Kleinste Acht-Kern-CPUs im Test: Benchmarks in Anwendungen und Spielen

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Volker Rißka
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Prozessoren mit mehrstufigen Turbo-Mechanismen reproduzierbar zu testen, war zuletzt bereits kompliziert. Doch dass Intels über Jahre oft komplett ignorierte Vorgaben bezüglich PL1, PL2 und Tau weiterhin nicht überall ignoriert werden und mit dem „Adaptive Boost“ für Core i9 noch ein weiterer optionaler Turbo dazukommt, macht das Vorhaben umso komplexer. Denn eine CPU kann so ganz unterschiedliche Gesichter zeigen. AMDs Turbo ist da deutlich pflegeleichter: Der Prozessor wird in der Regel immer von bestimmten Strömen und Spannungen respektive der maximal möglichen Leistungsaufnahme in seinen Grenzen gehalten, dort gibt es keine versteckten Modi.

So testet ComputerBase

ComputerBase hat sich deshalb auch in diesem Test dazu entschieden, die neuen CPUs mindestens in zwei respektive drei Konfigurationen zu testen:

  • Ohne Limits, also immer mit maximal erlaubtem Turbo.
  • Mit offiziellem PL2 und PL1 bei ausreichend zeitlichem Abstand zwischen den Benchmarks, um Tau auszuschöpfen.
  • Mit aktiviertem „Adaptive Boost“ beim Core i9-11900K.

Und das ist noch nicht alles, denn da wäre ja auch noch der Speichercontroller mit den Gear-Modi. Typisch für Intel: Nur die beste CPU bekommt auch den schnellsten RAM, lediglich der Core i9 kann DDR4-3200 offiziell mit Gear 1 betreiben. Alle anderen neuen Prozessoren erlauben Gear 1 hingegen nur bis DDR4-2933, für DDR4-3200 gilt Gear 2. Dass alle CPUs den gleichen Speichercontroller aufweisen, spielt dabei keine Rolle, denn es geht um die Botschaft im Marketing.

Folglich treten die CPUs auch im Gear-1- und Gear-2-Modus an, vermischen aber nicht zusätzlich noch alle TDP-Optionen, denn es würden plötzlich vier Möglichkeiten für nur einen Prozessor zum Vorschein kommen. Bei zwei CPUs und den ganzen zusätzlichen Untersuchungen ist das heutzutage schnell ein hoher Zeitaufwand. Vor einigen Jahren hätte man stattdessen die drei- oder vierfache Menge an separaten Prozessoren untersuchen können.

Tests in Mehr-Kern-Anwendungen

Moderne Prozessoren können ihre volle Leistung in aktuellen Anwendungen mit Fokus auf Parallelisierung zeigen, wenn möglichst alle Kerne und Threads ausgelastet werden. Der Core i7-11700K zeigt hier eine sehr hohe Leistung, die dem Flaggschiff Core i9-11900K kaum nachsteht. Überraschend ist das nicht, trennen sie im Turbo-Modus für alle Kerne bei knapp 5 GHz Takt doch nur „ein paar MHz“. Dann ist umso schneller erklärt, warum der 11700 fast wie ein 11700K performt: Hier ist der Abstand noch geringer.

Diagramme
Performancerating für Anwendungen (Multi-Core)
    • AMD Ryzen 9 5950X
      55
    • AMD Ryzen 9 5900X
      46
    • Intel Core i9-10900K
      35
    • Intel Core i9-10850K
      34
    • Intel Core i9-10900K (125/250 LT)
      34
    • AMD Ryzen 7 5800X
      33
    • Intel Core i9-11900K (w/o LT, mit AB)
      33
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT, 3200G2)
      30
    • Intel Core i9-11900K (125/250 LT)
      30
    • Intel Core i7-11700 (w/o LT, 3733G1)
      29
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT, 2933G1)
      29
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      29
    • Intel Core i7-11700 (w/o LT, 2933G1)
      29
    • Intel Core i9-9900KS
      29
    • Intel Core i7-10700K
      28
    • Intel Core i9-9900K
      27
    • Intel Core i9-9900KS (127/159 LT)
      27
    • AMD Ryzen 5 5600X
      26
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      25
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      23
    • Intel Core i5-11600K
      23
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      22
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-2933 G1)
      21
    • Intel Core i7-10700 (65/225 W LT)
      21
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT, 2933 G1)
      18
Einheit: Prozent, Geometrisches Mittel

Der Detailblick geht an der Stelle noch einmal auf die TDP-Limitierung, sofern sie denn vom System greift. Beim Core i7-11700K ist sie nicht so stark ausgeprägt, 125 Watt PL1 sind in vielen Fällen fast ausreichend. Natürlich gibt es aber auch Anwendungen, die deutlich darüber hinausgehen, weshalb das Ergebnis in bestimmten Anwendungen spürbar schlechter werden kann. Blender mit einer zweistelligen Verschlechterung sei hier als Beispiel angeführt.

