News Corona-Tracing-App: Regierung will zentralen Ansatz, CCC warnt

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Andy

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Die Bundesregierung will offenbar bei den Corona-Tracing-Apps den zentralen Ansatz von Pepp-PT wählen. Das sagte der CDU-Digitalpolitiker Tankred Schipanski dem Handelsblatt. Einige Fragen bleiben aber noch offen – die betreffen vor allem die Zusammenarbeit mit Apple und Google.

Zur News: Corona-Tracing-App: Regierung will zentralen Ansatz, CCC warnt
 

eRacoon

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Wobei "Zentral" ja wieder nur Deutschland intern bedeutet... hier sieht man mal wie geteilt Europa doch noch ist dass es auch nicht mal im Ansatz die Chance gibt hier einen wirklich zentralen Weg zu gehen.

Aber der nutzen der Apps gerade in Grenzregionen wie nach Holland halte ich für relativ eingeschränkt wo am laufenden Band beide Länder im Austausch stehen durch Shoppingtouren.
 

Fliz

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Das hab ich kommen sehen. Ich bin da raus.
 

Autokiller677

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Apple wirbt wo sie können mit Datenschutz und Privatsphäre beim iPhone. Als ob die jetzt plötzlich eine API integrieren, die es dritten ermöglicht dauerhaft im Hintergrund Kontaktprofile zu erstellen...

Naja. Bei zentraler App bin ich raus. Da ich ein iPhone nutze so wie es aussieht sogar gezwungenermaßen. Aber ich würde mir die App bei zentraler Speicherung auch freiwillig nicht installieren.
 

Autokiller677

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Beim zentralen Ansatz machen evtl. weniger Leute mit, ich z.B. nicht.

Finde es erstaunlich wie schnell Prinzipien über Bord geworfen werden wegen dem Virus.
Welche Prinzipien? Voratsdatenspeicherung ist nix neues. Seit 2020 wird dein Fingerabdruck dauerhaft in einer zentralen Datenbank gespeichert wenn du einen Ausweis mit Fingerabdruck beantragst. Vor Corona gingen Gesetzesentwürfe rum, die Online Anbieter zur Passwortherausgabe zwingen sollen.

Eher war mit dem Virus kurzzeitig wieder ein bisschen ethisches Denken eingezogen. Aber jetzt ist auch schon wieder weg.
 

joshlukas

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Welche Prinzipien? Voratsdatenspeicherung ist nix neues. Seit 2020 wird dein Fingerabdruck dauerhaft in einer zentralen Datenbank gespeichert wenn du einen Ausweis mit Fingerabdruck beantragst. Vor Corona gingen Gesetzesentwürfe rum, die Online Anbieter zur Passwortherausgabe zwingen sollen.

Eher war mit dem Virus kurzzeitig wieder ein bisschen ethisches Denken eingezogen. Aber jetzt ist auch schon wieder weg.
Ich glaube er meinte damit, dass Prinzipien die für die Applikationsentwicklung anfangs vorgestellt worden sind bzw. als wichtig erachtet worden sind nun über Bord geworfen werden.
 

DerHechtangler

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Jetzt kommt sie doch, die Maskenpflicht, und jetzt sind diese Apps auch auf dem Vormarsch. Ich werde mir niemals auch nur irgend eine App in der Richtung installieren! Wird es zur Pflicht, nutzte ich eben ein "Retrophone" und die gute alte SMS...
Das ist so gruselig.
 

Dr. MaRV

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Der Ansatz ist mir egal, ich installiere mir keine offensichtliche Spionage-App auf meinem Telefon, da kann der Vorwand noch so edelmütig sein. Genau so wie ich keine Mitbürger verpetze, egal ob sie gerade die 1,5 Meter unterschreiten oder bei Rot über die Ampel laufen.

Die App ist allein schon wegen ihrer Voraussetzungen zum scheitern verurteilt.
Sie muss auf dem jeweiligen OS funktionieren, alte Android oder iOS Geräte sind da schon raus, dann muss es auch noch BT LE haben und von 70% der Bevölkerung installiert werden. Doof, wenn nur 56% bereit sind sich die App zu installieren, zwischen "Sagen" und "Machen" ist dann am Ende noch mal ein Unterschied von ein paar Prozent.
 

