News Bundestag beschließt Leistungsschutzrecht

Andy

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#1
Die schwarz-gelbe Koalition hat das Leistungsschutzrecht für Presseverlage gegen die Stimmen der Opposition verabschiedet. Damit sollen die Inhalte der Verlage lizenzpflichtig sein, wenn gewerbliche Suchmaschinenanbieter und News-Aggregatoren jene nutzen wollen – zumindest in der Theorie.

Zur News: Bundestag beschließt Leistungsschutzrecht
 
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#3
Abgeschlossen ist der Gesetzgebungsprozess für das Leistungsschutzrecht allerdings noch nicht, mit dem Bundesrat wartet Anfang Mai die nächste Hürde.
Und da haben die Heuschrecken von CDU/CSU/FDP keine Mehrheit von daher wird es dort scheitern.
Apropos, Paul Wallot würde sich im Grab umdrehen, denn das Gebäude dient schon lange nicht mehr "Dem Deutschen Volke" !
 
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#4
Nicht 1/5 von den Abgeordneten hat überhaupt begriffen für was die da abstimmen. :rolleyes:

Wenn man die meisten vor einem Desktop setzt und sagt sie sollen mal den Taschenrechner aufrufen, dann sieht man nur ein dummes Gesicht.
 
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#6
Korruption, mehr nicht... Aber am besten war ja eh das Meldegesetzt, was im Spiel Italien / Deutschland klammheimlich durchgeprügelt wurde.. Schade dass den Politikern keine Konsequenzen drohen (Bei mutwilligen verletzten der Grundrechte sollte es auch Knast für Politiker geben ...)
 
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#7
Es ist absehbar, dass dies keine Konsequenzen hat.
Wenn es den Bundesrat passiert, was ich für sehr sehr unwahrscheinlich halte, besteht immernoch die Chance, dass es von irgendwelchen Gerichten einkassiert wird - und ist das nicht der Fall, werden die Verlage die Macht von Google zu spüren bekommen. Sie wollen Geld dafür, dass Google ihnen Kunden vermittelt? Tja Pech gehabt... dann werden sie eben gestrichen und bekommen gar keine Aufrufe mehr. Was Google nicht kennt, existiert im Prinzip nicht. Dieser belgische (?) Verlag ist ja damals auch sehr sehr schnell zu Kreuze gekrochen.


Nicht 1/5 von den Abgeordneten hat überhaupt begriffen für was die da abstimmen.

Wenn man die meisten vor einem Desktop setzt und sagt sie sollen mal den Taschenrechner aufrufen, dann sieht man nur ein dummes Gesicht.
Man kann es auch übertreiben. Könnte ein Abgeordneter die Grundfunktionen eines Computers nicht nutzen, wäre er kein Abgeordneter.

Allerdings ist nicht zu bestreiten, dass die Mehrheit da sicher nicht unbedingt einen Stich gesehen hat.
 
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karo4ever

Lt. Commander
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#8
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#9
Ich glaub die Leute sind einfach Hirntot... da fehlen mir die Worte

http://leistungsschutzrecht-stoppen.d-64.org/
Im unteren Bereich findet Ihr eine nette Blacklist

Edit:

Google soll doch bitte so nett sein und die entsprechenden Seiten vom Index nehmen.
 
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#10
richtig oder fast schon "Willkommen in China 2" (nur auf die Korruption bezogen) :freak:

„Wenn schon der Gesetzgeber die Folgen seines Gesetzes nicht absehen kann, ist jahrelanger Rechtstreit vorprogrammiert“
Das ist das neue Deutschland :evillol:
Wer kann, wandert ganz klar aus und die Regierung ist so dumm und weiss noch nicht einmal warum (Zahlen vom Staatistischen Bundesamt) :freak:
 

etking

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#11
Ich hab mir gerade die dazugehörige Bundestagsdebatte angehört und Google News ist in der aktuellen Form nicht haltbar, wenn man von den ca. 160 Zeichen ausgeht. Bei der Auslegung vor Gericht werden ja gerade auch alte Gesetzesentwürfe berücksichtigt und dort stehen die 160 Zeichen nun mal drin. Und aus den Aussagen der Sprecher der Regierungsfraktionen lässt sich zweifelsfrei ableiten, dass Google News auch immer noch das Hauptziel der Aktion ist.

Jede deutsche Webseite oder Software oder App, die fremde RSS-Feeds verwendet, hat bald ein ernsthaftes Problem, da das zum unkalkulierbaren Risiko wird, da jede, wirklich jede RSS-Quelle ein potentiell lizenzpflichtiger und abmahnberechtigter Verleger sein könnte, auch kurzfristig. Verleger ist nicht definiert, jeder der einen RSS-Feed anbietet ist möglicherweise dadurch schon Verleger und kann Lizenzgebühren verlangen.

