Linux-Paket-Management: Flatpak 1.10 mit Support für GCC 11 veröffentlicht

Sven Bauduin
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Linux-Paket-Management: Flatpak 1.10 mit Support für GCC 11 veröffentlicht

Das freie System-Tool Flatpak für das Paket-Management und die Virtualisierung von Desktop-Applikationen unter Linux wurde in der Version 1.10 freigegeben. Mit Hilfe einer Sandbox isoliert Flatpak Anwendungen vom Rest des Betriebssystems und erhält in der neuen Version 1.10 erstmals Support für die Compiler-Suite GCC 11 von GNU.

Flatpak 1.10 mit GNU Compiler Collection 11

Nachdem Flatpak 1.8 mit verbessertem P2P-Support und anschließend insgesamt drei stabile „Milestones“ erschienen sind, hat der Flatpak-Betreuer Alexander Larsson, seines Zeichens auch Mitarbeiter von Red Hat, die Verfügbarkeit der neuen Version 1.10 offiziell bekanntgegeben und diese sogleich auf der Entwicklerplattform GitHub veröffentlicht.

Neben weiteren neuen Features bringt Flatpak 1.10 erstmals Unterstützung für GCC 11, ein Pin-Kommando für das Anheften von Laufzeiten sowie neue Bibliotheken und APIs mit, um die Funktionen des Paket-Management-Tools zusätzlich zu erweitern.

Das System-Tool ist jetzt außerdem in der Lage, bei Update-Operationen Deinstallationsvorgänge für ausgediente Laufzeitumgebungen automatisiert ablaufen zu lassen. Zudem soll die allgemeine Leistung der Anwendung verbessert worden sein.

  • The systemd generator snippets now call flatpak --print-updated-env in place of a bunch of shell for better login performance.
  • The .profile snippets now disable GVfs when calling flatpak to avoid spawning a gvfs daemon when logging in via ssh.
  • Build fixes for GCC 11.
  • Flatpak now finds the pulseaudio sockets better in uncommon configurations.
  • Sandboxes with network access it now also has access to the systemd-resolved socket to do dns lookups.
  • Flatpak supports unsetting env vars in the sandbox using --unset-env, and --env=FOO= now sets FOO to the empty string instead of unsetting it.
  • Similarly the spawn portal has an option to unset an env var.
  • The spawn portal now has an option to share the pid namespace with the sub-sandbox.
Flatpak 1.10 – Release Notes

Bekannte Anwendungen als Flatpak verfügbar

Seit Anfang 2017 sind einige bekannte Anwendungen im Flatpak-Format erschienen, darunter der Mozilla Firefox, Steam, Spotify und Telegram. Weitere Informationen zum Einsatz von Flatpak liefert die offizielle Website des Projektes sowie ein Tutorial der Flatpak-Entwickler.

Eine große Auswahl an kostenlosen Flatpaks bekannter Applikationen hält der Flatpak-Store Flathub bereit. Flatpak 1.10 ist als Download (.TAR.XZ) und Quellcode (ZIP) über GitHub erhältlich und soll zeitnah auch in die stabilen Repositories verbreiteter GNU/Linux-Distributionen einfließen.

Aufgrund zahlreicher Security-Patches wird Nutzern von Flatpak 1.8x („Stable“) sowie Flatpak 1.9x („Unstable“) ein Update auf Version 1.10 dringend empfohlen.

Update 22.01.2021 14:46 Uhr

Flatpak 1.10.1 erschienen

Nur wenige Tage nach dem Release von Flatpak 1.10 hat Flatpak-Betreuer Alexander Larsson Flatpak 1.10.1 veröffentlicht. Die neue Version behebt noch einmal einige kleinere Probleme, deren Bugfixes es nicht mehr in das letzte Release geschafft hatten.

Flatpak 1.10.1 – Release Notes
  • Fix flatpak build on systems with setuid bwrap
  • Fix some compiler warnings
  • Add --enable-asan configure option
  • Fix crash on updating apps with no deploy data
  • Update translations

Neben den obligatorischen Fehlerkorrekturen und Optimierungen wurde auch die Lokalisierung des Paket-Management-Tools weiter verbessert. Flatpak 1.10.1 ist wie gewohnt direkt über die Projektseite auf der Entwicklerplattform GitHub verfügbar.