Balkonkraftwerk Photovoltaik für jedermann

Shortdickman

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Hallo Leute,
Keine Ahnung, ob ich mit diesem Post hier richtig bin aber ich wollte euch Mal dazu fragen, ob ihr ein Balkonkraftwerk aus 1-3 PV Modulen betreibt?
300-900W Peak um damit euren Eigenverbrauch zu decken und ein paar kWh zu sparen.


Grüße
 
Kann man mit so einer Anlagengröße jemals den Break-even-point erreichen, also wirklich etwas sparen?
Die erbringbare Leistung ist doch sehr gering im Vergleich zum Aufwand für die (anfällige) Steuerungselektronik.
Ich frage rein interessehalber. Müsste doch irgendwo im Netz eine Musterrechnung geben.

Mein Balkon hat übrigens Westseite mit Teilverschattung, weshalb sich das grundsätzlich wohl nicht lohnen würde.
Auf einem anderen Objekt hat das große Süddach etwas (!) Teilverschattung (früh+Spätnachmittag) und dort hat ein Energieberater mir von PV abgeraten. Solarthermie würde dort aber gehen.
 
Wieso Steuerung?
Dem Strom in deinem Haus ist es egal woher er kommt. Ein Stromzähler ist auf den drei Phasen saldierend.

300Wpeak Modul erzeugt ca 260-350 kWh im Jahr bei Südausrichtung in Deutschland. Jetzt kannst du ja ausrechnen, wieviel bei deinem Stromanbieter kostet bzw (an Rendite) der nimmt nämlich einen Arbeitspreis ca 25-33ct pro kWh. Und so ein Modul soll ja ein paar Jahre laufen.

Preis Modul 130-180€
Preis Modul Wechselrichter 250€
 
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Was mich noch interessiert, was passiert wenn ich zur Peakleistung nicht den entsprechenden Verbrauch habe? Ich bin Tagsueber ja nicht da (ergo geringerer Verbrauch), aber das ist ja die Zeit zu welcher der Strom generiert wird.

Bekomme ich hier was fuer die Einspeisung? Oder wie wird das gehandhabt? Fallen hier noch andere Kosten an (Pruefung/Wartung/Normung)?

Nach deinen Zahlen ist das ja auf 7 Jahre Break-even ausgelegt...
 
So habe mich mal kurz im Internet weitergebildet, weil der TE doch etwas grob mit den Zahlen hantiert.
link schrieb:
Eine steckbare Solaranlage mit 270 Watt inklusive Zubehör und Lieferung gebe es bei seriösen Händlern für rund 470 Euro. Im besten Fall produziert das Gerät jährlich 300 Kilowattstunden Strom für je 7 Cent und vermeidet den Bezug von Netzstrom für 29 Cent pro Kilowattstunde. Das kann bei aktuellen Strompreisen 87 Euro pro Jahr Ersparnis bedeuten. Das Gerät würde sich auf Basis dieser Rechnung nach fünf Jahren amortisiert haben. Wenn sich die Strompreisentwicklung der vergangenen 25 Jahre fortsetzt, mache das 2326 Euro Gewinn. Dies entspricht einem effektiven Jahreszins von 6,6 Prozent.
Selbst Tenhagen macht dafür Werbung und spricht von Selbstkosten von rd. 10 Cent/kWh und einfachem Anschluss per Stecker in eine freie Steckdose der Wohnung.

Scheint also echt was dran zu sein. Der diesjährige Sommer ist jetzt zwar vorbei, aber ich werde so eine kleine Anlage für nächstes Jahr mal ins Auge fassen, bin ja sogar Eigentümer. Muss nur mal die Sache mit dem Stromzähler mit Rückwärtssperre bei mir abklären, oder auch nicht ;).
 
Ihr vermischt da etwas. Entweder ihr setzt euch mehrere Module aufs Dach und betreibt das als Produktion mit Eigenverbauch bzw. Einspeisung (da kommt dann noch Gewerbe o. Kleinunternehmerregelung dazu) oder ihr nutzt die fertigen Pakete, welche in die Steckdose gesteckt werden.

Wobei ich da nicht weiß, ob diese nun endlich zugelassen sind.

Das was du meinst @Shortdickman ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Das Modul soll nur 250 Euro kosten? Und wer installiert das dann? Netzbetreiberzustimmung vorhanden?

Vergesst bitte nicht, dass das Peak nie erreicht wird. Es ist teils bedeutend weniger. Ich spreche da aus eigener Erfahrung.

Ihr könnt ja schonmal auf den Seiten schauen, wo man sich den Maximumertrag berechnen lassen kann, was ihr tatsächlich an Strom produzieren könnt. Ohne Verschattung! Dann wisst ihr auch ob es billiger als der zugelieferte Strom sein kann.

Ich komme bei mir auf rd. 80% der Peakleistung und das bei SSW-Ausrichtung, Neigung und keine Verschattung. Und das in Bezug auf das ganze Jahr. Es gibt Tage, da kommst du nur auf 10-20% der Peakleistung.