Elwies

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was geschieht, falls das Corona-Virus tatsächlich einmal als großflächig besiegt gilt?

Bleibt die App dann auf den Geräten/Simkarten, wird sie nur umbenannt um weiter dem "guten Zweck" zu dienen, oder wird sie gar "unsichtbar" geschaltet um den Zweck noch besser als gut zu machen?
 

Kuomo

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Der Ruf nach mehr Datenschutz existiert nicht erst seit gestern, hätte man also durchaus ahnen können, dass die zentrale Methode nicht so gut ankommt.
 

grincat64

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Das Gefrickel ist kaum zu ertragen.
Deswegen bin ich da jetzt auch endgültig raus, für mich einfach gestorben.
Jetzt kann man nur hoffen das nicht was durch die Hintertür aufs Smartphone kommt oder beim Anbieter abgegriffen wird, denn dann wird es nicht nur eine lange einschneidende Corona-Zeit, sondern auch eine smartphonelose Zeit.
 

Trefoil80

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Der Puritaner

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Was die Bundesregierung will ist mir mir eigentlich völlig Wurscht Letzt endlich kommt es darauf an was sich der Verbraucher wünscht und wenn die meinen das eine Zentrale Datenspeicherung für sie nützlich wäre wird das eh nichts werden.
Dann lädt sich auch kein selbst denkender Mensch so eine App auf sein Smartphone herunter, wir leben in eine Demokratie und noch keiner Diktatur.
 

rolandm1

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Unter den Voraussetzungen wird das nichts.

Das zeigt mir, dass man da kein Vertrauen mehr haben kann.
Im Gegenteil. Das erzeugt bei mir eher Mißtrauen, weil man möchte offensichtlich "hintenrum" etwas etablieren.
 
Zuletzt bearbeitet:

calluna

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Wobei "Zentral" ja wieder nur Deutschland intern bedeutet... hier sieht man mal wie geteilt Europa doch noch ist dass es auch nicht mal im Ansatz die Chance gibt hier einen wirklich zentralen Weg zu gehen.
Die EU ist für genau das verantwortlich, was die Mitgliedstaaten vereinbart haben - Gesundheitspolitik gehört nicht dazu. Ohne etablierte Strukturen für die Kommunikation und Koordinierung bleibt nur die "normale" zwischenstaatliche Kommunikation.

Deswegen wird es entweder keine bzw. keine schnelle europäische Lösung für so eine App geben - eher dann nur eine, die bestimmte Staaten abdeckt, die sich auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können.

Das alles wird leider oft vergessen, wenn von der EU etwas gefordert wird, wofür sie nicht autorisiert ist.

PS: davon abgesehen... ich bezweifle, dass so eine App uns heimlich untergeschoben oder aufgezwungen wird. ;-)
 

doesntmatter

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Mir ist unverständlich, was diese Ankündigungswelle der Teilnehmer sachlich bringen soll. Glaubt hier jemand, die Verantwortlichen lesen mit und ändern deswegen etwas?

Ich warte die fertige App ab, die Prüfung durch den CCC und ggf. durch die IT-Fachleute bei der c`t, eine abschließende Bewertung durch Verbraucherschutzbehörden, die wiederum ihre Fachleute beauftragen. Geschätzt wird das bis frühestens Ende Juni dauern, in knapp 2 Monaten.

Warum Energie verschwenden für einen work in process. Oder hilft Schnappatmung als Prophylaxe Übung für die anti-covid19 Lungenfunktion? ;)

Ja, ich werde selbstverständlich eine sinnvolle App installieren, auf einem Zweitgerät, das mit dem dann ständig greifbaren Mundschutz mitgeführt wird (dessen Akkulaufzeit somit unabhängig bleibt von Nutzung als Telefon, GPS-Navi usw.), irgendwie vorne am Köper, so dass die Abstände sinngemäß gemessen werden können. Im Rucksack oder Umgängetasche hinten am Körper fehlen sonst 0,5-0,75 Meter. Erhoffe mir, dass es einen Messtest geben wird, z.B. anhand eines weiteren Bluetooth Gerätes, mit dem man selber soz. kalibrieren kann.

Sorgen betreff Deinstallierbarkeit umgeht man auf diese Weise automatisch.

