gaym0r schrieb:
Das sollten wir auch, wenn man bedenkt wie hoch unser Ausstoß relativ gesehen ist.
Was den Ausstoß von CO2 als auch Methan und anderen klimaschädlichen Stoffen angeht, gibt es leider in den aktuellen gängigen Berechnungen so einige Probleme, die viele Menschen auch immer wieder dazu verleiten zu sagen, dass wir in Deutschland - oder füge ein x-beliebiges anderes Land ein - ja nichts dafür können und wir das Klima nicht retten, wenn wir uns plötzlich zurück halten.
In der Länderbetrachtung wird nämlich nur der Ausstoß des jeweiligen Landes "absolut" betrachtet, rechnet man das dann pro Kopf, sind wir in Deuschland zwar auch nicht gerade gut gestellt, allerdings auch nicht so schlecht, da sind Länder wie die USA, allerdings auch die arabische Halbinsel viel schlimmer.
Es wird dabei allerdings vergessen, dass Deutschland als auch viele andere westliche Länder seit dem sich China unter Nixxon Bemühungen geöffnet hat, teile ihre Industrieproduktion, gerade auch was Konsumware angeht, verlagert haben. So stößt zwar China sehr viel CO2 aus, gleichzeitig entsteht dieses CO2 aber für Produkte, die wir hier kaufen und verwenden.
Wir haben in Deutschland die CO2-Erzeugung nur ausgelagert, jedoch sind wir für ein Teil des ausgestoßenen CO2 in China mit verantwortlich. So einfach ist das.
Der_Jens schrieb:
Für mich ist 650 Mio > 230 Mio, die Rechnung von @MegaManX4 geht da nicht wirklich auf ..
Die Rechnung geht allgemein nicht, weil die bloße Bilanzierung nach Land bereits verfälschend ist. Klar entsteht das CO2 in China und in den USA, jedoch kaufen wir allen Produkte aus China, die für den CO2-Ausstoß verantwortlich sind.
Aber allgemein sollten wir uns als Konsumenten langsam mal auch von der "Selbstgeißelung" lösen, sowohl Teile der Politik als auch die Firman, die Hauptverantwortlich sind - und damit meine ich BP, Shell und Co - haben mit dem persönlichen CO2-Rechner und Co es wunderbar geschafft, dass sich die normalen Bürger zerfleischen, während die Firmen uns immer wieder wunderbar spalten können und damit sich aus der Verantwortung stehlen. Das Problem dabei ist auch, dass viele Politiker - allen voran die AfD sowie Merz und auch Fr. Reiche da wunderbar mitmachen und die Leute es nicht verstehen!
supermanlovers schrieb:
Welches Land nimmt sich aktuell Deutschland als Vorbild? Das Deutschland 5 Jahre früher (2045) Klimaneutral sein will, schadet uns mehr als es andere Länder in der EU überzeugt.
Du bringst an dieser Stelle leider sehr viel durcheinander und fällst leider auch auf die Propaganda gewisser "konservativen" Kräften als auch bestimmter Politiker weitgehend rein und damit auch auf die gezielte Desinformation von gewissen Milliardären und ebenso Firmen.
Das große Problem von Deutschland ist nicht das Ziel, dass man bis 2045 "klimaneutral" sein möchte. Das große Problem von Deutschland ist auch nicht, dass die EU ein "Verbrennerverbot" bis 2035 hatte, genauso wenig war die EEG-Umlage ein Problem und dass wir plötzlich vor horenden Strompreisen standen.
Das große Problem sind "Kräfte", die sich zwar als "konservativ" bezeichnen, jedoch in der Regel im Interesse von wenigen Reichen handeln, die Angst davor haben, dass sie "Macht" verlieren - beziehungsweise Geld. Entsprechend verbreiten diese Kräfte über bestimmte Medien - Axel Springer SE, Nius - als auch Politiker - in CDU, CSU, FDP und ebenso AfD - Halbwahrheiten und schüren auch Ängste, in dem sie 95 % der Menschheit glauben machen, dass man ihnen was wegnehmen will.
