EU Chip Act: Die neue Intel-Fabrik soll in Magdeburg gebaut werden

Sven Bauduin
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EU Chip Act: Die neue Intel-Fabrik soll in Magdeburg gebaut werden

Auch dank des EU Chip Acts, im Rahmen dessen die Halbleiterfertigung in der EU bis zum Jahr 2030 mit mehr als 43 Milliarden Euro gefördert werden soll, soll sich Intel für den Neubau einer Fertigungsanlage („Fab“) in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg entschieden haben und will damit mehr als 1.000 direkte Jobs schaffen.

Magdeburgs „Filetstück“ sticht Dresden als Standort aus

Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) als Landesrundfunkanstalt für das Bundesland Sachsen-Anhalt aus eigenen Quellen erfahren haben möchte, habe sich Intel für eine Neuansiedlung in Magdeburg entschieden und der Landeshauptstadt damit den Vorzug vor anderen Standorten in Deutschland und Europa gegeben.

Intel-Fab im Industriegebiet Eulenberg

Damit hätte sich das Industriegebiet Eulenberg (PDF) in Magdeburg, über dessen Chancen auf einen Zuschlag als neuer Standort für eine Fabrik der MDR bereits im November 2021 berichtet hatte, auch gegenüber Dresden und der bayrischen Kleinstadt Penzing, die auch in der Verlosung waren, durchgesetzt.

Das über 300 Hektar große, frei zu entwickelnde, zusammenhängende, unverbaute und direkt an der ausgebauten A14 gelegene „Filetstück“, biete Investoren ausgezeichnete Ansiedlungskonditionen, so die dafür zuständige Marketing- und Investitionsgesellschaft des Landes. Diese Attribute werden schlussendlich auch Intel überzeugt haben.

Industriegebiet Eulenberg
  • Gesamtfläche Brutto: 3.174.000 m²
  • Größte zusammenhängende Fläche: 2.482.000 m²
  • Davon unerschlossene Fläche: 2.482.000 m²
  • Größte verfügbare Fläche: 2.482.000 m²

Sachsen-Anhalts Arbeitgeberpräsident Marco Langhof hatte zuvor bereits kräftig die Werbetrommel für Magdeburg als Standort gerührt. Magdeburg eigne sich neben seiner attraktiven Gewerbegebiete auch, weil die hiesige Hochschule neue IT-Nachwuchskräfte ausbilde für den Neubau einer Fertigungsanlage von Intel, erklärte er. Doch das können auch viele andere Regionen vorweisen.

Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich

Auch wenn Hubert Lakner, der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme zuletzt noch betonte, Dresden habe „die nötige Infrastruktur“ und sagte, „dieses Ökosystem existiert bereits. Das kann Magdeburg nicht bieten“, ist es jetzt voraussichtlich gerade der Standort Magdeburg in den dem Vernehmen nach eine zweistellige Milliarden-Investition fließen wird, mit der mehr als 1.000 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, wie der MDR berichtet. Wie üblich sind das aber nur direkt angestellte Kräfte, im Umfeld werden viele weitere Arbeitsplätze entstehen.

Mindestens zwei Fabriken in Europa geplant

Intel plant insgesamt zwei Fabs in Europa. Die Grundvoraussetzung dafür seien aber Subventionen aus dem EU Chip Act, die jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit fließen werden. Anderenfalls hätte sich Intel kaum von einer Fab in Magdeburg überzeugen lassen.

Die beiden Fabriken innerhalb der EU sollen vor allem die gestiegene Nachfrage der Autoindustrie an Chips und Halbleitern bedienen. Die Entscheidung über den Bau der ersten von zwei Fabs solle in der nächsten Woche offiziell bekanntgegeben werden.

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