Bedingungsloses Grundeinkommen für jeden

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Domi_bas schrieb:
korrigier mich wenn ich falsch liege aber so sehe ich dich: Du bist selbst, evtl. schon seit längerem, arbeitslos. Du findest es ok nicht arbeiten zu müssen und dass doch alle die es tun, um dich mit zu versorgen, die letzten Deppen sind.

Die Beschreibung von Helios ist schon richtig, Vollzeit tätig, Einkommen unter den höchsten 5% Arbeitnehmern in D, daher auch sehr viele Steuern.


Das alles hat aber nix mehr mit dem BGE zu tun.

Warum man arbeitslos sein muss um ein BGE gut zu finden entzieht sich außerdem meiner Kenntnis. Viel mehr bin ich der Meinung das menschliche Arbeit in vielen Feldern mittlerweile überflüssig geworden ist und von Maschinen ersetzt werden kann. Es passiert nur nicht weil die Menschen zu billig sind als das sich eine Maschine lohnen würde.

Und die Menschen werden immer billiger, gerade mit niedrigen Qualifikationen. Das hemmt nicht nur den technischen Fortschritt, es macht auch abhängig.
Die Frage bleibt aber: was bringt es der Gesellschaft wenn z.b. jemand ein Fenster putzt, anstatt das dies automatisch passiert?
Diese Arbeitskraft wäre sinnvoller an anderer Stelle aufgehoben.
Und das ist ein realitätsnahes Beispiel was schon heute realisierbar ist.


Zudem bin ich der Meinung das viele Arbeiten heute nicht gewürdigt werden, nur weil sie nicht bezahlt sind.

An der Stelle muss ich an einen Dr. rer. soc, Dr.Phil an der Uni denken. Hochmotiviert, sehr intelligent, sozial engagiert und trotzdem arm wie eine Kirchenmaus.
Als BWLer hätte der heute nen dicken Benz vor der Tür stehen haben können. Stattdessen vermittelt er unentgeltlich Wissen an interessierte Studenten. Wissen das so nirgends sonst thematisiert wird, weil man einfach nicht darüber spricht.

Mir ist es egal wenn ein Teil der BGE Empfänger nichts an die Gesellschaft zurückgeben. Bei vielleicht 20% tatsächlich derzeit Erwerbslosen im erwerbsfähigen Alter ist die Zahl derer aber nicht sonderlich hoch. Denn nicht alle davon sind wirklich Arbeitslos wie das Beispiel zeigt.

Ja, das mag naiv klingen, aber ich glaube noch an eine bessere Welt, in der Menschen etwas für die Gesellschaft schaffen, auch wenn sie dafür nicht zusätzlich entlohnt werden. Aber ich möchte dringend das diese Leute menschenwürdig leben können.

Und dafür würde ich gerne meine Steuern geben, hundert mal lieber als diese für Zinsen an irgentwelche Banker zu verpulvern oder per Bombe in fremden Ländern zu lassen.

Ein Beispiel, bei dem ich immer wieder nur den Kopf schütteln kann, weil es mir täglich begegnet: wenn ein Militär-Jet mal wieder über meinem Kopf langfliegt(z.b. Eurofighter, 74k die Stunde), dann weiß ich, das ich 3-4 Jahre für diesen einen Flug arbeiten muss um ihn mit meinen Steuern zu finanzieren.

Stattdessen hätte man an diesem Tag 3700 Leuten ihr BGE zahlen können (meine Präferenz wären 600€ pro Kopf/Monat, weil ich das in einer Familie für ausreichend empfinde)
 
Realsmasher schrieb:
Die Frage bleibt aber: was bringt es der Gesellschaft wenn z.b. jemand ein Fenster putzt, anstatt das dies automatisch passiert?
Diese Arbeitskraft wäre sinnvoller an anderer Stelle aufgehoben.
Und das ist ein realitätsnahes Beispiel was schon heute realisierbar ist.

Hier liegst du Falsch.
würde man Fenster mit Putzautomaten ausrüsten bräuchte man sehr viele Arbeiter die diese erst einmal Bauen (wir haben ja sicher mehrere Milliarden Fenster in Deutschland)
Zudem bräuchte man sehr viele Arbeiter die Defekte Putzautomaten Instand setzen.
Durch diese Automatisierung würde man also keine Arbeitskräfte Sparen.

bis wir nicht mehr Arbeiten müssen (sondern können) Dauert daher noch sehr lange.
 
