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Absolut richtig, allerdings sollte man den Placeboeffekt nicht unterschätzen, auch dazu gibt es Studien.Der-Orden-Xar schrieb:Nochmal: 200 Jahre nach Hahnemann wurde immer noch keine Wirksamkeit (über den Placeboeffekt hinaus) nachgewiesen.
Allerdings ist die Ausprägung des Placeboeffekts so unvorhersehbar, das man sich niemals ausschließlich darauf verlassen sollte.
Gab insbesondere in den USA schon diverse Studien dazu, insbesondere die Farbe des Medikaments und die Applikationsform haben das Outcome massiv beeinflusst.
Blaue Tabletten wirkten dann (trotz Placebo) beruhigend, eine rosa Infusion (Vitamin B12, steht in keiner Weise mit Schmerzlinderung in Verbindung) hat Schmerzen so gut gelindert wie eine niedrige Dosis Morphin.
Man muss allerdings auch Personen haben, die dafür zugänglich sind und dann steht immer noch die ethische Frage dazwischen: Darf ich jemandem ein nachgewiesen wirksames Analgetikum vorenthalten und stattdessen ein Placebo geben? (Spoiler: Nein, das wird im klinischen Sektor als unterlassene Hilfeleistung gewertet)
Korrekt, diese Weitsicht fehlt nur leider einigen Personen.Der-Orden-Xar schrieb:Also müsste ich eine weitsicht haben UND das Risiko in vielen vielen Jahren zu erkranken als so wichtig einstufen, dass ich mich doer mein Kind trotz der geringen Gefahr einer baldigen Erkrankung heute schon impfen lasse.
Selbst bei mir im Krankenhaus, fehlt einigen vom Personal diese Denkweise.
"Grippeschutzimpfung? Brauch ich nicht, ich werde nicht krank."
Möglich, sogar wahrscheinlich.
Aber wie sieht es mit den Leuten aus, mit denen man sich umgibt?
Insbesondere sehr alt und sehr jung sind prädestiniert für schwere Infekte, bei Alten ist das Immunsystem (bzw. der ganze Organismus) nicht mehr so effektiv, wie in jüngeren Jahren, bei sehr Jungen fehlt dem Immunsystem die "Erfahrung" um es mal so auszudrücken, da sind noch wenige bis keine Erkrankungen durchgemacht worden, entsprechend wenige bis keine Antikörper gibt es auch, Stichwort: Kreuzimmunität.
Fakt ist: ohne Impfungen wären wir nicht in der Lage gewesen, bereits einige Krankheitserreger ausgerottet zu haben.
Impfgegner werden nun sagen: "aber du hast doch gesagt, das Immunsystem wird mit durchgemachten Erkrankungen stärker".
Ist formal auch richtig, nur gibt es eben Krankheiten, die einmal durchgemacht nur mit (massiven) Einschränkungen einhergehen, bestes Beispiel ist Polio.
Zudem sollte man sich auch immer vor Augen halten: der Mensch hat sich über die Jahrmillionen weiterentwickelt, Viren und Bakterien brauchen dafür teilweise nur Monate oder Jahre, wie die Influenza jedes Jahr auf's neue beweist.
Man hätte auch bestimmt auf die Pockenimpfung verzichten können, vielleicht wären wir dann mittlerweile von uns aus immun dagegen - vielleicht wären wir aber auch längst ausgestorben.