Google sollte die Verlage sofort aus dem gesamten Suchindex streichen. Und die freien Seiten müssen sich einen Lizenzstandard für Feeds ausdenken, bei dem klar erkennbar ist, das ein solcher Feed lizenzfrei verwendet werden darf, das ist absurd!

Wenn jetzt deutsche Portale schließen müssen, werde ich eben nur noch auf Seiten im Ausland surfen. Dann bekommen die deutschen Medienkonzerne eben gar keine Klicks mehr ab.

Mal ein Extrembeispiel möglicher Auslegung, denn bis es die ersten Urteile gibt ist alles möglich:
Jeder private Betreiber/Benutzer einer RSS-Anzeigesoftware handelt möglicherweise vielleicht schon dann gewerblich wenn er eine größere Menge von RSS Feeds anzeigt und zusammenführt.
 
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1668mib

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#12
Ich kann Verlage durchaus nachvollziehen. Ob das Leistungsschutzrecht in der Form der richtige Weg ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich finde es nicht gut, wenn Erbringer einer Leistung nicht dafür belohnt werden, andere sich rechtswidrig daran bereichern. Siehe kino.to. An sich ist es mir ja egal, dass die Leute illegal Filme schauen. Aber dass die Betreiber sich ne goldene Nase verdienen durch Leistungen anderer, das ist halt nicht in Ordnung... Deshalb bin ich in der YouTube-Diskussion mit Sicherheit auch nicht auf der Seite von Google. Das traurige ist, dass die Gesellschaft jeden unterstützt, der irgendwas kostenlos liefern will... egal ob es rechtmäßig ist oder nicht... Google bedient sich massiv an Leistungen anderer und bereichert sich daran. Aber vom Konsument will man kein Geld und außerdem ist man ja eh der Gute...

Und als Urheber habe ich nun mal das Recht an meinen Werken. Und Urheber kann jeder sein, hier im Forum ist jeder Urheber...

@etking: Wie soll es gewerblich sein, wenn du es auf deinem PC machst und in keiner weise anderen zur Verfügung stellst? oO
Man sollte nicht absurde Beispiele heranführen, um die Kirche aus dem Dorf zu treiben..
 
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#13
Meh. Das ding wird noch früh genug absterben. Wenn es trotzdem kommt wird es keinen Effekt haben. Das Internet lässt sich nunmal nicht regulieren wenn man gleichzeitig die Freiheit der Menschen erhalten will.

Ich hör schon die ersten Klagen gegen Google wegen Netzzensur, da es gewissen Verlage vom Index nimmt.
 

etking

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#14
Google will ja überhaupt nichts kostenlos liefern und plant Pay-Youtube und Pay-News. Das Problem der Verlage ist, dass sie ihre Seiten kostenlos für jeden zur Verfügung stellen, daran sind sie selbst schuld. Mit dem Leistugsschutzrecht wird es das so nicht mehr lange geben, es soll den Verlagen helfen, von der heutigen Situation hinter eine Paywall zu kommen, in dem die kostenlose Konkurrenz in Form von Blogs ausgelöscht und mit Klagen überzogen wird.

Trotzdem bin ich ein absoluter Fan der Kostenloskultur, denn für den Nutzer ist das wirtschaftlich und effizient. Warum sollen immer nur die Unternehmen wirtschaftlich und effizient denken und handeln dürfen? Sollen die Verlage die damit aufgrund veralteter Geschäftsmodelle nicht klarkommen doch alle sterben, vermissen würde ich sie nicht, denn an ihre Stelle würden modernere, höherwertige und bessere Formen des Journalismus treten. Die Newsaggregatoren bieten einen riesigen Mehrwert für den Nutzer und der soll jetzt für steinzeitliche Paywalls weichen?
Das katapultiert Deutschland zurück in die Internetsteinzeit.
 
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#16
1668mib, du hast ja mal wieder alles verstanden...

Google hätte mal schon lange die Verlage, die das Gesetz gefordert haben, vom Suchindex streichen sollen.
Dann hätte ein Server gereicht um alle Internetseiten anbieten zu können...

Wenn man sich die Liste mal angucken sind da neben den Öffentlich-Rechtlichen (Wieso eigentlich? Schade!) eigentlich nur 2 große Verlagsgruppen dabei.