Praktisch wäre die Anschaffung einer "Vital-Uhr" auf Android Basis, so könnte man die Körperdaten spenden und mit der Bluetooth App die Kontakte nachverfolgbar machen. Weil die so intelligent ist, erkennt die sogar, wenn ich sie meiner Frau für´s Joggen weiterreiche, anhand Herzcharakteristik oder Beschleunigungswerten am Handgelenk oder so ... :D

Jedenfalls sehe ich keinen Anlaß, auf mein eigenes Smartphone zu verzichten oder dieses mit einer Schnüffelapp zu kontaminieren. Von mir aus dürfte google in neuen Android Versionen Gesundheitsdaten erfassen, wie über die vorhandenen Sensoren bereits der Fall, Hauptsache sie verschleiern es so, dass es niemand merkt und ich mich drüber aufrege. :freaky:

P.S. Wer Lust hat auf die Charité Symptom Abfrage .... bzw. um die aktuellen "trigger" in der Erkennung zu erfahren, diese Antworten können ebenfalls gespendet werden, ohne oder mit Postleitzahl.
https://covapp.charite.de/

charite-einwilligung.PNG charite-qrcode-antworten.PNG
 

Krautmaster

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erklärt mir mal einer was dieser "Zentrale Ansatz" hier genau bedeutet? Technisch gesehen.
Ergänzung ()

Die Abstandsmessung wird mit Bluetooth Low Energy durchgeführt, alle App-Nutzer müssen also Bluetooth aktiviert haben, damit es funktioniert.

Pepp-PT generiert temporäre IDs, damit die Nutzer nicht identifizierbar sind. Nähert sich ein anderes Smartphone mit einer Pepp-PT-App, tauschen beide ihre jeweiligen IDs aus und speichern sie verschlüsselt und lokal, also nicht in irgendeiner Cloud. Wird bei einem Nutzer eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert, bittet die Ärztin oder der Arzt den Nutzer, seine Kontaktliste an den zentralen Server zu übertragen. Der sieht nur die IDs in der Liste und kann diese dann über die App warnen, dass sie Kontakt zu einer mittlerweile als infiziert erkannten Person hatten. Das Ganze soll grenzüberschreitend funktionieren - also auch dann, wenn App-Nutzer durch mehrere europäische Länder reisen.
das war für mich jetzt naheliegend. Wie würde ein "dezentraler" Ansatz aussehen? Wie bekommt ein mir fremder Nutzer Bescheid wenn er sich ggf an mir angesteckt hat?

Edit
https://www.golem.de/news/d3-pt-vs-...treit-um-die-corona-app-geht-2004-148002.html

Da stehts ganz gut erklärt. Technisch gesehen ist der zentrale PEPP-PT Ansatz hier in meinen Augen schon recht deutlich überlegen. Richtig umgesetzt sollte auch er im Sinne des Datenschutzes akzeptabel sein finde ich.
Für mathematische Ausbreitungsmodelle ist denke ich die zeitliche Komponente sehr wichtig.


Edit2: DP-3T klingt soweit erstmal gut. Ich frage mich gerade noch wie das am Anfang einer Epidemie seine Vorteile ausspielen kann, also dann wenn es am wichtigsten ist. Irgendwann gibt es ja die zB ersten 20 Infizierten und dann ist es entscheidend zb die letzten 4 Wochen zu "rekonstruieren" und die Ketten möglichst genau zu verfolgen und zu isolieren.

Wenn ich das genau überlege müsste beim DP-3T Ansatz erst jeder dieser möglichen Infizierten aktiv getestet werden - also jedes Glied in der Kette. Wird er nicht getestet, weil nicht möglich, keine Lust, oder Why Ever, dann bricht die Kette dort ab. Es besteht soweit ich das verstehe keine Möglichkeit ohne sein zutun seine Kontakte zu informieren.
Wenn die Kette also A - B - C ist, C positiv getestet wird, dann kann nur B informiert werden (der sich dann ggf testen lässt)

Bei Pepp-PT mit zentralem Ansatz hingegen sollte es möglich sein direkt direkt B und auch A zu informieren.

Edit3: Ich stelle es mir auch schwer vor diese Kette ohne zeitliche Komponente zu rekonstruieren. Prinzipiell könnten beide Ansätze aber auch automatisch durch-kaskadieren anhand vorgegebener Parameter wie zb die Inkubationszeit.
 
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