einfachpeer schrieb:
Es gibt da so ein paar Dinge, die ich etwas kurios finde und mich einfach mal interessieren würde, wie das Arbeitsleben dahingehend in einem Systemhaus
wirklich aussieht. Könnt ja gerne mal etwas erzählen, wie es bei euch so abläuft
Ich kann nur von einem Systemhaus berichten, aber ich schau mal...
(Ich bin nie gewechselt weil Gehaltsverhandlungen möglich sind und ich von allem was ich gelesen und gehört habe beim ersten Arbeitgeber gut gelandet bin...)
einfachpeer schrieb:
Bei Verbesserungsvorschlägen wird sofort abgeblockt mit "Das haben wir schon seit 10 Jahren so gemacht"
Habe ich noch nie gehört - allen ist bewusst, dass man mit den Zeiten gehen muss und wer nicht seine Methoden updated ist irgendwann abgehängt.
Was nicht heißt, dass man immer alles besser macht, aber wenigstens ist immer die Option offen, es mal zu probieren. Oder zumindest vorzuschlagen, es zu probieren. Es muss auch ein Mehrwert ersichtlich sein, sonst ist es Zeitverschwendung.
einfachpeer schrieb:
Personalplanung für Montage findet grundsätzlich per WhatsApp am Sonntag statt, Mitarbeiter im Urlaub werden trotzdem gestört, da alles ja immer super wichtig ist
Igitt
einfachpeer schrieb:
Überstunden häufen sich an und man kann sie nicht wirklich abbauen
Flexible Arbietszeiten und Regelung für unbegrenzten Urlaub sind da schon echt nice
einfachpeer schrieb:
Wenn ein Geschäftsführer "Husten hat" muss sofort alles stehen und liegen gelassen werden, auch wenn man gerade in einem Meeting sitzt
Nö
Intern sowieso nicht weil die Geschäftsführung (CEO, COO) der Gründer und zweiter Mitarbeiter waren und damit entsprechenden technischen Hintergrund haben um sich selbst helfen zu können.
Bei Kunden werden als Entscheider bekannte Personen schon teils priorisiert behandelt, aber nicht so, dass man alles stehen und liegen lassen muss.
Aber ich verstehe auch, warum versucht wird diejenigen glücklich zu halten, die bei der nächsten Vertragsverhandlung was zu sagen haben.
Ansonsten gibt's natürlich auch 'Prio A' Vorfälle. Primär ist das wenn bei einem Kunden mehrere User nicht arbeiten können oder gar der ganze Betrieb steht weil in der IT etwas nicht funktioniert. Dann kann es tatsächlich sein, dass der gesamte Tagesplan über den Haufen geworfen wird bis es beim Kunden wieder läuft.
einfachpeer schrieb:
es wird gern ein Sündenbock gesucht
Fehler sind menschlich. Solange jemand nicht durch ständige grobe Fehler auffällt wird akzeptiert, dass es nicht immer perfekt läuft.
Primär wird dann erstmal eine Lösung gesucht.
einfachpeer schrieb:
Dienstreisen an andere Standorte auch gern einen Tag vorher beschlossen
Eher nicht.
Vor-Ort-Termine beim Kunden können allerdings sehr spontan entstehen wenn die Notwendigkeit besteht.
einfachpeer schrieb:
vom Chef der Systemintegration wird man wochenlang geghostet
Es gibt viel zu viele Kunden, da weiß man - wenn man dem nicht hinterher telefoniert, kommt nichts.
Der Abteilungsleiter der Technik bei uns ist bei Mails auch manchmal was langsam mit der Antwort, aber wenn's wichtig ist kann man auch anrufen oder in sein Büro spatzieren.
einfachpeer schrieb:
Zudem hat jeder seine kleinen Bereiche die er nur ungern erklärt.
Wenn jemand 'kannst du mir kurz zeigen, wie das geht' fragt, wird eigentlich immer ein 'ja' erwartet.
Außer, das wurde schon mehrfach erklärt und der kapiert es noch immer nicht oder man hat grade wirklich keine Zeit.
Andererseits wird auch erwartet, dass Leute zumindest versuchen, sich etwas selbstständig zu erarbeiten.
einfachpeer schrieb:
Auch ich habe nicht jede Richtlinie dokumentiert.
Dokumentation ist immer so ein Thema... klar man pflegt die eigenen 'best practices' und den kundenspezifischen Passworttresor.
Aber ansonsten besteht eigentlich nur die Projektdoku und was auch immer in den Tickets hinterlegt ist - außer der Kunde zahlt extra für mehr.
einfachpeer schrieb:
Aber wegwerfen von guter aber alter HW weil "wir das immer so gemacht haben" finde ich auch interessant.
Bei uns wird alte HW eigentlich erst entsorgt, wenn die wirklich nicht mehr zu brauchen ist.
einfachpeer schrieb:
Ich finde es gut selbstständig zu arbeiten und sich seine Zeit und Aufgaben etwas selbst einzuteilen. Ist das in einem Systemhaus überhaupt möglich ?
Klar, zumindest in gewissen Grenzen.
Man hat natürlich zugeteilte Projekte die zu bearbeiten ist und innerhalb dieser Deadlines, die nach Möglichkeit einzuhalten sind. Insbesondere weil Projekttasks gerne mal voneinander abhängig sind, ist das unvermeidbar.
Aber man kann sich aus den bestehenden offenen Tickets diejenigen aussuchen die einen interessieren und wann man die bearbeitet ist dann erstmal Sache des Bearbeiters, solange die nicht einfach liegen bleiben.
Teilweise muss man natürlich auch den Kunden mit in die Zeitplanung einbeziehen - wenn man z.B. ein System updaten soll das dafür eine Downtime braucht, kann man das nicht einfach unangekündigt mitten am Arbeitstag machen.
einfachpeer schrieb:
konkretor schrieb:
Ich empfand den Stresslevel beim Dienstleister höher als in der internen IT.
Ohne selbst mal als interne IT gearbeitet zu haben:
Es gibt sicherlich auch stressige interne IT Jobs, aber allgemein dürfte als Dienstleister der Druck - und Stress - höher sein.
Allein schon, weil manche größere Kunden (mit interner IT) sich nur dann melden wenn etwas nicht funktioniert und die interne IT nicht geschafft hat, das Problem zu lösen.
Dadurch wird man ständig mit neuen Fehlern konfrontiert - manchmal von Software die man noch nie zuvor gesehen hat - und am anderen Ende der Leitung möchte jemand ASAP eine Lösung.
Andererseits kommt da dann auch eine gewisse Routine und Übung bezüglich Troubleshooting mit rein und der Puls geht nicht sofort auf 180 bloß weil ein Fehler aufgeploppt ist.