Nach dieser Logik hätte es sich aber für keinen Konzern bis dato gelohnt Roboter in die Fertigung aufzunehmen, dem ist aber eben nicht so. Ein Robtor in der Automobilbranche hat rechnerisch um die 20 Mann/Frau ersetzt.

Und zugleich haben alle Roboter in der Firma die diese nutzt vielleicht 5-10 Arbeitsplätze geschaffen. Dieser Wandel hat sich in fast allen Fertigungsanlagen vollzogen und entstanden sind hingegen nur einige neue Werke,die diese Roboter bauen und Warten.

Automatisierung hat noch nie mehr Arbeitsplätze eingebracht als vernichtet wurden. Die frei gewordene Arbeitskraft und Hirnkraft lässt jedoch teilweise neue Wirtschaftszweige entstehen oder aber Wachstum aufgrund der Erschließung neuer Märkte führt zu mehr Jobs. Und obwohl die meisten BWLer etwas anderes lernen: Wachstum ist begrenzt! Denn man darf nicht vergessen, dass wir in einem geschlossenen System leben, was wohl den meisten BWLern nicht klar zu sein scheint. Und Kolonien auf dem Mars oder anderen Erd-ähnlichen Planeten gibt es meines Wissens nach nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
was bringt es der Gesellschaft wenn z.b. jemand ein Fenster putzt, anstatt das dies automatisch passiert?
würde man Fenster mit Putzautomaten ausrüsten bräuchte man sehr viele Arbeiter die diese erst einmal Bauen (wir haben ja sicher mehrere Milliarden Fenster in Deutschland)
Zudem bräuchte man sehr viele Arbeiter die Defekte Putzautomaten Instand setzen.
Durch diese Automatisierung würde man also keine Arbeitskräfte Sparen.
Nicht zwangsläufig! Geht man auf den Ursprungspost zurück, heisst es ja automatisch, was keinen Automaten voraussetzt! Gerade die aktuelle Technik zeigt uns sehr wohl Lösungen auf, die kaum Arbeitsplätze benötigen.
Ich behalte mal euer Beispiel und erinnere an die Fenster, die heute schon mit dem "Lotus-Effekt" ausgestattet werden können. Es wird also eine Versiegelung auf das Fenster gebracht (gibt auch andere Ansätze), die wartungsfrei ist und selbstreinigend ist!
Würden das alle sofort umsetzen, wäre die Branche weg vom Fenster - im wahrsten Sinn des Wortes, denn bei der Herstellung werden kaum mehr Menschen als bei der herkömmlichen Herstellung benötigt, aber die ganze Reinigung fällt weg oder minimiert sich erheblich!
 
Es geht ja nicht nur um dieses Beispiel, der Trend ist ja wohl klar.

Und ich sehe das sehr positiv, da es Leuten die Arbeit abnimmt. Es sind ja nicht zuletzt die Jobs, von denen man sagt, dass sie am wenigsten gerne ausgeführt werden: monotone Tätigkeiten für die geringe Qualifikationen benötigen. (sonst würde sie eine Maschine gar nicht schaffen)

Es ist also nicht so, wie häufig dargestellt, das den Leuten die Arbeitsplätze weggenommen werden. Vielmehr entstehen interessantere Jobs, wenn auch nicht so viele.

Aber da ist eben der springende Punkt: gelingt es nicht diese Maschinen zu entwickeln und einzusetzen, was im Kapitalismus mit Lohndumping aufgrund von Zwangsverpflichtungen deutlich erschwert ist da die Arbeiter eben so billig sind, dann wird den Menschen diese Arbeit eben NICHT abgenommen.
Dabei könnte man in dieser Hinsicht führend sein, Automatisierung ist hier im Land gut vertreten und das Wissen wäre in vieler Hinsicht vorhanden.


Wie dem auch sei, das ist nur einer der Vorteile eines BGE.
Nötig ist aber eine selbstbewusste Gesellschaft die eben nicht jede Drecksarbeit macht, sondern diese von Maschinen erledigt haben will.

Hier sieht es aber so aus, als ob viele lieber möchten das jeder für jeden Mist losgehen muss, nur damit dieser nicht "als Fauler Sack auf der Couch mit dem Bier in der Hand vorm TV sitzt".