2. Punkt den ihr beachten müsst (meines Wissens nach), ihr nutzt nur selbst den Strom. Nichtgenutzter, produzierter Strom verpufft quasi, da ihr nicht einspeist. Rücklauf verboten! Und wann wird der meiste Strom produziert? Zur Mittagszeit, wenn ihr arbeiten seit.
 
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Internet schrieb:
Kritische Anmerkungen
Internet schrieb:
Plug & Play Module sind eine feine Sache, es gibt jedoch auch Punkte, die bei einer Anschaffung, dem Anschluss und dem Betrieb zu beachten sind:

  • Ein Modul kann über die Steckdose nur auf einer Phase Strom liefern
    Das bedeutet, dass wenn sie auf der Phase, auf die das Modul einspeist momentan keine Verbraucher angeschlossen haben auch dieser Strom nicht verwendet werden kann. Abhilfe schaffen da nur das Anschließen mehrerer Module an unterschiedlichen Phasen oder der feste Anschluss der Module und das Anbringen einer Verteilerbox.
  • Was passiert mit überschüssig produziertem Strom? Das ist mit der Hauptknackpunkt. Sie haben mehrere Module an Steckdosen angeschlossen und keinen Verbraucher, der den Strom abnimmt. Was passiert? Der Strom wird ins Netz gedrückt. Wenn Sie jetzt keinen Zähler mit Rücklaufsperre haben, läuft dieser rückwärts. Das ist auf jeden Fall nicht zulässig und könnte zu erheblichen Problemen führen.
  • Selbst wenn ein Zähler mit Rücklaufsperre montiert ist handelt es sich dann um eine Netzeinspeisung. Diese ist nur zulässig, wenn diese angemeldet ist und die Regelungen des EEG eingehalten werden. Dazu gehören dann beispielsweise die 70%-Regelung oder das Einspeisemanagement. Die Clearingstelle EEG hat zu dieser Problematik einen Hinweis herausgegeben.
  • In den Prospekten der Anbieter wird immer verbreitet, dass eine Genehmigung nicht erforderlich ist. Einige haben bereits einen Rückzieher gemacht und im kleingedruckten entsprechende Hinweise gegeben. Wie z.B.

    - "der Kunde ist für die Prüfung von Statik und Befestigung, sowie für Berücksichtigung von eventuell vorhandenen Blitzschutzeinrichtungen verantwortlich"

    - "ggfs. länderspezifische Vorschriften beachten"
  • noch schnell gefunden
 
Das Modul hängt an meinem Balkon.
Warum denn eine fertige Anlage kaufen? Ist ja keine Kunst eine PV Stecker in den Wechselrichter zu stecken...
Montage? Hä also ich dachte an Selbst angeschrauben mit Alustrangprofil von Schletter.

Der Wechselrichter ist per Stecker, Wieland oder Schuko in mein Hausstromnetz eingesteckt.

Hast du keine Always-on Verbraucher die quasi immer "an" sind? Laptop im Standby, wo das Netzteil eingesteckt bleibt, Handy-Ladegeräte? Oder sowas alltägliches wie eine Kühltruhe, Kühlschrank mit Eisfach, Kaffeeautomat, ?
Oder nerdige Dinge wie: NAS, DSLRouter, WLAN Access Point, powerlan.....5W stand-by hier, 3W dort...
Ja selbst Dinge wie Elektrische Zahnbürste, Alexa, AV Receiver usw. Kosten dauerhaft Strom.
3500kWh in meinem Haushalt mit Frau und Kind.


https://www.ikratos.de/solar-ohne-finanzamt/

https://www.pv-magazine.de/2018/03/21/anschluss-von-balkonmodulen-ist-grundsaetzlich-erlaubt/
 
Zuletzt bearbeitet:
Bleiben dennoch meine Anmerkungen, insbesondere um den tatsächlich genutzten Strom. Sowie das Geschriebene von ThomasK_7
 
Peak-Leistung erreicht man an nur wenigen Tagen pro jahr und da an wenigen Stunden. Und zwar jeweils im Frühjahr und Herbst wenn es draußen kühl wird aber die Sonne noch relativ hoch steht. Dann kann man mal die Peakleistung erreichen. Abseits davon arbeitet man mit deutlich weniger.
Bzgl „Lohnt sich das“ kann man das mit einem definitiven vielleicht beantworten.
Wer immer zum Sonnenhöchststand zuhause ist um in der Zeit zu kochen/Wäsche waschen/Duschen (Bei Durchlauferhitzer), für den kann das schon was bringen. Der 0815-Bürger mit nine to five job hat wenig davon. Dann müsste man in Energiespeicher investieren und da reden wir über ganz andere Summen als 250€.

