Arbeit > 2 Monate; Welche Abgaben erwarten mich ?

VKB

Cadet 3rd Year
Registriert
Feb. 2003
Beiträge
59
Hallo,

ich habe nach Abitur und Zivildienst eine Stelle bei Siemens als Ferienaushilfe bekommen. Derzeit habe ich einen Vertrag mit einer Laufzeit von 7 Wochen, der bald ausläuft. Nun ist es so, das mein Chef von mir ziemlich begeistert ist, und mich in einem Monat erneut für 4 Wochen anstellen möchte. Seit Anfang diesen Monates bin ich drüberhinaus an einer Universität immatrikuliert, dh. das ich diesmal als Werksstudent aufgenommen werde.


Meine Frage ist nun, welche Abgaben an Staat / Versicherung werden mich nun erwarten ? Lohnsteuer und Kirchensteuer werden derzeit bereits abgezogen, welche ich aber nach meinem Wissen wohl Ende des Jahres zurückbekommen kann, wenn ich in diesem Jahr unter einem Brutto Verdienst von 7664€ bleibe (was ich aber auch mit 12 Wochen Arbeit bei Siemens und Zivildienst Jan-Mai nicht erreichen werde).


Bisher rausgefunden habe ich, dass ich bei über 2 monatiger Arbeit 9.75% des Gesamtverdienstes bei Siemens abgeben muss. Was kommt darüberhinaus noch auf mich zu ?
 
Wieviel Du abgeben darfst/musst wird Dir das Finanzamt sagen wenn Du das Geld ebi der Einkommensteuerklärung wieder haben möchtest, dann werden Deine Jahreseinkünfte zusammengerechnet und der Steuerwert ermittelt, hast Du zuviel gezahlt bekommst Du es zurück, wenn zuwenig >> nachzahlen.
Für Versicherungen zahlst Du z.Zt. ca 14% Krankenversicherung, 1,7% Pflegeversicherung, 19,5% Rentenversicherung und 6,5% Arbeitslosenversicherung. Wieviel sie bei einem Ferienjob einbehalten fragst Du am besten in der Buchhaltung, das hängt auch davon ab was Du an Geld bekommst und welche Steuerklasse Du hast, da es sich um einen Ferienjob handelt bist Du wohl noch in Klasse I.
 
Alles klar, danke für die Antwort. Nungut mal sehen, ich werds vermutlich machen, wenn auch ich finanziell nicht viel davon haben werden könnte.
 
Bekommst du Bafoeg? Dann musst du auch da aufpassen, nicht das dir das gekuerzt wird.
 
Ne, ich erhalte keinerlei Zuschüsse. Aber danke für den Hinweis.
 
Generell ist es so, daß du als Student bei einer Arbeitszeit von max. 20 h pro Woche sozialversicherungsfrei beschäftigt wirst. D.h. du zahlst Lohnsteuer (+Soli und Kirchensteuer) sowie Rente (9,75%). Zudem darfst du innerhalb von 12 Monaten insgesamt zwei Monate vollzeit arbeiten - sozialversicherungsfrei. Überschreitest du diese Grenzen (20 h/Woche oder 2 Monate/Jahr), bist du voll sozialversicherungspflichtig. Sprich du zahlst wie jder Arbeitnehmer zusätzlich Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

Bei weiteren Fragen zur Steuer-/Abgabenpflicht hat sich die Krankenkasse als guter Ansprechpartner erwiesen. Von der Personalabteilung würde ich aus Erfahrung (v.a. bei Siemens) eher abraten. ;)

Zu beachten ist noch:
Wenn du in der gesetzlichen Krankenversicherung bei deinen Eltern familienversichert bist, mußt du auf die Einkommensgrenzen achten (350 bzw. 400 € im Monat). Gleiches gilt für Kindergeld (7680 € im Jahr). Wenn du drüber bist, ist Kindergeld weg (für's ganze Jahr!) und du mußt dich selbst (studentisch) krankenversichern (ca. 55 € im Monat).
 
Zuletzt bearbeitet:
Bist du denn als Werkstudent eingestellt oder als studentische Hilfskraft? Der Werkstudent ist ja so gedacht dass er nur 20h die Woche arbeitet, und daher seine Abgaben eher gering sind.

Ich selbst bin als studentische Hilfskraft eingestellt, meine Stundenleistung pro Woche ist daher egal, muss aber jeden Monat 22% meiner Vegütung an den Staat abführen. Wäre ich als Werkstudent eingestellt wäre es weniger.
 
Wieviel verdienst du den? Ich mußte als Hiwi keine Abgaben zahlen (Verdienst <400 €), nur der Arbeitgeber einen Pauschalbetrag. Gilt ja als geringfügige Beschäftigung. Zwischen 400 und 800 € muß man dann auch als Arbeitnehmer pauschal was zahlen (wahrscheinlich deine 22%?).
Oder zahlst du noch freiwillig Rentenbeiträge? Kann man machen, ist aber nicht empfehlenswert. ;)

Die Stundenleistung ist bei einem Studenten nie egal. Die 20 h/Woche und 2 Monate/Jahr gelten immer, wenn du sozialversicherungsfrei arbeiten willst. Du kannst natürlich mehr arbeiten aber dann zahlst du auch voll. Das wollen die Arbeitgeber aber meistens auch nicht und damit sich das rentiert, muß man schon ziemlich viel arbeiten, was sich kaum mit einem Studium vereinbaren läßt. Daher auch diese Regelung.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

vielen Dank für die weiteren Antworten.

Ich habe nun trotz des letztendlich rechnerisch geringen, bis quasi keinen Verdienstes für einen weiteren Monat unterschrieben.
Finanziell macht dies natürlich wenig Sinn, jedoch ist, wie bereits berichtet, mein Vorgesetzer mit mir sehr zufrieden, und hat auch schon angedeutet auf mich zurückzugreifen, wenn er wieder eine Hilfskraft braucht. Und für weitere 4 Wochen braucht er aufjedenfall noch eine.
Zudem macht es sich auf dem Lebenslauf sicherlich gut, nachdem ich schon zw. Abitur und Zivildienst eine recht lange leer-Phase hatte. Daher ist es durchaus sinnvoll, die Wochen noch zu arbeiten, auch aufgrund des Mangels einer anderen Beschäftigung zur Zeit :o


Bei Siemens kenne ich Stellen als Ferienaushilfe, spricht insbesondere wohl Schüler an, und eben vollzeitbeschäftigte Werksstudenten, spricht wohl Studenten an, mit zuviel Freizeit in der vorlesungsfreien Zeit. Beide Gruppen arbeiten bis zu 35h in der Woche. Der Werksstudent erhält idR etwas mehr als die Ferienaushilfe.
Der Verdienst überschreitet Stunden entsprechend deutlich die 400€.

Im Jahr werde ich allerdings, selbst mit Zivildienst Sold, weit unter 7680€ bleiben.
 
Zurück
Oben