Hier kann man nur sagen: Herzlichen Glückstrumpf, die obere Klasse hat es gut hinbekommen die Gesellschaft in 3 Schichten zu teilen, obwohl es praktisch nur 2 gibt.
Aber jeder noch so arme Schlucker will sich vorm Hartzer differenzieren und zählt sich gar zur Mittelschicht, nur um sich irgentwie profilieren zu können.
So wird sich nie etwas ändern.


------

Achja, die Finanzierung des BGE wird gerne angesprochen, hier mein Vorschlag anhand einer (nicht ganz) imaginären Eckfamilie:

2 Ehepartner, 1 Alleinverdiener mit 4.000 Brutto, 2 Kinder.
Macht etwa 2800 Netto + ~400€ Kindergeld => 3200€ Monatseinkommen. Steuerlast: 500€ + Arbeitgeberanteil.

---

Nun mit BGE von 600€ pro Kopf:

2400€ kommen allein durch das BGE zusammen.

Die Steuerlast wird erhöht und der BGE vom Nettolohn abgezogen. Sagen wir 40% Steuer statt 12,5%.

Das macht dann 1600€ Steuern, bleiben 1700€ Netto - BGE = 1100€ Netto.

Die Familie hat damit ein Haushaltseinkommen von 3500€ im Monat, also nur marginal mehr. Im Staatsäckel sind 300€ weniger als vorher.

---

Vergleich mit Single, 4000€:

Ohne BGE: 2400€ Netto, 800€ Steuern (20%).
Mit BGE: 1600€ im Monat, 1600€ Steuern(40%).

Haushaltseinkommen beträgt also knapp die Hälfte der Vierköpfigen Familie, in meinen Augen fair und die Summe ist auch mehr als ausreichend. Staatsäckel ist 800€ voller als vorher.

----

Für geringer Verdienende(2000€), 20% Steuern bei BGE, Rechenweg spar ich mir, siehe oben.

Familie: 2000 Netto(mit KG, ohne BGE, 0% Steuern) vs 2950€(mit BGE)
Single: 1350€ Netto (ohne BGE, 10% Steuern) vs 1150€ Netto(mit BGE)

Hier sieht es kritischer aus, wobei in diesem Fall die Familie wohl mit Hartz4 derzeit aufstocken könnte, der Unterschied also nicht sooo signifikant ist.


Klar, gutverdiende Singles und DINKs, sowie Rentner stünden sich deutlich schlechter, aber irgentwo muss man gegenfinanzieren.

Eventuell kann man Kinder im Elternhaushalt auch mit nur 300-400€ rechnen und die Steuern nicht so stark erhöhen, damit man die armen Singles und Kinderlosen nicht vergrault.

Ich sehe aber an keiner Stelle an Finanzierungsproblem sondern lediglich ein Neidproblem.
 
Zuletzt bearbeitet:
Realsmasher schrieb:
Vergleich mit Single, 4000€:

Ohne BGE: 2400€ Netto, 800€ Steuern (20%).
Mit BGE: 1600€ im Monat, 1600€ Steuern(40%).
Als Single müsste man schon echt total bekloppt sein, wenn man sich auf sowas einlassen würde. :freak:
 
@Realmasher

ich bin zwar auch für ein BGE, finde aber das man für die Finanzierung nicht nur das unselbständige Einkommen heranziehen kann.
Bspw halte ich es für dringend notwendig, dass das Sozialversicherungssystem (ALG - > dann BGE, KV, PV und Renten/Pensionen -> BGE) über alle Einkommensarten und Einkommensobergrenzen ausgeweitet wird und nicht nur wie bisher vorwiegend von unselbständiger Arbeit finanziert wird.
Weitere Einnahmen könnte man durch Streichung von Steuervergünstigungen generieren.
Sollte das nicht ausreichen könnte man noch die Verbrauchssteuern moderat erhöhen.
 
Realsmasher schrieb:
Nun mit BGE von 600€ pro Kopf:

mit 600€ soll man sich also keine Sorgen machen?
Soll ich mir dann ne Mini Wohnung suchen?
Das Auto Verkaufen und ein Fahrrad anschaffen?
Zeitschriften Abbos ausflößen?
...
...
Da bekommt doch aktuell jeder H4 Empfänger mehr....


Bei deinem Beispiel wird auch Deutlich: es würde den Beruf "Mutter" geben.
Man setzt einfach 10 Kinder in die Welt und hat dann Ausgesorgt.
und dann sieht dein Finanzierungsbeispiel selbst bei 600€ nicht mehr all zu rosig aus!
 