Viele von denen beitreiben bereits eine Paywall. Die verhindert übrigens, dass ich Lokalnachrichten meiner 500km entfernten Heimatstadt lesen kann :(
Ansonsten scheint das Bezahlen für Nachrichten im Internet ja ein rein deutsches Phänomen zu sein und ich kann zum Glück englisch...
Das Argument AdBlocker zieht auch nicht, eine Seite ohne IT-Affine Zielgruppe hat vor 1-2 Jahren mal Zahlen von unter 1% veröffentlicht.
Für IT-Seiten wie CB kann ich das schlecht einschätzen, aber da die Zahlen nicht veröffentlicht werden, dürfte der Anteil auch eher geringer sein...
 
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1668mib

Gast
#17
Nochmal... ich kann es nachvollziehen, dass Urheber die Rechte an ihren Leistungen gewahrt sehen wollen. Und dass man als Urheber selbst darüber entscheiden kann, wie seine Leistungen von anderen genutzt werden dürfen...
Ich habe aber kein Wort über das hier thematisierte Leistungsschutzrecht verloren. Mir ist die Diskussion nur immer zu einseitig.
 

Don Sanchez

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#18
Ich kann Verlage durchaus nachvollziehen. Ob das Leistungsschutzrecht in der Form der richtige Weg ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber ich finde es nicht gut, wenn Erbringer einer Leistung nicht dafür belohnt werden, andere sich rechtswidrig daran bereichern. Siehe kino.to. An sich ist es mir ja egal, dass die Leute illegal Filme schauen. Aber dass die Betreiber sich ne goldene Nase verdienen durch Leistungen anderer, das ist halt nicht in Ordnung... [...]
Was ist das für ein bescheuerter Vergleich? Bei kino.to wurden bezahlpflichtige Inhalte woanders hochgeladen und öffentlich zugänglich gemacht, ohne das der Ersteller direkt etwas davon gehabt hätte.

Die News von den ganzen Verlagen hingegen sind öffentlich und kostenlos für jeden im Internet abrufbar.
Und Google kopiert die ja auch nicht um sich daran eine goldene Nase zu verdienen.
Google nimmt nur die Überschrift des Artikels und einen Einleitungssatz, einen Appetitmacher. Um mehr zu sehen, muss man die verlinkte Seite des Verlages aufrufen - wodurch diesem dann Werbeeinnahmen generiert werden.
Google verdient nicht mal direkt etwas daran, auf Google News sehe ich zumindest keine Werbung. Nur die Verlage verdienen daran, weil sie erst durch Google und Google News gefunden und gelesen werden, und Geld durch die Werbung auf ihren Seiten verdienen.

Und jetzt gehen sie hin und wollen dick Kohle von Google... die spinnen doch. Einfach nur unverschämt Geldgeil.
Ich hoffe falls das Gesetz durchkommt, dass einfach alle Seiten die Ansprüche stellen, von Google aus dem Index gelöscht werden - und zwar komplett, Google News, Suche, Bilder, überall.
Dann gucken die doof.. hat man ja schön in Belgien gesehen.
 
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#19
Das Zitat von Mario Sixtus trifft die Absurdität wohl ganz gut:

"Mit der gleichen Logik könnte ein Restaurantbesitzer von Taxifahrern Geld verlangen, die ihm Gäste bringen."
 
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1668mib

Gast
#20
@Don Sanchez: Dennoch spielt es aus rechtlicher Sicht keine Rolle, ob ich etwas anbiete, ohne dafür Geld zu verlangen. Es spielt auch keine Rolle, ob Google daran verdient oder nicht. Es geht um Urheberrecht. Und der Urheber, bzw. der Inhaber der Verwertungsrechte darf relativ beliebig darüber bestimmen, was mit dem eigenen Werk passieren darf. Und für die öffentliche Wiedergabe braucht man zumindest eine Erlaubnis. So sind die Gesetze nun mal. Statt "sind öffentlich und kostenlos für jeden im Internet abrufbar" hättest du auch einfach sagen können "Ich habe keine Ahnung vom Urheberrecht und rede mit". Mehr Informationen konnte ich aus dem Satz und den folgenden nicht herausziehen.

Und Google versucht natürlich Geld zu verdienen, in dem man Leute auf die Seite news.google.... lockt, Werbung schält bzw. zumindest verbessert, Daten sammelt usw... aber sie ziehen es halt nicht den Besuchern aus der Tasche.

@LinuxMcBook: Nö wieso denn auch? Die Taxi-Fahrt erfordert ja schließlich keine Erlaubnis des Restaurantbesitzers... Es bringt nichts Urheberrechte mit Dingen zu vergleichen, die anders funktionieren. Und die unpassenden Vergleiche schaffen auch kein besseres Rechtsverständnis... und mir werfen Leute hier schon bescheuerte Vergleiche vor ;-)
 
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