Ich nutze solche Module für Außenanlagen um z.B. eine Belüftung anzutreiben oder im Garten den Springbrunnen damit zu speisen. Für den täglichen Bedarf lohnt es sich mMn aber nicht. Ich wasche/koche fast nur abends und da ist selbst im Sommer die Sonne schon so schwach, dass sich dadurch kein wirklicher Benefit erzielen lässt. Sowas wird alles erst mit gekoppeltem Speicher sinnvoll. Bzgl. Rückeinspeisung und Co. Ist das nochmal ne ganz andere Nummer. Dann braucht man einen anderen Zähler, muss Gewerbe anmelden usw.
 
sinnvoll ist sowas wohl eher wenn man ein e-auto hat und das dann tagsüber zum aufladen da steht. da würde das gros des produzierten stroms in die batterien gespeist und man hätte keine probleme mit dem stromanbieter oder sonstigem. ansonsten wurden hier ja schon einige probleme aufgeführt...

dennoch interessante überlegung
 
Unser Warmwasser ist in einem zentralen 1000l Tank mit Solarkollektoren bereitgestellt. Zusätzlich wird der Rücklauf der Fußbodenheizung dort wieder angehoben, so dass der Brenner der Gasheizung seltener anspringt. Da sie sonne mittags am meisten Ertrag bringt kann zusätzlich über einen Heizstab Energie in Form von Wärme gepuffert werden wenn ich mehr als 1 Modul betreiben möchte.

Also meine Frau ist noch im Mutterschutz und damit auch mittags zu Hause. Ich selber arbeite im öffentlichen Dienst und mein Büro ist zu Hause. Wenn ich also meine 26 Stunden Lehrdeputat erfüllt habe geht meine Arbeit zu Hause weiter.
Mag ja sein, das bei dir im Einzelfall das anders aussieht aber ich bin mit meiner Familie, auch wenn die kleine im Kindergarten ist, vor 17:00 zu Hause. Meine Frau ebenfalls da freiberuflicher.

Mir geht es darum, meinen kompletten Standby Verbrauch tagsüber selbst zu erzeugen. Dafür sollte ein Modul mit 320W Peak reichen.
 
Na dann drück ich dir die Daumen, dass das Teil nicht verreckt bevor du in 10-20 Jahren den break-even erreicht hast :D
Eigentlich rechnen sich selbst abschaltbar Steckdosenleisten nicht um den Standbyverbrauch zu reduzieren. Außer man bekommt sie geschenkt.

Hast du denn ganz konkret mal deinen Standby Verbrauch gemessen und akribisch analysiert?

Vielleicht bin ich aber ja auch zu alt.
Früher hatten unsere Lehrer Ellenbogen-patches am Sakko damit das länger hält und fuhren Volvo.
Vielleicht haben die heute alle Mini-Photovoltaikanlagen?
 
Wenn Du noch einen alten Stromzähler ohne Rücklaufsperre hast besteht die Möglichkeit, dass dieser Rückwärts läuft, wenn mehr Strom reinkommt als du aktuell verbrauchst .... ;)
 
Dann mach es doch @Idon ;)

@TE Wenn du natürlich zu Hause bist, kann es sich rechnen aber blauäugig würde ich da nicht rangehen. Mal täglich den Stromzähler früh und abends notieren. Dann weist wo dein Verbrauch ca. stündlich liegt.
400Euro Kaufpreis sind ja umgerechnet ca. 1300kWh.

Der Rest mit der Zulassung und alles rechtliche musst natürlich noch prüfen.
 
Grundsätzlich finde ich solche Module schon interessant, vor allem für Mieter mit Balkon.

Andererseit, besteht natürlich tatsächlich das Problem, dass die Module den meistens Strom erzeugen, während niemand zu Hause ist. Da müsste man schon immer Wasch-, Spülmaschine und Trockner so timen, dass die tagsüber laufen. Da könnte aber ein Panel mit 300W schon wieder zu wenig sein, da beim Wassererhitzen höhere Leistungen benötigt werden.

Und nur um Geräte sinnlos im Standby zu lassen, hmm. Dann doch lieber ganz abschalten.
 
Ich seh da jetzt keine großen rechtlichen Hürden, soweit ich das überblicken kann.
Netzbetreiber informieren, fall nötig mit Vermieter klären, checken ob passender Stromzähler verbaut ist.
Anstecken und los.
 
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Man kommt preisgünstiger, wenn man sich die einzelnen Komponenten bei den einschlägigen Anbietern zusammenkauft. Ich habe dazu die Plattform idealo.de genutzt. Meine mini-PV-Anlage habe ich auf dem Überdach meines Dauercampinplatzes installiert (siehe Foto während des Aufbaues). Meine Anlage besteht aus

- 2 monokristallinen Modulen á 305 Wp

- 1 Wechslerichter envertech evt560

- 1 Energiekosten-Messgerät Basetech EM-3000

- 2 Paar vorkonfektionierte Modulanschlußkabel á 10m (Wechselrichter ist bei mir im Wohnwagen installiert)

Die Montageeinheit der Module habe ich mir aus diversen Alu-Profilen selbst gebaut.

Die Anlage läuft seit ca. zwei Jahren ohne Probleme und hat mir allerhand Einsparung gebracht (die Kilowattstunde kostet auf dem Campingplatz 0,50 €/kWh !!) Meine Hauptverbraucher sind der Kühlschrank und eine Poolpumpe. Die Pumpe habe ich so geschaltet, daß sie in der Zeit der günstigsten Sonneneinstrahlung zuschaltet.

Im übrigen sind bei uns in den Anschlußkästen noch Ferraris-Zähler verbaut...
 

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