Zuletzt bearbeitet:
@Athlonscout: sehe ich ähnlich, kann durchaus weiteres umfassen. Das war nur erstmal ein Beispiel wie es schon ohne riesige Änderungen bei zig Steuern aufgeht.


@ SheepShaver: schön das du das so siehst. Deine Ansicht ist derzeit auch weit verbreitet. Aktuell muss man diese Aussage umformulieren in:

"Als Paar müsste man schon echt total bekloppt sein, wenn man sich Kinder anschaffen würde"

Was ist unfair an einem System wo ein Einzelner halb soviel Geld hat wie 4 Personen, also immernoch doppelt so viel eine andere Person? Ist ein Kind keine Person?

Das derzeitige System, das Durchschnittverdienern (Median Netto ~1400€) mehr als 7 mal soviel zugesteht als Kindern ist es wohl kaum.

Außerdem: sind 1600€ wenig Geld für einen Single? Lohnt es sich dafür arbeiten zu gehen wenn man sonst nur 600€ hätte?

Diese Fragen sind entscheident und nicht was eine gut verdienende Singlegesellschaft(der ich auch noch angehöre) dazu sagt. Ein Singlegesellschaft hat nunmal keine Zukunft.


@ florian.:

wenn man nicht in einer Metropole lohnt geht das durchaus. Ich habe jahrelang als Student von 300-400€ im Monat gelebt, inklusive Miete(Wg) und Auto. Zudem muss die Höhe auch für Paare/Familien passen, deswegen halte ich es für ok.

Komisch aber, das dich selbst diese Höhe erschrickt, du im gleichen Atemzug aber wieder Angst vor Gebährmaschinen hast.
Was du dabei vergisst: eine 10 köpfige Mutter würde derzeit auch eine entsprechende Summe an H4 beziehen.

Zudem habe ich bereits erwähnt das es für Kinder im Elternhaus durchaus etwas niedriger sein kann. Der aktuelle Satz für Kinder entbehrt jedoch jeglicher Realität und führt nebst anderen Gründen auch zum Nachwuchsmangel den wir im Moment haben, insbesondere bei Leuten die eben nicht aufstocken können.

Mal davon abgesehen, das die paar Personen vor denen du Angst hast, weil du sie mal bei RTL gesehen hast(was eh 100% gestellt ist), die Finanzierung nicht scheitern lassen.
 
Bei einem BGE würden ja alle Sozialen Absicherungen Wegfallen.
nehmen wir einen Arbeiter, welcher 4000€ verdient.
Dieser wird nun Arbeitslos.
Dann würde er nur noch ein 600€ BGE bekommen.
ALG1 würde er aber 1400€ bekommen!

Wie in aller Welt soll sich dieser seinen Lebensunterhalt Finanzieren?
Soll er etwa bis er eine Neue Wohnung hat in eine WG ziehen?
wie soll er seine Altersvorsorge/Versicherungen weiterfinanzieren?

als Armer Student reichen einem wohl 600€, aber ganz gewiss keinem normalen Arbeiter!
Da ist das jetzige System doch viel besser!
 
Zuletzt bearbeitet:
Warum soll die ALV wegfallen?
Das eine hat mit dem anderen nix zu tun.
Die Lohnfortzahlung nach 6 Wochen würde genausowenig wegfallen.

Nimmt man solche Annahmen hinzu könnte man das BGE allerdings etwas höher ausgestalten.

Aber um deine Fragen zu beantworten:

- seinen Lebensunterhalt kann er für die Überbrückung mit gespartem + BGE aufbringen. Langfristig ist auch ALG im jetzigen System nicht verfügbar
- wenn du bei einem Lohnausfall gleich umziehen musst dann hoffe ich das du nie einen Arbeitgeber mit zahlungsschwierigkeiten erwischt
- welche Versicherungen? Wer Versicherungen in einer Höhe laufen hat die relevant ist sollte sich wohl eher Gedanken machen was er da tut
- Private Altervorsorge ist genauso Privatvergnügen wie ein Kinobesuch, die Gesellschaft kommt schon für die gesetzliche AV auf

- warum soll der Student weniger Geld bekommen als der (erwerbslose) Arbeiter? Tut er weniger für die Gesellschaft?

Warum soll es für ihn leichter sein das Leben zu unterhalten?


