, das im Frühjahr des nächsten Jahres bis spätestens Ende März in Japan gemeinsam mit der Neuauflage der Oberklasse-Limousine Legend angeboten werden soll. In Deutschland wird der Legend nicht von Honda vertrieben, in den USA wiederum wurde das zuletzt 2017 mit einem Facelift überarbeitete Modell unter der Premiummarke Acura als RLX angeboten.

Hands-off-Bedienung bis 50 km/h

Im vollständig neuen Legend soll der Traffic Jam Pilot die Aufgaben des Fahrens vollständig bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h übernehmen können. Level 3 sieht vor, dass eine dauerhafte Hands-off-Bedienung in einem klar abgesteckten Szenario möglich ist. Bei Honda umfasst dieses Einsatzgebiet Stausituationen mit Stop-and-Go-Verkehr auf öffentlichen Autobahnen. Neben dem Tempolimit wird klares Wetter für die Nutzung vorausgesetzt.

Vorgeschriebener Sticker
Vorgeschriebener Sticker (Bild: Honda)

Laut Honda kann der Staupilot nur innerhalb der gewählten Spur einem anderen Fahrzeug folgen, ohne dass der Fahrer Gas, Bremse oder Lenkrad bedienen muss. Bei einem Level-3-System kann sich der Fahrer theoretisch anderen Tätigkeiten widmen, allerdings sieht Level 3 auch vor, dass der Fahrer nach einer Warnung wieder das Steuer übernehmen können muss. Bei Honda muss diese Bereitschaft laut Ankündigung sofort nach der Warnung bestehen. Erfolgt jedoch keine Übernahme, soll der Staupilot das Fahrzeug sicher bis zum Stillstand bremsen.

Aufkleber für automatisierte Fahrzeuge

Zu den Sicherheitsvorkehrungen des Systems gehört unter anderem eine Überwachung des Fahrers. Außerdem will Honda das System gegenüber Cyberangriffen absichern. Darüber hinaus wird über einen Zeitraum von sechs Monaten im Fahrzeug gespeichert, wann das System aktiviert und deaktiviert und wann Warnungen für eine manuelle Übernahme ausgegeben wurden und wann diese Übernahme durch den Fahrer nicht möglich war. Das MLIT sieht zudem vor, dass Autobauer hinten am Fahrzeug einen Aufkleber anbringen, der Autos mit Fähigkeiten des automatisierten Fahrens signalisiert.

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