Das beste Beispiel ist hier das Heizungsgesetzt. In Deutschland leben 58 % der Haushalte zur Miete, nur 42 % haben ein Eigenheim. Von den jetzigen Änderungen im Heizungsgesetzt profitieren primär die Immobiliengesellschaften, weil sie veraltete Heizungsanlagen nicht austauschen müssen. Alle anderen profitieren nicht wirklich davon. Niemand hatte vor, dass besteheden Gasheizungen oder Ölheizungen zum Stichtag "ausgebaut" werden müssen, sondern dass ab diesem Zeitpunkt keine neuen Gas- und Ölheizungen mehr verbaut werden sollten. Wer partout seine Heizung nicht erneuern will, hätte damit bis zum Ende der Welt heizen können. Jedoch wurde daraus gemacht, dass man ja alle alten Heizungen austauschen muss.
Oder gehen wir mal auf die Solar- und Windenergie: Hätte Deutschland seit 2000 wirklich eine einheitliche Energiepolitik verfolgt im Bereich der erneuerbaren Energien, hätten wir sehr viele der Probleme heute nicht und eventuell sogar mit die niedrigsten Strompreise in Europa, da die Erzeugerpreise pro kW bei Solar- und Windkraft sehr gering sind. Dazu ist man mit beiden Techonologien weitgehend unabhängig von Energieimporten.
Ich lese jetzt immer wieder, dass wir dieses Jahr mehr Strom importieren mussten als vorher, dabei wird an der Stelle genau eine Sache dann gerne vergessen: Woher kommt den das Gas und das Öl, dass wir für Strom verfeuern? Woher kommt denn, wenn wir unsere AKWs nocht hätten, das Uran. Da wird darauf verwiesen, dass wir Strom importieren und das als große Gefahr hingestellt, dabei allerdings vergessen, dass wir quasi 100 % des Erdgases und 100 % des Öles importieren (das ist jetzt eine Übertreibung, dessen bin ich mir bewusst.) Da regt sich keiner groß drüber auf, das ist Nius, Bild und Co kaum eine Meldung wert, aber wehe wir müssen 10 - 20 % des Stroms mal importieren.
Genauso die Sache damit, dass wir den Strom aus Wind- und Solar nicht effektiv speichern könnten und dass wir da ja ganz viel Lithium brauchen. Es gibt in Franken eine kleine Firma, nennt sich
CMBLU. Die haben auf "erneuerbaren" und "ökologischen" Materialien passende Energiespeicher entwickelt, die uns weitgehend von Lithium und Co unabhängig machen. Klar, die haben nicht die Energiedichte wie viele Akkus, allerdings ernsthaft: Wer in seinem Haus ein Öltank hat, der kann den auch durch ein passenden Speicher ersetzten für Strom, der auch genug speichert. Neben ein Windkraftwerk sowie Solarkraftwerk kann man auch ein paar Container stellen. Da geht es nicht um Energiedichte, da hat man mehr Platz.
Auch der Flächenbedarf für Solarstrom und Windkraft wird gerne immer wieder massiv dramatisiert, damit braucht man garnicht so viel Fläche. Wir haben auf Dächern immer noch genug Platz um ein paar TW hinzu zu bauen.
Ein Hauptproblem wären die Stromtrassen, zugegeben, allerdings wird beim Verweis auf "E-Fuels" sowie Grünenwasserstoff eine Sache gerne vergessen: Klar, wir haben dafür die Infrastruktur hier schon gebaut, allerdings verlagern wir auch hier Probleme dann nur aus Deutschland nach Argentinien, Kolumbien oder in nach Afrika und Australien als Beispiel. Denn E-Fuels-Anlagen, Windräder, Solarkraftwerke, Stromtrassen und Pipeline-Anlagen müssen dort erst gebaut werden und verschlinngen mehr Ressourcen, als wenn wir hier Strukturen zurück bauen und durch andere "erneuern".
Das Problem ist hier nur eben, dass verschiedene Akteure haben, die immer wieder sich von ihren eigenen Ideologien leiten lassen, auzch wenn sie das Gegenteil behaupten.