Klar, ein BGE von nur 600€ klingt für Singles wenig, für Paare ist es erträglich und für Familien sogar ganz passabel. Wüsste aber nicht wie man das sonst lösen soll.

Es muss schon ein bischen Anreiz dahinter stecken z.b. eine 40m² Wohnung in Hintertupfingen zu wählen statt 40 m² in München. Warum soll die Gesellschaft dafür aufkommen das jemand gerade in München wohnen will?

Aktuell liegt H4 bei einem Satz der inklusive Miete für 1-1,5 Zimmer in einigen Gebieten Deutschlands recht gut diesen 600€ entspricht. Würde man 700 oder 800€ wählen sogar darunter.
Nur: H4 ist nicht bedingungslos(Zwangsbewerbungen, etc) und kommt auch nicht Familien (z.b. 1 Partner halbtags, mehrere Kinder) zugute.
Zudem greift es Besitzstände an, fördert also Leute die alles sofort verprassen.

Besser ist immer Ansichtssache. Es wird immer Leute geben die von dem einen oder anderen profitieren. Ein faires System mit mehr Eigenverantwortung und Freiheit bevorzuge ich jedoch.


Wie dem auch sei, Eingangs wollte ich nur meine Ansichten und Meinungen darstellen, habe mich aber doch hinreißen lassen zu diskutieren. Das werde ich an dieser Stelle lassen und mich ausklinken, weil sich meine Vermutungen vollends bestätigt haben und hier ohnehin an jeder Kleinigkeit gemosert wird. Werde deshalb auf Fragen nicht mehr eingehen, weil für eine objektive Diskussion die Meinungen hier zu weit auseinander gehen.
Ich verstehe jedoch wenn einige meine Meinung nicht teilen können und respektiere das.

Vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif für solche Ideen.
Ich für meinen Teil hoffe jedoch in 50 Jahren in einem Land zu leben mit mehr Wohlstand als heute, maximal 10-15% Erwerbstätigen und hohem Automatisierungsgrad. Das ist jedoch nach meiner Ansicht ohne ein neues Konzept wie es beispielsweise das BGE ist(gäbe sicher auch andere), nicht realisierbar.
 
Realsmasher schrieb:
@ SheepShaver: schön das du das so siehst. Deine Ansicht ist derzeit auch weit verbreitet. Aktuell muss man diese Aussage umformulieren in:

"Als Paar müsste man schon echt total bekloppt sein, wenn man sich Kinder anschaffen würde"

Was ist unfair an einem System wo ein Einzelner halb soviel Geld hat wie 4 Personen, also immernoch doppelt so viel eine andere Person? Ist ein Kind keine Person?

Das derzeitige System, das Durchschnittverdienern (Median Netto ~1400€) mehr als 7 mal soviel zugesteht als Kindern ist es wohl kaum.

Außerdem: sind 1600€ wenig Geld für einen Single? Lohnt es sich dafür arbeiten zu gehen wenn man sonst nur 600€ hätte?

Diese Fragen sind entscheident und nicht was eine gut verdienende Singlegesellschaft(der ich auch noch angehöre) dazu sagt. Ein Singlegesellschaft hat nunmal keine Zukunft.
Warum soll ein Single für die gleiche Arbeit und gleichn Lohn, am Ende nur ca 50% von dem haben was eine Familie hat? - Ein wenig mehr abgaben ok, aber 50% - sry das geht nicht.

Und ja, 1600€ sind wenig für einen Single. Aus der Sicht eines Single's lohnt es sich natürlich nicht für gerade mal 1000€ mehr 40h/Woche arbeiten zu gehen wenn im Gegensatz der Familienvater das Doppelte für die gleiche Arbeit bekommt.

Mit deinem System würde man ja sozusagen dazu gezuwungen, eine Familie zu gründen - so nun stell dir vor, es gibt:
- Leute die wollen das einfach nicht, Leute die können keine Kinder bekommen, Leute die niemanden finden, etc..