Beim Core i7-11700 mit vollem Powerlimit und dem Langzeitwert von 65 Watt wird es jedoch weitaus gravierender. Wie das Rendering in Blender bereits zeigte, fällt bei dem Test die Package-Power von rund 160 Watt auf harte 65 Watt Limitierung ab. Dadurch verliert die CPU rund 1,2 GHz Takt, heraus kommt ein 44 Prozent schlechteres Ergebnis. Das führt zu zwei Erkenntnissen: Jetzt sind acht Kerne langsamer als sechs unlimitierte und vor allem rückt der Vorgänger wieder bedrohlich nahe. Diese Erkenntnis konnte zuletzt bereits mehrfach gewonnen werden. Rocket Lake-S gewinnt nicht nur durch IPC an Leistung, sondern vor allem auch durch eine höhere durchschnittliche Leistungsaufnahme.

Diagramme
Blender Benchmark
  • Quick Benchmark:
    • AMD Ryzen 9 5950X
      7:38
    • AMD Ryzen 9 5900X
      9:31
    • Intel Core i9-10900K
      11:44
    • Intel Core i9-10850K
      12:00
    • Intel Core i9-11900K (w/o LT, mit AB)
      12:56
    • AMD Ryzen 7 5800X
      13:40
    • Intel Core i9-10900K (125/250 LT)
      13:55
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT, 2933G1)
      14:02
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT, 3200G2)
      14:08
    • Intel Core i9-9900KS
      14:29
    • Intel Core i7-11700 (w/o LT, 3733G1)
      14:36
    • Intel Core i7-11700 (w/o LT, 2933G1)
      14:37
    • Intel Core i9-11900K (125/250 LT)
      14:59
    • Intel Core i7-10700K
      15:19
    • Intel Core i9-9900K
      15:19
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      15:41
    • Intel Core i9-9900KS (127/159 LT)
      16:04
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      16:45
    • AMD Ryzen 5 5600X
      18:18
    • Intel Core i5-11600K
      18:53
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      19:17
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-2933 G1)
      20:29
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      21:01
    • Intel Core i7-10700 (65/225 W LT)
      22:22
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT, 2933 G1)
      26:01
Einheit: Minuten, Sekunden

Tests in Single-Core-Anwendungen

In Einzel-Kern-Szenarien spielt die TDP keine echte Rolle – hier darf die CPU tun, wozu sie ab Werk ausgelegt ist. Der Maximaltakt von bis zu 4,9 respektive 5 GHz wird dann sichtbar, die Ergebnisse sind dementsprechend gut. Diese Tests lassen alle neuen Intel-Prozessoren aber sehr nahe zusammenrücken, denn rund 5 GHz Single-Core-Turbo haben sehr viele Modelle.

Performancerating für Anwendungen (Single-Core)
    • AMD Ryzen 9 5950X
      481
    • Intel Core i9-11900K (w/o LT, mit AB)
      479
    • Intel Core i9-11900K (125/250 LT)
      479
    • AMD Ryzen 9 5900X
      475
    • AMD Ryzen 7 5800X
      471
    • AMD Ryzen 5 5600X
      449
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT, 3200G2)
      448
    • Intel Core i7-11700K (w/o LT, 2933G1)
      447
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      446
    • Intel Core i7-11700 (w/o LT, 3733G1)
      443
    • Intel Core i5-11600K
      443
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      441
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      435
    • Intel Core i7-11700 (w/o LT, 2933G1)
      433
    • Intel Core i9-10900K (125/250 LT)
      409
    • Intel Core i9-10900K
      409
    • Intel Core i9-10850K
      408
    • Intel Core i7-10700K
      400
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-2933 G1)
      398
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT, 2933 G1)
      397
    • Intel Core i9-9900KS
      395
    • Intel Core i9-9900K (95/119 W LT)
      393
    • Intel Core i9-9900KS (127/159 LT)
      392
    • Intel Core i9-9900K
      392
    • Intel Core i7-10700 (65/225 W LT)
      366
Einheit: Punkte, Geometrisches Mittel

Tests in Spielen in drei Auflösungen

Die Intel Core i7-11700 sind gute Spiele-Prozessoren. Wie die bisherigen Core-i5-Vertreter liefern sie eine sehr solide und sogar noch etwas flottere Leistung in allen Szenarien ab, lediglich den Core i9 müssen sie ziehen lassen. Dass der Rückstand auf den ersten Blick so hoch ausfällt, mag überraschen, ist aber im Turbo-Takt für alle Kerne begründet: Mit „Adaptive Boost“ (AB) legt der 11900K 5,1 GHz für alle Kerne an, 11700 und 11700K dürfen hier nur noch 4,4 respektive 4,6 GHz aufbieten und das auch nur ohne streng anliegendes Powerlimit.

Genau dadurch wird aber auch das Problem sichtbar: Die Ryzen 5000 sind sehr stark und takten in vielen Spielen nun sogar höher, der Core i7 beißt sich dementsprechend die Zähne aus. Der Vorsprung ist nicht massiv, dennoch ist er fast überall anzutreffen. Bei den Framteimes sieht es dabei im Schnitt etwas besser aus als bei den reinen FPS.

1.280 × 720 Bildpunkte
Performancerating FPS – 1.280 × 720 Bildpunkte
    • Intel Core i9-11900K (wo LT, mit AB)
      187
    • AMD Ryzen 7 5800X
      184
    • AMD Ryzen 5 5600X
      175
    • Intel Core i7-11700 (wo LT, 3733G1)
      174
    • Intel Core i7-11700K (wo LT, 2933G1)
      166
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      166
    • Intel Core i5-11600K (DDR4-2933 G1)
      166
    • Intel Core i7-11700K (wo LT, 3200G2)
      166
    • Intel Core i7-11700 (wo LT, 2933G1)
      165
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-3733 G1)
      165
    • Intel Core i5-11600K (DDR4-3200 G2)
      159
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      158
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-2933 G1)
      157
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      156
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT)
      150
    • Intel Core i5-10600K
      144
    • AMD Ryzen 7 3800XT
      144
    • AMD Ryzen 7 3700X
      140
    • Intel Core i5-10400F
      140
    • AMD Ryzen 5 3600XT
      137
    • Intel Core i7-8700K
      136
    • AMD Ryzen 5 3600
      134
    • AMD Ryzen 3 3300X
      124
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

Mit festen Powerlimits zeigt beispielsweise Total War erneut, was dies für einen Leistungsrückgang bedeuten kann. Hier können die frei gelassene Varianten schnell bis zu 20 Prozent von den festen Herstellervorgaben trennen. Mit vollem Limit ist die 65-Watt-CPU dann kaum noch schneller als ein Sechs-Kerner, der in dem Fall aber mehr Leistung aufnehmen darf.

1.920 × 1.080 Bildpunkte
Performancerating FPS – 1.920 × 1.080 Bildpunkte
    • Intel Core i9-11900K (wo LT, mit AB)
      169
    • AMD Ryzen 7 5800X
      167
    • AMD Ryzen 5 5600X
      161
    • Intel Core i7-11700 (wo LT, 3733G1)
      159
    • Intel Core i7-11700K (wo LT, 2933G1)
      155
    • Intel Core i7-11700 (wo LT, 2933G1)
      154
    • Intel Core i7-11700K (wo LT, 3200G2)
      153
    • Intel Core i5-11600K (DDR4-2933 G1)
      153
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      153
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-3733 G1)
      152
    • Intel Core i5-11600K (DDR4-3200 G2)
      148
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      147
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-2933 G1)
      146
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      145
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT)
      141
    • Intel Core i5-10600K
      136
    • AMD Ryzen 7 3800XT
      136
    • AMD Ryzen 7 3700X
      134
    • Intel Core i5-10400F
      132
    • AMD Ryzen 5 3600XT
      130
    • Intel Core i7-8700K
      129
    • AMD Ryzen 5 3600
      128
    • AMD Ryzen 3 3300X
      121
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel

Je höher die Auflösung, desto mehr verwischt das Bild, weil die Grafikkarte den Löwenanteil übernimmt. Jetzt zeigen sich Acht-Kerner als generell gute Empfehlung, wenngleich im Detail natürlich die bekannten Probleme bestehen bleiben: Auch hier kann das 65-Watt-Limit zu einem deutlichen Leistungsverlust führen.

3.840 × 2.160 Bildpunkte
Performancerating FPS – 3.840 × 2.160 Bildpunkte
    • Intel Core i9-11900K (wo LT, mit AB)
      102
    • Intel Core i7-11700 (wo LT, 3733G1)
      99
    • AMD Ryzen 7 5800X
      98
    • Intel Core i7-11700K (wo LT, 3200G2)
      97
    • Intel Core i7-11700K (wo LT, 2933G1)
      97
    • Intel Core i7-11700K (125/250 LT, 2933G1)
      97
    • Intel Core i5-11600K (125/250 LT)
      96
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-3733 G1)
      96
    • Intel Core i7-11700 (wo LT, 2933G1)
      96
    • Intel Core i5-11600K (DDR4-2933 G1)
      96
    • AMD Ryzen 5 5600X
      95
    • Intel Core i5-11600K (DDR4-3200 G2)
      95
    • Intel Core i5-11400F (65/154 LT)
      94
    • Intel Core i7-11700 (65/224 LT, 2933G1)
      94
    • Intel Core i5-11400F (DDR4-2933 G1)
      93
    • AMD Ryzen 7 3700X
      93
    • AMD Ryzen 5 3600XT
      92
    • AMD Ryzen 7 3800XT
      92
    • Intel Core i7-8700K
      92
    • AMD Ryzen 5 3600
      92
    • Intel Core i5-10600K
      90
    • Intel Core i5-10400F
      89
    • AMD Ryzen 3 3300X
      87
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS), Geometrisches Mittel
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