Jeder soll / darf / kann das machen was er will in Deutschland - das man als Single ein bisschen mehr Steuern bezahlt als eine Familie ok, aber was du schreibst ist totaler Käse sry.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es muss schon ein bischen Anreiz dahinter stecken z.b. eine 40m² Wohnung in Hintertupfingen zu wählen statt 40 m² in München. Warum soll die Gesellschaft dafür aufkommen das jemand gerade in München wohnen will?
Genau, wir können ja ein Paar Dörfer nehmen, diese einzäunen und dort kommen alle hin die keine Arbeit haben ;)
 
In Deutschland gibt es meiner Meinung nach bereits ein BGE, nämlich Hartz IV. Bekommt jeder der keine Arbeit hat, hinzu kommt noch das Wohngeld und was weiß ich nicht alles. Ich als Student lebe im Monat auch nur von 700 Euro in München, davon muss Miete und alles bezahlt werden. Das Amt würde zum Beispiel schon mal die 300 Euro Miete übernehmen.
Somit bleiben mir noch 400 Euro für den Rest. Es reicht völlig aus und man kann Abends ebenso weg gehen und sich gute Kleidung kaufen. Für mehr muss der Staat nicht aufkommen, wer mehr braucht muss arbeiten gehen. Ich denke durch Steuergelder sollte man nicht den Müßiggang der Mitbürger finanzieren. Kann mir auch keiner sagen, dass das Geld nicht reicht. Auch im Aldi gibt es qualitativ gute Lebensmittel, es muss nicht der real,- sein.
 
Immer wieder Interessant wie die Jungen Leute meinen sie könnten Ihr leben mit derer andere Vergleichen. Wenn ich Arbeitslos werden würde, könnte ich von dem Geld nicht leben, denn ich habe mir schon eine Existenz aufgebaut!
 
CyberdyneSystem schrieb:
Wenn ich Arbeitslos werden würde, könnte ich von dem Geld nicht leben, denn ich habe mir schon eine Existenz aufgebaut!
Dann hast du einfach Pech gehabt und solltest dich glücklich schätzen, dass du aktuell diesen hohen Standard leben darfst. Das kann auch nicht jeder trotz Arbeit... Eine Existenz baut sich im Grunde jeder auf, sobald er ansatzweise selbständig agieren kann. Nur die Arbeit, die man in das Aufbauen gesteckt hat, unterscheidet sich. Trotzdem kann auch ein Verlust einer in deinen Augen minderwertigen Existenz die Person nachhaltig treffen...

Es gibt eben so etwas wie Lebensrisiko. Leider ist der überversicherte durchschnittliche Deutsche (im Glauben er könnte somit jegliche Risiken minimieren) sich dessen anscheinend nicht wirklich bewusst.
Wenn du das Recht verlangst trotz Rückschlag deinen Lebensstandard nicht zurückschrauben zu müssen, welches Recht räumst du dann jemanden ein, der sein Bein verliert? Sein Leben verändert sich radikal drastisch zum schlechteren, trotz (durch die Gemeinschaft finanzierter) Prothesen, ReHa.Maßnahmen, Arztbesuchen...

Realsmasher schrieb:
Was ist unfair an einem System wo ein Einzelner halb soviel Geld hat wie 4 Personen, also immernoch doppelt so viel eine andere Person? Ist ein Kind keine Person?
Was ist daran fair?
 
Zuletzt bearbeitet:
CyberdyneSystem schrieb:
Wenn ich Arbeitslos werden würde, könnte ich von dem Geld nicht leben, denn ich habe mir schon eine Existenz aufgebaut!

Man kann von der Gesellschaft aber nicht verlangen, dass sie jemandem im Falle von Arbeitslosigkeit mehr Geld zugesteht, nur weil er sich an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt hat. Wenn man sich schon an einen etwas höheren Lebensstandard gewöhnt, welcher ein hohes regelmäßiges Einkommen zwingend erforderlich macht, sollte man privat durch finanzielle Rücklagen dafür Sorge tragen, dass man seinen Lebensstandard im Falle von Arbeitslosigkeit auch halten kann. Diese Absicherung auf die Gesellschaft abzuwälzen ist der falsche Weg.
 
Zuletzt bearbeitet:
@belzebub19
Schön, dass dir 700 € in München reichen. Bei mir würde das nicht mal für die Miete langen. Und 400 € für den Rest langt auch nicht, sorry. :freak: Das reicht gerade mal für Lebensmittel etc. Ganz bestimmt würde ich mir nicht täglich Aldi antun wollen. Und real,- ist auch ein Billigsupermarkt, sorry. Werd erst mal etwas älter, dann werden deine Ansprüche auch etwas höher und du gibst dich nicht mehr mit einem 20qm Loch und Billigfraß zufrieden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben